 Meister der Katharina von Kleve Pontificale von St. Marien 15. Jh. fol. 1: Messvorbereitungen eines Bischofs Utrecht, Universitätsbibliothek Ms. 400 |
Der Eröffnung voraus
liegt noch die Praeparatio ad missam, die
Vorbereitung des Priesters zur Messe in der Sakristei, die sich zu
einem umfangreichen, halb offiziösen, halb privaten Ritus, bestehend
aus Händewaschung, Psalmgebeten und Apologien/Sündenbekenntnis,
entwickelt
hat, und die im späteren Mittelalter zu einer förmlichen kanonischen
Hore
gestaltet werden konnte. Vor allem das von Gebeten begleitete Anlegen
der liturgischen Gewänder wurde im Sinne eines transitorischen Ritus
breit entfaltet: Der Priester - bzw. der Priesterkörper - verwandelt
sich innerlich und äußerlich zur imago Dei, so dass er als imago Christi das Opfer am Altar feiern konnte.
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Umkreis Ulrich Taler, Holbein-Werkstatt (Meister VF o. NF) Pontifikale Gundekarianum Augsburg 1501 / 1502 fol. 41 r.: Der Eichstätter Bischof Wilhelm von Reichenau während der Vormesse am Altar Eichstätt, Diözesanarchiv, Cod. B4. | Die Eröffnung bzw. der Introitus
ist demgegenüber eine spätere
Erscheinung und hat eine regional sehr unterschiedliche Genese durchlaufen,
die hier nicht im einzelnen nachgezeichnet werden kann. Für das erste
Jahrtausend gilt im Großen und Ganzen folgendes Schema: Der römische
Einzugsritus zum Altar beginnt ursprünglich mit einem prozessionalen
Einzugsgesang (Psalm), der dem ganzen Abschnitt dann seinen Namen
gegeben hat: der Introitus. Diesem wurde dann noch das Stufengebet
vorgeschaltet. Am Altar erst wurden die Paramente angelegt und die zur
Ehre des (bischöflichen) Zelebranten mitgeführten Leuchter aufgestellt.
Eine Einheit bildeten zunächst die von der Gemeinde vorgetragene
Kyrie-Litanei und das zusammenfassende priesterliche Gebet (Colletca);
gemeinsam bedeuteten sie gleichsam die Antwort auch der Gemeinde auf
den Introitus. Dazwischen schob sich dann mit der Zeit das zunächst nur
ausnahmsweise eingeschaltete Gloria.
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Pontifikale von Zbigniew Olesnickow Krakau um 1423 Das Verlesen des Evangeliums durch den Diakon Wawel, Archiwum Kapitoly Metropolitane
| Die von Gesängen (z. B. auf einen Psalm)
unterbrochenen und mit einem Gebet abgeschlossenen Lesungen aus dem
Alten (z. B. aus den Propheten) und Neuen Testament (Epistel,
Evangelium) machten bis ins 5. Jahrhundert den Kernritus aus; mit ihnen
begann der Gottesdienst (vgl. Augustinus Serm. 325, PL 38, 144).
 Texte
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