Altartuch

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Suche Site Map
Startseite Universität Münster

1: Illustrationen zum Messablauf
2: Traktate/Zyklen
3: Realien

Startseite

Kontakt

Impressum

PARAMENTE: ALTAR


Altartuch



Das Altartuch gehört zu den ältesten Paramenten. In vor- und nachkonstantinischer Zeit war wohl meist ein Tuch in Gebrauch, obwohl bereits eine Verordnung von Pius I. (gest. um 155) von vier Altartüchern spricht. Diese Forderung begegnet auch im 9. Jh., während Synodalstatuten von Rodes (Frankreich) von 1289 sogar fünf Tücher verlangen. Durandus dagegen wünscht, dass wenigstens zwei Tücher über den Altar gebreitet werden sollten. Offenbar variierte die Anzahl der Altartücher je nach Kirche. Erst im 17. Jh. werden allgemein drei Tücher vorgeschrieben.
In vielen Kirchen waren nicht alle Tücher gesegnet, und während der Messe lag nur das gesegnete Tuch oben, die ungeweihten darunter.
Die Länge der Tücher variierte; sie konnten bis zum Fuß des Altars reichen oder nur bis kurz über die Mensa. Selten sind sie bestickt, nur die vordere Langseite ist häufiger mit einer Bordüre versehen.
Altartücher hatten wahrscheinlich den Zwecke, dass im Falle des Vergießens von Wein, dieser nicht mit der Mensa in Berührung kam.

Symbolik in liturgischen Traktaten

Durandus vergleicht das Altartuch mit den Grabtüchern, in die Christi Leichnam gewickelt wurde, da der Altar Christus symbolisiere. Da sein Leib und seine Seele in Tücher geschlagen wurde, sollen auch zwei Tücher über den Altar gebreitet werden. Als Material diente Flachs, das solange behandelt wurde bis es weiß war. Es erinnere an das Leiden Christi auf Erden, das durch seine Auferstehung verklärt wurde. Weiter wurden die Altartücher mit den Heilige verglichen, die den Schmuck Christi bilden, so wie die Tücher den Altar schmückten. Auf der moralischen Ebene bemühte man des Bild des durch Buße geläuterten Herzen, da dieses gleich dem Altar sei, auf dem Gott ein Opfer bereitet werde.




Literatur: Braun 1924a, 184-190.


 
Erweiterte Suche

Zurückblättern

 Diese Seite:  :: Seite drucken    ::	Seite empfehlen   :: Seite kommentieren, Link öffnet neues Fenster

© 2007 VW-Forschungsgruppe Uni Münster

:: Seitenanfang

Seitenanfang

© 2007 Universität Münster
Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum
Schlossplatz 2 · D-48149 Münster
Tel.: +49 (0)251 - 83 31973 · Fax: +49 (0)251 - 83 30038
E-Mail: kultbild@uni-muenster.de