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GLOSSAR Das Glossar ist alphabetisch nach Stichworten geordnet. Zum Haupteintrag - in der Regel der gebräuchliche deutsche bzw. eingedeutschte Terminus - werden die im Mittelalter üblichen alternativen Bezeichnungen angegeben. Auswahl und Erklärung orientieren sich an der mittelalterlichen Messe. An dieser Stelle sei auch auf das "Liturgische Handlexikon" (Braun 1924) verwiesen, auf das für zahlreiche Definitionen zurückgegriffen wurde. Da viele lateinische Bezeichnungen ohne eigene Rubrik und Querverweis jeweils unter die entsprechenden deutschen Stichworte gesetzt wurden, empfiehlt sich auch die Suche über die Tastenkombination Strg-F.
A
Ablass
| Nachlass der hier oder im Jenseits zu verbüßenden Sündenstrafen unter der Bedingung der Kompensation der Sünden durch gute Werke: Gebet, Almosen, Stiftungen (Altäre und ihre Ausstattung), Empfang des Buß- und des Altarsakraments. Ersetzt wird hierbei die Sündenstrafe durch die im Schatz der Kirche (thesaurus ecclesiae) hinterlegten Genugtuungswerke Christi und der Heiligen. Den Ablass erteilt die Kirche.
| Ablasstafel
| Texttafel mit den zur Erlangung eines Ablasses erforderlichen Gebeten und Bußübungen. | Ablution
| lat. ablutio = Abwaschung, Spülung Das Abwaschen der Finger und Geräte, die mit dem Altarsakrament in Berührung kamen, insbesondere aber das Abschwaschen der Finger und des Kelches nach der Kommunion. Nach römischem Brauch fand sie ursprünglich erst nach der Messe in der Sakristei statt. Zum festen Bestandteil des Messritus wurde sie erst seit dem 10./11. Jh., war dabei bis ins 16. Jh. nach Ort und Zeit sehr mannigfaltig. Der Kelch wurde meist nur einmal mit Wein abluiert, die Finger bald nur mit Wein (selbst zu Rom, wie im 12. Jh. der Ordo des Bernardus, zu Beginn des 14. Jh. der Ordo des Gajetanus und noch zu Anfang des 16. Jh. der Ordo Burkhards von Straßburg bekundet), bald bloß mit Wasser, bald endlich zuerst mit Wein und dann mit Wasser gewaschen, das Ablutionswasser der Finger aber nicht genossen, sondern an einen reinen Ort gegossen, doch auch wohl von den Gläubigen als eine Art von Sakramentale gebraucht. Wo eine zweite Ablution des Kelches üblich war, geschah sie, zumal in älterer Zeit, gewöhnlich an der Piscina oder in der Sakristei statt am Altar. Ein Gebet sprach der Priester bei ihr vielerorten nicht; anderswo sprach er ein, zwei oder drei Gebete. Endgültig geregelt und vereinheitlicht wurde der Ablutionsritus erst durch das Missale Pius' V.
| Ablutionskelch
| Spülkelch: Ein vom Messkelch verschiedener nicht konsekrierter Kelch, mittels dessen seit etwa dem 13. Jh. den Gläubigen nach der Kommunion Wein zur Ausspülung des Mundes gereicht wurde.
| Abstersorium extersorium tersorium purificatorium
| 1. Kelchtüchlein: Kleines Tüchlein zum Austrocknen des Kelches bzw. Abtrocknen der Finger und Abwischen der Lippen nach der Ablution. Ein eigens dafür vorgesehenes Tüchlein wird bereits im 11. Jh. erwähnt, bis ins 16. Jh. hinein ist es allerdings noch nicht allgemein üblich. Im ausgehenden Mittelalter wird es üblich, es auf dem Kelch zum Altar mitzunehmen, festgeschrieben wird dies erst durch das Missale Pius' V. Hier und da gab es zur Aufbewahrung des Kelchtüchleins eigene Kästchen, coopertorium im Inventar des Apostolischen Schatzes genannt. 2. Lavabotüchlein: Ein Tüchlein zum Abtrocknen der nach der Opferung während des Psalms Lavabo abgewaschenen Finger.
| Advent
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lat. adventus = Ankunft Kirchliche, vierwöchige Vorbereitungszeit auf das
Weihnachtsfest, der Ankunft Christi auf Erden. Die Dauer der Adventszeit
unterschied sich zunächst je nach Region sehr: zwei bis drei Wochen
(gallikanisches Sakramentar), vier Wochen (Gregorianum), fünf Wochen
(Gelasianum), sechs Wochen (z.B. in Tour). Im 9.-11. Jh. findet man eine vier-
bis fünfwöchige Vorbereitungszeit, je nachdem, ob das Gregorianum oder des
Gelasianum zugrunde lag. In Rom ist diese Zeit nicht mit Fasten verbunden,
jedoch z.T. außerhalb der Stadt, der griechische Ritus kennt eine 14tägige
Fastenzeit. Die Adventszeit hat einen ernsten Charakter, die Orgel
schweigt, das Te Deum fehlt im Offizium, in der Messe bleibt das Gloria aus.
Die Parmente sind violett. Symbolisch wurde diese Zeit als Sehnsucht der
Altväter nach dem verheißenen Erlöser gedeutet.
| Agape
| griech. agápe = Liebe 1. Das Liebesmahl nach dem Gottesdienst. 2. Altchristlicher Ausdruck für Eucharistie.
| Agnus Dei
| lat. agnus dei = Lamm Gottes 1. Dreimaliger Gebetsruf vor der Kommunion, der sich an Joh 1,29 anschließt. In der Messe ist den beiden ersten Anrufungen eine Bitte um Erbarmen ("miserere nobis"), der letzten eine Bitte um Frieden ("dona nobis pacem") angefügt. In den Totenmessen folgt allen drei Anrufungen eine Fürbitte für die Verstorbenen. In die Messe wurde das Agnus Dei von Papst Sergius I. († 701) eingeführt. Ursprünglich wurde es von Chor und Volk gesungen, jedoch nicht vom Priester gebetet. Bereits im 12. Jh. war es üblich, es drei Mal zu wiederholen und beim dritten Mal "dona nobis pacem" zu beten. In die Allerheiligenlitanei fand das Agnus Dei schon in karolingischer Zeit Aufnahme. 2. Aus dem Wachs der gebrauchten Osterkerzen hergestellte, medaillonförmige Wachstäfelchen mit dem Bilde des Lammes Gottes, die vom Papst für gewöhnlich nur im ersten und dann wieder in jedem siebten Jahr des Pontificats unter Eintauchen in Weihwasser, dem Balsam und Chrisam beigemischt ist, geweiht werden.
| Akklamation
| lat. acclamare = zurufen, zustimmen Antwortruf in liturgischen Gebeten (z.B.: P: "Dominus vobiscum." - A: "Et cum spiritu tuo.")
| Akolyth
| griech. akolouthéo = als Begleiter nachfolgen Das Akolythat ist ein den Riten des Ostens unbekannter, nur im Westen heimischer Ordo, der dort schom um die Mitte des 3. Jh. durch Cyprian und Papst Kornelius bezeugt ist. Eingeführt wurden die Akolythen, um die Diakone und Subdiakone bei der Feier der Liturgie zu unterstützen und zu entlasten. Ihnen oblag in alter Zeit vornehmlich die Sorge für das Licht und den Wein. Besonders umfangreich war nach den römischen Ordines der Dienst der römischen Akolythen, die auch die Säckchen zu halten hatten, in die bei der Brechung der konsekrierten Brote die gebrochenen Teile zur Austeilung gelegt wurden, und denen bei der Weihe des Brotes ein socher sacculus auf die Arme gelegt wurde. Der Brauch verschwand, als die Akolythen die Säckchen bei der Brechung nicht mehr halten durften.
| Albe alba camisia linea tunica talaris poderes
| Liturgisches Gewand (Untertunika): hemdartiges, knöchellanges leinenes Untergewand. Es leitet sich her von der seit dem 3. Jh. der Kaiserzeit auch von Männern getragenen langärmeligen und bis zu den Füßen reichenden profanen Untertunika. Bild | Alleluja
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Jubelruf, der den Psalmen entnommen wurde (Lobet Jahve). Er
wurde seit dem frühen Christentum mehrmals bei der liturgischen Feier
angestimmt, nur während der Osterzeit bliebt er aus – im römischen Ritus von
Septuagesima bis zum Morgen des Karsamstags.
| Altar
| lat. altare = Erhöhung Tisch, auf dem die Eucharistie bzw. das Messopfer gefeiert wird. | Altaraufsatz
| s. Retabel
| Altarbaldachin coelum umbella papilio conopeum, supertentorium divum
| Im 12. Jh. als Ersatz des Altarziboriums aufkommende, zum Schutz oder als Auszeichung über dem Altar angebrachte Decke. Diese bestand im Mittelalter 1. in einem über den Altar ausgespannten Tuch (pallium, pannuns, velum, cortina) oder 2. in einem über dem Altar vorkragenden, an der Wand hinter demselben oder an dessen Retabel angebrachten, oben flachen Überbau aus Holz oder Zeug oder 3. in einem runden und dann gewöhnlich kegelförmigen bzw. viereckigen Dach aus Holz oder Zeug, das an einer Kette oder einem Strick freischwebend über dem Alter aufgehängt war. In nachmittelalterlicher Zeit hielt sich nur diese dritte Art des Baldachins.
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| Altarbehang Altarvelum vela tetravela belothera (velothera) panni cortinae custodes ridelli (ridellae) alae
| Neben oder vor dem Altar aus praktischen oder aus liturgischen Gründen aufgehängte Tücher oder Teppiche. In den Riten des Ostens sind sie schon seit dem 4. Jh. nachweisbar. Zweck war dort zu aller Zeit, den amtierenden Klerus von den Laien sowie den Altarraum vom Laienraum zu scheiden und den Zelebranten bei der Konsekration und anderen Teilen der Liturgie den Blicken zu entziehen. Im Westen sind Altarvelen erst im frühen Mittelalter bezeugt. Sie wurden dort nie allgemein üblich. Im späten Mittelalter wurden sie von verschiedenen Synoden vorgeschrieben, seit dem 16. Jh. kamen sie aber fast ganz außer Gebrauch. Aufgehängt waren sie selbst in ältester Zeit an den vier Seiten des Altarziboriums, daher tetravela genannt. Seit dem 13. Jh. befinden sie sich zu beiden Seiten des Altars, sei es an beweglichen Armen oder an einer von Säulen getragenen Stange. Eine liturgische Bestimmung hatten sie im Westen nie. Sie waren hier Schmuck, höchstens sollten sie den Zelebranten am Altar vor Störung schützen.
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| Altarbekleidung
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Verhüllung und Schmuck des Stipes (vestis, endothis,
dorsale, pannus, pallium, cortina, tabula), die seit der altchristlichen Zeit
üblich ist. Zunächst wurden alle Seiten des Altars umkleidet, dann nur die
vordere Breite und die Schmalseiten und nach 1000 nur noch die Vorderfront
(facies, frontale, antealter, antependile, antependium). Im Osten bestand die
Altarbekleidung ausschließlich aus Stoffen, einem unteren Leintuch und einem
oberen Tuch, das meist aus Seide war. Im Westen begegnen häufig auch Metalle,
in der zweiten Hälfte des Mittelalters Holz, im Barock auch gepresstes Leder.
Der Behang ist jeweils figürlich oder ornamental geschmückt.
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| Altarblatt
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Altarbild, Altartafel
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| Altardecke
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Decke, die außerhalb der Messe, zum Schutz über den Altar
gebreitet wurde; auch Vespertuch genannt, weil sie während der Vesper auf dem
Altar verbleiben konnte und nur zum Magnificat zurückgeschlagen wurde. Sie ist
erstmals bei Borromäus bezeugt und nach dem Mittelalter nicht mehr
in Gebrauch. Über Material und Farbe ist nichts bekannt.
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| Altare - authenticum - captitaneum - domiciale - magistrum - maius - princeps - senius - titulatium
| Mittelalterliche Bezeichnungen für den Hochaltar.
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| Altare - gestatorium - mobile - portatile
| Mittelalterliche Bezeichnungen für Tragaltäre. |
| Altare - itinerarium - viaticum
| Mittelalterliche Bezeichnungen für Reisealtäre. |
| Altare laicorum
| Laienaltar: Mittelalterliche Bezeichnung des in Stifts- und Klosterkirchen für die Abhaltung des Volks- oder Pfarrgottesdienstes bestimmten, meist in der Mitte vor dem Chor stehenden Altars im Gegensatz zum Hochaltar, an dem die Kanoniker od. Mönche ihren Stifts- bzw. Konventualgottesdienst hielten und der deshalb auch Stiftsaltar genannt wurde.
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| Altare papale
| Altar, an dem nur der Papst, ein anderer aber nur mit päpstlichem Indult die Messe feiern darf, wie z.B. der Hochaltar in St. Peter, St. Paul und den sonstigen Patriarchalkirchen zu Rom, der Altar der Sixtinischen Kapelle, in der Krippenkapelle in S. Maria Maggiore u.a.
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| Altarkerzen candalae cerei
| Kerzen, die auf dem Altar bei der Messe und bei anderen an oder bei dem Altar sich vollziehenden liturgischen Funktionen vorschriftsmäßig brennen müssen. Ursprünglich standen sie nie auf dem Altar, sondern bald vor, bald neben, bald hinter, bald über ihm. Sie auf ihn zu setzen wurde erst seit dem 11. Jh. üblich. Im 13. Jh. war das bereits vielerorten gebräuchlich geworden, gewöhnlich wurde es erst im 14. und 15. Jh. In Frankreich gab es noch im 17. Jh. Kirchen, die an der ursprünglichen Aufstellung festhielten. Für die Zahl der Altarkerzen gab es im Mittelalter keine allgemein geltenden Vorschriften. Bei Privatmessen begnügte man sich bis zum Ende des Mittelalters nicht selten mit einer einzigen.
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| Altarkreuz
| Ein mit der Figur des Gekreuzigten ausgestattetes Standkreuz, das auf dem Altar zwischen den Altarleuchtern aufzustellen ist. Um die Wende zum ersten Jahrtausend entwickelt sich der Brauch, das Kreuz auf die Mensa des Altars zu setzen, statt es hinter, vor oder über diesem anzubringen, wie es bis dahin geschehen war. Zur gleichen Zeit fing man auch an, den Leuchtern auf der Altarmensa ihren Platz zu geben. Im 13. Jh. muss dieser Brauch nach Äußerungen Innozenz' III. und des Durandus schon weit verbreitet gewesen sein. Allerdings findet sich im Mittelalter keine diesbezügliche Vorschrift, weshalb noch zu Ende desselben bei Privatmessen an Seitenaltären ein Kreuz auf der Mensa häufig genug gefehlt zu haben scheint. Das Kreuz ständig auf den Altären zu belassen, also auch außerhalb der Messe, wurde erst in nachmittelalterlicher Zeit üblich.
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| Altarlinnen
| Die für den Altar und das liturgische Gerät bei der Feier der Messe erforderlichen Paramente aus Leinwand. Es sind die Altartücher, das Korporale, die Palla und das Kelchtüchlein (Purifikatorium). Nicht notwendig aus Linnen zu bestehen braucht das Lavabotüchlein, mit dem die Hände nach der auf die Opferung folgenden Waschung abgetrocknet werden.
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| Altarretabel
| s. Retabel
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| Altarschelle Altarklingel campanulla skilla cymbalum tintinnabulum
| Glöckchen, das zu Beginn einer gottesdienstlichen Funktionen sowie während derselben geläutet wird. Mit einer Schelle den Beginn des Gottesdienstes anzuzeigen, war schon früh Sitte, bei der Wandlung bzw. Elevation mit ihr ein Zeichen zu geben und bei Versehgängen mit ihr zu klingeln, wurde anscheinend im 12. Jh. gebräuchlich. Im 13. Jh. wurde beides durch verschiedene Synoden ausdrücklich vorgeschrieben. Bei Durandus (Ende 13. Jh.) aber erscheint das eine wie das andere bereits als allgemein üblich.
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| Altarschranken (Chorschranken Kommunionbank, Speisegitter) canelli pectoralia
| Mit einer oder mehreren Türen versehene Schranken von Holz oder Stein, seltener von Metall. Sie erscheinen im Osten schon zu Beginn des 4. Jh., wo sie sich im griechischen Ritus im ausgehenden Mittelalter zu einer geschlossenen, nur von drei Türen durchbrochenen Bilderwand (Ikonostase) entwickelten. Im syrischen Ritus wurde der Altarraum schon im frühen Mittelalter häufig durch eine förmlich bis zur Decke reichende, nur in der Mitte mit einer Tür versehene Mauer vom Laienraum abgesperrt. Im Westen sind Altarschranken bereits um 400 eine bekannte Einrichtung. Ihrer Form nach waren sie hier zu aller Zeit meist nur eine niedrige, bald dichte, bald durchbrochene Brüstung. Seit altchristlicher Zeit pflegte man an den Schranken des Hochaltars den Gläubigen die Kommunion zu spenden. Zu einer hohen, mit einer oder zwei Türen sich öffnenden Wand entwickelten sie sich dort zum Lettner, mit dem man diesseits der Alpen vom 13. bis in das 16. Jh. in Stifts- und Klosterkirchen Schiff und Chor voneinander schied.
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| Altarstufe gradus
| Der zum Altar hinaufführende Aufstieg. Er besteht bei Altären mit niedrigem Unterbau aus der geräumigen Standstufe (suppedaneum, scabellum, predella, bradella), bei solchen mit höherem Unterbau aus der Standstufe und einer oder mehreren Vorstufen. Im Osten sind sie nicht in Gebrauch, im Westen sind sie etwa seit dem 10. Jh. üblich geworden und im späten Mittelalter allgemein verbreitet. Nebenaltären gab man gewöhnlich wenigstens eine, dem Hochaltar aber zwei oder drei, oft sogar noch mehr Stufen.
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| Altartuch linteamen altaris camisia velum pannus altaris pallium palla
mantile substratorium mappa mensale tunica altaris tobalea [toalea]
| Das im lateinischen Ritus bei der Messe die Mensa des Altars bedeckende Linnentuch (s. Altarlinnen). Es ist eines der ältesten Paramente. Den Altar entblößen, bedeutete schon nach Canon 7 der 13. Synode von Toledo (683), diesen zeitweilig für die Sakramentsfeier unbrauchbar zu machen. Ursprünglich legte man wohl nur ein Altartuch auf, im Mittelalter aber meist zwei, selten mehr. So hielt man es vielfach noch im 16. Jh. Durch das römische Missale wurden dann allgemein drei angeordnet, von denen das oberste an den Schmalseiten des Altars bis zum Boden reichen sollte. Als Material wird für das Altartuch schon in altchristlicher Zeit Leinwand vorgeschrieben; aus anderem Zeug, z.B. Seide, bestehende Tücher waren stets Ausnahme. Ursprünglich schmucklos, wurde es in der zweiten Hälfte des Mittelalters gern an der vorderen Langseite in der Breite der Mensa mit einem über diese herabfallenden, reich verzierten Behang (frontellum [frontiletum], aurifrisium, praetexta) besetzt, der im 14. Jh. um zwei streifenförmige Zieranhängsel (appenditiae, angularia, pendilia, mappulae) bereichert, im ausgehenden Mittelalter jedoch samt seinen Anhängseln vom Altartuch gelöst und auf das Antependium übertragen wurde. In nachmittelalterlicher Zeit schmückte man das Altartuch meist mit einem Spitzenbesatz.
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| Altarvelen
| s. Altarbehang
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| Altarweihe consecratio altaris
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Heiligung des Altars, um diesen für den Vollzug des
eucharistischen Opfers brauchbar zu machen. Sie kann nur von einem Bischof
vorgenommen werden. Die Weihe des altare fixum (im Gegensatz zum altare
portabile) geschieht gewöhnlich bei der Kirchweihe. Zum Ritus gehören: 1. Allerheiligenlitanei, 2. Segnung des gregorianischen Wassers und mit diesem die
Lustration des Altars durch Bezeichnung der Mensa und Besprengung des Altars
während eines siebenmaligen Umgangs, 3. Herrichtung des geweihten Mörtels und
Beisetzung der Reliquien, 4. Bezeichnung und Salbung der Mensa mit
Katechumeneöl oder Chrisma neben Verbrennung von Weihrauchkörnern an den Salbstellen,
5. Konsekrationsgebet, 6. Salbung der Front des Stipes und der Fugen zwischen Mensa
und Stipes, 7. Bekleidung des Altars und Feier der Weihemesse. Das altare
portabile wird nicht bei der Kirchweihe dediziert, er wird nur drei Mal
umschritten und unter leichter Abänderung der Reihenfolge des Ritus geweiht. Das altare fixum wurde zunächst nur feierlich in
Gebrauch genommen und Reliquien nur beigelegt, so weit vorhanden. Eine
Altarsalbung erfolgte im Osten schon im 4. Jh., in Gallien im 6. Jh., in Rom
aber erst im 6. od. 7. Jh. Die Weihe des altare portabile bestand vom 6.
Jh. bis zum 9./10. Jh. nur aus schlichten Segensgebeten. Erst ab jener Zeit
wurden auch Reliquien beigelegt, doch dauerte es bis zum späten Mittelalter bis
sich der Weiheritus dem des altare fixum weitgehend angepasst hatte.
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| Ama Amula (hamula) amula offertoria amula oblataria
| Krüglein, in dem die Gläubigen bei der Messe den Wein opferten, solange noch die Naturaloblation bestand. In der so genannten Charta Cornutiana (5. Jh.) heißt es amula oblataria.
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| Ambitus
| s. Chorumgang
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| Ambon lectrum lectrinum pulpitum analogium
| griech. anabeínein = hinaufsteigen Ort der Verkündigung: zum Verlesen der Epistel, Absingen des Graduale, zur Predigt. Ursprünglich eine erhöhte Bühne, die entweder in die Altarschranken eingebaut bzw. im Mittelalter in den Lettner integriertes Pult oder eine freistehende Anlage war. Er hatte dann entweder direkt vor dem Chorraum oder tiefer im Schiff ihren Platz. Er stand in der Längsrichtung der Kirche, hatte einen Aufstieg meist nur von Osten, seltener zugleich von Westen, trug an der dem Mittelschiff zugewendeten Längsseite oben auf der Brüstung ein Pult zum Auflegen des Evangelienbuches oder zeigte oft an dieser Seite auch einen halbrunden oder polygonalen Ausbau. Manche Kirchen hatten zwei Ambonen, einen größeren für das Evangelium und die Predigt, einen kleineren für die Epistel und das Graduale. Der Ambon ist der Vorläufer der spätmittelalterlichen Kanzel. An seine Verbindung mit den Altarschranken (cancelli) erinnert noch der Name "Kanzel".
| Ambondecke (Analogiumdecke)
| Ein meist aus besseren Stoffen bestehendes Tuch, mit dem im Mittelalter der Ambon (das Analogium), von dem das Evangelium verlesen wurde, an Festtagen geschmückt zu werden pflegte. Sie wird seit dem 11. Jh. wiederholt erwähnt und lebt noch heute in dem Behang fort, mit dem man die Kanzel ausstattet.
| Ambrosianischer Hymnus Te Deum
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s. Te Deum
| Amikt amictus humerale anabolagium fano superhumerale deutsch: umbral umbalar humeral heubdoech (Haupttuch) französisch: keuvrechief (Haupttuch) voleret
| von lat. amicire = umhüllen Teil der liturgischen Kleidung. Leinenes (nur in Ausnahmen seidenes) Schultertuch, über der Albe und unter der Kasel getragen. Der antik-profane Ursprung ist das Hals- oder Schultertuch, das bei
allen Klassen in Gebrauch war und unter dem Obergewand (Dalmatik oder
Pänula) getragen wurde. Als liturgisches Gewand wird es zuerst am Ende
des 8. Jh. erwähnt (im ersten römischen Ordo unter dem Namen anagolaium, verderbt von griech. anabolaion). Anfang des 9. Jh. wird es durch Hrabanus Maurus und Amalar von Metz unter der Bezeichnung superhumerale und amictus zur liturgischen Bekleidung gerechnet. Verbindlich durchgesetzt hat sich der Amikt wohl erst im 11. Jh. Bild | Amphibalus
| Umwurf, Mantel, eine der Alltagstracht entnommene altgallische Bezeichnung des Messgewandes.
| Amplex amplexus
| Die liturgische Umarmung beim Friedenskuss (pax). Sie geschieht in der Weise, dass der Grüßende seine Hände flach auf die Schultern des Empfängers, letzterer aber seine Arme unter die Ellenbogen des Gebers legt und dann beide ihre linke Wange einander nähern, ohne sich zu berühren.
| Ampullae
| 1. Messkännchen für Wasser und Wein. 2. Gefäß für die am Gründonnerstag zu weihenden heiligen Öle.
| Anabolagium anagolagium
| Umwurf, bis in das 11. Jh. die römische Bezeichnung für das liturgische Schultertuch (s. Amikt).
| Analogium
| 1. Bereits seit dem 6. Jh. vorkommende Bezeichnung des Ambon. 2. Mittelalterliche Bezeichnung des tragbaren Lesepultes (lectorium).
| Analogiumdecke
| s. Ambondecke
| Anamnese
| griech. anámnesis = Erinnerung Ein im Kanon der römischen und ambrosianischen Liturgie sowie in den Anaphora der Liturgien des Ostens auf die Einsetzungsworte folgendes Gebet, in dem des Leidens, der Auferstehung und Himmelfahrt Christi gedacht wird. Sie gehört zu den ältesten Teilen des Kanons bzw. der Anaphora. Keine Anamnese hat der mozarabische Ritus.
| Anaphora
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1. In der Ostkirche der zweite Hauptteil
der Messe, eingeleitet durch Präfation und Sanctus. Sie umfasst im Unterschied
zum Kanon des Westens nicht nur die Konsekration, sondern auch die Kommunion.
2. Im Syrischen das Velum, mit dem die Opfergaben während
der Messe bedeckt werden. | Ancehura
| von anca = Hinterkopf; hura = Mütze Mittelalterliche Bezeichnung des Pileolus.
| Ancona
| von griech. eikón = Bild In Italien im späten Mittelalter übliche Bezeichnung des Retabels.
| Angelusläuten
| Glockenläuten als tägl. Mahnung an alle Gläubigen, sich der Fleischwerdung Gottes zu erinnern. Das Antwortgebet Angelus Domini gibt den Namen; seit dem 13. Jh. nur abends, im Verlauf des 14. Jh. auch morgens und seit dem 15. Jh. auch am Mittag, also zu allen drei Tageszeiten, in Gebrauch.
| | Ankleidegebete |
Kurze Gebete, die vor der Messe beim Anlegen der
liturgischen Gewänder und der Händewaschung gesprochen werden. Im Westen sind
diese seit dem 9./10. Jh. in Sakramentaren greifbar.
| Annulus pontificalis
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Goldener, mit Edelsteinen besetzter Pontifikal- und
Bischofsring. Er wird nur von Kardinälen, Bischöfen, Äbten und apostolischen
Protonotaren am vierten Finger der rechten Hand auch bei der Messe getragen.
Als Bestandteil der liturgischen Gewandung findet er seit dem 10. Jh.
Erwähnung. Diente er zunächst als Zierde und Siegelring, so wurde er nun Symbol
der bräutlichen Vereinigung des Bischofs mit der Kirche.
| Antealtare
| Eine die Vorderseite des Altarstipes überziehende Altarbekleidung.
| Antependium antependile
| Schmuck für die Front des Altars. | | Ante et retro | Eine aus den benediktinischen Regeln entstammende liturgische
Verbeugung, bei der der ganze Oberkörper zuerst Richtung Osten dann
Richtung Westen tief verneigt wird. | Antiphon
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Kurzes Gesangstück, das den Psalm rahmend, diesem vorausgeht
und abschließt. Sie gibt den Ton des Psalms an und nimmt dessen Grundgedanken
auf. Bereits in den Regeln des Benedikts wird sie als bekannt vorausgesetzt.
| Antiphonar Antiphonale liber antiphonarius antiphonarium
| Ein Gesangbuch lateinischer Liturgien mit antiphonalen und responsorialen Gesängen für Offizium und Messe, ursprünglich dreigeteilt in 1. Gradale (graduale), 2. Responsoriale, 3. Antiphonar. Schließlich waren das Antiphonar mit den Gesängen des Offiziums, das Antiphonarium officii, und das mit den Gesängen der Messe, das Antiphonar bzw. Graduale, voneinander zu unterscheiden.
| Antiphonischer Gesang
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Wechselgesang zweier Chöre.
| Apologia
| Ältere Bezeichnung des allgemeinen Sündenbekenntnisses, seit dem 11. Jh. außer Gebrauch.
| | Apostelbalken | Am Chorbogen angebrachter quer von Wand zu Wand reichender Balken, an
dem gewöhnlich die Apostel dargestellt sind und der dazu dient, das
Triumphkreuz über dem Kreuzaltar zu tragen, sofern dieses nicht in
anderer Weise befestigt ist (z.B. durch Hängung). | | Apostelleuchter | Bei der Kirchweihe werden die Innenwände des Gebäudes an zwölf Stellen
mit Chrisam gesalbt. An diesen Stellen werden Kreuze aufgemalt und
Armleuchter angebracht, die bei der Weihe und am Jahrestag entzündet
werden und die Apostel repräsentieren. | Apotropäische - Besprengung - Beräucherung
| Besprengung bzw. Beräucherung mit Weihwasser bzw. Weihrauch zum Zwecke der Schadensabwehr. Als Schadensursache gelten dämonische Kräfte.
| Apostolus
| s. Epistel
| Appenditiae
| Im 14. Jh. streifenförmige Zieranhängsel des Altartuches, die im Spätmittelalter auf das Antependium übergingen.
| Apsis exedra conc |
griech. apsis = Rundung Halbrunder, außen z.T. gradlinig oder polygonal
ummantelter Abschluss des Altarraumes. Schon
im römischen Profan- und Sakralraum verwendete halbkreisförmige
Raumelemente, die an den Hauptraum angeglieder sind (z.B. bei
Marktbasiliken, Tempeln, Thermen). Seit frühchristlicher Zeit sind im
Osten und Westen Kirchengebäude mit einer Apsis versehen. Dort stand
die bischöfliche Kathedra und war der Platz der Priester und Presbyter.
