Hochgebet

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HOCHGEBET

GENESE

Was sich in der Alten Kirche als einheitliches, aus mehreren Abschnitten bestehendes eucharistisches Lob- und Dankgebet mit den Einsetzungsworten darstellte, verwandelte sich im Laufe des Mittelalters in eine aus Dank-/Lobgebet (Sign Link Präfation / Sign Link Sanctus) und Kanon (Sign Link canon actionis ab Sign Link Te igitur) bestehende (lose) Folge aus Fürbitten, Darbringungsgebeten, Heiligenehrungen, Wandlungsworten (Sign Link Qui pridie) und abschließendem Lobpreis (Sign Link Per ipsum). Die ursprüngliche Bezeichnung des Hochgebets als eucharistia betont den Charakter von Lobpreis und Dank. Andere Namen sind oratio, praedicatio oder prex, seltener finden sich oratio oblationis, actio sacrificii, die den Opfercharakter betonen; im Osten lautete er anaphora, hier wurde die Darbringung betont.
Noch im 8. Jh. gehörten Präfation und Kanon zusammen; die Aufspaltung kam von der gallischen Liturgie her, die sich von vornherein als Reihe von Einzelgebeten darstellte. Diese Zergliederung lag dann auch den fränkischen Messerklärungen zugrunde, in denen z.B. die oratio quinta mit dem Sanctus endet, an die sich die konsekratorische oratio sexta anschließt. Als Wandlungsgebet wurde dem Hochgebet eine besondere Heiligkeit zugesprochen. Deshalb war es dem Priester vorbehalten und wurde leise gesprochen.

Dass der Kanon vom Priester still vollzogen wurde, unterstrich die Verselbstständigung von Präfation / Sanctus im Sinne einer bloßen Einleitung für die durch die übrigen Gebete vorbereitete Wandlung, die als Höhepunkt zudem rituell breit ausgestaltet wurde (Wandlungskerzen, Weihrauch, Erheben der Hostie [Elevation], Glöckchenklingeln bzw. Glockengeläut).
Dass man den Wandlungs- und Opfermoment so sehr betonte, hatte unterschiedliche Ursachen. Nicht zuletzt führte die Diskussion um die Weise der Gegenwart Christi im Hochmittelalter (symbolisch - zeichenhaft - realpräsentisch [leibhaftig]) zu einem dogmatischen Klärungsprozess, an dessen Ende die Transsubstantiationslehre stand: die äußeren, den Sinnen zugänglichen Eigenschaften - Farbe, Geschmack, Konsistenz etc. - von Brot und Wein bleiben unverändert, die unsichtbare, metaphysische Substanz wird verwandelt. Dass der verklärte Christus unter den Gestalten von Brot und Wein leibhaftig, wenngleich unsichtbar gegenwärtig ist, erfuhr durch die liturgische Inzenierung eine eindrückliche Darstellung.


 
Literatur: Jungmann 1962 II, 127-138.


 
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