Gruß des Altares

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1: Praeparatio ad missam
2: Introitus
- 2.1: Stufengebet
- 2.2: Gruß des Altares
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- 2.5: Gloria
- 2.6: Collecta
3: Lesungen

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GRUSS DES ALTARS

GENESE

Die Entfaltung der Begrüßungszeremonie

In der Papstmesse des 7. Jh. erfolgte nach der Ankunft am Altar eine Begrüßungszeremonie, die nach antikem Brauch durch den Kuss vollzogen wird. Den Gruß tauschten der Papst und seine Mitliturgen, geküsst wurden weiter das Evangelienbuch und der Altar. Die Riten gestalteten sich je nach Ort und Zeit unterschiedlich. Im Sarum-Ritus beispielsweise spricht der Priester ein Wort, das ansonsten beim Friedenskuss vor der Kommunion üblich ist: Habete osculum pacis ...
Im Laufe des Mittelalters reduziert sich der Begrüßungsritus zunmehmend auf Altar- und Evangelienbuchkuss. Lag das Evangelienbuch auf dem Altar, so wurde in der Regel zuerst der Altar, dann das aufgeschlagene Buch gegrüßt, mitunter galt auch der Kuss des Buches zugleich als Altarkuss. Im Pontifikalamt wurde das Evangelienbuch vom Subdiakon dem Zelebranten aufgeschlagen hingehalten, dieser küsste dann den Anfang des Tagesevangeliums. Seit dem 10. Jh. findet sich als ständiges Begleitwort: Pax Christi quam nobis per evangelium suum tradidit, confirmet et conservet corda nostra et corpora in vitam aeternam.

Seit dem 12. Jh. wird auch das nunmehr auf dem Altar befindliche Kreuz mit einem Kuss gegrüßt. Gegen Ende des Mittelalters verlagert sich dieser Begrüßungskuss vom Altarkreuz zunehmend auf das Te-igitur-Kreuz, das sich im Missale am Anfang des Kanon findet, oder auf ein anders kleines Kreuzigungsbild. Dieser Kuss kann dann zugleich als Verehrung des Evangelienbuches und des Altars gelten. Als Begleitworte finden sich das aus der Karfreitagsliturgie entnommene Tuam crucem adoramus Domine ... oder der Vers Adoramus Christe ... zusammen mit einem Versikel (Per signum crucis; Qui passus es; Omnis terra) und eine Oration, z.B. Respice quaesumus. Im Spätmittelalter zunehmend und dann endgültig im Missale Pius' V. wurden all diese Ausweitungen bis auf den ursprünglichen Kuss des Altars wieder getilgt.


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Literatur: Jungmann 1962 I, 409-413.



 
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