Im frühen Mittelalter schob sich zwischen Apsis und Querhaus ein
Chorquadrat, so dass die Apsis nun weniger zum Kirchenschiff als zum
Chor gehörte. In Deutschland kommt um die Mitte des 13. Jh. ein
polygonaler Abschluss auf, in Frankreich ist häufig ein Chorumgang zu
finden, an den wiederum Kapellen lagern. Durch die Streckung des
Chorgrundrisses beherrscht die Apsis immer weniger den Kirchenraum.
Auch die Nebenchöre können Apsiden haben, bei den romanischen
doppelchörigen Anlagen, gehört zum Ost- und zum Westchor eine Apsis.
Durch an die Querhausarme angefügt Apsiden entstehen
Dreikonchenanlagen. Bei Zenteralbauten haben oft alle vier Arme eine
Apsis. | Aquamanile manile
| Schon in den Statua antiqua (um 500) die Bezeichnung der Schüssel zum Auffangen des Wassers bei der liturgischen Händewaschung, im späteren Mittelalter der Name für Bronzegefäße, die demselben Zweck speziell vor der Messe dienten und häufig (Fabel-)Tiergestalt erhielten.
| Ara
| 1. Literarische Bezeichnung des Altars, die der Bibel folgend zunächst nur auf heidnische Altäre angewendet wurde. 2. Im Mittelalter Benennung der Altarmensa in Abgrenzung vom Stipes. 3. Im spanischen Mittelalter Name des Tragaltars, mit dem Zusatz portatilis u.a. im Cropus Iuris Canonici (can. 1197) verwendet.
| Archicantor
| s. Schola cantorum
| Archichorus
| Mittelalterliche Bezeichnung des praecentor (Vorsängers) in Dom- und Stiftskirchen.
| Archidiaconus
| s. Erzdiakon
| Archipresbyter
| s. Erzpriester
| Arma Christi
| lat. arma christi = Waffen Christi Zum einen die Leidenswerkzeuge, zu denen nicht nur die Waffen und Foltergeräte der Peiniger Christi gehören, sondern auch die dreißig Silberlinge des Judas oder die Würfel, der um Christi Rock spielenden Soldaten, dieser Rock selbst und sogar das Schweißtuch der Veronika. Zum anderen zählen zu den Arma Christi auch Darstellungen der handelnden Personen der Passion, z.B. die Folterknechte, Pilatus, aber auch der Christus verleugnende Petrus mit der Magd.
| Armarium amariolum
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Mittelalterliche Bezeichnung für
1. einen Schrank zur Aufbewahrung der liturgischen Geräte
und Prarmente,
2. einen Schrank zur Aufbewahrung des Sakraments, der hl.
Öle und Reliquien,
3. die Sakristei. | Arme Seelen
| Im Fegefeuer ihre Sündenstrafen abbüßende Seelen der Verstorbenen.
| Arundo
| 1. Rohrstab mit gabelförmig angeordneten Kerzen, die vom Diakon am Karsamstag am neuen Feuer angezündet werden. 2. Röhrchen zur Aufnahme des hl. Blutes.
| Ascensa
| Bezeichnung des Festes zu Christi Himmelfahrt.
| Asche
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Bereits im AT Symbol der Trauer, Reue und Buße.
| Aschekreuz
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1. Kreuz in Form des Monogramm Christi (X), das bei der Kirchweihe nach dem Einzug auf den Fußboden des Schiffes mit Asche
gestreut wird. Während der Chor das Benedictus singt, schreibt der Bischof mit
dem Stab in die ca. einen Spann breite Balken das lateinische und griechische
Alphabet. Bis ins 13. Jh. wurden die Alphabete ohne das Aschekreuz in Kreuzform
auf den Boden geschrieben.
2. Kreuz, das am Aschermittwoch auf die Stirn der Gläubigen
gezeichnet wird. Die Asche wurde vor der Messe geweiht und besteht aus den verbrannten
Palmzweigen des Vorjahrs. | Aschermittwoch caput ieiunii
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Mittwoch nach dem Sonntag Quinquagesima, an dem nach
römischem Brauch seit dem 7. Jh. die Fastenzeit (feria ieiunii) beginnt. Der
Name leitet sich von der an diesem Tag stattfindende Ascheweihung und
Ascheausteilung ab.
| Asperges consparsus sparsio
| lat. aspergere = spritzen Sonntägliche Besprengung des Altars, des Priesters, der Ministri, des Klerus und der Gläubigen mit Weihwasser durch den zelebrierenden Priester vor dem Amt. Die Benennung geht auf die dabei gesungene Antiphon "Asperges me hyssopo et mundabor" zurück. Aus Frankreich kommend breitete sich der Brauch ab dem 8. Jh. im Westen aus.
| Aspergill
| Gerät für die liturgischen Besprengungen (s. Aspersorium).
| Aspersorium
| Ein kleiner tragbarer Kessel oder Eimer, der das zu den liturgischen Besprengungen dienende Weihwasser enthält (s. Aspergil). Bild | Assistentes
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Kleriker der höheren Weihen, die zur Erhöhung der
Feierlichkeit oder als Auszeichnung des Zelebranten an liturgischen Handlungen,
zusätzlich zu den üblichen Ministranten, teilnehmen: 1. presbyter assistens - nimmt teil an Pontifikalamt und -vesper, 2. assistentes parati – nimmt teil an Pontifikalfunktionen,
3. Bischof oder Prälat, dem die Pontifikalien zustehen – nimmt teil an der
Privatmesse, 4. diaconi assistentes – nimmt teil an der ersten Messe eines Neopresbyters, 5. Priester oder Diakon – nimmt teil bei der Aussetzung des Sakraments und
dem sakramentalen Segen. | Auferstehungsfeier
|
In der Nacht zum Ostertag stattfindende Feier, bei der das
Sakrament oder das Kreuz aus dem Grab genommen und in einer Prozession zum
Hochaltar gebracht wird. Um die Jahrtausendwende erwähnt und in den folgenden
Jahrhunderten weit verbreitet. An Stiftskirchen kam am Ostermontag die Feier
des Grabesbesuch der drei Marien hinzu.
| Augen, Erhebung der
|
Im Mittelalter eine übliche Zeremonie, die die Erhebung der
Seele zu Gott versinnbildlichte. Sie erfolgt zu Anfang eines Aktes, z.B. beim "Mund
cor meum" vor dem Evangelium, bei der Opferung der Hostie, beim Suscipe, Sancta Trinitas, Te
igitur und Veni sanctificator, bei der Opferung des Kelches u.a. Sie
ist gegen Ende des Mittelalters in Brauch gekommen und wird im Missale Pius’ V.
genau bestimmt.
| Auriculare
| Kissen.
| Aurifrisium auriphrygium phrygium frisium
| Ein mit Seide und Gold durchwebter oder (auch mit Perlen) bestickter Zierbesatz des Amikts der Albe, der Mitra, der Dalmatik, der Altarbekleidung und anderer liturgischer Paramente.
| | Aurifrisium in circulo | Der Zierbesatz des unteren Randes der Mitra. | Aurifrisium in titulo
| Der von unten nach oben verlaufende Zierbesatz in der Mitte der cornua (Spitzen) der Mitra.
| Aussetzung (Exposition) des Allerheiligsten Expositio Sanctissimi Sacramenti
| 1. Herausnahme des Sakraments aus dem Tabernakel und Aufstellung desselben in einer Nische oder unter einem Baldachin. 2. Sichtbarmachung des Behälters mit dem Allerheiligsten ohne Herausnahme aus dem Tabernakel; entweder in öffentlicher (expositio publica) oder in privater (expositio privata) Form je nach Anlass.
| Ave Maria
| Der sog. Englische Gruß, der sich sukzessive um Zusätze wie Jesus (14. Jh.) und die Anrufung Mariens (16. Jh.) erweiterte und schließlich durch die Aufnahme in das Brevier Pius' V. offiziellen Gebetscharakter erhielt.
| Azymus panis
| Bezeichnung des ungesäuerten Brotes, das seit wenigstens dem 8. Jh. im gesamten Abendland für die Konsekration verwendet wird.
|
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B
Bacile
| Bezeichnung der Schüssel zum Auffangen des Wassers bei liturgischen Händewaschungen (s. auch Aquamanile).
| Baculus pastoralis
| s. Bischofsstab
| Baculus praecentoris
| Mittelalterliche Bezeichung des Cantorenstabes.
| Bahrtuch Tumbatuch pannus mortuarius pallium mortuorum
| Tuch, mit dem bei den Exequien die Bahre bedeckt wird.
| Baldachin pallium coelum mappula pannus
|
Tuch, das mittels vier oder sechs Tragestangen
emporgehalten wird oder ein fester, verzierter Prunkhimmel, der den Thron,
Bischofsstuhl, Altar o.a. überspannt. Er ist fest stehend oder wird als
Tragehimmel gehalten.
| Bancale
| s. Kissen
| Baptismus
| 1. Sakrament der Taufe. 2. Taufakt.
| Baptismus campanae
| Glockentaufe bzw. -weihe mit Waschung, Salbung und (oftmals) Namensgebung.
| Baptismus clinicorum
| Bis zum Tod verschobene oder nach diesem gespendete Taufe vor allem altchristlicher Zeit.
| Baptismus flaminis
| s. Begierdentaufe
| Baptismus parvulorum
| Kindertaufe, diese wird spätestens im 2./3. Jh. geübt.
| Baptimus sanguinis
| s. Bluttaufe | Baptisterium
| Bezeichnung der eigens für die Taufe errichteten Taufkirche, im mittelalterlichen Sprachgebrauch auch für das Taufbecken, das Buch mit dem Taufritus und den Taufritus bzw. -akt bezeugt.
| Basilika
| 1. achäologisch: Altchristlicher Kirchenbau gleich welcher Gestalt. 2. kunsthistorisch/architektonisch: Mindestens dreischiffiger Longitudinalbau mit erhöhtem und durch Fenstergaden im aufgehenden Mauerwerk durchbrochenem und damit beleuchtetem Mittelschiff. 3. liturgisch: Bau mit päpstlich verliehenen Ehrenvorrechten (Privilegien) verschieden starker Ausprägung. Basilicae maiores und damit im Besitz eines altare papale sind lediglich die Lateranskirche, St. Peter, St. Paul und S. Maria Maggiore sowie S. Francesco in Assisi.
| | Beatus | lat. beatus = der Glückselige Bezeichnung eines jeden im Himmel befindlichen Seligen und Heiligen. | Beffchen frz. rabat
|
Etwa 10-15 cm langer Zierstreifen, der vom Rockkragen auf
die Brust herabhängt. Im späten 17. Jh. als Überrest eines Halskragens
entstanden. Bei katholischen Geistlichen besteht es aus schwarzer oder
violetter Seide, bei protestantischen Geistlichen gehört es zur
gottesdienstlichen Gewandung und besteht aus weißem Leinen.
| Begierdentaufe
|
Starkes Verlangen nach der Taufe, das die Wassertaufe
insofern ersetzt, als sie die heilsame Gnade vermittelt. Sie verleiht der Seele
jedoch nicht wie die Wassertaufe den Taufcharakter und ist deshalb kein Ersatz
für die diese.
| Begleitsprüche
|
Kurze Sprüche, die der Bischof bei der Weihe (von
Kirche, Altar oder Kelch), bei
Überreichung der Abzeichen, Geräte oder Gewänder sowie bei dem Akt der Salbung oder der Bezeichnung mit
Weihwasser spricht oder der Priester bei
der Taufe und Eheschließung.
| Beichte confessio
| Formloses, reumütiges Bekenntnis der nach der Taufe begangenen Sünden vor dem Priester zum Zwecke der Lossprechung durch diesen; Teil des Bußsakraments.
| Beichtbrief Ablassbrief literae indulgentiales confessionalia
| s. Ablass
| Beichtstuhl
| Ein seit dem Tridentinum gebräuchliches Möbelstück für die Beichte, das aus zwei durch ein vergittertes Fenster getrennte Kammern besteht, in denen der Priester und der Beichtende Platz finden.
| Belothera velothera
| von griech.-lat. verlothyra = Türbehang Name der Altarbehänge im Liber Pontificalis.
| Bema
| 1. Griechische Bezeichnung eines erhöhten und durch Schranken abgetrennten Altarraumes. 2. Davon abgeleitet gelegentlich die Bezeichnung des Altars.
| Benedicamus Domino
|
Formel mit der im römischen Ritus ohne das Gloria das Ende
der Messe bzw. im Offizium der Schluss der Horen angekündigt wird. Sie kann seit
spätesten der Jahrtausendwende in der Messe das "Ite missa est" ersetzen.
| Benedictio
| 1. Altchristliche Bezeichnung der Reliquien; so genannt wegen des von ihnen ausgehenden Segens für Seele und Leib. 2. Im mozarabischen Ritus eine in der Messe vor der Kommunion, im Offizium am Schluss von Laudes und Vigil übliche, aus drei Anrufungen bestehende Segnung, die mit Amen beantwortet wird.
| Benedictionale
| Mittelalterliches liturgisches Buch mit den Formularen für den Pontifikalsegen, der an Festtagen im Hochamt vor dem Pax Domini nach frz., engl. und dt. Brauch durch den Bischof erteilt wurde.
| Benedictus
| lat. benedictus = gepriesen (sei Gott) 1. Gesang des Zacharias aus Lk 1,68-79; wird z.B. bei der Laudes, dem Morgenlob des Stundengebetes, gesungen. 2. Zweiter Teil des Sanctus.
| Benedictionale
|
Buch mit den Formularen für den Pontifikalsegen, den der
Bischof im Hochamt vor dem Pax Domini erteilt.
| Beneficia sanctorum
| Altchristliche Bezeichnung für Reliquien (s. Benedictio 1.).
| Benefizium beneficium
| Kirchliche Pfründe; das einem Kleriker auf Grund seines ihm auf Dauer verliehenen Amtes zukommende Einkommen. An Altardienst geknüpft heißt es Beneficium simplex, an Seelsorge und Jurisdikition Beneficium duplex.
| Beutelbuch
| In Tuch eingebundenes Buch. In geschlossenem Zustand kann das Tuch zu einem Transportbeutel zusammengelegt werden. | Bilicus umbilicus | Ein kleiner Schacht im Altarraum, der die Konfessio mit dem im Boden befindlichen Reliquiengrab verbindet. | Birett biretum pileus infula
| Vierkantige Kleriker-Kopfbedeckung mit Quaste und drei oder vier bogenförmigen Aufsätzen (für Bischöfe und Prälaten violett, für Kardinäle rot, sonst meist schwarz).
| Bischof
|
Lehnwort, das auf das griechische episkopos zurückgeht.
Im Urchristentum übte der Bischof eine untergeordnete
Tätigkeit innerhalb des Presbyterkollegs aus, doch bereits Anfang des 2. Jh.
besaß er alle Vollmacht des Kollegs. Er wurde bald zum kirchlichen Oberhaupt
mit Lehr-, Weihe- und Jurisdiktionsgewalt und steht als Nachfolger der Apostel
einer Diözese vor.
Seit dem 4. Jh. versuchte zunehmend der Adel auf die
Bischofswahl einzuwirken, unter den Merowingern wurde der Bischof durch den
König bestätigt, Karl der Große setzte eigenmächtig Bischöfe ein. Seit dem 11.
Jh. dringen die Päpste auf die Bischofswahl durch den Klerus und das Volk, unter
Innozenz III. († 1216) ist das Wahlrecht gesetzlich geregelt, die Laien und der
niedere Klerus sind nun davon ausgeschlossen. Der Papst bestätigt die Wahl und
weiht den Bischof. Dieser erhält seine Gewalt nicht von Gott, sonder vom Papst
und untersteht diesem. | Bischofsstab baculus pastoralis baculus cambuta crocia (crozzia) ferula pastorale pedum virga
| Ein menschengroßer, meist aus Metall gemachter, oben mit einer Krümmung (curvatura), unten mit einer Spitze (stimulus) endender, reich verzierter Stab, den der Bischof bei feierlichen Amtshandlungen in seiner linken Hand hält. Da er ein Symbol der bischöflichen Hirtentätigkeit ist, wird er auch als Hirtenstab bezeichnet.
| Bischofsthron thronus cathedra sedes
|
Sitz mit Rücken- und Armlehne, der vom Bischof beim
Pontifikalamt eingenommen wird. Er steht erhöht auf drei Stufen und wird von
einem Baldachin überfangen. In altchristlicher Zeit und in der Ostkirche steht
er im Scheitel der Apsis, danach im Abendland auf der Evangeliumsseite. Der
Bischofsthron verweist auf das Amt des Lehrers, Oberhirten und Hohenpriesters.
Der Thron steht nur dem jeweiligen Diözesanbischof zu,
fremde Bischöfe erbeten sich die Zustimmung des Diözesanbischofs oder nehmen
auf dem Faldistorium Platz. Erzbischöfe dürfen auf allen Thronen ihres
Metropolitanverbandes sitzen, Kardinäle auf allen der Kirche, Nuntien auf denen
in allen Kirchen außer in den Kathedralen (dort benötigen sie die Zustimmung
des Bischofs), Äbte in den Kirchen, die ihrer Jurisdiktion unterstehen. Der
Abtsthron steht nur auf zwei Stufen und hat keinen Baldachin.
| Blockaltar
| Altar mit einem massiven, gemauerten Block als Stipes.
| Blumostern pascha floris
| Altdeutsche Bezeichnung für Palmsonntag.
| Bluttaufe baptismus sanguinis
| Märtyrertod; Tod als rückhaltloses Bekenntnis des Glaubens an Christus als Ersatz der Wassertaufe.
| Bodengrab sepulchrum
| s. Sepulcrum
| Bradella Brandeum
| Tuch, das in altchristlicher Zeit auf die römischen Heiligengräber gelegt wurde und so als Berührungsreliquie dienen konnte. | Brederken
| Niederdeutscher spätmittelalterlicher Name der Parura des Schultertuchs und der Albe. | Breviarium secundum consuetudinem curiae romanae
| Im 12. Jh. für die Kurie hergestelltes, abgekürztes Breviarium, das sich seit dem 13. Jh. dank dem Einfluss der Franziskaner, die es angenommen hatten, einbürgerte.
| Brevier breviarium liber breviarius portiforium
| Liturgisches Buch, das für das ganze Kirchenjahr und alle seine Feste die zum Offizium (Stundengebet) gehörenden Psalmen, Hymnen, Lesungen, Responsorien, Versikeln und Gebete in der bei der Verrichtung einzuhaltenden Ordnung enthält. Es entstand im 11. Jh., als man begann, zur Erleichterung des privaten Abbetens des Offizums und seiner Verrichtung auf Reisen, die dazu gehörigen Stücke aus den verschiedenen zu ihm erforderlichen Büchern (Psalterium, Hymnarium, Lektionarium, Passionarium, Homiliarium und Antiphonarium) in handlicher Form auszugsweise und zugleich erheblich verkürzt (daher der Name breviarium) in einem Buch zusammenzustellen.
| Brot, gesgenetes
| Eucharistisches, d.h. zur Konsekration bestimmtes Brot (s. Hostie, s. Eulogia).
| Brotbrechung fractio panis
| Die in der Messe vor der Kommunion stattfindende Brechung der konsekrierten Hostie. Nach römischen Brauch erfolgt sie während der Schlussformel des Embolismus. Der Priester bricht bei ihr die Hostie in drei Teile, von denen er zwei für die Kommunion auf die Patene legt, den dritten kleinsten aber in den Kelch herablässt, nachdem er zuvor damit über dem Kelch unter den Worten "Pax domini sit semper vobiscum" drei Kreuzchen gezeichnet hat.
| Bruderschaft confraternitas
| Eine auf freiwilligen Beitritt gründende Vereinigung von Gläubigen zu religiösen oder caritativen Zwecken, ursprünglich wohl vor allem zum Totengedächtnis und zur Wahrung des Seelenheils, ab dem Anfang des 2. Jahrtausends entstanden. Im Zentrum der bruderschaftlichen Betätigung steht die gemeinsame Andacht zur Heiligenverehrung (z.B. Urbanusbruderschaften), die Förderung des Rosenkranzes (Rosenkranzbruderschaften), die Verehrung des Altarsakraments (Corpus Christi Bruderschaften) oder auch die Marienverehrung (marianische Bruderschaften). Die Bruderschaften stehen unter kirchlichem Recht, das sie je nach Gliederung in 1. Piae uniones (ohne organische Gliederung), 2. Sodalitates (organisch gegliedert) und 3. Confraternitas (zur erklärten Förderung des öffentlichen Kultes gegründet) unterteilt.
| Brust, Klopfen an die
| Zeichen der Reue, bei dem man sich mit der rechten Hand ein- oder drei Mal an die Brust klopft. U.a. im Confiteor, im Kanon (beim "nobis quoque peccatoribus"), beim Agnus Dei, dem Domine und in der Allerheiligenlitanei an verschiedenen Stellen üblich.
| Brustkreuz
| An einer Halskette oder Schnur getragenes Kreuz, das oftmals Reliquien enthält. Als Insignie von Papst, Kardinälen, Bischöfen und Äbten erstmals im 12. Jh. nachweisbar.
| Buccale
| Bezeichnung der bei den Händewaschungen des Bischofs gebrauchten größeren Wasserkanne.
| Bugia palmatoria
| Handleuchter mit Wachskerze, der dem Bischof bei der Ausübung von Pontifikalfunktionen als Auszeichnung beim Lesen gehalten wird.
| Bugiarius minister de candela
| Kleriker im Superpelliceum (u.m. Pluviale), der die Bugia (s.o.) hält.
| Burse pera capsa capsella cassus domus corporalium | Kleine Tasche oder flaches, viereckiges, gedeckeltes Kästchen, das gern außen und innen mit Stickereien geschmückt wurde und zur Aufnahme und Aufbewahrung des Korporale diente. Bild | Bursula
| Vom 13. bis zum 19. Jh. gelegentlich unter die Hostie im Ziborium gelegtes gesegnetes Täschchen oder Säckchen aus Leinen.
| Bußpsalmen psalmi poenitentiales psalmi speciales
| Name der Psalmen 6, 31, 37, 50, 101, 129 und 142 nach ihrem büßerischen Inhalt. Sie werden u.a. bei der expulsio poenitentium am Aschermittwoch gebetet.
| Bußtage / Bußzeiten
| Festgelegte Tage im Verlauf des Kirchenjahres, die der Buße (u.a. durch Fasten) dienen. Zu ihnen zählen der Advent und die Fastenzeit und - in eingeschränktem Maße - auch die Freitage. Außerordentliche Bußtage können für die gesamte Kirche vom Papst, für die Diözese vom Bischof verordnet werden.
| Byssus
| Bezeichnung für besseren Baumwollstoff oder (seltener) Seide als Material für Paramente, die von Schriftstellern und in mittelalterlichen Inventaren verwendet wird.
|
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C
| Calix | lat. calix = Kelch Bild | Caeremoniale epsicoporum
| Liturgisches Buch des römischen Ritus mit rituellen Anweisungen und Vorschriften für die bischöflich-gottesdienstlichen Handlungen. Erstmalig herausgegeben wude es von Clemens VIII. im Jahr 1600, 1752 durch Benedikt XIV. um Regeln für päpstliche Statthalter und Vizelegaten erweitert, die es jetzt neben dem ersten Band mit allgemeinen Vorschriften und dem zweiten Band zu den bischöflichen Funktionen in einem dritten Band umfasst. | Caeremoniale romanum
| Name zweier Gottesdienstordnungen für die päpstliche Kurie: 1. Die 1275 unter Gregor X. von Mabillon veröffentlichte Ordnung enthält die Regelungen zu Investitur, Weihen und Krönung eines neuen Papstes. 2. Die 1515 vom Erzbischof von Corcyra, Marzellus, herausgegebene Caeremoniale capellae pontificiae von Patrizius Piccolomini und Johannes Burchard fußt auf spätmittelalterlichen römischen Ordnungen.
| Caeremoniarius
| s. Zeremoniar
| Calamus
| Mittelalterliche Bezeichnung der fistula.
| Caligae
| s. Pontifikalstrümpfe
| Calix ansatus
| s. Handkelch
| Calix ministerialis
| Kelch zum Einsammeln des Opferweins und zur Austeilung des konsekrierten Weins an die kommunizierenden Geistlichen und Laien.
| Calix sanctus
| Ältere Bezeichnung des Messkelches.
| Calix stationarius
| Kelch, in dem laut Messordo von St. Amand der von Gläubigen gespendete Wein zur Konsekration gesammelt wurde.
| Camail
| Ein bis zu den Ellenbogen reichendes, kapuzenloses, besonders in Frankreich gebräuchliches klerikales Schultermäntelchen.
| Camauro
| Über die Ohren reichende weite, hermelinbesetzte Papstmütze aus roter Seide (Sommer) oder rotem Samt (Winter).
| Cambuta cambotta
| Beliebte Bezeichnung des Bischofsstabes im frühen Mittelalter.
| Camelaucum
| Schon im 8. Jh. im Liber Pontificalis erwähnte, nichtliturgische päpstliche Kopfbedeckung, die Vorläufer von Tiara und Mitra ist.
| Camisia
| 1. (auch heute noch) die Albe, 2. (auch heute noch) das Rochett, 3. das Altartuch, 4. die Hülle von Evangeliar und Missale.
| Campagi
| Pantoffelartiges Mittelding zwischen Sandale und hohem Schuh mit Riemen. Später Sandali genannt waren die Campagi ab dem 5. Jh. das liturgische Schuhwerk von Bischöfen und Diakonen, schließlich nur noch von ersteren getragen.
| Campana campanum
| Seit Beginn des 6. Jh. gebräuchliche Bezeichnung der Glocke.
| Campanarius
| Glöckner bzw. spätmittelalterlicher niederer Küster, der die Glocken läutet.
| Campanula
| s. Altarschelle
| Cancelli
| lat. cancellus = Gitter, Schranke 1. Besonders seit dem 4. Jh. Bezeichnung von Altarschranken. 2. Im Singular bezeichnet Cancellus den Chor der Kanoniker nach den vom Schiff trennenden cancelli.
| Candela
| lat. candela = Kerze s. Altarkerzen
| Candelabrum
| s. Standleuchter
| Canna
| Mittelalterliche Bezeichnung für: 1. Gefäß für Wasser, das dem Wein vor der Opferung beigemischt wird. 2. Fistula (s. Fistula) für die Aufnahme des hl. Blutes bei der Kommunion.
| Canon
| s. Kanon, größerer
| Canon episcopalis
| s. Kanon, bischöflicher
| Canonici
| s. Kanoniker
| Cantaria
| Für das zelebrieren von Messen gestiftete Benefizium im Sprachgebrauch des mittelalterlichen England.
| Cantatorium
| 1. Im älteren römischen Antiphonar der Abschnitt, der das Graduale, das Alleluja und den Traktus enthielt, d.h. die Gesänge, die der Kantor nach der Epistel auf dem Ambon sang. 2. Ein Gesangbuch, das Auszüge aus dem Antiphonar enthielt und besser als dieses mit auf den Ambon genommen werden konnte.
| Canticum
| Bezeichnet vor allem lyrische Texte des AT und NT, die seit dem 4. und 5. Jh. in den griechischen und lateinischen Liturgien des Stundengebets neben den Psalmen vorkommen.
| Cantor
| s. Kantor
| Cantus directaneus cantus in directum
| Vortragsweise, bei der die Psalmen vom ganzen Chor ohne Antiphon und ohne Modulation auf einem Ton (in tono recto) gesungen wurden. Erstmalige Erwähnung findet sie in der Regula Sancti Benedicti.
| Cantus firmus
| s. Tenor
| Cantus gregorianus
| s. Gregorianischer Choral
| Cantus planus
| s. Tenor
| Cantus responsorialis
| s. Responsorialgesang
| Cantus tractus
| Vortragsweise, bei der die Psalmen von einem Sänger alleine ohne Antiphon und Responsorium gesungen wurden. In der Variante des Cantus hypophoricus (epiphoricus) hängten Chor oder Gemeinde dem Psalm einen Vers als Responsorium an.
| Capelanus
| s. Kaplan
| Capitale
| Im liturgischen Zusammenhang benuztes Kissen.
| Capitilavium
| Frühmittelalterliche vulgäre Bezeichnung des Palmsonntags. So benannt nach Isidor von Sevilla: An diesem Tag hat man den Kopf jener Kinder, die am Karsamstag getauft werden sollten, wegen der nach der Taufe vorgenommenen Salbung gewaschen.
| Capitularia evangeliorum
| Ein Verzeichnis der den Evangelien entnommenen Schriftlesungen der Messe (s. Comes).
| Capitulum
| 1. Kurze Lesung (lectiuncula) in Vesper, Komplet, Laudes und den kleinen Horen des römischen Offiziums ohne vorausgehende Segnung. 2. Altchristliche Bezeichnung der Orationen der Messe. 3. Abschnitt der Regel oder einer sonstigen Schrift, der den Mönchen und Kanonikern zu Beginn ihrer vorgeschriebenen Versammlungen vorgelesen wurde. 4. Seit etwa dem 13. Jh. Bezeichnung der Dom- und Stiftskapitel.
| Capocielo
| Ältere Mailändische Bezeichnung des Altarbaldachins.
| Cappa
| 1. Cappa choralis (s. Cappa choralis), 2. Cappa magna (s. Cappa magna), 3. Pluviale (s. Pluviale), 4. mittelalterliche Bezeichnung des Taufkleides, 5. mittelalterliche Bezeichnung des Traghimmels.
| Cappa choralis
| Schwarzwollener Mantel mit Kapuze in verschiedenen Schnittformen, der Stiftsgeistlichen im Winter als Chorgewand diente und heute außer Gebrauch ist.
| Cappa magna
| Von der Cappa choralis herzuleitender geschlitzter Mantel mit langer Schleppe (cauda) und (hermelinbesetzter) Kapuze, der von Kardinälen, Patriarchen, Bischöfen und gewissen höheren Prälaten getragen wird. In der Regel rot, bei Kardinälen aber außer in der Fastenzeit und bei Trauer violett. Gehört der Träger einem Orden an, hat die Cappa die Farbe der Ordenstracht.
Bild
| Cappa manicata
| Beim 4. Laterankonzil im Jahr 1215 verbotene Cappa mit langen Ärmeln.
| Cappa rubea
| 1. Frühmittelalterliches päpstliches Mantum. 2. Unter Pius VI. außer Gebrauch gekommener, seit dem Spätmittelalter bei der Totenvesper an Allerheiligen, in den Weihnachtsmetten und bei ähnlichen Gelegenheiten getragener päpstlicher roter Mantel mit Kapuze aus Wolle oder Samt, der seit dem Spätmittelalter Verwendung fand.
| Cappella cardinalizia
| Römische Bezeichnung für die Pontifikalvespern und -ämter mit Beteiligung des gesamten Kardinalskollegiums oder aller in Rom anwesender Kardinäle einer Kongregation in römischen Kirchen.
| Cappella - pontificia - papale
| 1. Die liturgischen Funktionen, die der Papst im Kreis von Kardinälen, Thronassistenten u.ä. zu besonderen Gelegenheiten abhält oder assistiert. Sie werden heute ausschließlich in der Sixtina und in St. Peter gefeiert. 2. Alle zur Mitwirkung an diesen Funktionen berechtigte Pesonen wie z.B. Assistenten, aber auch die Mitglieder der päpstlichen Sängerkapelle.
| Caput ieiunii
| lat. caput jejunili = Beginn des Festens So seit dem 7. Jh. genannt, weil an ihm nach römischen Brauch die Fastenzeit begann (s. Aschermittwoch).
| Carina carena
| von lat. quadragesima = vierzig Die öffentliche Kirchenbuße von Aschermittwoch bis Gründonnerstag.
| Cassus
| Mittelalterliche Bezeichnung für den Behälter der Korporalien.
| Castrum dolores
| s. Katafalk
| Casula
| lat. casa = Hütte; casula = Hüttchen Seinem Ursprung nach außerrömischer Name des Messgewandes (s. Kasel).
| Cataracta
| Ein gitterartiger Verschluss des Schachtes, der die Konfessio mit dem darunterliegenden Reliquiengrab verbindet.
| Caritas
|
lat. caritas = Hochschätzung, Verehrung, Liebe; spätlat. =
christliche Nächstenliebe
| Cathedra
| lat. cathedra = Lehrstuhl Bezeichnung für den Bischofsstuhl; daher auch der Name "Kathedrale" für die Bischofskirche (ecclesia cathedralis).
| Cauda
| Schleppe der Cappa magna (s. Cappa magna).
| Caudatarius
| Träger der Schleppe (cauda) der Cappa magna.
| Celebrans
| s. Zelebrant
| Celebratio
| Feier des eucharistischen Opfers, mittelalterlich wohl auch für andere Feiern verwendet.
| Cereostatum cereostatarium
| s. Standleuchter
| Cerroferale ceroferarium
| s. Standleuchter | Cerogerulum
| s. Standleuchter
| Cervicale
| Kissen
| Charta con secretis
| s. Kanontafel
| Chirothecae
| Seit dem 11. Jh. offzielle Bezeichnung der Pontifikalhandschuhe.
| Chor
| griech. choros, lat. chorus = Platz 1. Altarraum (Priesterchor, Presbyterium). 2. Ort in der Kirche, an dem sich die Stifts- oder Klostergeistlichen versammeln. 3. Gesamtheit der den Konventualgottesdienst abhaltenden Stifts- und Klostergeistlichen. 4. Konventualgottesdienst in Stifts- und Klosterkirchen. 4. Sängergruppe (auch schola cantorum oder schola). 5. Orgelempore.
| Choral
| 1. Offizieller, lateinischer liturgischer Gesang, durch Gregor d. Gr. zum cantus gregorianus neu geordnet. Er baut auf den acht bzw. zwölf Kirchentonarten auf, ist einstimmig und diatonisch, wobei er aus Einzeltönen (syllabischer Choral) oder Tongruppen (melismatischer Choral) besteht. Lediglich für die Vermeidung des hart klingenden Tritonus f - h wird h zu b vermindert, sonst werden außerhalb der gegebenen Tonskala keine Halbtöne verwendet. 2. Das einstimmige protestantische Kirchenlied mit Pause und Zwischenspiel am Ende jeden Verses.
| Chorales
| s. Choristae
| Chorbischof episcopus chori praecentor
| s. Praecentor
| Chordienst
| Gottesdienst, der von Kloster- und Stiftsgeistlichen gemeinsam gehalten wird. Er besteht aus Stundengebet, Konventualmesse, Prozessionen und Weihen.
| Chorgebet
| Das in Stifts- und Klosterkirchen von der zum Breviergebet verpflichteten Stifts- und Klostergeistlichkeit gemeinschaftlich abgehaltene Offizium.
| Choristae chorales
| Laien, die als Ersatz für Kleriker in Talar und Superpelliceum am Chordienst teilnehmen.
| Chorrock
| Als Chorrock wird das Superpelliceum bezeichnet, das im Chor und bei Prozessionen getragen wird. Im Gegensatz zum Rochett hat das weiße Gewand weite Ärmel und gehört zur liturgischen Kleidung.
| Chorschranken cancelli
| s. Altarschranken
| Chorstühle stalla stalli
| Im Chor angebrachte Sitze für die Stifts- und Klostergeistlichkeit, die mit einer Kniebank (forma) und einer Konsole als Standstütze (misericordia) sowie einer Sitzbank (sedile, scamnum) versehen waren. Sind Sitzbänke schon im 5. und Kniebänke im 6. Jh. bezeugt, gehen die heutigen Chorstühle auf Formen des 11. Jh. zurück.
| Chorumgang ambitus
| Die den Chor umlaufende Fortführung der Seitenschiffe einer Kirche, oft zum Altarraum geöffnet und mit Kapellen oder Nischen versehen.
| Chrisam chrisma
| Das vom Bischof am Gründonnerstag unter Beimischung gesegneten Balsams feierlich geweihtes Olivenöl. Es wird benötigt bei der Firmung, zur Salbung des Täuflings nach Empfang der Taufe, bei der Bischofsweihe zur Salbung des Kopfes und der Hände, bei der Altar- und Kirchenkonsekration, bei der Weihe von Kelchen, Patenen und Glocken, schließlich zur Bereitung des Taufwassers und des Weihwassers, mittels dessen die Agnus Dei gesenget werden (s. Agnus Dei 2.).
| | Chrismale | Im Sprachgebrauch des Mittelalters: 1. das Gefäß mit dem Chrisam, 2. die Pyxis zur Aufbewahrung des Sakraments, 3. das Korporale, 4. die Decke, die zum Schutz und Schmuck über Reliquiare ausgebreitet wird, 5. das Taufkleid.
| Chrismation chrismatio | Sakramentale der Scheitelsalbung, die der Priester nach der Taufe mit Chrisam vornimmt.
| Chrysoclavus
| Bezeichnung der gestickten und gewebten Goldborten und Goldbesätze von Velen, Behängen und Altarbekleidung im Liber Pontificalis.
| Ciborium
| s. Ziborium
| Cilicium
| s. Zilizium
| Cingulum
| s. Zingulum
| Circata
| Mittelalterliche Bezeichnung der Seitenschiffe, die in den Begriffen processio per circatam (Seitenschiffsprozession) und processio in medio ecclesiae (Mittelschiffsprozession) Anwendung findet.
| Circulus
| 1. Kreis, den die Domkapitulare gemäß dem römischem caeremoniale episcoporum um den Bischof zu bilden haben, wenn er einem Hochamt assistiert. Sie treten dazu sowohl beim Kyrie, Gloria, Credo und Sanctus als auch beim Agnus Dei aus dem Chorgestühl heraus und sprechen die Gebete gemeinsam. Ein Weiterer circulus wird bei der Ankleidung für die Prozession oder das Pontifikalamt gebildet. 2. Zierbesatz, der die Mitra am unteren Rand umzieht. 3. Kreisförmige Scheiteltonsur.
| Classicum classis
| Mittelalterlich für das Geläut aller Glocken.
| Clavi
| Bis ins 12. Jh. hinein gebräuchliche streifenförmige rote oder purpurne Zierbesätze der Dalmatik auf der Vorder- und Rückseite, wie sie in der Profanbekleidung der Antike üblich waren. Bild | | Clericus | s. Kleriker | Clipeus
| Die verbliebene schildförmige Rückbildung einer Kapuze am Rücken des Pluviales. Bild
| Clocca
| Seit Ende des 7. Jh. (in der Vita S. Columbae) bezeugte, wohl aus dem Keltischen stammende Bezeichnung einer Glocke.
| Coelum
| 1. Altarbaldachin, 2. jeder tragbare Baldachin.
| Coena Domini, feria V. in
| s. Gründonnerstag
| Collare
| 1. Name der mittelalterlichen parura (kragenartiger Zierbesatz) des liturgischen Schultertuchs. 2. Klerikale Halsbinde mit weißem Umschlagkragen. 3. Der geschlossene weiße Kragen als Ersatz der Halsbinde.
| Collarin
| Aus der vom Amikt abgetrennten mittelalterlichen Parura entstandene Zierkragen mit Stickereien, der in Spanien bis heute über Dalmatik und Tunizella getragen wird (vgl. Collet).
| Collatio
| Die Vorläuferin des officium capituli, das die Komplet einleitet. Es handelte sich hierbei um eine Lesung aus einer Väterschrift, die in mittelalterlichen Klöstern und Stiften der Vesper folgte. Es folgten das Confiteor oder direkt die Komplet.
| Collecta
| 1. Bezeichnung der versammelten Gemeinde, aber auch der Versammlung von Klerus und Volk zur Abhaltung von litaniae und Prozession zur Stationskirche. 2. Von 1. abgeleitet die Bezeichnung der Oration (oratio ad collectam), die der Priester im Namen der Gemeinde betet und die der Epistellesung vorangeht. 3. Seit karolingischer Zeit bezeugte Oration zur Schließung der Horen.
| Collectar collectarium collectarius liber
| Mittelalterliche Sammlung der Orationen, die zum Offizium gehörten. Damit entspricht das Collectar bzgl. des Offiziums dem, was das Saramentar für die Messe bedeutet.
| | Collectio | Bezeichnung der Versammlungsgebete, d.h. der Orationen der gallischen Messliturgie, denen im römischen Ritus die collecta entspricht.
| Collectio post communionem
| Entsprechend der Postkommunion des römischen Ritus die Oration nach der Kommunion im gallischen Ritus.
| Collectio post precem
| Oration, die im gallischen Messritus auf das Fürbittgebet folgt.
| Collectio post prophetiam
| Oration nach dem Canticum Benedictus, im gallischen Messritus prophetia genannt.
| Collectio post Sanctus
| Oration nach dem Sanctus des gallischen Messritus.
| Collectio post secreta collectio post mysterium
| Oration nach dem Kanon des gallischen Messritus.
| Collectio super munera collectio secreta
| Dem römischen Sekret entsprechendes Oblationsgebet.
| Collet colletin
| Aus der Amiktparura hervorgegangener Zierkragen über Dalmatik und Tunizella, in Lyon getragen.
| Colobium
| Tunika mit kurzen oder fehlenden Ärmeln, die mit seitlichen Schlitzen für die Arme versehen ist.
| Colum colatorium
| s. Seiher
| | Comes | Verzeichnis der zur Lesung bestimmten Schriftstellen.
| Commemoratio
| s. Kommemoration
| Commemoratio de cruce
| s. Suffragium de omnibus sanctis
| Commemorationes communes
| 1. Orationen, die gemäß der Missale je nach Zeitpunkt des Kirchenjahres der Kollekte, Sekret und Postcommunio angefügte werden müssen. 2. Im Offizium das suffragium de omnibus sanctis und die commemoratio de cruce, die an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten der Tagesoration in den Laudes und den Vespern anzufügen sind.
| Commendatio animae
| Gebete des römischen Rituale, die der Priester bei einem Sterbenden verrichtet. Im Mittelalter ist dies die Bezeichnung für die Gebete, die nach dem Tod in der Kirche gebetet wurden, wohingegen die Gebete beim Sterbenden in liturgischen Büchern unter obsequium circa morientes, modus iuvandi morientes oder ähnlichem geführt wurden.
| Commixto
| s. Mischungsritus
| Commune Sanctorum
| Ene Ergänzung des Proprium Sanctorum. Es handelt sich dabei um Abschnitte in Missale und Breviar, in denen Formulare für Heiligenfeste aufgeführt sind, die im Proprium Sanctorum nur unvollständig oder gar nicht vorhanden sind. Die Heiligen sind entsprechend der üblichen Klassen sortiert, im Missale folgen die Formulare für die Votivmessen und eine Zusammenstellung von 35 Orationen nebst Totenmessen.
| Communicantes
| Gebet zum Gedächtnis der Lebenden vor der Konsekration, das für Maria, die Apostel und Märtyrer, im Mittelalter auch für sonstige Heilige gebetet wurde.
| Communio
| s. Kommuniongesang
| Concelebratio
| s. Konzelebration
| Concentus
| Liturgische Gesänge des Chores im Gegensatz zu den von Einzelpersonen ausgeführten Gesängen.
| Concha
| lat. concha = Muschel Bezeichung der Apsis; concha genannt wegen ihrer muschelähnlichen Form (s. Apsis).
| Conditorium
| Aufbewahrungsort des Sakraments nach der Bezeichnung des ersten römischen Ordo.
| Confessio
| Bezichnung für 1. das Sündenbekenntnis, 2. das Bußsakrament selbst, 3. das Confiteor, 4. die Vorkammer des Reliquiengrabes, 5. die Krypta.
| Confessionalia
| s. Beichtbrief / Ablassbrief
| | Confirmare | Im römischen Ordo Bezeichnung für die Spende der Kommunion unter Gestalt des Weines.
| Confirmatio
| Bezeichnung der Firmung.
| Confiteor
| lat. confiteor = ich bekenne Sündenbekenntnis in der Messe als Teil
des Stufengebets, das seit dem 11. Jh. aus Apologien hervorgegangen ist
und mit einer Verzeihungsbitte beantwortet wird. Im Unterschied zur
sakramentalen Beichte handelt es sich nicht um eine ins einzelne
gehende, sondern nur eine allgemein lautende Anklage, die nicht im Geheimen vor dem Priester allein, sondern öffentlich abgelegt wird,
weshalb es auch "allgemeine" oder "öffentliche Schuld" heißt. In den Preces der Prim ist das allgemeine Sündenbekenntnis, das in älterer Zeit auch apologia genannt wurde, schon im 8. Jh. nachweisbar, zum Eingang der Messe bzw. als Teil des Stufengebetes um das 9. Jh. Sein Wortlauf war bis über das 11. Jh. hinaus sehr vielfältig. Daraus entwickelte sich im 12.-14. Jh. die spätmittelalterliche Form des Confiteor. Vgl.
| | Confraternitas | s. Bruderschaft
| Consecratio altaris
| s. Altarweihe
| Consecratio ecclesiae
| s. Kirchweihe
| Consignatio
| Mittelalterliche Bezeichung der Firmung.
| Consignatorium chrismarium locus chrismalis
| Raum für die Spendung der Firmung durch den Bischof im Anschluss an die Taufe am Karsamstag und in der Pfingstvigil. Im Frühchristentum konnte sich diese Bezeichnung auch auf den Bau beziehen, in dem die Firmung gespendet wurde.
| Consparus sparsio
| Altchristliche und frühmittelalterliche Bezeichung der Besprengung mit Weihwasser (vgl. asperges).
| Consuetudinarius liber consuetudinarium consuetudines
| s. Ordinarius liber
| Consuetudo
| s. Gewohnheit
| Contestatio
| Bezeichnung der Präfation (Lobes- und Dankeshymnus) im altgallischen Ritus.
| Conventus
| 1. Klostergemeinschaft und außergottesdienstliche Versammlungen dieser Gemeinschaft. 2. Bis zum 13. Jh. Bezeichnung für ein Dom- oder Stiftskapitel. 3. Altchristlich / frühmittelalterlich für gottesdienstliche Zusammenkünfte.
| Coopertorium
| 1. Altgallische Bezeichnung der Decke zur Verhüllung der Opfergaben gemäß dem altgallischen Brauch. 2. Frühmittelalterlich für die Altarbekleidung. 3. Spätmittelalterlich für das Behältnis zur Aufbewahrung der Purifikatorien.
| Cornua
| lat. cornu = Horn 1. Die vier Ecken des Altars. 2. Die Spitzen der zwei Mitrahälften. 3. Bogenförmige Aufsätze des Biretts.
| Corona
| Im mittelalterlichen Sprachgebrauch Bezeichnung 1. der päpstlichen Tiara, 2. der großen Radleuchter, 3. der Hängekrone, die als Schmuck an Ketten über dem Altar oder dem Eingang des Altarraumes angebracht wurde. | Coronatio - regis - reginae
| s. Königsweihe
| Corporale
| s. Korporale
| Cortina
| 1. Der Altarbaldachin, 2. der Altarbehang, 3. die Altarbekleidung.
| Cotta
| Seit dem italienischen Mittelalter Bezeichnung für das Superpelliceum.
| Courtibal
| s. Dalmatik
| Credencia
| s. Kredenztisch
| Credo
| lat. credo = ich glaube Apostolisches und Nicäo-Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis; an Sonn- und Festtagen nach Evangelium und Homilie gesprochen.
| Crocia
| 1. Mittelalterliche Bezeichnung des Bischofsstabes (von crozzia = Krücke). 2. Von Kardinälen im Konklave getragener violetter Wollmantel mit Schleppe.
| Crux commissa
| Kreuzform, bei der der Querbalken auf dem senkrechten Balken aufliegt. Im Gegensatz dazu crux immissa mit einem den senkrechten Balken durchschneidenden Querbalken (im Falle eines längeren unteren Armes lateinisches Kreuz genannt) und crux quadrata, dem fälschlich griechisch genannten Kreuz mit gleichlangen Armen.
| Crux decussata
| Kreuz in Y-Form.
| Crux processionalis
| Kreuz, das an einem Schaft oder einer Stange befestigt Prozessionen vorangetragen wird.
| Crux s. Andreae
| Crux immissa (s. Crux commissa) in X-Form.
| Crux stationalis
| Bei der Prozession zu den Stationskirchen von einem Subdiakon getragenes Kreuz, wie es im römischen Ordo Benedikts (um 1140) heißt.
| Cultus duliae
| Religiöse Verehrung von Engeln und Heiligen sowie deren Bilder und Reliquien, die verehrt und angerufen, nie aber angebetet werden. Opferungen können ihnen zu Ehren erfolgen, aber nicht für sie bestimmt sein. Der cultus hyperduliae gilt Maria und ist eine Steigerung des cultus duliae, die der besonderen Würde der Gottesmutter Rechnung trägt.
| Cultus hyperduliae
| s. cultus duliae
| Cultus latriae
| Gotteskult, der sich durch Anbetung und Opferdarbringung vom cultus duliae (s. cultus duliae) unterscheidet. Der cultus latriae wird nicht nur der Dreieinigkeit, sondern auch dem hl. Herzen und dem Altarsakrament entgegengebracht, wohingegen den Primärreliquien des Kreuzes, den Leidenswerkzeugen und Kreuzreliquien ein cultus latriae relativus gebührt.
| Cuppa
| Der obere Teil des Kelches, aus dem der Wein getrunken wird. Bild | Curio
| s. Pfarre
| Cursus
| 1. Mittelalterliche Bezeichnung des Offiziums wegen der Regelmäßigkeit des Ablaufes, unterschieden in cursus diurnus (tagsüber) und cursus nocturnus (nachts). 2. Bezeichnung des geregelten harmonischen Tonfalls am Satzschluss liturgischer Prosa, zunächst nach Quantität der Silben (cursus metricus), dann gemäß dem Akzent (cursus rhythmicus).
| Curvatura
| Die Krümme des Bischofsstabes.
| Cussinus
| Kissen.
| Custodes
| Mittelalterlicher spanischer Name der Altarbehänge.
| Custos
| 1. Kirchenwart, Küster, Sakristan, Glöckner u.a. Im Mittelalter wurde zwischen einem custos laici (auch secretarius, aedituus u.ä.) für niedere Dienste wie Kirchreinigung und einem custos clerici für höhere Dienste wie die Ausschmückung des Altars unterschieden. In Stiftskapiteln oblag dem Custos (sacrista, auch thesaurarius) die Aufsicht über die Sakristei und den Kirchenschatz, wobei er Mitglied des Kapitels war. 2. Die am Ende der Seite angegebene Note der Folgeseite in einer Choralschrift.
| Cymbalum
| Mittelalterliche Bezeichnung der Altarschelle.
| Cypriansgebet
| Gebet mglw. des gallischen Dichters Cyprian (5. Jh.), das mit dem Hl. Cyprian assoziiert wird.
|
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D
Dalmatica - linea - minor - subdiaconalis | s. Dalmatik | Dalmatik dalmatica linea altdeutsch: korerock leßrock dienerrock altfranzösisch: wardecor courtibal | Seit
altchristlicher Zeit im römischen Ritus das kurzärmelige liturgische
Obergewand des Diakons, das beim Pontifikalamt aber auch von den
Bischöfen unter der Kasel getragen wurde. Sie stammt von der profanen
Dalmatik der römischen Kaiserzeit, einer in der Zeit der Antonine (2.
Jh.) zu Rom in Gebrauch kommenden, tief herabreichenden, mit langen
weiten Ärmeln vesehenen, vorn und rückwärts gewöhnlich mit einem oder
zwei farbigen (purpurnen) Vertikalbesätzen (clavi) geschmückten Tunika,
die von Männern und Frauen besserer Stände als Obergewand getragen
wurde, ohne jedoch Standeskleidung zu sein. In der Regel bestand sie
zunächst aus Leinen, später Seide oder feiner Wolle. Zu Rom muss die
Dalmatik schon im 4. Jh. beim Papst und bei den Diakonen in Gebrauch
gewesen sein. Die Vita Silvestri schreibt ihre Einführung Papst
Silvester I. († 335) zu, während die aus der gleichen Zeit (Anfang 6. Jh.) stammende Silvester-Biographie Papst Liberius (†
366) ins Spiel bringt. Frühere Zeugnisse sind z.B. das Fresko von der
Einkleidung einer gottgeweihten Jungfrau in der Priscilla-Katakombe zu
Rom (3. Jh.), bei der der Bischof eine dalmatikartige Tunika trägt. Anfänglich
nach römischer Auffassung ein Vorrecht des Papstes und seiner Diakone,
bürgerte sie sich allmählich auch außerhalb Roms bei den Bischöfen und
Diakonen ein. Im 9. Jh. gehörte sie überall im Westen, wo der römische
Ritus Eingang gefunden hatte, zu deren liturgischen Gewandung.
Priestern war es stets nur auf Grund einer besonderen Ermächtigung, die
seit dem 10. Jh. besonders häufig Äbten zuteil wurde, gestattet, die
Dalmatik nach Weise der Bischöfe unter der Kasel zu tragen. Bis zur
Jahrtausendwende war die Dalmatik weiß, später dann farbig (vor allem
seit dem 12. Jh. in Anlehnung an den liturgischen Farbkanon). Seitliche
Schlitze, die zur Erleichterung beim Ankleiden angebracht wurden,
verlängerten sich bis zum Ärmelansatz (im 15. Jh.) und griffen mitunter
sogar auf diese über (17. Jh., Außnahme: Italien). Von der diakonalen Dalmatik ist die subdiakonale Tunika oder tunicella zu
unterscheiden. Sie war bereits im 6. Jh. in Gebrauch, wurde dann von
Gregor d. Großen abgeschafft und durch die ursprüngliche Planeta
(Kasel) ersetzt. Erst im 9. Jh. erhielten sie wieder eine Tunika als
Obergewand. Sie unterscheidet sich von der diakonalen Dalmatik durch
geringere Weite, engere Ärmel und das Fehlen der Clavi. Allerdings
haben sich diese Unterschiede im späten Mittelalter weitgehend
nivelliert. Diese Tunika hatte sich um das Jahr 1000 so weit
durchgesetzt, dass man sie in den Inventaren schlicht als subdiaconale bezeichnete (weitere Bezeichnungen sind tunica, (dalmatica) linea, dalmatica minor, alba, tunica stricta oder stricta, wegen ihres engeren Schnitts auch roccus, tunicella, in Deutschland subtile - von subtus). Eine
der subdiakonalen Obertunika entsprechende Tunika gehörte spätestens
seit dem 8. Jh. zur Pontifikalbekleidung. Dieses Kleidungsstück wurde
als dalmatica minor oder dalmatica linea bezeichnet. Bild
| Deambulatorium
| Mittelalterliche Bezeichnung für die Empore.
| Dedicatio ecclesiae
| s. Kirchweihe
| Defectus in celebratione missae occurentes
| Verzeichnis der Mängel, die bei einer Messe eintreten können, und der Maßnahmen, die der Priester in einem solchen Fall ergreifen soll. Es ist den allgemeinen Rubriken eines Missales schon im Mittelalter angefügt und unterscheidet - Mängel hinsichtlich Brot und Wein und der Konsekration, - Mängel bzgl. des Priesters (Intention u.a.) und - Mängel während der Messfeier selbst.
| Dekan decanus
| 1. Die zweite Dignität eines Dom- oder Stiftkapitels. Er leitet den Gottesdienst und hat im Falle der Abwesenheit eines Propstes auch den Vorsitz im Kapitel. 2. (auch Erzpriester; archypresbyter) Pfarrer, der dem Landkapitel, bestehend aus anderen Pfarrern des Bezirks einer Diözese, anstelle des Bischofs vorsitzt und damit mit bestimmten Segnungsvollmachten ausgestattet ist.
| Depositio
| Beisetzung, Bestattung.
| Desponsatio sponsatio
| Eheverlöbnis, d.h. Versprechen des zukünftigen Eheschlusses, im Mittelalter wohl auch die Bezeichnung der Trauung. Kirchenrechtlich relevant ist die Verlobung nach dem Codex iuris canonici (can. 1017, § 1) nur, wenn sie schriftlich aufgesetzt und von beiden Partnern nebst Pfarrer und zwei Zeugen unterschrieben ist.
| Devotio
| Im liturgischen Sinne jeder Lob-, Dank-, Bitt- und Sühnegottesdienst und auch die Eucharistiefeier.
| Devotionale
| Spätmittelalterlich für Gebetssammlung mit Offizien, Psalmen u.ä. für den privaten Gebrauch.
| Diaconi assistentes
|
Zwei assistierende Priester oder Diakone oder an Kathedral-
und Stiftskirchen zwei Kanoniker. Nutzt der Papst beim Pontifikalamt den Thron,
sitzen sie links und rechts davon, nutzt er das Faldistorium, sind sie nicht
nötig. Sie tragen beim feierlichen Hochamt die Dalmatik, bei weniger
feierlichen Messen Chorkleidung. Sie setzten dem Zelebranten die Mitra auf und ab,
ordnen dessen Gewänder, reichen ihm das Greminale und begleiten ihn zum Altar.
Im Mittelalter wurden diese Aufgaben von den capellani, die dem Bischof
assistierten, ausgeführt.
| Diakon diaconus ministrans
| griech. diákonos = Diener Vom Bischof geweihter Amtsträger, aber nicht Priester. Das Diakonat ist der zweite der höheren Weihegrade, durch dessen Empfang der Subdiakon die Würde eines Diakons erhält. Damit ist er der nächste amtliche Gehilfen der Bischöfe und Priester beim feierlichen Altardienst und anderen feierlichen liturgischen Verrichtungen. Die Entstehung des Diakonats reicht bis in die apostolische Zeit zurück (karitative und administrative Aufgaben in der Ortskirche, vgl. Apg 6,1-7; konkurrierend dazu Phil 1,1 und 1 Tim 3,8-13, wo der Diakon ein für alle Tätigkeitsbereiche zuständiger Helfer und potentieller Nachfolger des Bischofs ist). Im Westen hatte er in den ersten Jahrhunderten eine bedeutende Stellung in Verwaltung, Krankenfürsorge und Kirchengesang, doch werden diese Kompetenzen ab dem 4. Jh. zunehmend beschnitten. Seine Funktion wurde im wesentlichen eine liturgische, darüber hinaus fungierte er als Bote, Ratgeber und Bevollmächtigter des Bischofs (Apokrisiar). Im Gegensatz zum Subdiakonat, der nur Sakramentale ist, hat er den Charakter eines Sakraments; durch die Aushöhlung des Amtes wurde der Diakonat im Mittelalter als notwendige Vorstufe zum Priesteramt angesehen. Das Aufgabenfeld umfasste im Mittelalter: Dienst beim Opfer,
Zwischenansprachen und Gesänge, Austeilung des Kelches und der
Krankenkommunion, Katechumenenunterricht, pastorale Hilfstätigkeit in
ausgedehnten Gemeinden, Exorzismus, Taufe und Rekonziliation in
Notfällen (s. LMA III). Zur liturgischen Kleidung gehören Stola und Dalmatik. | | Dies natalis | Todestag eins Heiligen (s. Natalitium).
| Dies sacramenti
| s. Fronleichnamsfest
| Dies tertius - septimus - trigesimus
| s. Dritte
| Dies viridium
| s. Gründonnerstag
| Discantus
| Begleitstimme zur Grundstimme im zweistimmigen Gesang des 12. Jh., die im 13. und 14. Jh. um eine dritte und vierte Stimme bereichert wurde. Sie ist französischen Ursprungs und häufig reich verziert (diminuiert): cantus floridus. Später wurde mit Diskant die hohe Knaben- oder Mädchenstimme (Sopran) bezeichnet.
| Dom
|
In Deutschland und Italien Bezeichnung der bischöflichen
Kathedrale, in Deutschland kann damit auch eine Stiftskirche benannt
werden. Ursprünglich Bezeichnung für das Haus des Bischofs (domus)
und für den Klerus, der zur Bischofkirche gehört. Der Name ging bald auf die
Bischofskathedrale über.
| Dominica
|
1. Tag der Woche, an dem sich im Urchristentum, die Gemeinde
zur Feier der Eucharistie versammelte. Im 4. Jh. wurde er zum staatlichen
Ruhetag. Der römische Name dies solis wurde im Christentum auf Christus, die
Sonne, übertragen.
Dominicae maiores: Adventssonntage, Sonntage der Fasten- und
Passionszeit, Ostersonntag, Weißer Sonntag, Pfingstsonntag, Septuagesima,
Sexagesima, Quinquagesima.
Dominicae minores: alle übrigen Sonntage des Kirchenjahres.
| Dominica - in albis / albis depositis / post albias - mediana - resurectionis - rogationum - sancta - vacans - vagantes (mobiles)
| s. Weißer Sonntag
Passionssonntag, der dem Sonntag Laetare folgt. Liturgische Bezeichnung des Ostersonntags, auch Pascha genannt. 5. Sonntag nach Ostern (so genannt wg. der auf ihn folgenden Bitttage). Name des Osterfests im Gregorianum. Sonntag nach den Quatemberfesten. 3., 4., 5. u. 6. Sonntag nach Epiphanias, die, da abhängig vom Osterfest, keinen festen Tag haben.
| Dominicum Paschae
| Ältere Bezeichnung des Osterfestes.
| Dominicale
|
Bezeichnung für das Tuch, mit dem Frauen bei der Kommunion
ihr Haupt bedeckten. Auf der Synode von Auxerre (585) wird dieser Brauch als
verpflichtend festgehalten.
| Dormitio
| Ältere Bezeichnung für das Fest Mariä Aufnahme; Übersetzung des Griechischen koimesis.
| Dorsale dossale
|
Bezeichnet im Sprachgebrauch des späten Mittelalters: 1. die Altarbekleidung, 2. einen Altarbehang, der hinter der Altarmensa angebracht
ist, 3. die Rückwand des Chorgestühls.
| Doxale
|
abgeleitet von dorsale / dossale = Rückbehang, Rückwand
Spätmittelalterliche Bezeichnung für: 1. den Lettner, da dieser die Rückwand des Chores bildet und
diesen zum Schiff hin abschließt, 2. eine Empore an der vorderen Schmalseite (meist Westseite)
der Kirche für die Orgel und den Sängerchor.
| Doxologie
|
gr. doxologia = Lobpreisung
Lob zur Ehre der Trinität. 1. Doxologia
minor: Die trinitarische Nennung "Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto".
2. Doxologia maior: Das in der Messe gesprochene "Gloria in
excelsis Deo".
3. Die Schlussstrophe der liturgischen Hymnen, die meist
eine trinitarische Lobpreisung enthält.
| Dreifaltigkeitsfest
|
Sonntag nach Pfingsten. Das Fest entstand im 11. Jh. und
wurde 1134 von Johannes XXII. für die ganze Kirche vorgeschrieben.
| Dritte dies tertius |
Dritter Tag nach dem Tode bzw. nach dem Begräbnis. Am 3., 7.
und 30. Tage wurde für Verstorbene die Totenmesse gehalten, das Gelasianum bietet
bereits Formulare für den dies tertius, septimus und tricesimus. In der
Ostkirche erfolgt die Totenmesse am 1., 9. und 40. Tag.
| Dulia
| s. Cultus duliae
|
|
|
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E
Ecclesia basilica templum
|
griech. ekklesía =
Kirche Ursprünglich die Bezeinung für die sich
versammelnde Gemeinde, ab dem 4. Jh. auch für den Versammlungsort. Dieser ist
ein geweihter Bau, in dem die christliche Gemeinde öffentliche
gottesdienstliche Feiern abhält.
| Eheschließungsritus
|
Die Zeremonie der Eheschließung besteht aus zwei Teilen, der
Trauung (copulatio nuptiae) und der sollemnitas matrimonii (inthronisatio). 1. Teil: Der Priester trägt ein Superpelliceum und eine
weiße Stola. Die Brautleute äußern den Konsens, legen die Hände ineinander
(junctio manuum), evtl. umwindet der Priester die Hände mit der Stola; die
Brautleute werden mit Weihwasser besprengt, die Ringe gesegnet und angelegt; es
folgen Preces und Gebet. Im Mittelalter fand diese Zeremonie an der Kirchentür
(Brauttür) statt. Die junctio manuum begegnet schon im frühen Christentum, im
Mittelalter geriet sie z.T. außer Gebrauch und ist Anfang des 16. Jh.
nicht überall nachweisbar. 2. Teil: Dazu gehört die Brautmesse und der Brautsegen, die
in der Kirche stattfinden. Der Ritus begegnet schon im frühen Christentum. Im
Mittelalter wurde er z.T. nur als Bestätigung der Trauung verstanden, die evtl.
schon im Familienkreis geschlossen worden war.
| Ektenie
|
griech. ekténeia = Beharrlichkeit Im griechischen Ritus ist die Ektenie ein litaneiartiges
Gebet, das für alle Stände und Anliegen gesprochen wird und aus einer Folge von
längeren oder kürzeren Bittgebeten besteht. Sie wird im Wechsel zwischen
Diakon, der die Bitten vorträgt, und dem antwortenden Chor gesprochen.
Innerhalb der Messe erfolgt sie sechs Mal. | Elevation
|
1. Erhebung von heiligen Überresten aus einem Grab und
Übertragung derselben in ein anderes Grab oder in einen Schrein. Im frühen
Mittelalter erfolgte sie bei jeder Kanonisation.
2. Erhebung der konsekrierten Hostie in der Messe. Dies ist
der Höhepunkt einer jeden Messfeier. Im römischen, mozarabischen und
ambrosianischen Ritus erfolgten zwei Elevationen: 1. Die "große Elevation" nach
der Konsekration von Brot und Wein. Diese kam gegen Ende des 12. Jh. auf, und
bringt die Annahme zum Ausdruck, beide Gestalten wandelten sich erst nach der
Segnung des Weins. 2. Die ältere "kleine Elevation" am Ende des Kanons. Bei ihr
werden Hostie und Kelch zusammen erhoben. Die Ostkirche kennt nur die kleine
Elevation. Vgl.
| Embolismus
| Ein als Zusatz und als Erweiterung der siebten Bitten dem Pater noster im Messritus angefügtes, mit "Libera nos, quaesumus, Domine" anhebendes Gebet, in dem der Priester im Mittelalter unter Anrufung der Jungfrau Maria, der Apostel Petrus, Paulus und Andreas und weiterer Heiliger sowie aller Heiligen Gottes um Befreiung von allem Übel des Leibes und der Seele fleht, indem er gegen Ende desselben mit der Patene, die er zuvor küsst, das Kreuzzeichen über sich macht und dann während der Schlussformel "Per eundem Dominum Nostrum Jesu Christi" die Brechung der Hostie vornimmt. Er findet sich bereits völlig ausgebildet im Gregorianum und Gelasianum, doch ist er im letzteren anscheinend ein nachgregorianisches Einschiebsel. Seinem Ursprung nach ist er wahrscheinlich ein älteres, im Messritus schon vor Gregor d. Großen vorhandenes Gebet, das dieser jedoch, als er dem Pater noster seine heutige Stelle unmittelbar nach dem Kanon gab, so umstellte, dass er sich in seiner neuen Form als Fortsetzung an das Pater noster anschloss.
| | Engelfest |
Feste zu Ehren der Engel: 1. Schutzengel (f. Angelorum Custodum), 2.
Oktober; seit dem 16. Jh. in Spanien und Frankreich bekannt, 1608 unter Paul V.
für die gesamte Kirche bestimmt. 2. Hl. Michael: Erscheinung des hl. Michael auf
dem Berg Gargano (Apparatio s. Michaelis), 8. Mai; bereits im Leonianum,
Gelasianum und Gregorianum; und Fest am Tag der Kirchweihe der Kirche in Rom an
der Via Salaria (Dedicatio s. Miachelis Arch.), 29. September; nach 1000. 3. Hl. Gabriel, 24. März; seit dem 25. Oktober
1921 für die gesamte Kirche vorgeschrieben, zuvor in einzelnen Diözesen
begangen. 4. Hl. Raphael, 24. Oktober; seit dem 25. Oktober
1921 für die gesamte Kirche vorgeschrieben, zuvor in einzelnen Diözesen begangen.
| Epiklese
|
Die Bitte, dass der Heilige Geist herabkomme
und die Gaben wandele. Dieses Gebet ist nur in der Ostkirche bekannt. Damit ist
die Auffassung verbunden, dass die Wandlung der Gaben nicht Worte des Priesters
("hoc est corpus meum", "hoc est sanguis meum") bewirkt wird, sondern durch das
Epiklesegebet. Vgl.
| Epiphanie
| s. Erscheinung des Herrn
| Epistel
| lat. epistula = Brief Eine dem ersten Evangelium in der Messe vorausgehende, dem Alten oder Neuen Testament, nie jedoch den Evangelien entnommene Schriftlesung. Sie wird Epistel genannt, weil sie vornehmlich den Apostelbriefen entlehnt ist. Anfänglich hieß sie apostolus, seit dem 8. Jh. wird diese Bezeichnung dann durch epistula verdrängt. Ursprünglich eine fortlaufende Lesung, entwickelte sich dieser Teil der
Messe mit der Ausbildung des Kirchenjahres zu einer Lesung
ausgewählter, inhaltlich den Festen und Zeiten entsprechenden Abschnitte, die zunächst in Epistelverzeichnissen (comes) aufgeführt, dann herausgehoben und im Epistelbuch (epistolarum liber, epistolarium, apostolus, lectionarius) gesammelt wurden. Im 9. Jh. begann man, die Epistel in das Evangeliar einzfügen und so beide Bücher zu einem, dem so genannten Plenarium (s. Evangeliar), zu vereinigen. Bis ins 8. Jh. wurde sie durch den Lektor, danach durch den Subdiakon vorgetragen. Ort der Lesung ist der Ambo oder der Lettner auf der Epistelseite.
| Epistelseite
| Die Seite des Altars, an der die Epistel gelesen wird. Es ist die Seite zur Rechten des Priesters bzw. zur Linken des Kreuzes, in geosteten Kirchen die nach Süden gerichtete Schmalseite des Altares.
| | Epistolar | Epistelbuch, das die Epistellesungen des Kirchenjahrs enthält. Zusammen mit dem Evangelistar bildet es das Lektionar (Perikopenbuch).
| Epistolae canonicae
|
Bußbriefe der altchristlichen Zeit, dier die Vergehen und die
dafür zu erbringende Bußleistung festhielten. Es sind Bußbriefe des Gregor
Thaumaturgus, des Basilius, des Gregor von Nyssa u.a. bekannt; sie wurden durch
die Bußbücher des Mittelalters abgelöst.
| Erscheinung des Herrn, Fest der
|
Es wird im Westen und im Osten am 6. Januar begangen, um
drei Offenbarungen Christi zu feiern: 1. Offenbarung des Gottessohnes an die Heiden durch den
Stern über Bethlehem, 2. Offenbarung der Gottheit Jesu an die Juden bei der Taufe
Jesu durch die Stimme Gottes, 3. Selbstoffenbarung Jesu bei der Hochzeit zu Kana durch das
Weinwunder.
| Erzdiakon
|
Er nimmt die höchste Stufe der
Diakonenhierarchie ein, ist der erste Diakon einer Bischofskirche und fungiert
beim Pontifikalamt als höchster Gehilfe des Bischofs. Daneben ist er mit der
Verwaltung der Diözese betraut.
| Erzpriester
|
Er ist der erste Priester einer Bischofskirche
und kann stellvertretend für den Bischof liturgische Handlungen ausführen. Ihm
obliegt die Oberaufsicht über die Geistlichen der Diözese.
| Eucharistie eucharistia
|
griech. eucharistia = Danksagung 1. Das von Christus eingesetzte, unblutige
Opfer am christlichen Altar. Der Name leitet sich von den begleitenden
Danksagungsgebeten ab. 2. Davon abgeleitet Bezeichnung für das
konsekrierte Brot und den konsekrierten Wein.
| Eulogia
| Im liturgischen Sprachgebrauch ist in der aktivischen Bedeutung die Segnung gemeint (benedictio, eulogäsis), passiv die gesegnete Sache, besonders aber das gesegnete Brot, das in altchristlicher Zeit und im frühen Mittelalter im Westen wie im Osten allgemein am Schluss der Messe vom Priester ausgeteilt zu werden pfelgte. Anfänglich erhielten es anscheinend nur die, welche nicht kommuniziert hatten, als eine Art Ersatz für die Eucharistie, später jedoch alle. Es wurde entweder alsbald in der Kirche genossen oder als Sakramentale mit nach Hause genommen.
| Evangelium
| Der als Hauptschriftlesung dienende Abschnitt aus einem der vier Evangelien. Ursprünglich eine fortlaufende Lesung, entwickelte sich dieser Teil der Messe mit der Ausbildung des Kirchenjahres zu einer Lesung ausgewählter, inhaltlich den Festen und Zeiten entsprechenden Abschnitte, die anfänglich lediglich an den betreffenden Stellen eines Evangeliencodexes oder in einem so genannten comes verzeichnet waren. Doch schon in karolingischer Zeit wurden sie aus dem Text der Evangelien herausgehoben und in Evangeliaren zusammengestellt. Im Bezug auf die Leseordnung der Evangelien-Abschnitte (Perikopen) gab es noch bis ins 16. Jahrhundert regionale Unterschiede. Vorgetragen wurde das Evangelium in frühchristlicher Zeit durch den Lektor, seit etwa dem 4. Jh. nur noch durch einen Diakon oder Priester.
| Evangeliar
| 1. Das Buch, in dem die vier vollständigen Evangelien zusammengestellt sind. 2. Das liturgische Buch, das die bei der Messe vorzulesenden Abschnitte aus den vier Evangelien nach Zeiten, Tagen und Festen geordnet enthält, sei es ohne, sei es mit den übrigen Schriftlesungen der Messe (Plenarium, Plenarmissale). Die zweite Bedeutung erhielt das Wort erst seit der Karolingerzeit.
| Evangelienseite
| Die Seite des Altars, an der das Evangelium gelesen wird, die Seite rechts vom Kreuz bzw. links vom Priester, in geosteten Kirchen also die nach Norden gerichtete Seite. Sie ist die ehrenvollere, weshalb auch auf dieser Seite, etwas vor den Altar gerückt, der bischöfliche Thron steht.
| | Evangelistar | Buch, das die Evangelienlesungen des Kirchenjahrs enthält. Es enthält folglich nicht alle Evangelientexte, sondern nur bestimmte Perikopen. Zusammen
mit dem Epistolar bildet es das Lektionar (Perikopenbuch). | | Exedra | Altchristliche Bezeichnung 1. der Aspis bzw. 2. des Vorhofes oder sonstiger Anbauten der Kirche.
| Exekration execratio
|
Entweihung, Vernichtung des sakralen
Charakters von geweihten Orten oder Gegenständen.
| Exequien
|
Kirchliche Beerdigungsriten für verstorbene
Getaufte. Zu diesen gehört nach dem römischen Ritus: 1. Einsegnung der Leiche im Sterbehaus und
Überführung in die Kirche, 2. Totenoffizium, 3. Totenmesse, 4. Absolution, 5. Übertragung der Leiche zum Grabe, 6. Niederlassen ins Grab unter Besprengung und
Inzensierung nebst Gebeten, 7. Rückkehr zur Kirche unter Beten des Psalms "De profundis". Bei den Exequien für Getaufte, die noch nicht
die Jahre der Unterscheidung erreicht haben, entfallen das Totenoffizium, die
Totenmesse, Absolution und Fürbitten, denn dieser bedarf der Verstorbene
nicht.
| | Exorzismus | Sakramentale, die den dämonischen Einfluss
auf Personen oder Gegenstände abwehrt. Dazu gehören Segnungen, Gebete, Befehle
und Scheltworte. 1. Tauferxorzismus, seit dem 3. Jh. 2. Kleiner Exorzismus: bei der Weihe des
Weihwassers und der heiligen Öle am Gründonnerstag. 3. Großer Exorzismus: wird an von Dämonen
Besessenen vorgenommen. Im Mittelalter wird auch das sonntägliche
Aspergieren als Exorcismus bezeichnet: Wohl weil in Klöstern auch die Klosterräume
mit Weihwasser besprengt wurden. | Exsultet Paeconium paschale
|
Osterankündigung Präftionsgesang zur Segnung der Osterkerze, der
großen Jubel und Freude zum Ausdruck bringt. Das Exsultet ist seit dem 7. Jh.
bezeugt, jedoch zunächst in stets wechselnden Formularen. Seit dem 9. Jh.
finden sich gleichbleibende Formulare, von denen das mozarabische,
ambrosianische und römische Exsultet noch heute in Gebrauch sind.
| Extersorium
| Mitelalterliche Bezeichunung für 1. das liturgische Handtuch, 2. das Kelchtüchlein.
|
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F
Fächer, liturgischer flabellum
|
Fächer, mit dem im Sommer Insekten von den
Opfergaben und vom Priester verscheucht wurden. Im Westen ist er noch im 14.
Jh. belegt. Im griechischen und armenischen Ritus ist er noch heute beim
Pontifikalamt als Sinnbild der anwesenden Cherubime in Gebrauch.
| | Faldistorium | Faltstuhl, der zu den Amtsinsignien eines Bischofs gehört. 1.
Bereits in der Antike bezeugter, ursprünglich zusammenklappbarer
Bischofsstuhl mit Armlehnen und vier, zwei sich je überkreuzenden
Füßen, jedoch ohne Rückenlehne. In der christlichen Kirche steht er an
der Epistelseite des Altars. Das Faldistorium wird von fremden
Bischöfen genutzt, vom Diözesanbischof jedoch nur (z.B. in der
Karfreitagsliturgie und in Totenmessen), wenn er seinen Bischofsthron
nicht benutzt. 2. Kniebank
für den Bischof, um während der Anbetung vor dem Sakramentsaltar und
dem Hochaltar die Arme aufzustützen. Diese kommt erst im späteren
Mittelalter in Gebrauch. | | Fano | Päpstliches, zwei lagiges, kreisrundes
Schultergewand aus weißer Seide, mit einem Kopfdurchlass in der Mitte. Es wird
über der Albe getragen und die obere Lage über die darüber angelegte Kasel
kragenförmig ausgebreitet. Nur der Papst trägt es bei der Messe. Bild | Farben, liturgische
| Die für Kasel, Stola, Manipel, Kelchvelum, Burse u.a. Paramente entsprechend dem Charakter des Tages oder des Gottesdienstes vorgeschriebenen Farben. Es sind Weiß, Rot, Grün, Violett und Schwarz. Gold kann für die drei ersten, Silber für Weiß gebraucht werden, Rosa statt Violett an den Sonntagen Gaudete und Laetare. Erste Spuren liturgischer Farben begegenen in der Karolingerzeit, im wesentlichen festgelegt wurden sie im 12. Jh. Um 1200 waren in Rom Weiß, Rot, Grün und Schwarz die Haupfarben, Scharlach, Violett und Gelb waren als Ersatzfarben gebräuchlich, im 14. Jh. wurde Gelb ausgeschieden. Außerhalb Roms finden sich überdies Blau, Braun, Grau (color cinericius) sowie ein Gemisch verschiedener Farben, das als color varius bezeichnet wurde. Ursprung ist das Bestreben, den Charakter und die Stimmung der gottesdienstlichen Feiern je nach Tag und Art derselben auch in der Farbe der Paramente eindrucksvoll zur Äußerung zu bringen. Die Farbregeln waren im 13. und 15. Jh. auch innerhalb einer Diözese sehr unterschiedlich und wurden in den Gemeinden auch nicht immer konsequent gehandhabt; nur im Bezug auf wenige Feste herrschte eine gewisse Einheitlichkeit: Weiß = Jungfrauenfeste / Rot = Pfingsten, Aposteltage, Märtyrerfeste. Entscheidend ist die Haupfarbe des Paraments als solche, Besatz und Verzierungen können auch eine nichtliturgische Farbe aufweisen.
| | Fasciae | 1. An der Rückseite der Mitra angebrachte
Zierstreifen,
2. an der Albe angebrachter Zierbehang (Parura). | Fastenvelum Hungertuch
|
Großes, ein- oder zweiteiliges Tuch, das während der
Fastenzeit vor dem Altar aufgespannt und am Mittwoch in der Karwoche wieder
entfernt wurde. Beim Gesang des "Velum templi scissum est " wird das Tuch
auseinander- bzw. in die Höhe gezogen. Fallen in die Fastenzeit Festtage,
Begräbnisse, Weihen oder andere feierliche Handlungen, wird das Fastentuch
geöffnet. Seit dem 13. Jh. besteht auch der Brauch, es stets bei der Elevation
zu öffnen. Der Gebrauch des Tuches sowie der Öffnungs- und Schließungsritus variierten je nach Ort
sehr. Es ist wohl im späten 10. Jh. im Zusammenhang der
cluniazensischen Reform als Bußübung aufgekommen. Wie einem Büßer das Betreten
der Kirche während der Fastenzeit nicht gestattet ist, so wird der Blick zum
Altar verwehrt. Nach dem Tridentinum kam das Fastentuch weitgehend außer
Gebrauch und wird nur noch in manchen Regionen genutzt, vor allem in Spanien.
| Fastenzeit
|
Die Zeit vom Aschermittwoch bis zum
Karsamstag. An den Werktagen jener Zeit wurde von jeher gefastet. Damit umfasst
diese Zeit 40 Fastentage, woher sich der Name Quadragesima herleitet.
| | Feria |
Im kirchlichen Sprachgebrauch Bezeichnung für
die Wochentage. Der Samstag wird in Anlehnung an den jüdischen Namen sabbatum, der Sontag dominica genannt. Schon zur Zeit Tertullians begegnet der Name
feria an Stelle der Bezeichnung der Wochentage mit heidnischen Götternamen.
Evtl. leitet sich der Name von einer Übersetzung des Wortes sabbatum her, denn
auch dieser war eine feria, ein arbeitsloser Tag. Die Wochentage von Montag bis
Freitag heißen feria II, feria III ect. Feriae maiores – Advents- und Fastenzeit,
feria II der Bittwoche. Feriae minores – alle übrigen Werktage.
| Feria - quarta - quarta cincerum - VI. in Parasceve / - in Passione Domini
| Der Mittwoch, der bis ins 5. Jh. hinein ein Stationstag mit gemilderten Fasten war (semijejunium).
s. Aschermittwoch s. Karfreitag
| Ferula
| lat. ferula = Stab, Bischofsstab
| Figuralgesang
| s. Polyphoner Gesang
| | Firmung | Sakrament, mit Handauflegung, Salbung und
Gebet, das den Empfänger zum Bekenntnis des Glaubens und Leben im Glauben
stärken soll. Sie wird nur ein Mal von einem Getauften empfangen, da sie als untilgbares Merkmal gilt. | Fistula
| Röhrchen zum Trinken aus dem Kelch während der (Papst-)Messe.
| | Flügel | 1. Seitlich des Altars an beweglichen Stangen
angebrachten Vorhänge (alae). 2. Dreieckiges, an Schnüren aufgehängtes Stoffstück,
das im Nacken der Dalmatik und der Tuizella anstelle von Quasten angebracht ist
(scapularia). | Fons
|
lat. fons = Brunnen 1. Taufbecken, da dieses ursprünglich durch
einen Ein- und Ablauf mit fließendem Wasser gespeist wurde. 2. In älteren römischen Ordines Bezeichnung
für ein Gefäß aus dem vor der Konsekration dem Wein Wasser zugegossen wurde.
| | Forma | 1. Seit spätestens dem 6. Jh. Bezeichnung für
eine Kniebank, später für das Chorgestühl, 2. ein Bodengrab, 3. die Form der Sakramente. | | Formale | Schließe des Pluviales. Bild | Frauenseite pars mulierum | In geosteten Kirchen das nördliche Schiff, das
schon in frühchristlicher Zeit der Ort der Frauen war. | Fronleichnamsfest
festum corporis Christi
dies sacramenti | Fest zur besonderen Verehrung des Sakraments
durch eine Aussetzung und Prozession. Durch die Anregung der Juliana von
Lüttich († 1258) erstmals 1247 in Lüttich gefeiert. 1264 unter Urban IV. wurde
das Fest auf die gesamte Kirche ausgedehnt und 1311 durch das Konzil von Vienne
bestätigt. | Frontale
| Altarbekleidung, die nur die Vorderseite der Stipes verhüllt.
| Frontellum frontiletum
|
1. Zierbehang des Altartuchs, 2. Bekleidung der Altarvorderseite.
|
G
Gaudete
| Name für den dritten Adventssonntag, benannt nach dem Anfangswort des Introitus. Dem Fastensonntag Laetare (s. dort) nachgebildet, von freudiger Grundstimmung.
| Gebetsverbrüderungen fraternitates confraternitates consortium societates fraternae
|
Vereinigung von Klöstern oder von
Stiftskirchen untereinander sowie mit Privatpersonen zur gegenseitigen, geistlichen
Hilfeleitung besonders nach dem Tode, durch Gebete und gute Werke. Seit dem 7.
Jh. üblich, erreichten diese Bruderschaften im 12. Jh. ihre Blüte, verloren im
13. Jh. an Bedeutung, waren jedoch noch über das Mittelalter hinaus üblich.
| Geburt Mariä, Fest der
festum Nativitatis B. Mariae Virginis | Fest zum Gedenken der Geburt Mariens am 8.
September. Wohl aus dem Osten übernommen, begegnet es in Rom und Gallien im 7.
Jh. Seit der Karolingerzeit ist es allgemein üblich und wurde unter Innozenz
IV. († 1254) mit einer Oktav versehen. | Gelasianum
| s. Sakramentar
| Geldoblation
|
Geldspende während der Messe, die nach 1000
anstelle der Naturoblation üblich wurde.
| Gewohnheit consuetudo
| Ein liturgischer Brauch, der nicht durch einen förmlichen Akt geschaffen, sondern auf langjähriger, kirchlich geduldeter Übung beruht. Derartige Gewohnheiten (consuetudines) begegnen oftmals in Klöstern und sind dort auch schriftlich festgehalten.
| Girenalbe
|
Albenart, die an der unteren Hälfte durch
eingesetzte, keilförmige Zwickel erweitert ist. Bild
| Glaubensbekenntnis
| s. Credo
| | Glockenkasel | Kasel in Form einer Glocke, d.h. sie ist vom
Kopfdurchlass zum Saum hin rundherum von gleicher Länge. Im Westen ist sie bis
ins 13. Jh. üblich, im Osten noch heute in Gebrauch. Bild | Glockenweihe benedictio signi vel campanae | Sakramentale, durch die Glocken von einem
Bischof zum Gebrauch geweiht werden. Zum Ritus gehören das Beten von sieben
Psalmen, Weihung des Weihwassers, mit dem die Glocken gewaschen werden
(deshalb auch Glockentaufe genannt), Salbung mit Krankenöl und Chrisam,
Beräucherung mit Weihrauch u.a. Rauchwerk, Singen des Evangeliums des Besuchs
Jesu bei Maria und Martha. Schon im 8. Jh. ist ein Ritus zur Glockenweihe
im Sakramentar von Gelone bezeugt, im 12. Jh. im Pontifikale vollständig
überliefert, nur das Evangelium wurde erst im 13. Jh. hinzugefügt. | Glöckchen
| Ein Glockenzeichen ist ertmals im 13. Jh. bei der Wandlung bezeugt. Dafür kann eine Handglocke oder eine an der Wand befestigte Ziehglocke dienen. Handglocken sind schon im 10. Jh. belegt, ihr Gebrauch ist jedoch unbekannt. Meist waren sie aus Bronze gefertigt, seltener aus Silber, das vergoldet sein konnte.
| Gloria in excelsis doxologia maior hymnus angelicus | Liturgische Lobpreisung Gottes und Jesu, die
sich in der Messe an das Kyrie anschließt und mit dem Gesang der Engel beginnt.
Es wird nicht gesungen bei: Ferialmessen (außer an den feriae der Osterzeit),
Adventssontagen, der Septuagesimal- und Fastenzeit, Fest der Unschuldigen
Kinder, privaten Votivmessen (außer bei Votivmessen der hl. Engel und der
Muttergottesvotivmesse, die an Samstagen gefeiert werden). Gewisse Teile des
Gloria sind schon im 4. Jh. bekannt, die heutige Form ist seit dem 9. Jh. nachweisbar. | Grab, heiliges
|
1. Altar oder Kapelle, wohin am Gründonnerstag
nach der Messe die konsekrierte Hostie in einer Prozession verbracht wird, wo
sie bis zum Ostersonntagmorgen verbleibt. 2. Grabbau in einer Kapelle, der gleichermaßen
in die Grablegungszeremonie eingebunden ist.
| Graduale
| 1. Name des liturgischen Buches, in welchem alle antiphonalen und responsorialen Gesänge der Messe zusammengestellt sind. 2. Ein an die Lesung sich anschließender responsorialer Psalmgesang, der zu den veränderlichen Teilen der Messliturgie gehört.
| Gradus
|
1. Stufe des Altars, 2. Stufen, die vom Schiff zum Altarraum
führen, 3. Weihestufe innerhalb einer geistlichen
Hierarchie, 4. im frühen Mittelalter Bezeichnung für den
Ambon (da zu diesem Stufen hinaufführen), 5. im frühen Mittelalter Bezeichnung des
Stufenpsalms. | Gregorianischer Choral cantus gregorianus | Bezeichnung des liturgischen Choralgesangs nach Gregor dem Großen, der
durch seine liturgischen Reformen und durch die Förderung des Gesangs
große Bedeutung für seine Entwicklung hatte.
| Gregorianische Messen
|
1. Gregorianisches Messtrizenar: Reihe von 30
Messen, die an 30 aufeinanderfolgenden Tagen für einen Verstorbenen gelesen
werden. Ihr Ursprung wurde Gregor dem Großen zugeschrieben, da sie in seinen
Dialogen erwähnt werden. Doch ist diese Messfolge älteren Ursprungs. 2. Gregorianisches Messseptenar: Reihe von
sieben Messen, die an sieben aufeinanderfolgenden Tagen für einen Verstorbenen,
im späten Mittelalter auch für Lebende gelesen wurden.
| Gregorianisches Wasser
|
Gesegnetes Wasser, dem Salz, Asche und Wein
beigemischt wurde, und zur Altar- und Kirchweihe bestimmt ist. Im Gelasianum
wird es bereits in seinen Grundzügen erwähnt, im Pontifikale des 9. Jh. ist es
vollständig ausgebildet.
| Gregorianum
| s. Sakramentar
| Gremiale / Schoßtuch panus toblea
|
Tuch, das dem Bischof beim Pontifikalamt auf dem Schoß
ausgebreitet wird, bei Kyrie, Gloria und Credo, bei der Austeilung der
geweihten Kerzen und der Asche sowie bei der Salbung einer Weihe. Das Tuch
besteht aus Seide. Im 13. Jh. wurde ein aus Leinen bestehendes Greminale auch
vom Priester beim Hochamt gebraucht.
| Gründonnerstag Feria V. in coena Domini dies viridium
| Seit dem 12. Jh. in Deutschland übliche Bezeichnung des Donnerstags der Karwoche, an dem der Einsetzung der Eucharistie durch Christus gedacht wird.
|
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H
Halleluja
| s. Alleluja
| | Hanc igitur oblationem | Bitte um die Annahme des Opfers bei Gott, das
sich im Kanon an das Communicantes anschließt. Vgl. | Handauflegung impositio manus - manuum | Symbolische Handlung durch die bei Diakonen-,
Priester- und Bischofsweihe der Empfänger Gottes Gnade übermittelt und die
geistliche Amtsvollmacht übertragen bekommt. Beim Taufritus und dem Exorzismus
der Besessenen ist der Handauflegung ein exorzistischer Charakter eigen. | Händeausbreitung / -faltung extensio manuum estensio
|
Sie ist Ausdruck der Erhebung des Gemüts zu Gott, der
Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten, des Verlangens nach Erbarmen und Hilfe, des
Dankes für gespendete Wohltat. Sie ist jeweils mit der Erhebung der Hände
verbunden (elevatio manuum); ursprünglich waren dabei die Hände ausgebreitet, später
zusammengelegt. Während der Messe werden die Hände erhoben beim Dominus
vobiscum, Oremus, Orate fratres, den Oratorien, der Präfatio u.a. Im späten
Mittelalter breitete der Zelebrans beim "Unde et memores" die Hände soweit
horizontal aus, das er selbst ein Bild des geopferten Christus darstellte. Das ineinander verschränken der Finger ist beim liturgischen
Gebet unüblich, dort werden die Hände aneinander gelegt.
| Händefalten des Liturgen
junctio manuum | Sinnfälliger Ausdruck der Erhebung des Gemüts
zu Gott, der Dankbarkeit, Verlangen nach Erbarmen u.a. Jeweils verbunden mit
der Erhebung der Hände (elevatio manuum). Die Händeausbreitung wurde
bald durch das Händefalten verdrängt, das Ende des Mittelalters beim
Domino vobiscum, Orate fratres, den Orationes und der Präfation üblich wurde.
Beim Unde et memores streckte der Priester die Arme weit zur Seite, so dass er
zum Bild des Gekreuzigten wurde. Die Händefaltung erfolgte mit
aneinandergelegten Handflächen, das Ineinanderlegen der Finger war nur im
privaten, nicht aber beim liturgischen Gebet üblich. | | Händesalbung | Zeremonie innerhalb der Priester- und
Bischofsweihe, bei der die Handflächen erst in Kreuzesform, dann ganz mit
Katechumenenöl bzw. mit Chrisam gesalbt werden. Im gallischen Ritus ist sie
bereits um 700 erwähnt, im römischen Ritus zunächst nur bei der Priesterweihe
üblich, seit dem 10. Jh. auch bei der Bischofsweihe. | | Händewaschung | Verrichtung, die bei verschiedenen
liturgischen Handlungen vorgenommen wird: 1. Nach Austeilung der Asche am Aschermittwoch, 2. nach Austeilung der geweihten Kerzen am Fest
der Lichtmess, 3. nach Austeilung der geweihten Palme am
Palmsonntag, 4. nach Salbungen, 5. im Pontifikalamt nach der Kommunion am Altar
vorgenommen, sonst nach der Rückkehr in die Sakristei, 6. vor der Austeilung der Kommunion, 7. vor der Messe, 8. im Pontifikalamt vor und nach dem Offertorium. | Henkelkelch calix ansatus | Kelch mit zwei Henkeln (ansatae), der bis zum
frühen Mittelalter allgemein in Gebrauch war, nach 1000 aber kaum noch
begegnet. Er diente hauptsächlich zum Einsammeln des Opferweins und zum
Austeilen des konsekrierten Weins.
| | Handtuch | 1. Sakristeituch zum Abtrocknen der Hände vor
und nach der Messe. 2. Kleines "Lavabotüchlein" zum Abtrocknen der
Hände nach der Opferung. 3. Größeres Tuch, an dem sich der Bischof die
Hände während des Pontifikalamts vier Mal abtrocknen: vor dem Anlegen der
Paramente, nach dem Offertorium, nach der Inzensierung der Oblate, nach der
Kommunion. Seit frühchristlicher Zeit bekommt der
Zelebrant das Handtuch vom Subdiakon gereicht. Deshalb erhält dieser bei seiner
Weihe bereits um 500 Krug, Schüssel und Handtuch. | Hauptentblößung
|
Dies ist Ausdruck der Ehrfurcht gegenüber der
liturgischen Verrichtung. Sie wurde von Papst Zacharias († 752) befohlen, ist
aber sei dem 11. Jh. z.T. in den Hintergrund getreten zugunsten der Mitra, seit
dem 13. Jh. zugunsten des Biretts und seit dem 16. Jh. zugunsten des Pileolus. Allgemein aber werden alle Gebetsakte mit entblößtem Haupt verrichtet
sowie eucharistische Handlungen wie die Aussetzung des Sakraments u.ä.
Personen, die während der Messe den Pileolus tragen dürfen, nehmen diesen vor
dem Kanon ab.
| | Hauptsalbung | Zeremonie, die bei der Bischofsweihe üblich
ist und unter Verwendung von Chrisam erfolgt. Gemäß dem englischen Pontifikale
des 10./11. Jh. ist sie auch bei der Priesterweihe üblich. | Hebdomada - mediana - in albis / - paschae / - paschalis - passionis - poenalis / - poenitentialis / - poenosa - sacra / - maior
| Die Woche nach Laetare.
Die Osterwoche.
Die Woche nach dem Passionssonntag (s. dort). Die Karwoche.
Die zweite Woche der Passionszeit und die Karwoche. In diesen Wochn wird keines der einfallenden Feste gefeiert.
| | Hebdomadarius | In Stiftskirchen und Klöstern der Kanoniker
oder Ordensgeistliche, der in der ihm zugewiesenen Woche als Zelebrant, Diakon,
Subdiakon oder Cantor amtiert. | | Hebdomas in authetica | Frühmittelalterliche Bezeichnung für die
Karwoche. | Heimsuchung Mariä, Fest der festum visitationis B. Mariae Virginis
|
Erinnerung an den Besuch Mariens bei Elisabeth
(Lk 1,39-45) am 2. Juli. Das Fest wird erst seit dem 13. Jh. gefeiert, von
Urban IV. († 1389), Bonifaz IX. († 1404) und von der Baseler Synode (1441)
für die gesamte Kirche vorgeschrieben ist.
| Herrenfeste
| Hauptfeste (feriae primariae), die zu Ehren Jesu begangen werden: Weihnachten, Beschneidung, Epiphanias, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam und Verklärung; zu den Nebenfesten (feriae secundariae) zählen: Herz-Jesu-Fest, Namen-Jesu-Fest, Kreuzauffindung, Kreuzerhöhung und das Fest des Blutes Jesu.
| Himmelfahrtsfest Ascensio D. N. J. Christi | Des Fest wird 40 Tage nach Ostern, am
Donnerstag der 6. Woche nach Ostern, zur Erinnerung an Jesu Himmelfahrt (Mk
16,19) gefeiert. Im Westen war es zur Zeit Augustins üblich, im Osten ist es
bereits durch Eusebius († 339) bezeugt. Im Mittelalter wurde das
Himmelfahrtsfest häufig mit Prozessionen begangen, die den Gang zum Ölberg
versinnbildlichten oder mit der Auffahrt einer Christusfigur durch das
Himmelfahrtsloch im Gewölbe. | | Historia | 1. Lesung des Offiziums, die der Bibel, den
Passionarien und den Legendarien entnommen sind.
2. Responsorien, die auf diese Lesung
antworten.
3. Alle im Antiphonar enthaltenen Teile des
Offiziums.
4. Reimoffizien des späten Mittelalters. |
| Homiliar
|
Sammlung von Homilien der Vigilien und des Offiziums, die nach dem Kirchenjahr
geordnet ist.
| Homilie
| Predigt.
| | Homophoner Gesang | Gesang, bei dem die obere Stimme, in der Regel
die Grundstimme (Melodie), durch Akkorde begleitet wird. Die Begleitstimmen
haben keine selbstständige Melodieführung. | Hore
| s. Stundengebet
| Hostie
| Im Westen ungesäuertes Brot in Oblatenform, das für die Messe verwendet wird. Zum Austeilen an die Gläubigen mussten die konsekrierten Hostien vor der Kommunion gebrochen werden.
| Humerale
| s. Amikt
| Hungertuch
| s. Fastenvelum
| Hymnus
|
griech. húmnos = Preislied Lob-, Dank- und Bittgesänge der Messe, z.B. Te
Deum, Gloria und Sanctus, die in gebundener oder ungebundener Form erscheinen.
Im engeren Sinne nur die Gesänge in gebundener Form (metrisch oder rhythmisch),
z.B. die Hymnen des Breviers, die Sequenzen der Messale oder die
Prozessionslieder. Im engsten Sinne jedoch nur die metrischen oder rhythmischen
Gesänge des Offiziums. Im Westen wurden die Hymnengesänge während der Liturgie
besonders durch Ambrosius gefördert. Sie entfalteten sich hauptsächlich seit
dem 8. Jh., wurden in die römische Liturgie jedoch erst ab dem 12. Jh. aufgenommen.
| Hymnus seraphicus
| s. Sanctus
| Hyperdulia
| s. Cultus hyperduliae
|
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Impositio manuum
| s. Handauflegung
| | Improperien | Klage Jesu am Kreuz über die Undankbarkeit
seines Volkes.
Am Karfreitag bei der Adoratio curcis
alternierend von zwei Solisten und zwei Chören gesungen. Seit dem 10. Jh. in
den Ritus der Kreuzesverehrung aufgenommen, im 11. Jh. als zur Karfreitagsliturgie
gehörend bezeugt. | Incensorium
|
Nach mittelalterlichem Sprachgebrauch 1. das Rauchfass, Bild 2. der Weihrauchbehälter. Bild
| Incensum
| s. Weihrauch
| | Inceptionale |
Liturgisches Buch mit den Intonationen der Antiphonen und
weiteren Gesängen der Messe und des Offiziums.
| Infula
|
Bezeichnet im mittelalterlichen Sprachgebrauch 1. das Birett, 2. die Kasel, 3. die Mitra, 4. die an der Mitra befestigten Zierbehänge, 5. das liturgische Gewand im allgemeinen. Heute wird das Wort nur noch im Sinne von 3. und 4. gebraucht.
| Inklination
|
Verbeugung des Körpers (inclinatio corporis) oder Verbeugung
des Hauptes (inclinatio capitis). Erstere geschieht durch die Neigung des
ganzen Oberkörpers (profunda) oder nur des Kopfes und den Schultern
(mediocris), welche wiederum unterteilt ist in tief, mittel und leicht (capitis
magna, - modia, - parva). Die tiefe Neigung erfolgt u.a. beim Gloria Patri, bei der
Nennung des Namens Jesu, bei "Oremus" und dem Agnus Dei sowie bei gewissen Stellen im
Credo oder der Präfation; sie entspricht dem cultus latriae. Die mittlere
Neigung geschieht bei der Nennung des Namens Marias und entspricht dem cultus
hyperduliae. Die capitis parva hat ihren Platz bei der Nennung des Namens eines
Heiligen oder des Papstes und entspricht dem cultus duliae.
| Insertio missarum
|
Das Vereinen von zwei oder drei Messformularen; dies geschah
bei dem missae bi- und trifaciatae.
| Intonation
|
Das Anstimmen eines Chores oder des Priesters von
liturgischen Gesängen durch das Ansingen der ersten Worte (initium). Der
Priester stimmte vor allem das Gloria, Credo, Te Deum und Asperges an, die anderen
Verse intonieren 1-4 Vorsänger.
| Introitus
|
Gesang des Chores nachdem der Priester zum Altar geschritten
ist sowie Worte des Priesters nach dem Stufengebet bestehend aus: Antiphon,
Psalmvers, Gloria Patri, Wiederholung der Antiphon. Der Introitus wurde durch
den Messritus des Cölestin I. († 432) eingeführt. Zu jener Zeit wurde noch ein
ganzer Psalm gesungen. Seit dem 12./13. Jh. betet ihn auch der Priester. Die
Anfangsworte einiger Introituspsalme gaben dem entsprechenden Sonntag seinen
Namen, z.B.: Gaudete (3. Adventsonntag), Invocabit (1. Fastensonntag), Laetare
(4. Fastensonntag), Judica (Passionssonntag), Quasimodo geniti (Weißer Sonntag).
| | Invitatorium | 1. Anbetung zu Beginn der Matutin, die sich
aus Ps 94 und einer Antiphon zusammensetzt.
2. Bei der Weihe eines Geistlichen die
feierliche Aufforderung zum Gebet, die der Bischof an den Klerus und an das
Volk richtet.
3. Einladung zum Gebet, die am Karfreitag
allen Fürbitten vorausgeht. | Inzens(ation)
| Eine in allen Riten bei der feierlichen Messe und anderen liturgischen Funktionen übliche Zeremonie, bei der vornehmlich Sachen, aber auch Personen beweihräuchert werden. Sie etablierte sich seit dem 4. Jh. in dem Maße, wie eine Missdeutung (Kaiserverehrung, heidnischer Götterkult) ausgeschlossen war. Die Bedeutung differiert: cultus latrius absolutus (direkte Anbetung der göttlichen Person) bei der Wandlung, Aussetzung, dem sakramentalen Segen und der sakramentalen Prozession; cultus latriae relativus (relative Anbetung) Inzensierung des Altars, des Evangeliums, des Kreuzes, der Kreuzreliquien; cultus duliae: Inzensierung von Heiligenreliquien und der Bilder von Heiligen. Religiöse Ehrung ist die Inzensation des Zelebranten, der Ministri, des Klerus und des Volkes im feierlichen Amt, des Bischofs beim feierlichen Empfang desselben, des Toten beim "Libera me" und beim Begräbnis; eine Sakramentale bei Weihe und Segnung. Die Inzensation der Opfergaben ist eine die Darbringung von Brot und Wein gleichsam ergänzende Oblation.
| Ite missa est - Deo gratias
|
Entlassungsformel, die schon im 1. römischen
Ordo bezeugt ist. Bei der Totenmesse wird stattdessen seit 1200 das "Requiescant
in pace – Amen" gesprochen. Vgl.
| Itinerarium
|
Reisegebet für Kleriker, das an das römische Brevier
angefügt ist, bestehend aus dem Lobgesang des Zacharias, der Preces und einem
Oratorium.
|
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J
| Johannes Baptist, Fest des hl. | Fest zur Erinnerung der Geburt Johannes des
Täufers (f. Nativitatis s. Joannis Baptistae) am 24. Juni; seit dem 4.
Jh. bezeugt; sowie der Gedenktag seiner Enthauptung am 29. August (f.
Decollationis s. Joannis Baptistae); in der Festordnung des Perpetuus von Tours
(† 491) und im Gelasianum bezeugt. | | Johannes Evangelist, Fest des hl. | Gedächtnisfeier zu Ehren Johannes des
Evangelisten am 27. Dezember; für Afrika seit dem 5. Jh., für Rom durch das
Leonianum und das Gelasianum bezeugt. | Jubilus
| Die lange Notenreihe auf dem letzten a des
Alleluja des Graduale, der man einen Text unterlegte, woraus die Sequenz entstand. | | Judica-Psalm | Ps 42, der mit "Judica me, Deus" beginnt.
Er wird spätestens seit dem 11. Jh. als Stufengebet gesprochen und wird im 13.
Jh. bereits auf dem Weg zum Altar gebetet. Er fehlt im mozarabischen Ritus, bei
den Kartäusern, den Dominikanern und den Karmelitern. | Junctio manuum
|
1. Bei liturgischen Handlungen s. Händeausbreitung,
-faltung, 2. bei der Eheschließung s. Eheschließungsritus.
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| Kamm, liturgischer | Kamm, der im Mittelalter beim Ankleiden vor
der Messe benutzt wurde. Er ist bereits in Inventaren des 9./10. Jh. belegt.
Heute ist er nur noch bei der Bischofsweihe in Gebrauch, wenn nach der
Hauptsalbung des Neukonsekrierten dessen Haar gekämmt wird. | Kanon, bischöflicher
| Ein nur den Bischöfen zustehendes liturgisches Buch im Folioformat, das die Praeparatio ad missam, den Ordo missae mit den Präfationen und den Kanon sowie die Danksagung nach der Messe enthält und während der bischöflichen Messe auf dem Altar aufgestellt wird.
| Kanon, größerer canon maior
| Teil der Messliturgie, zur so genannten Opfermesse gehörig, an das Sanctus anschließende und bis zum Pater noster reichend. Er wird vom Priester still gebetet. Während des Kanons erfolgt die Konsekration von Brot und Wein. Der Kanon beginnt mit dem Te igitur und enthält Gebete und Fürbitten, den Abendmahlsbericht mit den Einsetzungsworten (Konsekrationsformel), und die Elevation. Beim Quam oblationem werden die Wandlungskerzen entzündet; während der Wandlung bzw. zur Elevation ertönt ein Glockenzeichen, außerdem Inzensation mit Weihrauch. Vgl. | Kanon, kleinerer canon minor | Alle Gebete, die die Opferung von Brot und
Wein begleiten. Es sind das "Suscipe sancte pater" (zum Brot), "Offerimus
tibi" (zum Wein), "In spiritu humilitatis", "Veni", "Sanctificator",
"Lavabo" und "Suscipe sancta Trinitas". Diese sind stets
gleichbleibende Gebete des Kanons, die seit dem 11. Jh. mit regionalen
Unterschieden bestehen. Das seit dem 13. Jh. übliche römische Formular wurde allgemein
verbindlich in das Pianische Missale aufgenommen. | Kanoniker canonici
| Die unter einer kanonischen Regel zu gemeinsamem Leben vereinigten Weltgeistlichen an Kathedralen und anderen größeren Kirchen; heute die vollberechtigten Mitglieder eines Dom- oder Stiftskapitels.
| Kanontafel charta cum secretis
| Tabellarische Aufgliederung der vier Evangelien, die auf einen Blick die übereinstimmenden Abschnitte erkennen lässt. Sie erscheint – künstlerisch oft reich verziert – regelmäßig als Vorstück in den Evangeliaren.
| Kantor
| Im gregorianischen Gesang Vorsänger und Leiter der Schola; seit der Reformationszeit Bezeichnung des Leiters des Kirchenchors und des Schulgesangs.
| Kantorstab baculus praeceptoris | Stab des Leiters des Sängerchors (praeceptos
oder episcopus chori), dessen oberer Abschluss eine Kugel, eine Krümme, einen
turmartigen Aufsatz oder eine Figur bildet. | Kanzel
| Erhöhter, von einer Brüstung umfasster Standort für eine Person zu Predigt, liturgischem Gebet, Rede und amtlichen Erlassen, vor allem in Kirchen, aber auch als so genannte Außenkanzel an Umfassungsmauern, Fassaden, auf Friedhöfen für Gottesdienste im Freien, desgleichen im profanen Bereich an Rathäusern, auf Festplätzen und in Kriegslagern.
| Kapitel capitulum
| 1. Vereinigung einer religiösen, mit einer
Selbstverwaltung versehenen Körperschaft, bestehend aus Geistlichen höheren
Ordines einer Kathedrale oder Stiftskirche, die den Chordienst verrichten
(Konventsmesse, Offizien, Anniversarien). Die vollberechtigten Mitglieder
heißen Kanoniker oder Kapitulare, sie unterstehen einem Propst oder Dekan. Seit
dem 13. Jh. wird sie Kapitel genannt, zuvor sprach man von Konvent. Der Name
Kapitel leitet sich von dem Kapitel der Ordensregeln ab, das bei jeder
Versammlung gelesen wurde.
2. Versammlung des Kapitels einer Dom- oder
Stiftskirche.
3. Ort, an dem die Versammlung stattfindet
(Kapitelsaal, Kapitelhaus). | Kaplan cappelanus | Ursprünglich Geistliche, die in der
Palastkapelle der fränkischen Könige, in der die Reliquie des hl. Martin von
Tour (cappa) aufbewahrt wurde, den Gottesdienst versahen.
