Aufbewahrung und Ablution

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Suche Site Map
Startseite Universität Münster

Opfermesse
1: Offertorium
2: Hochgebet
3: Kommunion
- 3.1: Pater noster
- 3.2: Brechung / Mischung
- 3.3: Pax domini / Agnus Dei
- 3.4: Kommuniongesang
- 3.5: Aufbewahrung und Ablution
4: Schluss

Startseite

Kontakt

Impressum

AUFBEWAHRUNG UND ABLUTION

GENESE

Aufbewahrung

Seit Anbeginn stellte sich die Frage, wie mit den übriggebliebenen Resten des Sakraments zu verfahren sei.

- verbrennen (Leviticus-Kommentar des Hesychius von Jerusalem († um 450) zu Lev 8,32)
- ungenießbar gewordenes Brot verbrennen (häufig im Abendland, 7./8. Jh.)
- vergraben (Byzanz, seit 1045)
- am folgenden Tag für die Kommunion der Laien verwenden (Jerusalem)
- den unschuldigen Kindern reichen (Konstantinopel, 6. Jh.; Konzil von Mäcon 585)
- wird am Ende der Messe von den Klerikern oder dem Zelebranten genossen (häufig im Abendland,
9.-12. Jh.)
- werden in einer Pyxis o.ä. aufbewahrt; dann genießt der Priester die älteren Hostien in der Pyxis und
legt die neuen hinein

Damit nicht zu viele Reste des Sakraments übrig blieben, empfiehlt das Missale Francorum, der Subdiakon solle nur so viel Brot zum Altar bringen, wie benötigt werde.

Eine gewisse Anzahl von Hostien (oftmals genügten ein oder zwei) musste jedoch stets für die Krankenkommunion aufbewahrt werden. Dieses Brot wurde in Byzanz nur ein Mal im Jahr, am Gründonnerstag, konsekriert. Der Brauch setzte sich auch um 1000 in England durch, rief jedoch schon bald Widerspruch hervor, und der Erzbischof Aelfric empfahl bereits zu jener Zeit alle 8-14 Tage Hostien für die Krankenkommunion zu konsekrieren. Ab dem 13. Jh. war es bei den Kartäusern üblich, diese sonntags beim Hochamt zu segnen, was auch an vielen anderen Orten praktiziert wurde. Doch kam es selbst innerhalb einer Diözese nie zu einer einheitlichen Praxis für die Häufigkeit der Konsekration der Hostien, die aufbewahrt werden sollen.

Das Sakrament wurde im Osten ab dem 4. Jh. in der Sakristei verwahrt (Antiochia), im Westen an vielen Orten ab dem 5./6. Jh. Für die Zeit um 700 ist bereits im Osten eine Aufbewahrung in der Kirche auf dem Altar überliefert, seit spätestens dem 9 Jh. wird diese im Westen an
verschiedenen Plätzen in der Kirche und in unterschiedlichen Gefäßen (Pyxis, Altarstipes, Hängetabernakel, Wandschrank, Sakramentshaus) üblich.

Mit der entstehenden Sakramentsverehrung im 13. Jh. wurde es notwendig, dass in der Kirche stets eine geweihte Hostie zur Anbetung zur Verfügung steht. Damit auch bei einer Krankenkommunion stets eine in der Kirche verbliebe, mussten nun mindestens zwei Hostien aufbewahrt werden, z.T. sollte sogar neben dem Sakrament zur Kommunion eine Hostie zur Verehrung auf dem Versehgang mitgeführt werden, so dass zumindest drei Hostien vorhanden sein mussten.


Sign Link Bilder
Sign Link Texte

Sign Link Seite vor 
Sign Link Seite zurück

Literatur: Jungmann 1967 II, 504-510; Nußbaum 1979.



 
Erweiterte Suche

Zurückblättern

 Diese Seite:  :: Seite drucken    ::	Seite empfehlen   :: Seite kommentieren, Link öffnet neues Fenster

© 2007 VW-Forschungsgruppe Uni Münster

:: Seitenanfang

Seitenanfang

© 2007 Universität Münster
Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum
Schlossplatz 2 · D-48149 Münster
Tel.: +49 (0)251 - 83 31973 · Fax: +49 (0)251 - 83 30038
E-Mail: kultbild@uni-muenster.de