Präfation

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PRÄFATION

GENESE

Lobpreis und Dank

Die Präfation, mit der seit der Alten Kirche das Hochgebet eröffnet wurde, ist ein Dankgebet. Gedankt wird nicht nur für die Ordnung der Schöpfung, sondern vor allem für die christliche Heilsordnung. Das Gebet, das dem letzten Abendmahl voranging, hat hier als Vorbild gedient, doch ist dessen Charakter mit Dankgebet nur unzureichend wiedergegeben. Das dem eucharisteìn entsprechende semitische barach wäre genauer mit eulogein zu übersetzen: Lobpreisen.
Kern des Gebets ist das Werk der Erlösung: das Kommen des Herrn, sein Leben, Leiden, Sterben, seine Auferstehung und Himmelfahrt. Diese unterschiedlichen Aspekte des einen Heilshandelns werden im Laufe des Kirchenjahrs in den veränderlichen Präfationen der Westkirche angesprochen. Die ostkirchlichen Gebete kennen zwar eine Vielfalt von alternativen Formulierungen, nicht aber die variable thematische Anlehnung an das Kirchenjahr.

Vielfalt - Reduktion

In den liturgischen Büchern des römischen Ritus spiegelt sich die Vielfalt: So kennt die älteste Sammlung römischer Messformulare, das (unvollständige) Sacramentarium Leonianum, für jede Messe eine eigene Präfation, insgesamt 267. Im älteren Gelasianum finden sich immerhin 54, im jüngeren aus St. Gallen sogar 186 Präfationen, wobei der Hauptteil dieser Texte auf die Märtyrerfeste fällt. Entsprechend kann es hier bis zu einer panegyrischen Entfaltung der Vita des Heiligen mit einem Schwerpunkt auf der Leidensgeschichte kommen. Auch Messformulare, die keinem bestimmten Fest zugeordnet sind, konnten sich mitunter weit von der ursprünglichen Anlage und Intention der Präfation entfernen. Die Folge war eine redaktionelle Beschneidung, wie sie im Gregorianum dokumentiert ist, das Papst Hadrian I. Karl dem Großen überließ. Es enthält nur mehr 14 Präfationen, bei denen insgesamt sieben Formeln aus der alten römischen Überlieferung stammen. Drei weitere Präfationen (Kreuz-, Dreifaltigkeits- und Fastenpräfation) sind in Laufe der späteren Jahrhunderte noch dazugekommen. Das römische Missale beschränkte sich über acht Jahrhunderte auf elf Präfationen.

Auf diese Reduktion reagierte man vielerorts wieder mit der Schaffung zusätzlicher Texte (z.B. Anhang des Alkuin zum Gregorianum), vor allem für die Feste beliebter Heiliger (Johannes der Täufer, Augustinus, Hieronymus, Franziskus, Rochus, Christophorus) . Erst das Tridentinum hat hier wegen des oft ungeschichtlichen Charakters der ausgebreiteten Heiligenviten nochmals korrigierend eingegriffen, so dass nur wenige Sonderpräfationen bestehen blieben.
Der mittelalterliche Kanon kannte eigentümlicherweise keine eigene Sonntagspräfation, obschon eine solche in der älteren römischen Sakramentenüberlieferung vertreten war (jüngeres Gelasianum, Alkuinischer Anhang zum Gregorianum). Seit dem 11. Jh. setzt sich die angeblich durch Pelagius II. vorgeschriebene praefatio communis allgemein durch; seit dem 13. Jh. findet man an Sonntagen zunehmend die Dreifaltigkeitspräfation, eher ein Bekenntnis zur Trinität denn ein Dankgebet.

Grundschema: praefatio communis

Die praefatio communis repräsentiert das Grundschema der römischen Präfation, sozusagen die Umrisse des Dankgebets, das dann in den übrigen Präfationen entweder wörtlich wiederholt bzw. an entsprechenden Stellen mit Erweiterung versehen wird [*].

Liturgischer Text

Kommentar

Vere dignum et iustum est, aequum et salutare,

Es ist in Wahrheit würdig und recht, billig und heilsam,

greift die Antwort der Gemeinde aus dem einleitenden Dialog auf


nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, aeterne Deus:

Dir immer und überall dankzusagen, heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott:

ursprünglich wohl Domine, sancte Pater, omnipotens aeterne Deus; in Anlehung an Gottesanreden der römischen Liturgie


per Christum, Dominum nostrum.

durch Christus, unseren Herrn.

Gebet geschieht durch Christus

Per quem majestatem tuam laudant Angeli, adorant Dominationes, tremunt Potestates. Caeli caelorumque Virtutes ac beata Seraphim socia exsultatione concelebrant.

Durch Ihn loben die Engel Deine Majestät, die Herrschaften beten sie an, die Mächte verehren sie zitternd. Die Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Seraphim feiern sie jubelnd im Chore.

in anderen Hochgebeten wird die Reihe der Erzengel, Engel, Mächte, Gewalten etc. verkürzt (Et ideo) oder auch noch ergänzt (z.B. Cherubim in der ansonsten knapperen Dreifaltigkeitspräfation)

Cum quibus et nostras voces ut admitti iubeas, deprecamur, supplici confessione dicentes:

Mit ihnen lass, so flehen wir, auch uns einstimmen und voll Ehrfurcht bekennen:

Überleitung und Einstimmung, es schließt sich das Sanctus an




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Literatur: Jungmann 1962 II, 145-161.






 
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