Im späten Mittelalter:
1. Priester, der eine Kapelle oder einen Altar
zur Pfründe hat,
2. Hilfspriester eines Pfarrers,
3. Hilfspriester höherer kirchlicher Würdenträger,
der bei liturgischen Verrichtungen den Würdenträger vertritt oder ihm
assistiert,
4. Priester, der die Messe in Hauskapellen der
Fürsten (Hofkaplan) und Adligen (Schloss-, Burgkaplan) versah,
5. Priester, der im Feldlager der Soldaten
Messen hielt (capellanus banderiae),
6. seltener auch der Inhaber einer Pfarrei. | Kapelle
|
Ursprünglich der Raum, in dem der Mantel (cappa) des Martin
von Tour aufbewahrt wurde. 1. Sakralbau oder –raum, der keine Kirche ist, sondern nur
ein oratorium publicum, semipublicum oder privatum. In diesem Sinne begegnet
das Wort bereits im 9. Jh. 2. Seit dem späten Mittelalter auch Bezeichnung aller
liturgischen Gewänder und Paramente, die zum feierlichen Amt notwendig sind. 3. Von der karolingischen Zeit bis ins späte Mittelalter
Bezeichnung aller zu einer Kapelle gehörenden liturgischen Geräte, Reliquien
und Paramente. 4. Bezeichnung des Sängerchors.
| Karfreitag biduana feria sexta in Parasceve in Passione Domini maior
|
Freitag der zweiten Passionswoche, an dem des
Todes Jesu gedacht wird. Heute findet an diesem Tag keine Messe mit Kommunion
statt, im Mittelalter aber war dies durchaus üblich. Die Liturgie beginnt mit
der Prostration des Zelebranten und der Ministranten am Altar, es folgen
Lesung, Gebet, die Lesung der Passion nach dem Johannesevangelium, Fürbitte (orationes
solemnes), Enthüllung und Verehrung des Kreuzes (odoratio crucis),
Wiedereinholung der am Gründonnerstag im Grab beigesetzten Hostie und der
Präsanktifikatenliturgie. Die Karfreitagsfeier ist erstmals im Gelasianum bezeugt.
| Karsamstag
sabbatum requiei Domini corporis | Der Karsamstag ist der Vigiltag des
Osterfestes. An ihm finden die Weihe der Osterkerzen und des neuen Feuers vor
der Kirchentür statt. Dem Einzug des neuen Lichts folgt die Weihe der
Osterkerze unter Singen des Exsultet. Hinzukommen 12 AT-Lesungen, die
Taufwasserweihe, Allerheiligenlitanei, die Messe, bei der Gloria und Glocken
wieder erklingen, Kommunion und die anschließende Ostervesper. Die Liturgie
kommt ohne Introitus, Kyrie, Offertorium, Agnus Dei und Communio aus. | Karwoche
| s. Hebdomada sancta
| Kasel
| lat. casula = kleine Hütte, Umhang Liturgisches Gewand: mit einem Ausschnitt für den Kopf versehener Umhang aus Seide oder edlen Stoffen, häufig reich verziert mit dem bestickten Kaselkreuz auf dem Rücken und dem Kaselstab auf der Vorderseite (s. Farben, liturgische). Bild | Katafalk castrum dolores
| Ein in der Mitte der Kirche errichtetes, von Kerzen umgebenes Trauergerüst (Scheinbahre), an dem bei Abwesenheit der Leiche nach der Totenmesse die Absolutio vollzogen wird.
| | Katechumene | gr. katechoúmenos von katecheiv = unterrichten
Nichtgetaufte, die sich durch religiöse
Unterweisung auf den Empfang der Taufe vorbereiten. Die Länge des Katechumenats
war nie vorgeschrieben. Die Katechumenen wohnten der Messe nur bis zur
Schriftlesung oder bis zur Predigt bei, falls eine erfolgte. Sie wurden mit den
Worten "Catechumenus si qui est, recedat" o.ä. entlassen. | | Katechumenenmesse | Gebets- und Lesegottesdienst vor dem Kanon, an
dem auch Katechumenen teil nehmen. Er wird bereits in der 4. Synode von
Karthago (um 84) missa catechumenorum genannt. Mit dem Zurückgang der
Erwachsenentaufe zugunsten der Kindertaufe verlor er an Bedeutung. | Kathedrale
| Die bischöfliche Hauptkirche und als solche die Pfarrkirche der ganzen Diözese; benannt nach dem sich in ihr befindlichen bischöflichen Thron (cathedra), dem Lehr-, Richter- und Regierungsstuhl des ganzen Diözesansprengels. Oft wird sie auch als Dom, seltener als Münster bezeichnet.
| Kelchtüchlein
| s. Abstersorium
| Kelchvelum
| Ein Tuch, das erst seit dem Missale Pius' V. allgemein vorgeschrieben ist; selbst in Rom war es gegen Ende des 15. Jh. noch nicht in Gebrauch. Mit ihm ist der Kelch vor der Opferung und nach der Kommunion zu verhüllen. Es muss aus Seide gemacht sein und die Farbe des Messgewandes (s. Farben, liturgische) haben. Vorläufer des Kelchvelums scheint das Tuch (mappula, sindon, sudarium, mantile, offertorium) zu sein, mit dem man wenigstens schon im 13. Jh. beim Hochamt Kelch und Patene auf dem Kredenztisch bis zur Opferung zu bedecken pflegte.
| Kirchenjahr
| Unterteilung der 52 Wochen des Jahres in Festzeiten und festlose Zeiten. Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent. Es wird durch drei Festkreise gegliedert: Weihnachts-, Oster- und Pfingstkreis.
| | Kirchenpatron | Der/die Heilige, zu dessen/deren Ehre eine Kirche geweiht ist. | Kirchentitel titulus ecclesiae titularis
| Name des Heiligen bzw. der Heiligen, zu dessen/deren Ehre die Kirche geweiht wurde. Jede Kirche trägt einen Titel.
| Kirchentonarten
| Eine Reihe von acht Tönen, die dem liturgischen Choral zugrunde liegen und mit Zahlen oder griechischen Städtenamen bezeichnet sind. Man unterscheidet vier Hauptreihen und vier Nebenreihen. Hauptreihen (authentisch, Quinte und obere Quart): tonus primus - Dorius (D-a-d), tonus tertius - Phrygius (E-h-e), tonus quintus - Lydius (F-c-f), tonus septimus - Mixolydius (G-d-g); Nebenreihe (plagal, Quart und obere Quinte): tonus secundus - Hypodorius (A-d-a), tonus quartus - Hypophrygius (H-e-h), tonus sextus - Hypomixolydius (D-g-d). Im 15. Jh. traten zur Hauptreihe hinzu: tonus nonus - Aeolius (A-e-a), tonus undecimus - Joniucus (C-g-c); zur Nebenreihe: tonus decimus - Hypoaeolicus (E-a-e), tonus duodecimus - Hypojonicus (G-c-g). Kirchentonarten sind diatonisch, d.h. ohne Erhöhung oder Erniedrigung; sie besteht nur aus fünf Ganz- und zwei Halbtonschritten. Nur der Intervall f-h wird zu f-b, um den harten Tritonus zu vermeiden. Nach mittelalterlicher Auffassung geht die authentische Reihe auf Ambrosius, die plagale auf Gregor den Großen zurück. Wahrscheinlich aber stammen beide aus dem Osten.
| | Kirchenväter | Die anerkannten Lehrer der Alten Kirche, welche mit ihrem Schrifttum
als Zeugen der Überlieferung und Rechtgläubigkeit gelten. Der
Vaterbegriff wird mit 1 Kor 4,15 erklärt. Die lateinischen Kirchenväter sind: Ambrosius, Hieronymus, Augustin und Gregor der Große. Die griechischen Kirchenväter sind: Johannes Chrysostomos, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz und Athanasius von Alexandria.
| Kirchweihe consecratio ecclesiae
| Der feierliche, dem Bischof vorbehaltene Ritus, durch den eine Kirche der ausschließlich gottesdienstlichen Verwendung zugeführt und zugleich für dieselbe dauernd geheiligt wird.
| Kleriker clericus
| Eine im Mittelalter durch den Empfang der Tonsur in den geistlichen Stand aufgenommene und der Vorrechte desselben teilhaft gewordene männliche Person.
| Klerus
| Jene von den Laien unterschiedene Personengruppe, der durch Wahl und Weihe Anteil am kirchlichen Amt und an geistlicher Vollmacht (potestas) verliehen wird und die unter kirchlichem Recht steht.
| Kniebeugung genuflexio
| Zeremonielle Haltung, die bei der Liturgie häufig gefordert wird. Im Osten ist sie unbekannt. Bei der kurzen Kniebeuge werden beide oder nur das rechte Knie gebeugt, bei der langen immer beide. Die Kniebeuge in der Messe bei der Wandlung und nach der Wandlung bis einschließlich der Kommunion wird erst mit dem Missale Pius' V. verpflichtend.
| Königsweihe coronatio - regis - reginae
| Das germanische Stammeskönigtum und das römische Königstum wird sakral, als Herrschaft von Gotte Gnaden, verstanden. Bei Amtsantritt erfolgt die Krönung mit der Übergabe der Insignien und nach biblischen Vorbild die Salbung (u.a. 1 Sa 10,1; 1 Kö 1,34). So wird der Herrscher zum "Gesalbten des Herrn", zum Christus domini, und somit unantastbar. Seit dem 9. Jh. sind die Ordines der Königsweihe schriftlich geregelt. Salbung sind bei den Westgoten seit 672 bezeugt und bei den Merowingern seit der Herrschaftsübername Pippins d.J. 751. Im Westfränkischen Reich liegen von Erzbischof Hinkmar (um 806-882) vier Formulare für die Herrscherweihe vor. Dazu gehört eine Salbung mit einem legendären, vom Himmel gebrachten Salböl. Diese werden zur Voraussetzung des Reimser Krönungszeremoniells. Bei den Ostfranken besteht seit der Inthronisation Ottos I. neben der Königsweihe auch eine Kaiserweihe, die in Aachen bzw. in Rom vorgenommen werden, so dass ein doppelter Initiationsritus nötig wurde.
| Kollegiatskirche, Stiftskirche
| Kirche, die einem Stiftskapitel (Weltgeistliche) gehört, d.h. in Deutschland auch die Kirchen der alten Mönchsorden: Benediktiner, Augustiner, Chorherren, Prämonstratenser, Zisterzienser, Kluniazenser.
| Kollekte
| Zunächst fast ausschließlich im kirchlichen Bereich für Gebet, Fürbitte, Agende verwendet. Jünger ist die Bedeutung von Einsammeln von (Geld-)Spenden in Kirchengemeinden, Orden (bes. Bettelorden), Zünften oder Gilden zur Bestreitung gemeinschaftlicher Aufgaben (Gaben für die Eucharistie, Armenpflege, Unterhalt der Gemeindevorsteher etc.), was der Sache nach aber bereits der urchristlichen Gemeinde bekannt war.
| Kommemoration commemoratio
| Bei Konkurrenz von zwei Festen am gleichen Tag (s. Oktav) werden in der Messe eine zweite Oration (auch: Gebet, Postcommunio) von dem rangniedrigen Fest übernommen, in Laudes und Vesper die Antiphonen zu Benedictus und Magnificat gesungen mit Versikel und Oration.
| Kommende
| Pfründe eines Geistlichen, der verpflichtet ist, die mit diesem Benefizium verbundenen geistlichen Pflichten einem anderen Geistlichen zu übertragen.
| Kommunion
| Der Empfang des Sakraments wird als Kommunion bezeichnet. Im Westen genießt nur der zelebrierende Priester das Sakrament unter beiderlei Gestalt. Die kommunizierende Gemeinde empfängt nur die Hostie. Dieser Brauch ist seit dem 12. Jh. üblich, 1415 wurde er auf dem Konzil von Konstanz vorgeschrieben und der Laienkelch verboten. Im Osten wird das Sakrament unter beiderlei Gestalt ausgeteilt. Allerdings empfängt es nur der Klerus getrennt, die Laien erhalten die zuvor in Wein eingetauchte Hostie. Vgl. | Kommunionbank
| s. Altarschranken
| Kommuniongesang communio
| Melismatisch gesungener antiphonartiger Text, dem römischen Messritus
gemäß nach dem Genuss des hl. Blutes durch den Zelebranten, sonst
gebetet vom Priester. | Kommuniontuch linteum mappula tobalea
| Ein weißes Tuch, evtl. aber nicht zwingend aus Leinen, das der Ministrant bei der Kommunion vor den Empfangenden hält. Mit dem Aufkommen der Kommunionbänke wird es über diese ausgebreitet. Bild
| Komplet
| Der Abschluss des kanonischen Stundengebets, das liturgische Nachtgebet.
| Konfessio confessio
| 1. Vorkammer des Religiengrabes im Boden, vor oder über diesem gibt es eine Durchsicht zum Grab (z.B. Konfessio Petri in St. Peter, Rom). 2. Seit dem 8. Jh. auch das Reliquiengrab selbst. 3. Seit der 2. Hälfte des Mittelalters auch Bezeichnung der Krypta als Vorraum zum Heiligengrab.
| Konopeum conopeum
| 1. Altarbaldachin, 2. zeltartige Verhüllung des Tabernakels. Bild
| Konsekration
| 1. Der Akt der Wesenswandlung des Brotes und Weines im Kanon der Messe durch die über diese gesprochenen Einsetzungsworte. 2. Die vom Bischof unter Salbung mit Chrisam vorgenommene Weihen. 3. Die feierliche Einkleidung neu geweihter Nonnen durch den Bischof.
| Konzelebration concelebratio
| Die gemeinschaftliche Feier einer Messe durch zwei oder mehrere Priester, die gleichzeitig miteinander die gleichen Messgebete verrichten sowie gemeinsam die Konsekrationsworte über dasselbe Brot und denselben Wein aussprechen, während die Zeremonie nur von einem, dem Hauptzelebranten, vorgenommen wird.
| Korporale
| Das geweihte, aus Linnen bestehende Tuch, das während wie außerhalb der Messe als Unterlage unter der Hostie, dem Corpus Christi, ausgebreitet wird. Nach seinem Gebrauch wird es zum Zweck der Aufbewahrung zuerst der Tiefe und dann der Breite nach zu drei gleichen Teilen zusammengefaltet. Aufbewahrt wird es in der Bursa bzw. der Korporalientasche.
| Korporalientasche
| Neben einem Kästchen oder Säckchen dient die Korporalientasche als Aufbewahrungsort für das Korporale (s. Bursa).
| Kredenztisch credencia
| Ein kleiner Tisch an der Epistelseite des Hochaltars, auf dem beim feierlichen Hochamt zwei Leuchter und das Evangelienbuch stehen. Auch die Kännchen sowie der Kelch mit der Patene befinden sich bis zur Gabenbereitung dort.
| Kreuzaltar
| Altar, der dem hl. Kreuz geweiht ist und am Eingang des Chores unter dem Triumphbogen bzw. vor einem hohen Kreuz in der Kirche seinen Ort hat. In Stifts- und Klosterkirchen wird dort die Messe für die Gemeinde gelesen (Laienaltar).
| Kreuzgang ambitus | Gang, der um den rechteckigen Hof einer Klausur angelegt ist. An eine Seite schließt sich die Kirche, an die anderen die Klostergebäude an. In ihm wurden Prozessionen mit einem Kreuz abgehalten, woher sich sein Name ableitet.
| Kreuzzeichen
| Ein Kreuz über einer Persone oder einem Gegenstand zu zeichnen, ist eine Zeremonie, die seit dem frühen Christentum die liturgische Handlung begleitet. Dabei wird mit Daumen oder mit der ganzen Hand das Kreuz geschlagen. Besonders häufig erfolgt es während der Messe, bei der Kirchen- und Altarweihe sowie beim großen Exorzismus. Kleines Kreuz - mit dem Daumen: Dabei wird der bekreuzte Gegenstand berührt. Es erfolgt in der Messe bei der Evangeliumslesung, bei der Taufe beim Beginn der Taufhandlung und dem Exorzismus, bei der Altarweihe bei der Bezeichnung des Altars mit gregorianischem Wasser. Großes Kreuz - mit der ganzen Hand und ausgestreckten Fingern: Es erfolgt bei der Segnung von Personen und Dingen, bei der Selbstbekreuzigung des Liturgen zu Beginn der Messe und am Schluss von Gloria und Credo.
| Krypta
| Ein aus dem Reliquienkult hervorgegangener, gottesdienstlichen Zwecken dienender und daher meist mit einem Altar ausgestatteter unterirdischer Raum oder Gang unter dem Ostchor größerer Kirchen. Im Mittelalter diente sie zur Aufbewahrung von Reliquien oder als Grabstätte geistlicher oder weltlicher Würdenträger.
| Kuss, liturgischer
| Dazu zählt der Friedenskuss, der Kuss des Altars, des Evangeliumsbuches, der Patene, der Reliquien u.a. Er ist seit frühchristlicher Zeit in Gebrauch. Im Mittelalter begleitete er viele kirchliche Zeremonien. Dem Papst wird der Fuß- oder Kniekuss erwiesen.
| Kusstäfelchen
| s. Paxtafel
| Kyriale
| Auszug aus dem Graduale. Es verzeichnet die Gesänge des Ordinarium missae, d.h. die Gesänge, die bei jeder Messe gesungen werden und nicht zu besonderen Festtagen oder Messen gehören. Das Kyrie ist der erste der Gesänge und gab dem Buch seinen Namen.
| Kyrie (- eleison / Christe eleison)
| Ein Bittruf um Erbarmen, der in sechsmaliger Wiederholung, unter Einschaltung eines dreimaligen Christe eleison nach dem Introitus der Messe vom Chor gesungen und vom Priester gebetet wird. Die ersten drei Kyrierufe sind nach mittelalterlicher Anschauung an Gottvater, die folgenden drei Christerufe an den Sohn und die letzten drei Kyrierufe an den Heiligen Geist gerichtet.
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L
Laetare
| Der Name des vierten Sonntags der Fastenzeit, an dem in den Messgebeten die Freude über das durch Christus den Menschen bereitete Heil den der Zeit eigene Bußernst auch äußerlich vorübergehend zurückgedrängt wird.
| Laudes
| 1. Feierliche, litaneiartige liturgische Akklamationen nach der Krönung des Papstes und im Mittelalter auch nach der des Kaisers. 2. Ein dreimaliger Allelujagesang, der im gallikanischen Raum nach der Übertragung der Ostergaben zum Altar und nach deren Verhüllung angestimmt wurde. 3. Ältere Bezeichnung der Tropen des Gloria.
| Lauretanische Litanei
| Litanei zur Ehren Mariens bestehend aus Anrufungen, die Maria mit ihren Ehrentiteln ansprechen (Stern des Himmel, verschlossener Brunnern u.ä.). Der Name leiten sich von Loreto, dem Ort ihres Ursprungs ab. Dort entstand sie in der 1. Hälfte des 16. Jh., indem man eine ältere Muttergotteslitanei vereinfachte. 1588 wurde sie unter dem Titel Letania loretana in Deutschland bekannt.
| | Lavabotüchlein | s. Abstersorium
| Lectrum
| Mittelalterliche Bezeichnung des Ambo.
| Lektionar
| Eine nach dem Kirchenjahr geordnete Zusammenstellung von Lesungstexten des Alten und Neuen Testamens, die bei den Messen verwendet werden.
| Lektorat
| Ordo des Lektors, d.h. des liturgischen Lesers. Dieser nimmt den zweiten Grad der ordines minores ein. Im Westen ist das Amt bereits im 2. und 3. Jh. bezeugt. Zunächst hatte der Lektor die Aufgabe, die Bibeltexte bei der Messe zu verlesen. Doch übernahmen im lateinischen Ritus der Diakon die Evangeliumslesung und der Subdiakon die Epistellesung, so dass für den Lektor nur noch wenige Lesungen übrig blieben, wie die Prophetie am Karsamstag oder zur Pfingstvigil. Im Osten ist das Lektorat seit dem 4. Jh. bekannt. Dort wurde dem Lektor nur die Evangeliumslesung entzogen.
| Lettner
| Ein im Hoch- und Spätmittelalter monumentaler Einbau (meist aus Stein), der Klerikerchor und Laienschiff in abendländischen Kathedralen, Kloster-, Stifts- und Pfarrkirchen (mit Kapitel) voneinander trennt und zugleich für gottesdienstliche Schriftlesungen und Predigt Schwelle zwischen beiden Räumen ist; zusätzliche Verwendung als Sängerbühne, oft mit Orgel.
| Leviten
| Bezeichnung für Ministranten (Diakon und Subdiakon), die dem Priester bei der Messe assistieren.
| Liber - episcopalis - ministerialis - pontificalis, Papstbuch
| Frühmittelalterliche Bezeichnung des späten Pontifikale genannten liturgischen Buches. s. Liber episcopalis Lebensbeschreibungen der Päpste, die im 6. Jh. unter Rückgriff auf älterer Quellen verfasst und in der Folgezeit fortgeführt wurde. Es enthält reiches liturgiewissenschaftliches Material. Eine zuverlässige Ausgabe liegt vor mit: Duchesne 1886/92.
| Lichtmess
| s. Reinigung Mariä
| Linteamen altaris
| Altartuch. Bild | Linteum
| s. Kommuniontuch
| Litanei litaniae
| Flehgebet; die Gebetsrufe sind ursprünglich Christus-Anrufungen. Auf die vom Vorbeter/Vorsänger vorgetragenen Intentionen antwortet der Chor oder die Gemeinde mit einem gleichbleibenden Ruf, z.B. Kyrie eleison. In Rom seit dem 6. Jh. Name für Bittprozessionen; im Westen ist zunächst die Anliegen-Litanei zu Beginn der Messe und am Ende von Laudes und Vesper bezeugt. Im 7. Jh. bildet sich als Mischtyp aus Anliegen- und Anrufungs-Litanei die Allerheiligen-Litanei heraus.
| Liturgie
| 1. Im weitesten Sinne jeder von der zuständigen Autorität oder durch Brauch und Gewohnheit geregelte, gemeinschaftlich gefeierte sowie öffentliche Gottesdienste. 2. Im engeren Sinne die von der Kirche im Namen und Auftrag Christi durch eigens von ihr dazu berufene und bevollmächtigte Amtspersonen ausgeübte stellvertretende und mittlerische Gebetstätigkeit.
| Luminum festum
| s. Reinigung Mariä
| Lunula
| Der halbmond- oder kreisförmige, oft mit Edelsteinen und Pendilien verzierte Halter, welcher in der Monstranz die Hostie trägt.
| Lustration
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Liturgische Entsühnung oder Läuterung von dämonischen
Einflüssen sowie Segnung oder Heiligung. Sie geschieht durch Abwaschung oder Besprengung mit
geweihtem Wasser (z.B. Besprengung eines Krankenzimmers). Häufig ist sie mit einer Weihe verbunden (z.B. Altar-, Kirchen- oder Glockenweihe).
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M
Männerseite
| In geosteten Kirchen das südliche Schiff, das
schon in frühchristlicher Zeit der Ort der Männer war. | | Märtyrer | Blutzeuge, der um Christi Willen sein Blut vergossen hat.
| Magnificat
| Lobgesang der Maria bei der Verkündigung; Biblischer Text (Lk 1, 46-55), der wie andere Bibelverse auch Bestandteil der Stundenliturgie ist (s. Benedictus; s. Nunc dimittis). | Martyrologium
| Ein liturgischer Kalender, in dem die Namen der zu verehrenden Märtyrer und Heiligen an ihren Gedenktagen verzeichnet sind.
| Manipel manipul im Mittelalter: mappula fano [phano, fanum, favo] sudarium mantile manuale sestace
| Ein etwa 1 m langes, 5-10 cm breites, streifenförmiges Ornatstück, welches so auf dem linken Vorderarm getragen wird, dass seine Enden beiderseits herabfallen. Um ihn am Arm zu befestigen, wird er entweder an der Innenseite mit Bändern zum Anbinden versehen oder es werden seine beiden Hälften in einiger Entfernung von der Mitte so miteinander vernäht, dass ein Durchschlupf zum Durchstecken des Armes entsteht. Er hat sich in der Farbe (s. Farben, liturgische) nach dem Messgewand zu richten. Der Manipel kommt allen höheren Ordines zu. Für den Subdiakon ist er liturgisches Amtsabzeichen (Insignie). Zunächst ein römisches Sondergewand, das von den Ortsgeistlichen als Vorrecht eifersüchtig behütet wurde, war er ab dem 9. Jh. im Westen allgemein heimisch. Der Manipel ist römischer Herkunft. Er hat sich aus der antiken mappa entwickelt, einer Art Taschen- oder Schweißtuch, das aber nicht praktischen Zwecken diente, sondern von Leuten von Stand als Etikettetuch in der Hand getragen wurde. Als liturgisches Ornat unterlag seine Form diversen Wandlungen: Ursprünglich ein förmliches Tuch, das zu einem Streifen zusammengefaltet wurde, begann man in der Karolingerzeit, dasselbe durch ein bloßes Band zu ersetzen, das man entweder in der linken Hand oder auf dem linken Vorderarm trug. Zu Beginn des 11. Jh. war der Manipel allgemein zu einem einfachen Streifen geworden, der häufig mit Stickereien und einem besonders schön geschmückten Abschlussstück versehen war. Im 12. und 13. Jh. war dieses Endstück oft trapezförmig, im 14. Jh. verlor sich diese Form, im 16. Jh. wurde es wieder verbreitert. Im 18. Jh. gab es Schaufel- oder Taschenmanipel mit großen schaufel- und taschenartigen Enden. Material war nach dem Papstbuch ursprünglich Halbleinen (palium linostimum), Amalarius von Metz spricht im 9. Jh. von Leinwand, auch solche aus Seide gab es bereits. Dies wird dann ab 1000 die Regel. Bild | Mappula
| Im Mittelalter Bezeichnung für: 1. den Manipel, 2. den tragbaren Baldachin, 3. die Bedeckung des Kelches und der Patene auf der Kredenz beim Hochamt, 4. das Schultervelum des Patenarius.
| Marianische Antiphonen
| Dazu gehören vier antiphonisch gesungene Marienhymnen, die je nach Kirchenjahr wechseln: Alma redemptoris mater: vom ersten Adventssonntag bis einschließlich des Lichtmesstages. Ave regina caelorum: vom Lichtmesstag bis Ostern. Regina caeli laetare: für die Osterzeit. Salve Regina: für die übrige Zeit. Die Antiphone schließen jeweils Laudes und Vigil des privaten Stundengebets sowie alle Horen des Chorgebets ab. Seit dem 10./11. Jh. sind sie in das Offizium aufgenommen.
| Marienfeste
| Kirchliche Feste zu Ehren Mariens. Hauptfeste (f. primaria): Unbefleckte Empfängnis (8. Dez.), Geburt (8. Sept.), Verkündigung (25. März), Reinigung (2. Juli), Himmelfahrt (15. Aug.). Nebenfeste (f. secundaria): Erscheinung Mariens (11. Febr.), Sieben-Schmerzen-Fest (Freitag nach dem Passionssonntag u. 15. Sept.), Namensfest (12. Sept.), Darstellung Mariä im Tempel (21. Nov.), Rosenkranzfest (7. Okt.), Maria vor der Erbarmung (24. Sept.), Maria vom Berge Karmel (16. Juli), Maria zum Schnee (5. Aug.) sowei verschiedene lokale Feste.
| Martyrologium
| 1. Verzeichnis der Heiligen, chronologisch nach Jahresablauf geordnet. Es diente den liturgischen Feiern des Jahrestages des Todes (dies natalis), der Beisetzung (depositio), der Erhebung (elevatio) oder der Überführung der Gebeine (translatio). 2. Mittelalterliche Bezeichnung des Nekrologium, mit dem das Martyrologium oft zu einem Buch zusammengebunden war.
| Matutin
| Nächtliches Stundengebet; bis zum 11. Jh. meist Vigilia genannt.
| Memento
| 1. Aufforderung, Mahnung zum Eingedenken, z.B. des Todes im M;emento mori. 2. Mementogebete: Als Gedächtnisgebete Bestandteil des römischen Messkanons, einmal als Gedächtnis der Lebenden nach dem Te igitur, zum anderen als Gedächtnis für die Verstorbenen nach dem Supplices.
| Mensa
| Altarplatte (i.d.R. steinern), die als Aufsatz der Stipes die Oberfläche des Altares bildet.
| Mensagrab
| Ein Reliquiengrab, das sich in der Mensa des Altars befindet. Im tragbaren und im feststehenden Altar ist die Reliquie in einer kleinen Höhlung untergebracht. Beim altare fixum entweder auf der Oberseite der Mensa (Mensagrab) oder auf der Oberseite der Stipes (Stipesgrab). Möglich ist auch eine Bergung der Reliquien unter dem Altar im Boden (Bodengrab.) Es kam im 4. Jh. mit dem zunehmenden Märtyrerkult auf und fand im frühen Mittelalter weite Verbreitung, war jedoch bis ins 14./15. Jh. nicht zwingend für die Gültigkeit der Weihe des Altars notwendig. Bodengräber sind schon im Hochmittelalter kaum noch entstanden; Stipesgräber sind seit dem 6. Jh. bekannt; seit dem Spätmittelalter ist das Mensagrab allgemein üblich.
| Mesner
| Ein Kirchendiener, der sich um die Obliegenheiten der Sakristei, die Bereitstellung der liturgischen Geräte und der eucharistischen Gaben als Vorbereitung auf die Messe sowie die Bereitung des Kirchenraums zu einer jeden liturgischen Feier kümmert.
| Messe
| Abgeleitet von den Entlassungsworten "Ite missa est" bereits seit der Spätantike Bezeichnung für die gesamte Eucharistiefeier.
| Messglöckchen
| Ein Glockenzeichen ist ertmals im 13. Jh. bei der Wandlung bezeugt.
Dafür kann eine Handglocke oder eine an der Wand befestigte Ziehglocke
dienen. Handglocken sind schon im 10. Jh. belegt, ihr Gebrauch ist
jedoch unbekannt. Meist waren sie aus Bronze gefertigt, seltener aus
Silber, das vergoldet sein konnte. | Messintention
| s. Messstipendium
| Messkännchen, Messpollen urceoli ampullae
| Kleines Kännchen aus Glas oder Edelmetall für den Messwein sowie für Wasser, das bei der
Händewaschung, zur Mischung des Weins und zur Ausspülung des Kelches
benötigt wird. Dazu gehört eine Schüssel, mit der das Wasser
aufgefangen wird.
| Messopfer
| Allgemeine Bezeichnung für die Eucharistiefeier mit der im Mittelalter üblichen Betonung des Opfercharakters der Messe (s. Messe). | Messstipendium
| Ein Almosen, entstanden aus der Gabenbringung bei der Messe, das der Priester als besondere Einnahme außerhalb der Messe entgegennehmen darf, durch dessen Annahme er sich verpflichtet, ein Messopfer in dem Anliegen des Stifters darzubringen. Seit dem 13./14. Jh. rechtlich festgelegt, um Missbrauch zu verhindern. Den theologischen Hintergrund bildet die Lehre von den Messfrüchten.
| Milch und Honig
| Milch und Honig wurden den Neugetauften zum Genuss gereicht. Der Brauch ist seit alters im Osten und im Westen nachweisbar und wird schon bei Tertullian als zum Taufritus gehörend genannt. Sie symbolisieren die Gaben des verheißenen Landes.
| Ministrant
| Messdiener, der einen liturgischen Dienst versieht, z.B. das Weihrauch- oder Leuchtertragen, die Gaben zum Altar bringen, der von den Mitgliedern der niederen Klerusweihen ausgeführt, der später Kindern (ausschließlich Jungen) übertragen wurde.
| Mischungsritus commixtio
| Während des Kanongebets der Messe wird die Hostie in zwei große und ein kleines drittes Teil geteilt, das unter dem Gebet "Haec commixtio" in den Kelch mit Wein hineingelegt wird, wodurch beides miteinander gemischt wird.
| Missa
| 1. Schon im 6./7. Jh. Bezeichnung für die Eucharistiefeier, abgeleitet von dimissio, der Entlassung der Katechumenen vor und der Gemeinde nach der missa fidelium. 2. Gemäß der Regel Benedikts die Entlassung am Schluss der kanonischen Horen. 3. Im Frühmittelalter Bezeichnung für die Lesungen der Nokturn, die auf den Psalm folgenen: missa de Isaia prophetia, missa de evangelio u.a. Sie bildeten den Abschluss des Nokturn. 4. Im Frühmittelalter auch Bezeichnung für ein Fest, z.B. Missa s. Martini (Martinsfest). Das Wort wurde wohl abgeleitet von der bei diesem Anlass stattfindenden Eucharistiefeier. 5. Im mozarabischen Ritus Gebet, das auf die Händewaschung folgt.
| Missa Illyrica
|
Messordo, der 1025 für Bischof Sigebert von Minden
zusammengestellt und 1557 von dem Lutheraner Flacius Illyricus herausgegeben
wurde.
| | Missa fidelium | Messe der Gläubigen.
Sie beginnt mit dem Offertorium und endet mit dem Opfermahl.
Solange das Katechumenat bestand, nahmen nur die Gläubigen, nicht aber die Katechumenen
daran teil. | | Missa secreta | Stillmesse, auch missa bassa genannt. 1. Kanon der Messe, der leise gesprochen wird. Die
Bezeichnung begegnet in diesem Sinne in Missalen des 10.-12. Jh. 2. Messe, die vom Priester nur gelesen, nicht gesungen wird. | Missa solemnis
|
Hochamt, das feierlich begangen wird mit Diakon, Subdiakon,
liturgischem Gesang des Priesters, der Ministranten oder des Chors sowie mit
Inzensierung und anderen die Würde des Amtes unterstreichenden Zeremonien.
| | Missale | Liturgisches Buch des lateinischen Ritus, das Gebete und
Lesungen der Messfeier enthält. Ursprünglich gab es separate Bücher mit Gebeten
(Sakramentar), liturgischen Gesängen (Graduale) und Lesungen (Evangelistar,
Epistolar). Diese wurden "äußerlich" in das Missale aufgenommen, indem man sie
anfügte oder "innerlich", indem man sie in den Lesungsteil integrierte und an
die entsprechende Stelle setzte. Das Missale entstand im 9. Jh., doch zog sich
seine völlige Durchsetzung bis ins 13. Jh. hin. | | Mitra | Liturgische Kopfbedeckung der Kardinäle, Bischöfe und der
Prälaten, die durch den Papst dazu ermächtigt wurden. Sie ist eine versteifte
hohe Klappmütze, bestehend aus einem vorderen und hinteren Schild, die spitz
zulaufen und miteinander verbunden sind. An der Rückseite sind herab hängende
Zierstreifen befestigt (fasciae, vittae, penduli, fanones,
infulae). Die Mitra wird bei feierlichen Zeremonien getragen, jedoch bei den
Gebeten und während des Kanons abgenommen. Bis Mitte des 10. Jh. war diese
pontifikale Kopfbedeckung unbekannt. Sie ist erstmals in Rom bezeugt und hatte
ursprünglich eine Kugelform. Die heutige Form ist seit dem 12. Jh. üblich. Die
Mitra leitet sich wohl von einer außerliturgischen, päpstlichen Kopfbedeckung
ab, die seit dem 8. Jh. bekannt ist. | | Monstranz | Schaugefäß, in dem das Sakrament ausgestellt ist. Auf der lunula
genannten halbmondförmigen Halterung ruht die Hostie – häufig hinter Glas. Sie
entstand mit der Ausbreitung der Fronleichnamsprozession im 14. Jh. | Motette
| Mehrstimmiges, meist polyphones religiöses Gesangstück.
| Mozetta
|
Schulterkragen mit Miniaturmütze, der vor der Brust geknöpft
wird. Sie wird von Papst, Kardinälen, Bischöfen und privilegierten Prälaten
getragen. Die päpstliche Mozetta der Osterwoche ist weiß sonst rot, die der
Kardinäle rot oder violett, die der Bischöfe und Prälaten violett oder schwarz.
Gehört der Träger der Mozetta einem Orden an, hat sie die Farbe der
Ordenstracht. Sie ist seit dem späten Mittelalter bekannt und entstand
wohl aus der Cappa oder der Almutia.
|
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N
Natalitium
|
Todestag eines Heiligen, welcher als Geburt zum ewigen Leben
verstanden wird. Bei Märtyrern wird der Tag des Martyriums begangen. Auch
Jahrestage bestimmter Ereignisse werden als Natalitium bezeichnet, z.B. natale
calicis – Gründonnerstag, Einsetzung des eucharistischen Kelches; natalis
cathedrae Petri – Jahresfest der Kathedra Petri; natalis reliquiarum s.
Stephani – Jahrestag der Übertragung der Reliquien des hl. Stephanus u.a.
| Naturaloblationen
|
Bei der Messe dargebrachte Gaben in Form von Naturalien,
besonders als Brot und Wein; bis ins 12. Jh. üblich (s. Oblatio).
| Navicula
| Zum Weihrauchfass gehörendes Gefäß zur Aufbewahrung der Weihrauchkörner, das seit dem späten Mittelalter oft schiffförmig gestaltet ist und von daher auch Schiffchen genannt wird. Bild | | Neume | 1. Name der Notation des litugischen Chorals, die
durch Striche, Punkte und Häkchen erfolgt und den heutigen Noten vorausging.
2. Seit dem 11. Jh. Bezeichnung für melodische Reihen
von Noten, die auf der Endsilbe oder dem Endvokal eines Wortes gesungen wird,
z.B. auf dem a des Alleluja nach dem Stufengebet. | Nimbus
| lat. nimbus = Wolke Im übertragenen Sinne in der Kunst eine "Lichtscheibe" um das Haupt einer dargestellten Person zur Markierung der himmlischen Wirklichkeit im Gegensatz zur irdischen; von daher Kennzeichen von Christus, Gottvater, Engel und Heiligen.
| | Nobis quoque peccatoribus | Gebet, das sich im römischen Kanon an das memento
mortuorum anschließt und die Bitte enthält, das der Priester selbst sowie
der an der liturgischen Feier mitwirkende Klerus in die Gemeinschaft der
Heiligen aufgenommen werden mögen. Vgl. | Novene
| Der neuntägige Zeitraum vor einem Fest, der mit besonderen Gebeten und Andachten begangen wird, z.B. vor dem Pfingstfest.
| Nunc dimittis
| Lobgesang des Simeon bei der Darbringung im Tempel; Biblischer Text (Lk 2, 29-32), der wie andere Bibelverse auch, Bestandteil der Stundenliturgie ist (s. Benedictus; s. Magnificat).
|
O
| O-Antiphonen | Die mit O beginnenden Antiphone zum Magnifikat der Vesper
der sieben Tage, die der Vigil des Weihnachtsfestes vorausgehen: o sapientia,
o Adonai, o radix Jesse, o clavis David, o rex gentium,
o Emmanuel. | Oblata
| Mittelalterliche Bezeichnung für die nicht konsekrierte Hostie; seltener auch für die konsekrierte Hostie.
| Oblatio oblatio
| 1. Das eucharistische Opfer; 2. der Akt der Opferung des für die Konsekration bestimmten Brotes und Weines, das Offertorium der Messe; 3. die bei diesem Akt Gott dargebrachten und dadurch für die Konsekration vorbereiteten Opfergaben von Brot und Wein; 4. die von den Messbesuchern vor der Opferung gespendete Gabe.
| Octava
| s. Oktav
| | Öle, heilige | Öle, die vom Bischof am Gründonnerstag geweiht werden: das
Krankenöl (oleum infirmorum), Ketechumenenöl (oleum catechumenorum)
und das Chrisam (sanctum chrisma). | | Östliche Richtung beim Gebet | Diese Gebetsrichtung war in früherer Zeit beim Privatgebet und beim liturgischen Gebet (noch im röm. Ordo der Karolingerzeit) üblich. | Offertorium
| lat. offere = darbringen, opfern 1. Der Akt der Darbringung (oblatio) des zu konsekrierenden Brotes und Weines durch den Priester (s. Oblationsritus). 2. Ein bei der Opferung im Amt vom Chor melismatisch gesungener, vom Priester vor derselben gebeteter Text, ursprünglich die Antiphon zu einem Psalm, der vom Chor gesungen wurde, während Priester und Diakon vor dem Offertorium die Opfergaben der Gemeinde in Empfang nahmen, der aber schon im gregorianischen Antiphonar auf nur zwei bis drei Verse verkürzt erscheint und seit dem 13. Jh. ganz weggelassen wurde, so dass zuletzt nur noch die Antiphon übrigblieb. Ursache war das Nachlassen bzw. völlige Verschwinden der Darbringung von Opfergaben durch die der Messe beiwohnenden Gläubigen. 3. Im mittelalterlichen Sprachgebrauch die Aktion, bei der die Gläubigen (bis zur Aufgabe der Naturaloblationen) die Opfergaben zum Altar zu bringen pflegten, auch fano genannt. 4. Das auch sudarium genannte Tuch, mittels dessen nach dem 1., 2. und 3. römischen Ordo der Diakon den Kelch anfasste, wenn er diesen für die Opferung auf den Altar setzte und bei der kleinen Elevation in die Höhe hob. 5. Das Tuch, mit dem seit etwa dem 13. Jh. der Subdiakon vor der Opferung Kelch und Patene zum Altar trägt und nach derselben bis zum Schluss des Pater nosters die Patene hält. 6. Im Mittelalter kelchartige Gefäße zur Aufnahme des bei der Messe von den Gläubigen geopferten Weines.
| Offizium
|
lat. officium = Dienst, Verpflichtung Gebet je nach kirchlicher Tageszeit oder Stunde (=
Stundengebet), bestehend aus Psalm, Hymnus, Lesung, Antiphon, Responsorium,
Versikel und Oration. Zum Beten des Offiziums sind Körperschaften verpflichtet
– sie halten es im Chor (Chorgebet) – oder einzelne Personen, die es nach einem
vorgeschriebenen liturgischen Buch (z.B. Brevier) sprechen. Im Westen haben sich acht Stunden (horae)
eingebürgert: Matutin (bestehend aus einer oder drei Nokturnen), Laudes, die
vier kleinen Horen: Prim, Terz, Sext, Non sowie Vesper und Komplet. Im Westen
sind bestimmte Benefiziaten zum Stundengebet verpflichtet, alle, die eine höhere Weihe empfangen
haben und Professoren der Orden mit einem Chordienst. Bereits seit frühchristlicher Zeit gehalten, wurde das
Mönchstum mit der gemeinschaftlichen Pflege des Gebets für die Entwicklung des
Offiziums wesentlich. Im 6. Jh. erfolgte durch die Regeln des Benedikts eine
Vervollständigung und Ordnung, die auf dem römischen Brauch basierte und neben
lokalen Versionen die weiteste Verbreitung fand. Im 12. Jh. entstand ein
Offizium für die römische Kurie, das im 13. Jh. durch die Übernahme von den
Franziskanern hohen Bekanntheitsgrad erlangte (Breviarium secundum
consuetudinem curiae romanae). Im späten Mittelalter erfuhr das Offizium
durch die Gebräuche der verschiedenen Diözesen und die große Zahl der
Heiligenfeste viele Veränderungen, so dass eine Reform nötig wurde. Auf den
Vorarbeiten des Trienter Konzils basierend, gab Pius V. 1568 das römische
Brevier heraus.
| Oktav
|
Nachfeier eines Festes, die sieben Tage dauern kann oder
am 8. Tag begangen wird. Man unterscheidet die octavae communes von den octavae
privilegiatae, die zu Ostern, Pfingsten, Epiphanias, Fronleichnam,
Weihnachten und Himmelfahren gehören. An Sonntagen, die in die octavae
privilegiatae fallen, wird nicht das gewöhnliche Offizium gehalten, sondern
das der Oktav, während die Sonntage, die in die octavae communes fallen,
das Fest der Oktav nur kommemorieren. Bereits in altchristlicher Zeit wurde die Oktav begangen,
bis ins 13. Jh. hatten nur höchste Festtage eine Oktav. Mit der Zunahme der
Heiligenfeste nahmen auch die Oktaven zu, so dass es häufig zu Überschneidungen
mit Festtagen des Kirchenjahres kam. Eine erste wesentliche Reform erfolgte
unter Pius V., eine zweite unter Pius X.
| | Opfer | 1. Im weiteren Sinn jedes Gott dargebrachte
Weihegeschenkt; dazu gehören Weihegabe, Weihender und Weiheabsicht.
2. Im engeren Sinn eine Opfergabe, die durch
Vernichtung oder Veränderung dargebracht wird. Dazu gehört ein Opferer
(Priester), Opfergabe und Opferhandlung. Es ist ein Lob-, Dank-, Sühne- oder
Bittopfer. | Orantenhaltung
| von lat. orare = bitten, beten Gebetshaltung des Priesters. Als kunstwissenschaftlicher Begriff meint er eine spezielle Haltung einer betend dargestellten Person in der christlichen Kunst. Oranten finden sich schon in der frühchristlichen Kunst als Wandmalerei in Katakomben und auf Sarkophagen. Sie nehmen in der Regel eine frontal stehende Haltung mit ausgestreckten Armen ein. Die Handflächen weisen nach oben, der Blick ist zum Himmel gerichtet.
| Orate fratres
|
Aufruf zum Mitbeten, den der Priester vor der Sekret an die
Gläubigen richtet. Darauf antwortet der Ministrant stellvertretend für die
Gemeinde: "Suscipiat Dominus sacrificium tuum".
| Oration oratio
| lat. orare = bitten, beten Ein kurzes Gebet der Messe und des Breviers.
| Ordinarius liber liber consuetudinarius
consuetudinarium
consuetudines
| In den mittelalterlichen Kathedral-, Stifts- und Klosterkirchen ein liturgisches Buch, in dem die Gottesdienstordnung für die verschiedenen Tage und Zeiten des Kirchenjahres, für die in dieses einfallenden Feste und für sonstige Gelegenheiten genauestens aufgezeichnet war, daher auch ordo officiorum genannt.
| Ordination
| Liturgischer und kirchenrechtlicher Akt der Einsetzung kirchlicher Amtsträger unter Gebet und Handauflegung (benedictio, consecratio) und erste Funktionsausübung. Das Moment der Wahl bleibt im Mittelalter nur in der (rituellen) Zustimmung des Volks im Ordinationsgottesdienst erhalten sowie bis ca. 1200 in der Rechtslage. Die für eine bestimmte, in der katholischen communio stehende Ortskirche erfolgende Ordination ist nur durch einen rechtgläubigen Bischof gültig. Danach vollzieht sich eine Bedeutungsverschiebung zu einer Weihe heiliger und mit besonderer potestas begabter Personen.
| | Ordo | 1. Darstellung des durch Gewohnheit oder kirchliche
Vorschriften entstandenen Ritus. Er regelt verschiedene Arten der Messe, wie
die gewöhnliche Messe, Messen an Kartagen, Kirch- und Altarweihen,
Synodenmessen ect. Dazu gehören Anweisungen zur liturgischen Handlung, evtl.
auch die dazugehörigen Gebete.
2. Grad, der durch eine kirchliche Weihe verliehen wird bzw.
der Weiheakt selbst. Im Westen werden die ordines minores (Ostiariat, Lektorat,
Exorzistat, Akolythat) von den ordines maiores (Subdiakon, Diakon, Presbyterat,
Episkopat) unterschieden. | Ordo missae
|
Die zunehmend ausführlicher werdende Darstellung des
Messverlaufs, zu dem auch die gleichbleibenden Gebete und Gesänge gehören. Im
Gegensatz zum Ordo missae beinhaltet der Ritus celebrandi missam
nur ausführliche Anweisungen ohne Gebete. | Orgel
|
Die Orgel war im Westen bereits zur Zeit der Karolinger in
Gebrauch, verbreitete sich aber erst im späten Mittelalter. Zunächst
diatonisch, kamen im 13./14. Jh. chromatische Halbtöne hinzu, im 15. Jh. wurde
sie mit einem Pedal versehen. Im Cearemoniale Gregors X. (um 1275) wurde
die Orgelmusik im Gottesdienst gebilligt und geregelt. Sie sollte den
Chorgesang begleiten und heben, bei Wechselgesängen an Stelle des zweiten Chors
treten, während der Text gut vernehmbar rezitiert wurde. Auch waren
Zwischenspiele beim Gesang gestattet. Die Funktion der Orgel beschränkte sich
auf die würdige Ausgestaltung des Gottesdienstes und durfte den Gesang nicht
übertönen. Während der Buß- und Fastenzeiten schwieg die Orgel.
| Osterfest, Ostern
|
Gedächtnisfeier der Auferstehung Christi, ältestes
kirchliches Fest und Hauptfest des Kirchenjahres. Der Festtag fällt auf den
Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsäquinoktium (zwischen 22.
März und 25. April). Er ist ein Duplex erster Klasse mit privilegierter Oktav.
Dem Ite missa est der Messe sowie dem Benedicamus Domino am Ende der Laudes
und der Vesper folgt das doppelte Alleluja als jubelnder Osterruf.
| Ostung der Kirchen
|
Ausrichtung der Achse des Kirchenbaus von Westen nach Osten,
wobei der Chor im Osten liegt. In der Ostkirche ist dies bereits im 5. Jh. die
Regel, im Westen wird diese Richtung in der Karolingerzeit üblicher, jedoch
erst um 1000 zur Regel. Der Osten symbolisierte den Ort des Lichtes und war
dadurch mit Christus verknüpft, der als Sinnbild der Sonne und des Lichts
verstanden wurde; zudem lag das Paradies im Osten.
|
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P
Palla
|
Steife, quadratförmige Bedeckung des Kelches, aus Leinwand
gefertigt und vor dem Gebrauch konsekriert. Sie besteht entweder aus mehreren
Lagen gesteifter Leinwand oder aus einem in Leinwand eingenähten Karton. Die
Oberseite der Palla kann auch aus weißer oder farbiger Seide bestehen (niemals
aber aus schwarzer), die Unterseite ist immer aus Leinwand. Bis ins 12. Jh. wurde der Kelch mit den Enden des Korporale
bedeckt, dann mit einem gesonderten, zusammengelegten Korporale, doch war
weiterhin bis ins 15. Jh. hinein örtlich nur ein Korporale in Gebrauch. Die
heutige Form kam im späten Mittelalter auf und ist seit dem 16. Jh. üblich. Im Sprachgebrauch des Mittelalters auch Bezeichnung für: 1. das Altartuch, 2. das Kelchvelum, 3. das Korporale, besonders das zur Bedeckung des Kelches. Bild
| Pallium
| Eine ringförmige Wollstola, von der mit Kreuzen geschmückte Stoffstreifen nach vorne und hinten herabhängen (zunächst auf der linken Körperseite, dann Y-förmig, später T-förmig). Es dient als Insignie des Papstes sowie der Erzbischöfe und wird zum Teil auch an Bischöfe verliehen. Bild | Paramente
| Die zu liturgischen Zwecken dienenden, aus Webstoffen angefertigten Gebrauchs- und Schmuckgegenstände; dazu gehören sowohl die liturgischen Gewänder als auch die Behänge von Altären, Kanzeln und Taufsteinen.
| Patene
| Der zum Kelch gehörende, aus dem gleichen Material wie dessen Kuppa bestehende, bei der Messe zur Aufnahme der Hostie dienender Teller. Ursprünglich sehr groß und schüsselartig, heute kaum größer
als die Kuppa des Kelches. Gemäß des römischen Ritus bei der
feierlichen Messe von Subdiakon (ursprünglich vom Akolythen) von der
Opferung bis zum Ende des Pater noster
mittels eines Schultervelums gehalten. Bei der gewöhnlichen Messe ist
sie während dieser Zeit rechts unter das Korporale geschoben. Bild | Patenarius
| Im Mittelalter die Bezeichnung des Akolythen, später des Subdiakons, der im Hochamt vor der Opferung bis nach dem Pater noster die Patene zu halten hatte.
| Pater noster
| lat. pater noster = Vater unser Neutestamentlich bezeugtes, von Jesus eingesetztes Gebet, das in jeder Messe gesprochen wird. Vgl. | Patron
| s. Kirchenpatron
| Patrozinium
| Das Fest des Patrons oder Titels (Titularfest) einer Kirche.
| Pax
| lat. pax = Friede Der liturgische Friedenskuss (osculum) im Messritus durch gegenseitige leichte Umarmung (und Kuss) unter dem Segenswunsch "Pax tecum – Et cum spiritu tuo". Ihren Platz hat die Pax vor der Präfation. Die Austeilung des Kusses erfolgt in fester hierarchischer Abfolge der Personen: der Priester gibt den Kuss an den Diakon, der Diakon an den Subdiakon, der Subdiakon an die Geistlichen im Chor. Laien erhalten den Friedenskuss mittels der Kusstafel.
| Paxtafel
| Kusstafel; liturgisches Gerät mit entsprechender Montierung (Griff, Fuß) zur stilisierten Weitergabe des Friedenskusses in der Messe. Es sind verschiedene Typen der Paxtafeln zu unterscheiden: einfache geometrische Form (rechteckig, bogig oder rund abschließend); dabei korrespondieren häufig Bildfeld und Rahmung. Bei Paxtafeln mit architektonischem, altarartigem Aufbau (Gesprenge, Flügel, Staffel) kann die Rahmung dominieren, das Bildfeld wird austauschbar. Eine dritte Gruppe ist analog zu anderem sakralen Gerät (Reliquiar, Monstranz) gestaltet. Bild | Pektorale
| s. Brustkreuz
| Pileolus Kalotte Soli-Deo Zucchetto
| Eine klerikale Scheitelmütze, die beim Papst weiß, bei den Kardinälen rot, bei Bischöfen, Äbten und Prälaten violett, bei allen anderen schwarz ist. Da sie auch unter der Mitra getragen wird, bezeichnet man sie auch als submitrale. Bild
| Piscina
| 1. Altchristliche Bezeichnung des Taufbrunnens. 2. Im Mittelalter eine Vertiefung in einer Nische an der Südfront der Kirche, neben oder hinter dem Altar. In dieser Nische befand sich ein Becken zum Händewaschen des Priesters während des Gottesdienstes.
| | Polyphoner Gesang | Mehrstimmiger Gesang, bei dem die Begleitstimmen eine
eigenständige Melodie und Stimmführung haben und nur harmonisch nicht aber
rhythmisch mit der Grundstimme verbunden sind. Seine Blütezeit liegt im 15./16. Jh. | Pontifikalamt
| Messfeier eines Prälaten (Bischof, Abt), dem das Recht der Pontifikalien zusteht, sowie das Recht diese unter Assistenz seiner Kleriker, gegebenenfalls in Konzelebration, zu halten.
| Pontifikalstrümpfe caligae
| Die liturgische Fußbekleidung des Zelebranten beim Pontifikalamt. Sie waren bis ins 12. Jh. weiß und der Regel nach aus Leinen gemacht. Seit dem 13. Jh. wurden sie aus farbiger Seide hergestellt. Hinsichtlich der Form haben sie keine nennenswerte Entwicklung erfahren. Um sie zu befestigen, brachte man an ihrem oberen Rand Bänder an.
| Perikopen
| s. Evangelium
| Pfarrer curio
| Der vom Bischof gemäß den Bestimmungen des kirchlichen Rechts als ständiger, ordentlicher Leiter einer Pfarrei bestellte Priester, der mit besonderen liturgischen Vorrechten ausgestattet ist.
| Pluviale
| Mantelartiges Kleidungsstück, das seit der 1. Hälfte des 9. Jh. zur liturgischen Kleidung zählt und sich im 10. Jh. allgemein durchsetzte. Im Mittelalter sprach man zunächst von cappa, da der anfangs geschlossene und mit seitlichen Öffnungen für die Arme versehene Überwurf eine Kapuze trug. Die Form des Pluviales wandelte sich zu einem halbkreisförmigen Gewand; es war vorne geöffnet und wurde von einer häufig aufwändig geschmückten Agraffe zusammengehalten. Die Kapuze verlor ihre Funktion und entwickelte sich zu einem Schild, das, wie oft das ganze Pluviale, reich mit Szenen der Heilsgeschichte, aus Heiligenviten u.a. bestickt wurde. Bild | | Präfation | Ein feierlicher Lob- und Dankeshymnus seit frühchristlicher Zeit in
ungebundener Sprache, mit dem das Kanongebet eingeleitet wird. Voraus
geht ihr der Segensgruß an das Volk ("Dominus vobiscum") sowie die
Aufforderung, die Herzen zu Gott zu erheben ("Sursum corda") und Gott zu
danken ("Gratias agamus Domino Deo nostro"). Sie schließt mit dem
Trishagion (Sanctus). Vgl. | | Praeceptor | s. Chorbischof | Preces
| Eine mit Kyrie eleison und Pater noster beginnende, kürzere oder längere Folge aus Vers und Antwort bestehende Bitten.
| | Predella | 1. Der Untersatz, mit dem seit dem späten Mittelalter das Altarretabel versehen ist. 2. Die geräumige obere Standstufe des Altars. | | Presbyter assistens | Höchster bischöflicher Ministrant, der rechts neben des
Throns oder des Faldistoriums sitzt. Er erhält im Pontifikalamt vom Papst als
erster den Friedenskuss, trägt bei diesem Amt das Pluviale, sonst Chorkleidung. | Presbyterium
| 1. Der Raum für die Priester beim Gottesdienst, der Altarraum oder Chor. 2. Eine Geldspende, welche die Päpste im Mittelalter am Tag ihrer Krönung sowie Weihnachten und Ostern den Kardinälen und anderen römischen Geistlichen, der Schola cantorum, den Palastbeamten und Kurialbediensteten zukommen ließen.
| Prex eucharistia
| 1. Altrömische Bezeichnung des Kanons der Messe. 2. Im gallikanischen Raum Bezeichnung des ektenieartigen Fürbittgebets (s. Ektenie), das der Diakon in der Messe nach der Homilie vortrug.
| Priester
| Nach mittelalterlicher Theologie der amtliche Mittler zwischen Gott und den Gläubigen als rechtmäßiger Stellvertreter des Gottmenschen Christus, des himmlischen Mittlers zwischen Gott und den Menschen. Seine Amtsvollmachten und Befugnisse umfassen vor allem die Darbringung des Messopfers und die Spendung der ihm zustehenden Sakramente – Taufe, Buße, Eucharistie und Letzte Ölung –, zudem die Vornahme von Segnungen, soweit diese nicht dem Bischof vorbehalten sind, stellvertretendes Fürbittgebet und Verkündigung des Wortes Gottes; dies alles jedoch in Unterordnung unter den Bischof, dessen Bevollmächtigung der Priester zur gültigen bzw. erlaubten Ausübung gewisser Befugnisse bedarf.
| Proprium
| Veränderlicher Teil des Missales und des Breviers; dieser enthält die wechselnden Gebete, Lesungen und Gesänge. Man unterscheidet: Proprium de tempore (Temporale): Texte zu den Werk- und Fesstagen des Kirchenjahres Proprium de sanctis (Sanctorale): Texte zu den Heiligenfesten, soweit diese nicht im Temporale stehen.
| Prostratio
| Nach liturgischem Brauch das der ganzen Länge nach am Boden Sichhinstrecken mit nach unten gekehrtem Gesicht. Sie ist im römischen Ritus außer zu Beginn der Karfreitagszeremonien nur während der Allerheiligenlitanei üblich, die nach der Taufwasserweihe, bei den drei höheren Weihen, bei der Segnung eines Abtes/einer Äbtissin, bei der Einkleidung einer Nonne und bei der Salbung eines Königs oder einer Königin gebetet wird.
| Psalm
| Einer der 150 Gesänge des alttestamentlichen Psalmenbuches. Die christliche Urgemeinde übernahm den im jüdischen Gottesdienst üblichen Psalmengesang. In der römischen Messe haben sich im Wesentlichen aber nur noch die Antiphonen der Psalmen erhalten, hingegen ist das Gebet ganzer Psalmen im Stundengebet geblieben. | Psalmodie
| Gesungener Vortrag eines Psalms – aber auch anderer biblischer Texte – in vorgegebenen melodischen Modellen. Basierend auf dem Solo- und Gemeindegesang des jüdischen Kultus kann ein Psalm grundsätzlich auf dreierlei Weise vorgetragen werden: 1. solistisch (ein Kantor singt allein); 2. responsorial (ein Kantor singt, Gemeinde oder Chor beteiligt sich mit einem Refrain); 3. antiphonal (zwei Gruppen singen in versweisem Wechsel).
| Pyxis
| Der Behälter zur Aufbewahrung und Austeilung der Hostien. Im Mittelalter bestand er bis zum 13. Jh. meist aus einer kleinen, fußlosen, zylinderförmigen, mit flachem, kegelartigem oder gewölbtem Deckel versehenen, oft reich verzierten Büchse aus Elfenbein, Metall oder Holz, mitunter aber auch aus einem schlichten viereckigen Kästchen. Bild |
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Q
Quadragesima
| lat. quadrage(n)sima = vierzig Tage Fastenzeit; die Zeit von Aschermittwoch bis zum Beginn des Osterfests, d.h. im Mittelalter bis zum Mittag des Mittwochs der Karmwoche umfaßt vierzig Werktage, an denen zur Vorbereitung auf das Osterfest gefastet wird.
