Collecta

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COLLECTA (GEBET)

GENESE

Das als Collecta (oder oratio prima, vgl. oratio super oblata und oratio al complendum) bezeichnete erste Gebet des Priesters, bei dem dieser vor der versammelten Gemeinde das Wort ergreift und deren vorausgegangene (oder zumindest vorausgesetzte) Gebete zusammenfasst und vor Gott trägt.

Text - Ritus

Entsprechend wurde die Einleitung zu dieser Oration dialogisch gestaltet. Der Zelebrant küsste den Altar und wandte sich der Gemeinde zu. Im mittelalterlichen Hochamt machte der Diakon diese Wendung jedesmal mit.
Mit der Aufforderung Dominus vobiscum, von der Mitte des Altars mit ausgebreiteten Händen gesprochen, ergeht der Aufruf an die Gemeinde zum Gebet. Dieser Anruf hat ur- und vorchristliche Wurzeln (vgl. Ruth 2,4; Ri 6,12; 2 Chr 15,2; 2 Thess 3,16; Lk 1,28) und wurde von der Gemeinde mit Et cum spiritu tuo beantwortet (Parallelen bei Paulus: 2 Tim 4,22: Dominus cum spiritu tuo; s.a. Gal 6,18). Das Ausbreiten und Erheben der Hände pflegte der Priester nur dort, wo er als Sprecher der Gemeinde betet: Orationen, Präfation und Kanon, Pater noster. Bei den persönlichen Gebeten, die nach und nach hinzugekommen sind, hat sich das Falten der Hände durchgesetzt. Das Gebet wird sodann vom Priester mit Oremus eingeleitet.


 


Zur Deutung der Gesten

Aufrechter Stand und Erheben der Hände begleitet das aufsteigende Gebet; bereits die frühchristlichen Apologeten erkennen darin das Bild des Gekreuzigten, in dessen Namen der Christ vor Gott hintritt (vgl. Minicius Felix, Octavius c. 29,8, CSEL 2,43; Tertullian, De or. c. 14.2, CSEL 20, 189. 200). Die mittelalterlichen Liturgieerklärungen greifen diesen Gedanken, der sich besonders auf die Gebetshaltung während des Kanons ausgewirkt hat, wieder auf.

Georg Böttiger
Auslegung der Heiligen Messe

Der Priester beim Kanon: In den ausgebreiteten Armen spiegelt sich der Gekreuzigte, der hier aus der Predella emporsteigt
Liturgischer Zyklus
Leipzig, 1495

 


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Literatur: Jungmann 1962 I, 462-469.






 
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