Supplicies te rogamus

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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SUPPLICES TE ROGAMUS (GEMEINSCHAFT MIT HIMMLISCHEM ALTAR)

GENESE

Im Anschluss an das Supra quae erfolgt die Vertiefung dieser Annahmebitte durch das Gebet um die Gemeinschaft mit dem himmlischen Altar: Ein Engel möge die gewandelten Gaben vor Gottes Angesicht tragen.

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Liturgisches Supplices

Kommentar

Ambrosius:
Petimus et precamur, ut hanc oblationem suscipias in sublimi altari tuo per manus angelorum tuorum, sicut suscipere dignatus es ... (De sacramentis IV,6)

Supplices, te rogamus, omnipotens Deus: iube haec perferri per manus sancti Angeli tui in sublime altare tuum, in conspectu divinae maiestatis tuae:

Demütig bitten wir dich, allmächtiger Gott: dein hl. Engel möge dieses Opfer zu deinem himmlischen Altar emportragen vor das Angesicht deiner göttlichen Majestät.

Vgl. Offb. 8,3-5 (Liturgie vor dem himmlischen Altar mit den inzensierenden Engeln)


ut, quotquot ex hac altaris participatione sacrosanctum Filii tui Cor + pus, et San + guinem sumpserimus, omni benedictione caelesti et gratia repleamur.

Lass uns alle, die wir gemeinsam von diesem Altar das hochheilige Fleisch und Blut deines Sohnes empfangen, mit allem Gnadensegen des Himmels erfüllt werden.

Bitte um fruchtreichen Empfang


Per eundem Christum, Dominum nostrum. Amen.

Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Vorläufiger Abschluss vor der Schlussdoxologie, der noch zwei weitere Einschaltungen vorausgehen.


Die mittelalterlichen Liturgieerklärungen weisen der Erwähnung des himmlischen Altars im Rahmen sakramententheologischer Überlegungen eine erhebliche Bedeutung zu.
Remigius von Auxerre war der Meinung, dass die vielfache Gegenwart Christi in Fleisch/Brot und Blut/Wein auf den irdischen Altären durch die Verbindung mit dem himmlischen erhöhten Herrenleib zu einer Einheit zusammengeschlossen werde (Expositio, PL 101, 1262f). Isaak von Stella installierte mit alttestamentlichen Typologien eine Dreistufenordnung der Darbringung, die im Supplices ihren Abschluss und Höhepunkt findet: Auf dem alttestamentlichen Brandopferaltar des Tempels seien von den Opfernden (= der Gemeinde) mit zerknirschten Herzen Brot und Wein als Sinnbild des eigenen Lebens dargebracht worden; auf dem goldenen Rauchopferaltar hätten sie sodann Leib und Blut Christi geopfert. Auf dem Altar des Allerheiligsten jedoch werde das Opfer durch Engelshände mit dem verherrlichten Christus im Himmel vereinigt und auf diese Weise vollendet (Ep. de off. missae, PL 194, 1889-1896).
Solche Vorstellungen verstehen die Bitte nicht im (wohl ursprünglich) bildlichen Sinne, sondern rechnen mit einem realen Vorgang der Gabenübertragung durch Engel. Dadurch verleihen sie dem Text einen epikletischen Charakter, wenngleich die Wirkrichtung eine umgekehrte ist: Nicht soll die Kraft Gottes im Heiligen Geist auf die Gaben herabkommen. Sondern die Gaben sollen dafür zu Gott emporgetragen werden.
Es lag in der Konsequenz solcher Vorstellungen, wenn der Engel schließlich im 12. Jh. mit Christus selbst (z.B. Ivo von Chartres, De conven. vet. et novi sacrif., PL 162, 557C) oder - in Ableitung von den äußerlich ähnlichen Epiklesen der östlichen Riten - mit dem Heiligen Geist identifiziert wurde.

Ritus

Der Zelebrant verbeugte sich und küsste, wohl veranlasst durch das supplices, den Altar. Ein doppeltes Kreuzzeichen bezeichnete die Gaben (erste Hinweise in karolingischen Texten, doch durchgängige Etablierung erst ab dem 13. Jh.). Im Spätmittelalter pflegte der Priester bei omni benedictione caelesti eine Selbstbekreuzung, so dass die Bitte um himmlischen Segen noch einmal verdeutlicht wurde.



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Literatur:
Jungmann 1962 II, 282-295.




 
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