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PARAMENTE: LITURGISCHE BEKLEIDUNG
Pallium

|  | Papst Symmachus Mosaik, 7. Jh. Rom, Sant' Agnese | Papst Markus Mosaik, 830/840 Rom, San Marco |
 | Übersicht zur Entwicklung des Palliums |
 | Pallien der hll. Heribert und Anno Siegburg, Pfarrkirche |
PalliumDas Pallium ist seit spätestens Anfang des 6. Jh. in Gebrauch, doch wahrscheinlich schon eher, denn das im 6. Jh. verfasste Papstbuch berichtet von einer (fiktiven) Verleihung durch Papst Markus (gest. 336) als von einem selbstverständlichen Brauch. Ab der 2. Hälfte des 9. Jh. wird es üblich, dass Bischöfe das Pallium von Rom erbitten; seit dem 11. Jh. leisten sie bei der Überreichung einen Treueeid, zuvor sprachen sie dabei nur das Glaubensbekenntnis.
FormDas Pallium war zunächst ein weißes, gefaltetes Tuch, ab dem 6./7. Jh. wird es zu einem weißen Band, das so angelegt wurde, dass das ein Ende über die Brust und das andere über den Rücken herabhing. Bald darauf fixierte man die beiden Enden mit Nadeln und ab etwa dem 9. Jh. werden die Streifen durch Zusammennähen in eine feste Form gehalten. Zunächst war das Pallium Y-förmig und ruhte auf den Schultern, schließlich T-förmig und lag auf den Oberarmen auf. Ab dem 14. Jh. wurden die Enden zunehmend kürzer.
Symbolik in liturgischen TraktatenInnozenz III. widmete dem Pallium eine ausführliche symbolische Ausdeutung, bei der jedes Element bedacht wird: - allgemein: es mahne an die Zucht des Trägers und dass er diese von seinen Untertanen fordere, - Wolle: die Zucht ist streng, - weiße Farbe: die Zucht ist aber auch mild, - Teil, der ringförmig um die Schultern liegt: Furcht des Herrn und Maßhalten in allen Dingen, - vier Kreuze auf dem Ring: die vier Kardinaltugenden, - linke Seite des Rings, auf der das Band doppelt übereinander liegt: Mühsal des Lebens auf der Erde, - rechte Seite des Rings, auf der das Band einfach liegt: Ruhe und Frieden im Jenseits, - zwei herungerhängende Enden: vita activa und vita contemplativa, - drei Nadeln: Mitleid mit dem Nächsten, Verwaltung des Amtes und das zukünftige Gericht - diese drei "stechen" die Seele durch Mitleid, Mühen und Furcht, - die gerundete obere Seite der Nadeln: die Mühen auf Erden werden im Himmel durch die Krönung belohnt werden.
Literatur: Braun 1924a, 143-151; Braun 1964, 620-664.
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