Epistel

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EPISTEL

GENESE

Die Epistel ist eine dem ersten Evangelium in der Messe vorausgehende, dem Alten (an Wochentagen, einzelnen Festtagen) oder Neuen Testament (an Sonntagen), nie jedoch den Evangelien entnommene Schriftlesung. Sie wird Epistel genannt, weil sie vornehmlich den Apostelbriefen (in der österlichen Zeit auch der Apostelgeschichte) entlehnt wurde. Anfänglich hieß sie apostolus, seit dem 8. Jh. wurde diese Bezeichnung von epistula verdrängt.

Orte und Personen

Bis ins 8. Jh. wurde sie durch den Lektor (in der Alten Kirche oft ein Knabe), danach durch den Subdiakon vorgetragen. Ort der Lesung ist der Ambo oder Lettner, und zwar auf der Sign Link Epistelseite.

Liturgische Rahmung

Um das Evangelium in seinem besonderen Rang hervorzuheben, hat man dessen Verlesung mit der Zeit immer weiter feierlich ausgestaltet. Demgegenüber beließ man die Verlesung der Epistel in ihrer ursprünglichen Schlichtheit: So entwickelte sich hier kein einleitender Anruf/Antwortruf. Weiter verzichtete man auf die Segnung des Lektors und die Reinigungsbitte desselben, es erfolgte auch kein feierliches Geleit zum Ambo. Im hohen Mittelalter wurde lediglich die Begleitung durch einen Akolythen zugestanden. Auf dem Ambo wurde die Epistel nicht auf der Höhe, sondern auf dem mittleren Absatz (gradus; s.a. Sign Link Graduale) verlesen. Weiter hielt man den Lektionston schlicht. Zugestanden wurde immerhin ein titulo und der Abschlussruf Deo gratias (beides enfällt bei der Lesung zum Karfreitag und in der Osternacht, hier ist die ursprüngliche Form der Lesung noch weitgehend erhalten).


Lesender / Ort




Gemeinde

Lektor (in der Alten Kirche oft ein Knabe)
ab 8. Jh. Subdiakon


begibt sich, begleitet von einem Akolythen, zum Leseort:

Ambo, seit 11. Jh. Epistelseite (Süden)

Einleitung (titulo)

Lectio libri ...; Lectio epistolae ...

Fratres ... bei den paulini-
schen Briefen

Carissimi ...
bei den Pastoralbriefen und Katholi-
schen Briefen

Lesung


wird auf Lektionston gesungen, der je nach Wertigkeit des Textes größere melodische Entfaltung vorsieht (am schlichtesten prophetischer Text, am reichsten Evangelienlesung)

Schlussworte

... dicit Dominus omnipotens (Propheten-
lesung)

Mehrere Pauluslesungen enden mit
... in Christo Jesu Domino nostro

Deo gratias
(kein Dankesruf, sondern eine Kundgabe, dass sie verstanden hat)




Sign Link Texte

Literatur: Jungmann 1962 I, 535-539.






 
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