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PARAMENTE: LITURGISCHE BEKLEIDUNG
Amikt

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| Amikt mit Parure und Zingulum | Mittelalterliche Anlegungsweise des Amikts
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| Amiktbesatz Danzig, Marienkirche
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| Amiktparura Danzig, Marienkirche
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| Amikt aus dem Benediktinerinnenkloster Engelberg Anf. 14. Jh.
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AmiktBereits in Inventaren des 10. und 11. Jh. ist von reich verzierten
Amikten die Rede. Seit dem 12. Jh. wird vor allem die Kragenpartie
durch einen an den Längsseiten angebrachten Besatz geziert, der
offenbar aus Frankreich kommt und seine Hauptblüte im 13. und 14. Jh.
erlebt (bezeichnet als parura, collare, plaga, plagula, plica, gemma, praetexta, truncus, aurifrisium (auriphrygium, frisium) auch humerale, in deutschen Schatzverzeichnissen schilt, brederken (Brettchen) oder kragen genannt). Im
Spätmittelalter kommt dieser Besatz wieder außer Gebrauch, zuerst in
Rom, ab 1600 in Deutschland. Nur in Frankreich hält er sich bis ins
17., vereinzelt noch bis ins 18. Jh.
Symbolik in liturgischen Traktaten
Die Symbolik ist vielfältig: Die weiße Farbe wird bei Hrabanus Maurus zum Zeichen der guten Werke und eines makellosen Herzens. Amalar denkt an die Tragweise ("collum undique cingimus"), wenn er von der Behütung der Zunge spricht. Aus dem Umstand, dass der Amikt auf dem Nacken ruht, erkennt der Sermo über die priesterlichen Gewänder ein Sinnbild für die Geduld in den Mühen des Lebens.
Der Brauch, das Tuch beim Ankleiden wie einen Helm um den Kopf zu
tragen und erst nach dem Anlegen der Kasel, mitunter sogar erst am
Altar über Hals und Schultern zu ziehen, hat Rupert von Deutz
inspiriert, im Amikt ein Symbol für die Menschwerdung Christi zu sehen: Mit dem Amikt wird das Haupt, d.h. die Gottheit Christi, gleichsam verhüllt. