Quam oblationem

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QUAM OBLATIONEM (WANDLUNGSBITTE)

GENESE

Die Wandlungsbitte, die dem Einsetzungsbericht unmittelbar vorausgeht, ist bereits grammatikalisch mit diesem (Relativsatz) zu einer Einheit verbunden. Ein frühestes Zeugnis für einen solchen Auftakt findet sich bei Ambrosius, während das Hochgebet des Hippolyts eine solche Einleitung noch nicht kennt.
Das Quam oblationem artikuliert die Bitte um die letzte und endgültige Heiligung der Gaben. Während bei Ambrosius die Wandlung der Gaben in der Formulierung quod est figura bereits vorweggenommen ist, formuliert der Gregorianische Text alternativ das ut ... fiat mit Blick auf die noch zu erfolgende Wandlung. Rationabilis meint bei Ambrosius geistig, geisterfüllt im Sinne des geistigen Opfers. Bei Gregor dem Großen wird dies dann offenbar als 'der Vernunft oder dem Wesen der Sache gemäß' verstanden, also eher juridisch aufgefasst. Dies mag eine Ursache für die Anfügung des ut-Satzes gewesen sein: Der Vorsatz bezeichnet dann mit gesegnet, eingetragen, gültig, geistig und genehm tatsächlich eine Vorstufe bzw. Voraussetzung, die für die endgültige Wandlung der Gaben erfüllt sein muss.

Wandlungsepiklese?

Die Wandlungsbitte kann im Sinne einer Wandlungsepiklese verstanden werden. In der Alten Kirche konnte èpíklesis zweierlei bedeuten: Entweder wurde Gott an dieser Stelle selbst um die Vollendung des Werkes gebeten oder seine göttliche Kraft herbeigerufen. Wollte man diese Kraft mit Namen nennen, so lag die Erwähnung des Hl. Geistes nahe.
Epiklese meint dann die Bitte um die Sendung des Hl. Geistes, der das Wunder der Wandlung wirkt. Beispiele dafür gibt es im syrischen bzw. orientalischen Bereich, und zwar erfolgt die Epiklese hier nach den Einsetzungsworten und dem anschließenden Anamnese- und Darbringungsgebet. Der Geist solle die Gaben zu Leib und Blut Christi 'machen' (poiésé; Jakobusliturgie) oder sie als solche 'erweisen' (àpophéne; Apostolische Konstitutionen. ànadeixai; byzantinische Basiliusliturgie), d.h. den Empfängern die Gaben zur Stärkung im Glauben gereichen lassen. So auch Hippolyt von Rom in seinem Hochgebet.
In ägyptischen Hochgebeten geht die Wandlungsepiklese dem Einsetzungsbericht voraus: "Voll sind Himmel und Erde Deiner Herrlichkeit; erfülle auch diese Gabe mit Deinem Segen." Auch in Rom und Alexandrien hatte die Epiklese vor den Wandlungsworten ihren Platz. Allerdings fehlt es an sicheren Indizien für die Heilig-Geist-Epiklese bei der römischen Messe. Im Mittelalter blieb es bei der schlichten Segensbitte vor bzw. bei der Bitte um die Fülle des Segens für alle nach dem Einsetzungsbericht.

Frühfassung des Ambrosius
(De Sacramentis IV,5f; CSEL 73,55)

Liturgisches Quam oblationem (Sakramentar Gregor des Großen)


Fac nobis, inquit, hanc oblationem sciptam, rationabilem, acceptabilem, quod est figura corporis et sanguinis Domini nostri Jesu Christi.

Quam oblationem tu Deus, in omnibus quaesumus, bene + dictam, adscriptam + , ratam +, rationabilem, acceptabilemque facere digneris: ut nobis Corpus +, et Sanguis + fiat dilectissimi Filii tui Domini nostri Iesu Christi.

Diese Opfergabe mache du, o Gott, wir bitten dich, huldvoll in jeder Hinsicht zu einer gesegneten, bei dir eingetragenen, gültigen, geistigen und genehmen, damit sie uns werde Leib und Blut deines vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.


Ritus

Die Segensbitte fand ihren Ausdruck auch in den drei Kreuzzeichen, mit denen die ersten drei der fünf erbetenen Attribute (dictam, adscriptam, ratam - gesegnet, eingetragen, gültig) bezeichnet wurden. Diese hat man ergänzt um zwei weitere Kreuze bei der Nennung von Leib und Blut.


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Literatur:
Jungmann 1962 II, 234-243.






 
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