| Schon die vorbereitenden Handlungen der Messe zielen auf den
Gedächtnischarakter der Messe. Entsprechend beginnt der Verfasser der
ältesten deutschsprachigen Messauslegung seinen Abschnitt über die
Gebete zur Ankleidung des Priesters mit dem Gedächtnisbefehl des Neuen
Testamentes: "Dies tut zu meinem Gedächtnis!" (Lk 22,19) Das Ablegen
des Übergewandes und das Anlegen der priesterlichen Gewänder wird
entsprechend zu einem transitorischen Akt: Der Priester soll vom
Personenkörper in den priesterlichen Amtskörper und damit in den
Christuskörper transformiert werden. Die Sakristei wird
entsprechend auf die Gottesmutter Maria gedeutet. Wie Maria Christus
geboren habe, so gebäre die Sakristei den Priester, "der sich in ihr
angekleidet hat [und] aus ihr heraustritt an der Statt des Herrn Jesu
Christi." |
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Pontificale Bonifaz' IX. Rom 1389 / 1404 fol. 16 v.: Anlegen der Stola Biblioteca Apostolica Vaticana Vat. Lat. 3747 |