Aufbewahrung und Ablution 2

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Suche Site Map
Startseite Universität Münster

Opfermesse
1: Offertorium
2: Hochgebet
3: Kommunion
- 3.1: Pater noster
- 3.2: Brechung / Mischung
- 3.3: Pax domini / Agnus Dei
- 3.4: Kommuniongesang
- 3.5: Aufbewahrung und Ablution
4: Schluss

Startseite

Kontakt

Impressum

AUFBEWAHRUNG UND ABLUTION

GENESE

Ablutionsritus

Die Reinigung von Mund, Finger und Kelch (die Reinigung der Patene ist nur sehr selten bezeugt), soll verhindern, dass Partikel des Brotes bzw. der Hostie zurückbleiben.

ablutio oris / purificatio
Die Reinigung des Mundes erfolgt noch vor der Reinigung des Kelches, und ist bereits bei Chrysostomus belegt; auch im Abendland begegnet der Ritus hin und wieder. Er ist nach dem 13. Jh. häufig bezeugt, im Missale Romanum wird er sogar gefordert.
Der Priester spült seinen Mund mit einem Schluck Wasser oder konsekrierten Wein aus. Besonders nach dem Verzicht auf den Laienkelch wird dieser Brauch auch von den Laien geübt. Der Kelch mit dem Ablutionswein wird den Gläubigen häufig von einem Laien gereicht, etwa von dem Vorsteher einer Bruderschaft.

Reinigung der Finger
Gereinigt werden die Finger des Priesters, die den Leib Christi berührt haben – die ersten vier Finger der rechten Hand.
Dieser Brauch wird bereits im 1. römischen Ordo genannt. Hierbei werden die Finger über dem Kelch mit Wein übergossen, evtl. erfolgte eine Abspülung der Finger mit Wasser an einer piscina neben dem Altar.

Reinigung des Kelches
Die Reinigung des Kelches ist in den älteren römischen Ordines noch nicht erwähnt. Sie begegnet im 9./10. Jh. und wird dann vom Diakon, Subdiakon oder vom Priester selbst vorgenommen. Sie erfolgt in der Sakristei oder neben dem Altar, sofern es dort eine Möglichkeit gibt, das Wasser auszugießen. Der Kelch wird bis zu drei Mal ausgespült. Wird der Kelch mit Wein ausgespült, so trinkt der Priester diesen aus. Auf diese Weise kommt es zu einer Verbindung zwischen ablutio oris und Kelchreinigung.
Die Reinigung des Kelches erfolgte bis ins späte Mittelalter an manchen Orten erst nach der Messe in der Sakristei. Noch Gabriel Biel kennt und befürwortet die Handlung in der Sakristei oder am Altar.

Die Ablution begleitende Gebete werden leise gesprochen. Sie beziehen sich auf die gerade empfangene Kommunion. Da die Worte häufig während der Reinigung gesprochen werden, fällt das andächtige Bedenken des Sakramentempfangs mit der reinigenden Handlung in eins.

Die Gesamtauslegung (ca. 1480) beschreibt die Handlung der Ablution und die gesprochenen Gebete wie folgt:
Der Priester hält den Kelch in seine rechte Hand und reicht ihn dem Ministranten zu seiner rechten Seite, dieser gießt etwas Wein hinein. Bevor der Zelebrant den Wein austrinkt betet er:

Quod ore sumpsimus, Domine, pura mente capiamus: et de munere temporali fiat nobis remedium sempiternum. Verbum caro factum est et habitavit in nobis.

Herr, was wir mit unserem Mund genossen und mit lauterem Gemüt empfangen und von deiner zeitlichen Gabe werde uns ein ewiges Heilmittel. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns.


Zunächst noch ein Postkommuniongebet der Laien (z.B. Gebetbuch Karls des Kahlen), später Gebet der kommunizierenden Kleriker.












 

Danach reicht der Priester dem Ministranten erneut den Kelch, der die Finger des Zelebranten, der dieser über den Kelch hält, mit Wein reinigt. Während die Finger übergossen werden spricht der Priester:

Mel et lac ex ore eius suscepi et sanguis eius ornavit genas meas.

Honig und Milch habe ich aus seinem Mund empfangen und sein Blut hat meine Wange geziert.









und/oder:

Lutum fecit ex sputo Dominus, linivit oculos ceci; abiit et lavit, vidit et credidit Deo.

Der Herr machte aus Speichel einen Teig und bestrich die Augen des Blinden; der ging und wusch sich, er sah und glaubte an Gott.


Die Worte dieses Gebets entstammen dem Brauch, nach der Ablution der Finger die Augen zu berühren.










Sign Link Bilder
Sign Link Texte

Sign Link Seite vor
Sign Link Seite zurück


Literatur: Jungmann 1962 II, S. 510-520; Gesamtauslegung, S. 192-194.



 
Erweiterte Suche

Zurückblättern

 Diese Seite:  :: Seite drucken    ::	Seite empfehlen   :: Seite kommentieren, Link öffnet neues Fenster

© 2007 VW-Forschungsgruppe Uni Münster

:: Seitenanfang

Seitenanfang

© 2007 Universität Münster
Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum
Schlossplatz 2 · D-48149 Münster
Tel.: +49 (0)251 - 83 31973 · Fax: +49 (0)251 - 83 30038
E-Mail: kultbild@uni-muenster.de