Eröffnung und Lesungen

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

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1: Eröffnung und Lesungen
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- 1.2: Introitus
- 1.3: Lesungen
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ERÖFFNUNG UND LESUNGEN

Der erste Teil der mittelalterlichen Messe wird in der älteren Literatur meist als "Vormesse" bezeichnet, womit sein gewordener sekundärer, unselbstständiger Charakter gegenüber der "Opfermesse" angezeigt wird.
Da es sich urpsrünglich um einen eigenständigen Teil gehandelt hat, der unterschiedliche Abschnitte umfasste und für den anfänglich sogar eigene Räumlichkeiten vorgesehen waren, findet hier der neutralere Titel "Eröffnung und Lesungen" Verwendung.



Meister der Katharina von Kleve
Pontificale von St. Marien

15. Jh.
fol. 1: Messvorbereitungen eines Bischofs
Utrecht, Universitätsbibliothek
Ms. 400

Praeparatio ad missam

Der Eröffnung voraus liegt noch die Praeparatio ad missam, die Vorbereitung des Priesters zur Messe in der Sakristei, die sich zu einem umfangreichen, halb offiziösen, halb privaten Ritus, bestehend aus Händewaschung, Psalmgebeten und Apologien/Sündenbekenntnis, entwickelt hat, und die im späteren Mittelalter zu einer förmlichen kanonischen Hore gestaltet werden konnte. Vor allem das von Gebeten begleitete Anlegen der liturgischen Gewänder wurde im Sinne eines transitorischen Ritus breit entfaltet: Der Priester - bzw. der Priesterkörper - verwandelt sich innerlich und äußerlich zur imago Dei, so dass er als imago Christi das Opfer am Altar feiern konnte.






Umkreis Ulrich Taler, Holbein-Werkstatt (Meister VF o. NF)
Pontifikale Gundekarianum
Augsburg 1501 / 1502
fol. 41 r.: Der Eichstätter Bischof Wilhelm von Reichenau während der Vormesse am Altar
Eichstätt, Diözesanarchiv, Cod. B4.

Introitus

Die Eröffnung bzw. der Introitus ist demgegenüber eine spätere Erscheinung und hat eine regional sehr unterschiedliche Genese durchlaufen, die hier nicht im einzelnen nachgezeichnet werden kann. Für das erste Jahrtausend gilt im Großen und Ganzen folgendes Schema: Der römische Einzugsritus zum Altar beginnt ursprünglich mit einem prozessionalen Einzugsgesang (Psalm), der dem ganzen Abschnitt dann seinen Namen gegeben hat: der Introitus. Diesem wurde dann noch das Stufengebet vorgeschaltet. Am Altar erst wurden die Paramente angelegt und die zur Ehre des (bischöflichen) Zelebranten mitgeführten Leuchter aufgestellt. Eine Einheit bildeten zunächst die von der Gemeinde vorgetragene Kyrie-Litanei und das zusammenfassende priesterliche Gebet (Colletca); gemeinsam bedeuteten sie gleichsam die Antwort auch der Gemeinde auf den Introitus. Dazwischen schob sich dann mit der Zeit das zunächst nur ausnahmsweise eingeschaltete Gloria.

Bilder
Texte





Pontifikale von Zbigniew Olesnickow
Krakau um 1423
Das Verlesen des Evangeliums durch den Diakon
Wawel, Archiwum Kapitoly Metropolitane

Lesungen

Die von Gesängen (z. B. auf einen Psalm) unterbrochenen und mit einem Gebet abgeschlossenen Lesungen aus dem Alten (z. B. aus den Propheten) und Neuen Testament (Epistel, Evangelium) machten bis ins 5. Jahrhundert den Kernritus aus; mit ihnen begann der Gottesdienst (vgl. Augustinus Serm. 325, PL 38, 144).

Texte

 










 
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