Opfermesse

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OPFERMESSE

Die Opfermesse ist der Hauptteil der mittelalterlichen Messe. Im Zentrum steht die reale Gegenwart des verklärten Christus im Altarsakrament.
Sie gliederte sich in vier Abschnitte: die Bereitung und Darbringung (Oblation) der Gaben (Offertorium), das Hochgebet (bestehend aus der Präfation und dem Kanon mit den Einsetzungsworten), die Kommunionfeier (Communio) und den Abschluss der Messe.

In dem Maße, wie der Opfercharakter der Mahlfeier und die - im Mittelalter kontrovers diskutierte - (Real)präsenz Christi in den Vordergrund rückte, erfuhr die Opfermesse eine rituelle Anreicherung und Verdichtung, die auf den Mittelpunkt, die Kosekration der Gaben, ausgerichtet wurde. Ein immer umfangreicheres, regional unter Umständen sehr verschieden geprägtes Repertoire an Gebeten, Gesten und Riten diente dazu,

1. den Umschlag der Realitätsebenen ein- und auszuleiten, zu rahmen und in seinem besonderen Rang herauszuheben.
2. die in ihrer ursprünglichen Bedeutung nicht mehr unmittelbar verständlichen rituellen Handlungen auszudeuten und zu kommentieren bzw. auf die Situation der Ortskirche hin plausibel zu machen. In diesen Zusammenhang gehören auch die zahlreichen allegorischen Messauslegungen, die eine persönliche Aneignung des objektiven Ritus auch durch die Laien ermöglichen sollten. Dazu kam der Memoria- bzw. Gedächtnischarakter: Der gesamt Ritus wurde als Nachvollzug des Lebens Christi gedeutet.
3. (vor dem Hintergrund der Betonung kultischer Reinheit) den immer auch gefährdenden Umgang mit dem Heiligen rituell zu "bewältigen", z.B. durch Sündenbekenntnisse und Apologien Gott gnädig zu stimmen oder durch eingeschaltete Fürbitten die Opfergaben mit bestimmten Anliegen zu verknüpfen und damit die heilsstiftende Wirkung gezielt zuzuwenden.
Dies führte zu einer Aufwertung des Zelebranten, der ja bereits durch die liturgische Kleidung und vorbreitenden Gebete in der Sakristei (s. Rubrik Sign Link Praeparatio ad missam) als Mittler der Gemeinde ausgezeichnet war bzw. gleichsam in den Körper Christi transformiert worden war.


 
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