| Quatembertage
| Altkirchlich überlieferte, festgelegte kirchliche Fasttage, welche die vier Jahreszeiten umspannen: es sind der Mittwoch, Freitag und Samstag der ersten Fastenwoche (Frühling), der Pfingstwoche (Sommer), der dritten Septemberwoche (Herbst) und der dritten Dezemberwoche (Winter).
|
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R
Rauchfass
| Das Rauchfass dient zur Inzensation bei der Kirch- und Altarweihe, bei der Sakramentsaussetzung und Prozessionen, beim Segen, bei Bestattungen u.ä. Es werden Gegenstände, Reliquien, Personen oder das Sakrament beweihräuchert. Bereits in der frühen Kirche gab es hängende Weihrauchfässer, doch erst ab dem späten 7. Jh. ist eine liturgische Nutzung bezeugt. Bild
| Reliquiar
| Behälter aus Stein, Holz, Elfenbein oder (Edel-)Metall (meist quadratisch, rund oder oval) zur Aufbewahrung von Reliquien. Wichtigster Verwendungszweck war die Beisetzung im Reliquiengrab von Kirchen, seltener auch von Grabbauten. Obwohl Reliquiare hierbei nicht sichtbar waren, wurden sie aus wertvollem Material hergestellt und teilweise mit Inschriften und Dekor versehen, manchmal mit Bezug auf die darin enthaltenen Reliquien. Neben Reliquiaren für Altar und Grab sind Schaureliquiare zu erwähnen, ferner solche, die als Amulette dienten, z.B. Brustkreuze und Reliquienringe, die Kreuzpartikel enthielten. Auch Pilgerandenken waren nicht nur Souvenirs, sondern heil- und schutzbringende Reliquiare für Berührungsreliquien.
| Reliquie
| lat. relinquere = hinterlassen, übriglassen Überbleibsel von Heiligen und Seligen. Neben den körperlichen Überresten, den Primärreliquien, gab es Sekundärreliquien, wozu Gegenstände zählten, die von dem Heiligen oder Seligen besessen, berührt oder besprochen worden waren, desgleichen alles von seinem Grab, etwa der Staub von der Abdeckplatte oder das Öl der dort brennenden Lampen.
| Responsorialgesang
| lat. respondere = antworten Antwortgesang; von einem oder mehreren Vorsängern im Wechsel mit dem Chor ausgeführter liturgischer Gesang, bei dem – anders als beim antiphonischen Gesang – Chor und Chor nicht gleichbedeutend gegenüberstehen, sondern der Vorsänger die Führung hat. Der Responsorialgesang ist bereits seit dem 4. Jh. bezeugt.
| Responsorium
| lat. respondere = antworten Liturgischer Gesang, der aus einem Chorteil und einem (manchmal auch mehreren) solistischen Versen besteht, welcher den Psalmen oder den Büchern des Alten Testaments entnommen ist. Das Responsorium hat seinen Platz im Stundengebet (besonders in den Nokturnen der Matutin) sowie in der Messe jeweils nach den Lesungen und soll der Meditation über das gehörte Schriftwort dienen.
| Responsorium brevis
| lat. responsorium brevis = kurze Antwort Das auf die Lesungen der Tageshoren (Prim, Terz, Sext, Non) und der Komplet sowie der monastischen Laudes und Vesper folgende Responsorium ist schlichter und kürzer als das der Matutinlektionen und heißt deshalb zum Unterschied zu diesem Responsorium brevis.
| Retabel retrotabularium retabulum retro altare
| lat. retro altare tabulum = hinter dem Altar angebrachte Tafel Form des westkirchlichen Altaraufsatzes: auf dem hinteren Teil der Mensa oder hinter dem Altar auf einem Unterbau dauernd angebrachter Aufsatz als einer der bedeutensten Bildträger im Kirchenraum, größenmäßig auf den Altar und Altarraum abgestimmt. Erste Retabel sind für das 11. Jh. bezeugt, die ältesten erhaltenen Werke stammen aus dem 12. Jh., und seit dem 13. Jh. erlebte die Produktion einen großen Aufschwung. Doch sind im späten Mittelalter nicht ausnahmslos alle Altäre mit einem Retabel versehen. Im 15. Jh. verbreitete sich besonders in Deutschland das Flügelretabel mit Predella.
| Rituale rituale liber ritualis agenda sacerdotale manuale sacerdotum
pastorale parochiale sacramentale liber obsequialis obsequiale
| Liturgischer Buchtyp, der sich von den Ordines herleitet und für den einzelnen Priester bestimmt ist. Zunächst verbreitet im Umkreis des Klosters, wird er im 13. Jh. verstärkt durch bischöfliche Gesetzgebung auch im Diözesanklerus ausgebildet. Inhaltlich lag von Anfang an der Schwerpunkt auf den liturgischen Riten des einfachen Priesters (Taufe, Buße, Krankensalbung, Totenoffizien, Prozessionen, Exorzismen).
| Rochett
| Eine aus feinen weißen Leinen (Baumwolle) gemachte engärmlige Talar-Tunika. Ein auszeichnendes Gewand der Bischöfe und anderer zu seinem Gebrauch Berechtigter. Es wird im Chor, bei Prozessionen, der Predigt u.a. getragen, kann aber nicht wie das so genannte Superpelliceum die Albe ersetzen, wo diese – wie z.B. bei der Spendung der Sakramente – gebraucht werden muss.
Bild
| Rorate
| Feierliche, der Gottesmutter gewidmete Votivmesse, die am Mittwoch der Adventsquatember und an den neun dem Weihnachtsfest vorausgehenden Tagen gehalten wird. Roratemesse heißt sie aufgrund des Anfangswortes des Introitus.
| Rubrik
| 1. Eine den liturgischen Büchern eingefügte allgemeine oder besondere Anweisung, Regel und Bestimmung für die Ausführung der liturgischen Funktionen. 2. Überschrift oder Quellenangabe im Text, abgeleitet von der roten Tinte (lat. rubrum = rot), in der diese ausgeführt sind.
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S
Sacrarium
| Ein Behälter zur Aufnahme des zu liturgischen Waschungen verwendeten Wassers, des Taufwassers und der Asche verbrannter heiliger Gegenstände. Er ist an einem geweihten Ort im Boden eingelassen und mit einer verschließbaren Öffnung versehen. Neben dieser Spezialbedeutung wurde das Wort im Mittelalter ebenfalls benutzt zur Bezeichnung anderer heiliger "Behälter", so z.B. der Kirche, des Altarraums, des Behälters, in dem die Pyxis mit dem eucharistischen Brot aufbewahrt wurde, des Liber ordinarius sowie der Sakristei.
| Sakrament
| Ein kirchlich vermitteltes gnadenwirkendes Symbol, das als von Christus eingesetzt gilt. Als sinnfälliges Zeichen ist das Zusammenkommen von materiell gebundenem Ritus und deutendem Wort ausschlaggebend. Die Zahl der Sakramente ist im Mittelalter auf sieben festgelegt worden: Taufe, Eucharistie, Beichte, Firmung, Letzte Ölung, Priesterweihe, Ehe.
| Sakramentale
| Eine sakramentale Handlung, die nicht zu den sieben Sakramenten (sacramenta maiora) gehört, wie z.B. Benediktion, Kirchweihe, Besprengung mit Weihwasser und Generalabsolution. Nach scholastischer Lehre wirken sie – anders als die Sakramente – nicht kraft der Einsetzung Christi, sondern durch das Gebet der Kirche. Im Leben der mittelalterlichen Christenheit spielten sie eine den Sakramenten nahezu gleichrangige Rolle, vor allem die Segnung von Gegenständen.
| Sakramentar
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Oftmals prächtig ausgestattetes Buch mit Gebeten, die der
Zelebrant während der Messe spricht. Es enthält gleichbleibende Gebete für die
tägliche Messe und die wechselnden Gebete, die je nach Tag (z.B. Festtage, Tag
eines Heiligen) oder Handlung (z.B. Kirchweihe). Das Sakramentar entstand im 9.
Jh. und entwickelte sich zum vollständigen Missale. Bereits im 12. Jh. war es
selten geworden, jedoch noch im Spätmittelalter vereinzelt in Gebrauch.
| Sakristan
| s. Mesner
| Sakristei
| Auch Treskammer, Dresekammer, Almaria, Almer, Gerkammer, Vestiarium u.a. genannt. Die Sakristei ist ein vom Kirchraum abgesonderter Raum, in dem liturgische Geräte, Paramente, Bücher und andere für den Gottesdienst erforderliche Gegenstände aufbewahrt werden und wo die Vorbereitungen für den Gottesdienst vorgenommen werden (z.B. das Anlegen der Gewänder), sofern dies nicht zu Beginn der Messe in der Kirche geschieht. Die Sakristei kann auch Reliquien, Reliquiare oder (unkonsekrierte) Hostien beherbergen.
| Salbung
| Seit dem Altertum wird dem Öl eine heilende Wirkung zugeschrieben. Im Christentum erfolgten schon früh Salbungen innerhalb und außerhalb von kirchlichen Feiern, die von Gebeten begleitet wurden. Besonders bei Initiationsriten werden Salbungen vorgenommen. Bei der Taufe sind seit dem 3. Jh. vor dem Taufbad Ganzkörpersalbungen mit Exerzismusöl - später mit Katechumenenöl - bezeugt sowie eine Salbung nach der Taufe. Mit der Aufgabe der Immersiontaufe verschwand die vorangehende Ganzkörpersalbung und nur noch die Brust- und Schultersalbung mit Chrisam wurde beibehalten. Bei der Firmung wird die Stirn mit Chrisam gesalbt. Weiter werden Salbungen bei der Priesterweihe und bei Kranken vorgenommen.
| Sanctus
| Ein an die Präfation der Messe sich anschließender Jubelruf als Antwortgesang des Chores auf den Präfationsgesang des Priesters in Form des Jesaja-Zitats 6,3: "Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth", wodurch die irdische Liturgie in den Gesang der Engel und damit in die himmlische Liturgie einstimmt.
| Schmerzensmann
| Bezeichnung für die Darstellung des leidenden Christus. Als Ursprung dieses Bildtyps ist wegen der vor dem Leib übereinander gelegten Arme die byzantinische Darstellung Christi im Grabe anzunehmen. Als Kultbild des Messopfers erscheint der Schmerzensmann an Monstranzen und Sakramentshäusern, Predellen und Gesprengen von Altären, außerdem an Grabmälern.
| Schola cantorum
| 1. Römische Institution, deren Aufgabe die (musikalische) Gestaltung der missae publicae in den Stationskirchen war. Ihre Bedeutung liegt in der Pflege, Erweiterung und Verbreitung der liturgischen Gesänge, nicht nur in Rom. In weiten Teilen Europas entstanden seit der Mitte des 8. Jh. u.a. im Karolingerreich, aber auch in England Kathedral- und Klosterschulen nach dem Vorbild der Schola cantorum. Eine herausragende Stellung kam dem jeweiligen Leiter (primicerius) zu, dem seit dem 10. Jh. die niederen Geistlichen der Stadt unterstanden. 2. In abgeleiteter Bedeutung die Gesamtheit der beim Gottesdienst tätigen liturgischen Sänger (chorus cantorum). 3. Der gewöhnlich von Schranken (cancelli) eingeschlossene Platz vor dem Altar, wo der liturgische Sängerchor sich in zwei Gruppen (chori), unterteilt in Jüngere und Ältere, platzierte.
| Seiher colum colatorium
| Ein siebähnliches Gefäß aus Metall, durch das hindurch vor der Opferung der für die Konsekration bestimmte Wein in den Kelch gegossen wurde. Seit dem der Wein nicht mehr von den Gläubigen während der Messe dargebracht wurde verlor er seinen Zweck und kam infolgedessen im 12./13. Jh. außer Gebrauch, soweit man nicht aus Gewohnheit an seiner Benutzung festhielt.
| Sepulcrum
| s. Mensagrab
| Solideo
| s. Pileolus
| Soutane
| Enger, meist gegürteter Talar des Klerus, der bei Prälaten violett, bei Kardinälen rot, beim Papst weiß, sonst schwarz ist.
| Speisegitter
| s. Altarschranken
| Standleuchter candelabrum
| Ein mit Fuß versehener und daher aufstellbarer, meist größerer Leuchter.
| | Stifter | Person, die durch die Gabe von Geld oder Gut eine
liturgische Feier finanziert. Dank der Gabe (die Zinsen bringt, Früchte trägt o.a.)
sollte diese im Idealfall bis zum Jüngsten Gericht gefeiert werden. Im
kunsthistorischen Sprachgebrauch auch Bezeichnung für den Auftraggeber eines
Retabels, Epitaphs oder eines andern christlichen Bildwerks. | Stipes
| Der untere, die Mensa tragende Teil des Altars. Er besteht beim Tischaltar aus einer oder mehreren freistehenden Stützen (Säulen, Pfosten, Pfeilern, quergestellten Platten), beim Kastenaltar aus einem kastenförmigen, mit einer Tür versehenen Gebilde, beim Blockaltar aus einem massiven Aufbau, der fast die Ausdehnung der Mensa hat, beim Sarkophagaltar zeigt er die Form eines Sarkophages.
| Stola
| Teil der liturgischen Kleidung, die bei liturgischen Amtshandlungen angelegt wird. Die Stola ist eine Amtsinsignie von Diakon und Priester, die diesen bei der Weihe überreicht wird. Das lange Stoffband, wird vom Diakon als Schärpe von der linken Schulter nach rechts, vom Priester zumeist vor der Brust gekreuzt und vom Bischof gerade herabfallend über der Albe getragen. Bild
| Stolgebühr
| von Stola Abgabe, die der Klerus für bestimmte Amtshandlungen, für die Spendung von Sakramenten und Sakramentalien, von den Gläubigen seit dem hohen Mittelalter als Rechtsanspruch einfordern konnte. Seit dem IV. Laterankonzil (1215) durften geistliche Handlungen nicht von der Zahlung der Stolgebühr abhängig gemacht werden: Die unentgeltliche Sakramentenspendung für Arme wurde sichergestellt, dem Missbrauch übermäßiger Forderungen entgegengesteuert und gleichzeitig ein notwendiger Teil des Einkommens des Seelsorgeklerus gemeinrechtlich sanktioniert. Umfang und Höhe der Stolgebühr blieben dem Partikularrecht (Stolordnungen) überlassen.
| Stundengebet horae
preces horarum
| Offizium, das zu einer bestimmten Stunde des Tages oder der
Nacht gehalten wird (s. Offizium). | Subdiakon subdiaconus
| Das Subdiakonat ist der erste der höheren Ordines (Weihegrade), durch den ein Akolyth den Grad und das Amt eines Subdiakons (Unterdieners) erhält. Dieser steht dem Diakon als Gehilfe zur Seite. Er ist seit dem 12. Jh. in die Reihe der Ordines sacri eingereiht worden, besitzt aber lediglich sakramentalen Charakter. Zu seinen Aufgaben gehört das Verlesen der Epistel (in Rom seit dem 8. Jh., vgl. den 1. römischen Ordo Mabillons). Zu seiner liturgischen Kleidung gehören Manipel, Amikt und Tunika.
| Sudarium
| s. Offertorium
| Suffragium de omnibus sanctis
| Ein Fürbittgebet bestehend aus Antiphon, Versikel und Oration, das der Laudes und der Vesper angefügt wird und zwar in der Zeit von Epiphanias bis zum Passionssonntag und vom Dreifaltigkeitssonntag bis zum Advent.
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T
Tabernakel tabernaculum
| lat. tabernaculum = Zelt, Hütte Aufbewahrungsort für geweihte Hostien, der im Mittelalter sehr vielgestaltig sein kann. Seit dem 9. Jh. sind eine Mehrzahl von Aufbewahrungsorten innerhalb der Kirche bezeugt. Im 11. Jh. entsteht der Brauch, übriggebliebene Hostien nicht nur für die Krankenkommunion, sondern für spätere Meßfeiern aufzubewahren. Seit dem hohen Mittelalter wird eine Aufbewahrung aus Gründen der Sakramentsverehrung auch außerhalb der Messe vorgenommen. Als Ort der Aufbewahrung wurde der Altarraum bevorzugt; dort konnte das Sakrament in einem eigenen Gefäß auf der Altarmensa, ähnlich den Reliquiaren, stehen. Seit dem IV. Laterankonzil (1215) ist die Eucharistie unter Verschluss aufzubewahren. Im 12./13. Jh. waren vom Chorgewölbe herabkommende Hängetabernakel (tabernaculum pensile) weit verbreitet. Seit dem 14./15. Jh. entstehen Altartabernakel, die fest mit dem Hauptaltar verbunden sind. Eine andere Art der Aufbewahrung, die mehr Platz sowohl für liturgisches Gerät als auch für kunstvolle Ausgestaltung bot, waren der eucharistische Wandschrank (seit dem 12. Jh.) und das eigenständige Sakramentshaus. Vor dem Tabernakel ist seit dem frühen Mittelalter eine dauernd brennende Lampe, das Ewige Licht, aufgestellt.
| Talar
| Ein bis zu den Füßen reichender, mit Stehkragen versehener, vorne mittels Knöpfen schließbarer klerikaler Rock von sackartiger Form, der ungegürtet getragen wird.
| Te Deum
| s. Ambrosianischer Hymnus
| Tenor
| 1. In der mehrstimmigen gregorianischen Musik des Mittelalters die Stimme, die den cantus firmus führt. 2. Im liturgischen Gesang (Psalmodie) die gleichbleibende Melodielage zwischen Anfang und Mittelkadenz bzw. zwischen Mittelkadenz und Schluss.
| Thuribulum
| s. Rauchfass
| Thurifer / Thuriferar
| Bezeichnung für Akolythen oder Messdiener, welche während der Messe oder anderer liturgischer Vorgänge das Rauchfass sowie das Weihrauchschiffchen halten und dem Priester zum Einlegen des Weihrauchs bzw. zum Inzensieren darreichen; bei bestimmten Gelegenheiten fällt ihnen auch selbst die Aufgabe der Inzensierung zu.
| Tiara
| Die bienenkorbförmige, mit drei Kronen geschmückte Kopfbedeckung des Papstes, die bei feierlichen Aufzügen getragen wird, bei liturgischen Feiern aber durch die Mitra ersetzt wird.
| Tractus
| lat. trahere = ziehen Ein "gezogener" Gesang, d.h. schlichter Psalmgesang der Bußzeit. Dabei fallen das Alleluja und Responsorium weg.
| Transsubstantiation
| Wesensverwandlung; theologischer Terminus aus dem 12. Jh., der zum Schlüsselbegriff jener Lehre avancierte, nach der in der Messe durch die Konsekrationsworte des Priesters aus Brot und Wein Leib und Blut Christi werden, ohne ihre äußere Gestalt zu verändern.
| Triduum
| Die "drei heiligen Tage", die letzten Tage der Karwoche: Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, an denen im Mittelalter die Osterfeier begannen.
| Trinität
| Die Dreifaltigkeit - Gottvater, Sohn und Heiliger Geist.
| Tunicella
| Obertunika des Subdiakons (s. auch Dalmatik) Bild
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V
Velum
| Im Mittelalter Bezeichnung für: 1. den Altarbaldachin, 2. das Altartuch, 3. den Altarbehang (Altarvelum), 4. den Pannisellus (Fähnlein am Abtsstab), 5. das Schultervelum des Patenarius, 6. das Fastenvelum.
| Versikel versiculus versus
| Ein kurzer aus Spruch und Antwort (s. Responsorium) bestehender, mit Vorliebe einen Vers der Hl. Schrift, namentlich einen Psalm-Vers - daher die Bezeichnung versiculus - wiedergebender Gebetstext. Die Verse finden besonderes im Offizium als Einleitung und Abschluss der einzelnen Horen, als Überleitung von den Psalmen zu den Lektionen, von den Hymnen zu den Cantica, von den Responsoria brevia zu den Orationen, sowie, zu mehreren aneinandergereiht, als Preces eine sehr ausgiebige Verwendung. Ebenso werden sie auf das reichlichste bei den Weihen und Segnungen als Einleitung der Segensgebete gebraucht. | Vesper vespera lucernarium duodecime
| Das abendliche kanonische Gebet der Kirche. Ursprünglich fand es nach Einbruch der Dunkelheit statt, so dass Licht entzündet werden musste - daher der Name lucernarium -, wurde aber im Westen schon durch die Benendiktsregel zum Tagesoffizium gezählt und rückte dort als solches allmählich auf den frühen Nachmittag, in der Fastenzeit seit dem 14. Jh. auch auf den Vormittag, weil man in dieser nach überlieferter Vorschrift erst nach der Vesper die Mittagsmahlzeit einnehmen durfte.
| Vigil
| lat. vigilia = Nachtwache 1. Nächtliche Gebetszeit vor einem höheren Festtag. Vigilien sind seit dem 2. Jh. bezeugt, mit dem Ende des 4. Jh. erhöht sich ihre Zahl. Die gemeinsamen Grundelemente sind Psalmen und Lesungen. Prostation, Gebet, Predigt u.a. treten hinzu. Gewöhnlich schließt die Vigil mit der Messfeier ab. Anlässe und Gestaltung differieren. Vigilien waren vorbereitende Bestandteile der Feier eines hohen Festes. Mit Vigilien beging man das Jahresgedächtnis bedeutender Märtyrer und einige Heiligengedenktage. Die bedeutendste Vigil war die der Osternacht. Weihnachten, Epiphanias und Pfingsten erhielten ebenfalls Vigilien. Nach der Synode von Auxerre (um 580) dürfen Vigilien nur in Kirchen gefeiert werden. Schon im Frühmittelalter begann man, die Vigilien der Feste zeitlich vorzuverlegen. Sie wurden zunehmend am Vortag des Sonn- oder Feiertages gehalten und entwickelten sich gleichsam zu Vorfeiern. 2. (Nacht-)Hore, Teil des Stundengebets. 3. Bezeichnung des bei Sterbefällen oder bei Jahrestagen nach Art einer Vigil gehaltenenen Totenoffiziums (vigiliae defunctorum).
| Votivmesse missa votiva
| Sie geht auf die altkirchliche Eucharistiefeier im kleinen Kreis zurück und meint Messen, deren Texte sich nicht nach dem Kirchenjahr richten, sondern durch besondere Anlässe bestimmt sind, sei es durch Anliegen der Gesamtkirche, kleinerer Gruppen oder einzelner Gläubigen. Bereits in der Spätantike belegt, gewinnen die Votivmessen seit dem Frühmittelalter sukkzessiv an Bedeutung. Nach frühmittelalterlicher Auffassung stellen sie für jeden Christen eine Möglichkeit zum besonderen Ausdruck des Glaubens dar. Formulare für Votivmessen finden sich schon im Leonianum und in noch größerer Zahl im Gelasianum. Die Unterscheidung von privilegierten und nicht-privilegierten Votivmessen und genaue Regeln über die Feier bildeten sich erst seit dem Ende des Mittelalters heraus, während im Mittelalter selbst noch große Freiheit hinsichtlich der Feier der Votivmesse herrschte.
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W
Weihrauch
| lat. incensum griech. thymíama Ein balsamisches, duftendes Rauchwerk, das aus Harz bereitet wird. Es besteht aus gelblichen oder rötlichen Körnern. Im christlichen Kult ist der Weihrauch ein Zeichen der Anbetung und Verehrung.
| Weihwasser aqua benedicta auqa exorcizata aqua sparsionis aqua aspersionis
| Die christliche Liturgie hat die Symbolkraft des Wassers auf vielfältige Weise in ihr Zeichensystem integriert und neben Tauf-, Kirchweih- und sonstigen geweihten Wassern für den Gebrauch vor allem im Haus das mit Salz vermischte Weihwasser geschaffen. Es zählt zu den Sakramentalien, dient bei gottesdienstlichen Verrichtungen wie z.B. bei dem sonntäglichen Asperges, bei Benediktionen, Weihen und Exorzismen, bei der feierlichen Absolutio ad tumbam sowie bei der Überführung und Bestattung der Verstorbenen zu liturgischen, im alltäglichen Leben zu religiösen Besprengungen und soll die Personen, Sachen und Orte, die mit ihm besprengt werden, von etwaigen bereits vorhandenen dämonischen Einflüssen läutern und vor ihnen schützen. Zudem soll es auch heiligend wirken. Die Weihe von Wasser war im Osten schon im 4., im Westen im 5. Jh. in Gebrauch. Für das Mittelalter maßgeblich wurde die vermutlich von Benedikt von Aniane (†821) geschaffene Formel im Supplement zum Sacramentarium Gregorianum, der eine weitverbreitete Benedictio maior salis et aquae (zuerst St. Gallen, Ende 8. Jh.) gegenübersteht, welche neben dem Haus auch Tiere, Felder, Weinberge etc. einbezog. Den ersten ausführlichen theologischen Traktat zum Weihwasser schrieb Johannes de Turrecremata OP (1433), der sich auf Thomas von Aquin stützt und dem Wasser die erste Stelle unter den Sakramentalien einräumt.
| Weißer Sonntag dominica in albis dominica post albas
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Sonntag nach Ostern, an dem einst die Täuflinge ihre weißen
Taufgewänder ablegten und wieder gewöhnliche Kleidung trugen.
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Z
Zelebrant
| Der die Messe feiernde Priester; ferner auch Bezeichnung für den Priester bei der Abhaltung anderer liturgischer Handlungen, wie z.B. feierlicher Segnungen.
| Zeremoniar Caeremoniarius
| Ein in den höheren Ordines stehender Kleriker, welchem bei feierlichen Messen und anderen liturgischen Handlungen die Aufgabe obliegt, für eine sach- und traditionsgemäße, würdige Durchführung des liturgischen Zeremoniells zu sorgen. In den Kathedralen sollen möglichst zwei Zeremoniare bestellt werden, einer für die feierlichen Funktionen des Bischofs, der andere für die des Kapitels. Der Zeremoniar ist bei Ausübung seines Amtes mit einem schwarzen Talar und einem Superpelliceum bekleidet; ein violetter Talar und die ferula stehen ihm lediglich bei Pontifikalfunktionen zu.
| Ziborium ciborium
| 1. Eine Art von Würdearchitektur; eine von Säulen (seltener Pfeilern) getragene Überdachung von Thron, Altar, Ambo, Taufbecken, Brunnen, Grab etc. Im Unterschied zum Baldachin besteht es aus festem Material, ist im Grundriss meist quadratisch, seltener rund oder polygonal und hat offene, allenfalls teilweise mit Schranken oder Vorhängen versehene Interkolumnien. 2. Ein dem Kelch nachgebildeter, aus Fuß, Schaft und Kuppe bestehender, aber stets mit einem Deckel versehener Behälter zur Aufbewahrung und zur Austeilung des eucharistischen Brotes, daher auch Speisekelch genannt. Behälter dieser Form kamen erst seit dem 13. Jh. zu jenen Zwecken in Gebrauch. Vorher, aber vielfach auch noch lange nach dem 13. Jh., bediente man sich dazu einer meist runden, mit kegelförmigem oder flachem Deckel versehenen kleinen Büchse (pyxis) aus Metall, Elfenbein oder Holz. Die Ziborien des 14. und 15. Jh. erhielten mit Vorliebe eine polygonale Kuppa mit hohem, turmartigem Deckel und weisen im Inneren einen besonderenn becherartigen Behälter für das Allerheiligste auf. Für ihre Herstellung waren Gold und Silber zwar wünschenswert, aber nicht notwendig. Da sie zumeist unter dem Altarziborium aufgehängt wurden, erhielten sie im Mittelalter metonymisch den Namen ciborium.
| Zilizium cilicium
| Das gesegnete Bußkleid, auf das Sterbende im Mittelalter, vor allem in Klöstern, zum Ausdruck der Buße bei Verrichtung des Obsequium circa morientes gelegt wurden.
| Zingulum cingulum
| Band oder Gürtel der antiken Ärmel-Tunika. Über die Form des Zingulums in altchristlicher und frühmittelalterlicher Zeit ist nur wenig bekannt. Über seinen Stoff und seine Farbe hat es nie allgemein geltende Vorschriften gegeben. Es kann aus Seide oder Wolle wie auch aus Hanf oder Leinen gefertigt werden, weiß wie farbig sein. Als Bestandteil der liturgischen Kleidung meint es den Gürtel zum Binden und Aufschürzen der Albe. Es kommt in drei Formen vor, als Strick, als Band sowie als Band, dem an der Innenseite zwei schmalere Bänder zum Binden angenäht sind. Alle drei Arten waren im späteren Mittelalter gebräuchlich, besonders die dritte. Symbolisch wurde das Zingulum häufig als Zeichen der Enthaltsamkeit gewertet, weil es die Lenden, den Sitz der Begehrlichkeit, einschnürt (vgl. Begleitgebete beim Anlegen).
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