LITURGISCHE GERÄTE
Kelch 10. Jahrhundert

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Kelch des Bischofs Gauzelin von Toul Lothringen, Mitte 10. Jh. Nancy, Domschatz |
| Kelch Karls des Kahlen
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| Kelch Hildesheim (?), um 989 Hildesheim, Dom- u. Diözesanmuseum |
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| 11. Jahrhundert

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| Kelch 11. / 1. H. 12. Jh. Krakau, Zamek Królewski na Wawelu
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| Kelch 10., 12., 18. Jh. Gniezno, Muzeum Archidiecezjalne
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| Kelch 3. V. 11. Jh. Minden, Domschatz
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| Grabkelch Rheinland (?), 2. H. 11. Jh. Siegburg, Benediktinerabtei
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13. Jahrhundert

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Bernwardskelch Hildesheim, 1. Dr. 13. Jh. Hildesheim, Basilika St. Godehard |
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Kelch um 1300 Göttingen-Geismar, ev. Kirchen- gemeinde St. Martin
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Kelch Niedersachsen od. Rheinland bzw. Prag, 3. / 4. Viertel 13. Jh. Panschwitz-Kuckau, Zisterzienserinnenabtei St. Marienstern
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14. Jahrhunder
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sog. Bernwardskelch Hildesheim (?), E. 14. Jh. Hildesheim, Dom- u. Diözesanmuseum
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Kelch vor 1386 Göttingen, ev. Kreuzkirchengemeinde
Göttingen, ev. Kreuzkirch |
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Kelch Osnabrück, 1. Viertel 14. Jh. Osnabrück, Domschatz
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| 15. Jahrhundert 16. Jahrhundert

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| Kelch um 1500, Göttingen, ev. Kirchengemeinde St. Johannis
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| Kelch Lüneburg ?, um 1433 Hankensbüttel, ev. Damenstift Kloster Isenhagen
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| Kelch aus dem Halle'schen Heiltumsschatz Hans Huiuff Uppsala, Domkirche
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KelchDer klassische Kelch besteht aus der Kuppa, die den Messwein
aufnimmt und dem Ständer, der aus Fuß und Schaft besteht, den wiederum ein Knauf (Nodus)
ziert. Der Kelch kann oftmals auseinandergeschraubt werden. Bei der
Konsekration wird die Kuppa mit Chrisam gesalbt.
Material
Seit dem frühen Christentum wurden alle Materialien
verwendet, aus welchen man auch profane Trinkbecher herstellte. Während im
Osten keine Bestimmungen zum Material vorliegen, wurden im Westen im Laufe der
Zeit die meisten Materialien ausgeschieden, z.T. auf Synoden ausdrücklich
verboten: Holz – wegen seines geringen Wertes und weil die Ablution
nur ungenügend erfolgen kann. Glas, Bergkristall, Alabaster, Chalcedon, Marmor – wegen ihrer Zerbrechlichkeit. Kupfer, Bronze, Messing – weil sie durch den Säuregehalt des
Weins oxidieren können. Zinn – weil es üblicherweise für Alltagsgeschirr verwendet wird und deshalb ein unwürdiges Material ist. Blei, Holz, Zinn wurden während allen Jahrhunderten für
Grabkelche verwand, die man Bischöfen oder Priestern mit ins Grab legte.
Form
Die Form der frühchristlichen Kelche unterschied sich wohl
nicht von den üblichen Trinkbechern. Sie bestanden aus einer flachen
Trinkschale oder einem höheren Becher, waren mit oder ohne Fuß versehen und
hatten einen, zwei oder auch keinen Henkel. Es setzten sich zwei Typen des Messkelches durch, der Henkelkelch und der henkellose Kelch. Die Henkel werden in den
Inventaren als ansae oder ansulae bezeichnet, hin und wieder
begegnen auch die Begriffe manicae
und auriculae. Der henkellose Kelch
begegnet bis zum 12. Jh. selten, dann immer häufiger, im späten Mittelalter ist
dies schließlich die übliche Form. Ab dem 12. Jh. verändert sich die Kuppa des Kelches, sie wird weiter und ist nun weniger tief,
mitunter hat sie die Form einer flachen Halbkugel. Der Ständer ist zunächst höher als die Kuppa, er wird zunehmend
zierlicher und schlanker; der Fuß
wird mit einem Hochrand (Zarge) ausgestattet. Im späten Mittelalter ist er
oftmals eckig. Im 13. Jh. ist die Kuppa
weiter als zuvor, ihr Durchmesse kann die Größe der Gesamthöhe des Kelches
haben. Weiterhin ist sie eher schalen- als becherförmig, das Verhältnis der
Weite zur Tiefe kann 3:1 sein. Der Ständer
ist noch verhältnismäßig niedrig. Im 14./15. Jh. ist die Kuppa
höher. Schon seit Ende des 13. Jh. hat sie immer mehr ihre runde, flache Form aufgegeben. Schließlich ist die Becherform vorherrschend, ebenso begegnet nun ein
Korb, in den die Kuppa eingebettet ist. Der Schaft ist nun deutlich höher als in
den Jh. zuvor.
Literatur: Braun 1932, 17-196; Eucharistic Vessels 1977, 23-35.
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