Mitra

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Mitra






Entwicklung der Mitraform

 






Erzbischof Anno von Köln
Darmstadt, Hessische Landes-
u. Hochschulbibliothek
Hs 945, fol. 1r





Mitra

Das lateinische Wort mitra heißt so viel wie Binde und kann eine binden- oder schleierartige Kopfbedeckung meinen; auch das griechische mítra hat die Bedeutung von Leibgurt, Binde, Kopfbinde, Schleier oder Mütze.
Im Mittelalter kann auch das Wort infula die Mitra bezeichnen. Allerdings ist dies nicht als Synonym zu verstehen, denn infula kann für alle liturgischen Gewänder stehen - für die Kasel, die Albe, das Humerale o.a. - und kann im übertragenen Sinne auch die bischöfliche Würde meinen.
Die Mitra als liturgischer Kopfschmuck ist erstmals Mitte des 10. Jh. in Rom bezeugt und um 1000 auch außerhalb Roms. Leo IX. (1049-1054) gewährte einigen Bischöfen und Erzbischöfen das Privileg, die Mitra zu tragen, wenn auch z.T. nur an gewissen Festtagen und in bestimmten Kirchen. In Ausnahmefällen kann auch Kanonikern gestattet werden, die Mitra bei gewissen Anlässen zu tragen. Spätestens im 12. Jh. wird sie nicht mehr durch den Papst verliehen, sondern zu einem üblichen Kopfschmuck der Bischöfe.
Im Mittelalter wird die Mitra von Past und Kardinälen auch bei außerliturgischen Anlässen getragen. Bei der Messe legt der Bischof sie ab, wenn er sich zum Altar wendet und betet; er trägt sie, wenn er sich zur Gemeinde wendet.

Form

Die Mitra ist bis um 1100 kegelförmig, danach tritt eine Rundmütze in Erscheinung, wärend sich die zwei spitzen Schilde (cornua) erst im 12. Jh. herausbilden. Zunächst sind diese seitlich als niedere Spitzen gebildet, seit Mitte des 12. Jh. begenen cornua, die hinten und vorne angesetzt sind. Bis zum Ende des Mittelalters werden diese immer höher.



Literatur: Braun 1924a, 164-174; Braun 1964, 424-487.



 
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