Korporale

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PARAMENTE: KELCH


Korporale



Das Korporale ist eines der ältesten der Paramente. Im 1. Jh. lagen keine Altartücher unter dem Kelch, denn das Korporale diente zugleich als Palla und Altartuch. Mit der Einführung der Altartücher wurde das oberste zum Korporale. Das Tuch, das mit der Hostie unmittelbar in Berührung kommt, wurde stets aus ungefärbten Leinen gefertigt, da Jesus im Grab in Leinen gewickelt war. Es sind nur sehr wenige Ausnahmen aus Seide oder weißem Goldbrokat bekannt.
Im 8./9. Jh. war das Korporale so groß, dass es von zwei Diakonen auf dem Altar ausgebreitet werden musste. Um 1000 bedeckte es noch die gesamte Oberfläche des Altars. Die enorme Größe war nötig, da es noch immer auch als Palla über den Kelch geschlagen wurde. Erst im späten Mittelalter war es nur noch ein kleines Tuch.
Nach Pseudo-Alkuin (Ende 9. Jh.) soll man das Tuch so falten, dass man weder seinen Anfang noch sein Ende sehen kann - drei Mal in der Tiefe und vier Mal in der Breite, dabei werden die Enden nach innen geschlagen. Diese Art des Zusammenfaltens war z.T. bis ins späte Mittelalter üblich.
Das Korporale wurde in einer Burse bzw. in einem Kästchen aufbewahrt und wurde in sehr großen Ehren gehalten, weil es den Leib Christi berührt hatte. Desalb mussten genaue Vorschriften beim Waschen und Trocken sowie bei der Entsorgung von alten Korporalen (Verbrennen oder Aufbewahren unter den Reliquien) eingehalten werden.

Symbolik in liturgischen Traktaten

Das Korporale wurde stets mit dem Leichtuch Christi verglichen. Wie der reine Leib Christ ist es weiß. Die Praxis es zusammenzufalten, ohne dass Anfang und Ende zu sehen sind, erinnere an die Gottheit Christi, die ohne Anfang und Ende sei. Die vier Falten in der Tiefe symbolisierten die vier Kardinaltugenden, während die drei Falten in der Breite die drei christlichen Tugenden versinnbildlichten.



Literatur: Braun 1924a, 205-209.


 
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