Te igitur 2

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Suche Site Map
Startseite Universität Münster

Opfermesse
Hochgebet
1: Präfation
2: Kanon
- 2.1: Te igitur
- 2.2: Memento (Lebendengedächtnis)
- 2.3: Communicantes
- 2.4: Hanc igitur
- 2.5: Quam oblationem
- 2.6: Qui pridie
- 2.7: Unde et memores
- 2.8: Supra quae
- 2.9: Supplices te rogamus
- 2.10: Memento (Totengedächtnis)
- 2.11: Nobis quoque peccatoribus
- 2.12: Per ipsum

Startseite

Kontakt

Impressum

TE IGITUR (ANNAHME- / SEGENSBITTE)

GENESE

Text

Beim Te igitur handelt es sich um eine weitere Annahmebitte direkt nach dem Sanctus, die den engen Zusammenhang von Danksagung, eucharistía , und Darbringung, oblatio, zum Ausdruck bringt und damit an die Präfation anknüpft. Das zweite, in den arianischen Fragmenten zitierte Eucharistia-Bruchstück weist bereits einige Ähnlichkeiten mit dem späteren Te igitur auf:

Eucharistia-Bruchstück in den arianischen Fragmenten
Liturgischer Text

Ritus

Dignum et iustum est ... (es folgt die Schilderung des Erlösungswerkes).

Te igitur, clementissime Pater,

Dich, gütiger Vater, bitten wir demütig und flehen zu dir


Cuius benignitatis agere gratias tuae tantae magnanimitati quibusque laudibus nec sufficere possumus,

per Jesum Christum, Filium tuum, Dominum nostrum,

durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn:


petentes de tua magna et flexibili pietate accepto ferre sacrificium istud, quod tibi offerimus stantes ante conspectum tuae divinae pietatis,

per Jesum Christum Dominum et Deum nostrum, per quem petimus et rogamus.

supplices rogamus ac petimus, uti accepta habeas et benedicas,

nimm wohlgefällig an und segne diese + Gaben,

tiefe Verbeugung


haec + dona, haec + munera, haec + sancta sacrificia illibata,

nimm wohlgefällig an und segne diese + Gaben, diese + Geschenke, diese + heiligen, makellosen Opfergaben. Wir bringend sie dir dar,



in primis, quae tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta catholica: quam pacificare, custodire, adunare et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro N. et Antistite nostro N. et omnibus orthodoxis, atque catholicae et apostolicae fidei cultoribus.

vor allem für deine hl. katholische Kirche: schenke ihr den Frieden auf dem ganzen Erdkreis; behüte, einige und leite sie huldvoll: deinen Diener, unseren Papst (N.), unseren Bischof (N.), alle Rechtgläubigen und alle, die den katholischen und apostolischen Glauben fördern.



Allgemeine Fürbitten

Fürbitten fanden ins Hochgebet in der römischen Liturgie um die Wende zum 4. Jh. Eingang. Bis dahin waren sie der eucharistia nur vorausgegangen und hatten den Lesegottesdienst beschlossen (s. dazu Sign Link Allgemeines Gebet [Deprecatio Gelasii ]). Die Reduktion des Allgemeinen Gebets lässt sich nun auch damit erklären, dass sich das Fürbittgebet in das "Allerheiligste" des Kanons verlagerte, wo die Anliegen unmittelbar mit der Oblation, der Opferung, und ihrer heilsmächtigen Wirkungen verknüpft werden konnte. So rückten die Fürbitten zwischen das Sign Link Sanctus und die Sign LinkWandlungsbitte (Quam oblationem). Diese Entwicklung vollzog sich in der römischen Kirche im 5. Jh.
Was im Vergleich mit den älteren Formen des Allgemeinen Fürbittgebetes auffällt, ist zunächst die notwendige Verknappung. Der Schwerpunkt liegt auf der Kirche und ihren obersten Repräsentanten (Papst, Ortsbischof), die namentlich genannt werden, sodann allen rechtgläubigen Christen und denen, die den rechten Glauben befördern.

Ritus

Die Bitte um Annahme und Segen (in die die Bitte um Wandlung der Gaben miteingeschlossen ist) richtet sich an den "gütigsten Vater" durch Jesus Christus. Dass diese Bitte noch einmal mit besonderer Demut vorgebracht wird, findet ihren Ausdruck im Wort supplices und einer tiefen Verbeugung.



Ein Beispiel für die Verbeugung des Priesters zu Beginn des Kanons.




Missale
für den Gebrauch von Soisson
Nordöstliches Frankreich
4. Viertel 13. Jh.
fol. 122: Initiale: Priester am Altar,
H: 34,5, B: 24,3 cm
Baltimore, Walters Art Gallery





Sign Link Texte

Sign Link Seite vor
Sign Link Seite zurück
Literatur: Jungmann 1962 II, 185-190.





 
Erweiterte Suche

Zurückblättern

 Diese Seite:  :: Seite drucken    ::	Seite empfehlen   :: Seite kommentieren, Link öffnet neues Fenster

© 2007 VW-Forschungsgruppe Uni Münster

:: Seitenanfang

Seitenanfang

© 2007 Universität Münster
Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum
Schlossplatz 2 · D-48149 Münster
Tel.: +49 (0)251 - 83 31973 · Fax: +49 (0)251 - 83 30038
E-Mail: kultbild@uni-muenster.de