Hanc igitur

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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Opfermesse
Hochgebet
1: Präfation
2: Kanon
- 2.1: Te igitur
- 2.2: Memento (Lebendengedächtnis)
- 2.3: Communicantes
- 2.4: Hanc igitur
- 2.5: Quam oblationem
- 2.6: Qui pridie
- 2.7: Unde et memores
- 2.8: Supra quae
- 2.9: Supplices te rogamus
- 2.10: Memento (Totengedächtnis)
- 2.11: Nobis quoque peccatoribus
- 2.12: Per ipsum

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HANC IGITUR (ANNAHMEBITTE)

GENESE

Die Annahmebitte Hanc igitur ist ein später in den Kanon eingefügtes Gebet, erkennbar auch an der das Communicantes beschließenden Formel Christum Dominum nostrum. Zunächst scheint es sich um eine weitere Annahmebitte zu handeln, wobei zu fragen ist, wieso eine solche hier nochmals eingeschaltet wurde.

Text

Der Text, der sich bereits im römischen Kanon findet, hat seine endgültige Form durch Gregor den Großen erhalten, der die Schlussworte angefügt hat. Diese sind jedoch nicht seine Erfindung, wie überhaupt eine ganze Reihe von Formeln existierte, die zwar gleich beginnen (Hanc igitur oblationem ...), um dann in Vorder- und Nachsatz ganz unterschiedlich - in Anlehnung an den Festkreis - weitergeführt zu werden.
Im Vordersatz wird die Oblation in der Regel mit Blick auf die Darbringer spezifiziert.
Beim Hauptsatz, der das besondere Anliegen nennt, ist die Bandbreite dagegen sehr groß, hier gab es offenbar gar keine feststehende Grundform. Die Wechseltexte wurden fakultativ eingesetzt und konnten beliebig vermehrt werden. Ursprünglich wurden die besonderen Anliegen nur in entsprechenden Messen (z.B. Votivmessen) vorgebracht, da die Sonntags- und Feiertagsmesse der Gottesdienst für die ganze Gemeinde war. Noch in vorgregorianischen Sakramentaren, z.B. im älteren Gelasianum oder auch im Leonianum, findet sich das Hanc igitur daher nur in den Messen mit besonderem Anlass bzw. den Votivmessen.
Die Darbringung für jemand anderen erweist sich hier denn auch als charakteristisch für das Hanc igitur, so in den Formeln der Totenmesse und in der Skrutinienmesse für die Katechumenen, desgleichen in den Gebeten für die neugeweihten Diakone und Priester oder die Braut in der Brautmesse. Ausnahmen sind solche Anlässe, bei denen jemand das Opfer für sich selbst und seine eigenen Anliegen darbringt. Wie auch immer: In diesem Gebet wurde die Intention der jeweiligen Messfeier noch einmal konkretisiert.

Das Problem, dass es hier zu einer geradezu inflationären Vermehrung der zum Teil sehr persönlichen Anliegen kommen konnte, hat schließlich Gregor der Große zunächst für die römische Liturgie mit seiner zusammenfassenden, verallgemeinernden Schlussformel gelöst. Andernorts haben sich im Mittelalter jedoch zunächst noch eine ganze Reihe älterer Hanc igitur-Formeln etablieren können, so in der fränkischen Liturgie durch Alkuins Anhang zu Gregors Sakramentar; eine regelrechte Wucherung der Formeln ist für die gallischen oder irischen Sakramentare zu konstatieren.

ältere Alternativ- fassung für (Ostern und) Pfingsten im Leonianum
Liturgisches Hanc igitur

Kommentar

Hanc igitur oblationem, quam tibi offerimus pro his quos ex aqua et Spiritu Sancto regenerare dignatus es, tribuens eis remissionem omnium peccatorum, quaesumus placatus accipias

Hanc igitur oblationem servitutis nostrae, sed et cunctae familiae tuae, quaesumus, Domine, ut placatus accipias:

So nimm denn, Herr, wir bitten dich, diese Opfergabe huldvoll an, die wir, Deine Diener, und Deine ganze Gemeinde Dir darbringen.


Vordersatz

eorumque nomina adscribi iubeas in libro viventium. Per ...

diesque nostros in tua pace disponas, atque ab aeterna damnatione nos eripi, et in electorum tuorum iubeas grege numerari. Per Christum, Dominum nostrum. Amen.

Leite unsere Tage in Deinem Frieden, bewahre uns gütig vor der ewigen Verdammnis und reihe uns ein in die Schar Deiner Auserwählten. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Hauptsatz
(festgeschrieben durch Gregor d. Gr.)


Ritus

Der äußere Ritus passte sich, soweit man nicht ganz auf eine begleitende Handlung verzichtete, im Laufe des Mittelalters den anderen Momenten mit Darbringungscharakter an: Der Zelebrant verbeugte sich. Im Spätmittelalter wurde es üblich, die Hände auf die Opfergaben zu legen. Es ist dies ein stilisierter Hinweisegestus, angeregt durch das hanc.




Literatur: Jungmann 1962 II, 225-234.







 
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