Brechung / Mischung

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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- 3.1: Pater noster
- 3.2: Brechung / Mischung
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- 3.4: Kommuniongesang
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4: Schluss

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BRECHUNG / MISCHUNG

GENESE

1. Brechung

Ursprünge in der altrömischen Liturgie

Im römischen Ritus fand die Brotbrechung seit Gregor dem Großen nach dem Embolismus des Sign Link Pater noster bzw. dem Sign Link Pax Domini statt. Sie wurde dabei zu einem eigenen liturgischen Akt ausgestaltet. Seit dem 7. Jh. begleitete diese Handlung der Gesang des Sign Link Agnus Dei.

Papst

am Altar: legt seine Brotoblation (zwei Hostienbrote) bis auf ein kleines Stückchen auf eine sehr große Patene

geht danach zur Kathedra


gibt Zeichen für die Brechung

Diakone

(zwei Diakone) halten die Patene

tragen die Patene zur Kathedra


beginnen mit der Brechung

Akolythen
Subdiakone



treten an den Altar und legen die Hostienbrote
in Leinensäckchen (später auch Patenen, Kelche) und tragen sie zu den Bischöfen und Presbytern


Bischöfe
Presbyter




beginnen mit der Brechung


Die päpstliche Hostie wurde insgesamt dreifach gebrochen: Ein Stück verblieb auf dem Altar, ein weiteres wurde für die Mischung mit dem Wein abgetrennt, eine drittes diente für die Kommunion des Papstes.

Mittelalter: Umformung und Neudeutung

In dem Maße, wie sich das ungesäuerte Brot in Form kleiner Hostienscheiben durchsetzte, wurden diese Form der Brechung wie auch die Riesenpatenen überflüssig: Im Mainzer römisch-deutschen Pontifikale von 950 nehmen die Subdiakone sofort nach der Sign Link Schlussdoxologie des Kanons ihre alten Plätze wieder ein, allein der Akolyth empfängt die Patene, um sie dann sogleich an den Bischof weiterzureichen. Es folgen gallischer Bischofssegen und Friedenskuss. Bei der Kommunion wurde die Patene mit den Partikeln vom Akolythen zur Bischofskommunion neben den Kelch gehalten. Hundert Jahre später war auch diese Verwendung entfallen: Die Patene diente jetzt allein als Unterlage für die Hostie während der Brechung. Entsprechend verkleinerte sich dieses liturgische Gerät.
Die drei Brechungen der priesterlichen Hostie behielt man jedoch auch im Mittelalter bei, wenngleich sich ihre Funktionen verschoben: Ein Partikel diente der Mischung, einer zur eigenen Kommunion, ein weiterer - ursprünglich jenes Teil, das auf dem Altar verblieb - diente nun als viaticum morientum, als Kommunion für die Kranken oder Sterbenden.

Eine neue Funktion erhielt die Patene im Zusammenhang mit der Darbringung beim Sign Link Offertorium: Die Hostie wurde bereits jetzt auf der Patene platziert und zusammen mit ihr erhoben. Daher wurde die Patene zusammen mit dem Kelch an den Altar gebracht. Der Einfachheit halber passte man die Vertiefung der Patene dem Kuppa-Durchmesser des Kelches an, so dass die Patene bequem daraufgelegt werden konnte. Ab dem 10. Jh. wurde diese Einrichtung zur Regel.


Miniatur aus einem lateinischen Stundenbuch
Paris 1420 / 1430
Einzelblatt: Totenoffizium - Kuss der Patene
Privatbesitz

In dem Maße, wie die Patene ihre ursprüngliche Funktion verloren hatte, wuchsen ihr als Träger des Herrenleibes rituelle Ehrerweisungen zu: Sie wurde (nicht mehr nur vom Diakon) geküsst, vor allem vom Zelebranten. Im 12. Jh. wurde es üblich, dass dieser vor dem Kuss (oder seltener nachher) mit der Patene ein Kreuzzeichen über sich machte. Die Eigendynamik kultischer Handlungen brachte im Spätmittelalter Anreicherungen durch weitere Kreuzzeichen; auch wurden Mund und Augen mit der Patene berührt; oder man rührte mit der Patene zunächst an die Hostie oder einmal an die Hostie und dreimal an den Kelch: Ausdruck für das Bedürfnis, nicht nur die Einheit des Leibes Christi zu versinnbildlichen, sondern auch für den Wunsch, die heilbringende Kraft von Leib und Blut Christi gleichsam auf allen möglichen Wegen zuzuwenden bzw. durch unmittelbaren Kontakt zu übertragen. Auch die kultische Reinigung der Sinne und des Mundes - den 'Organen' der Kommunion - wird hier ein Rolle gespielt haben.
Mit der Messbuchreform des 16. Jh. wurden diese Sonderriten ausgeschieden.




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Literatur:
Jungmann 1962 II, 375-385.


 
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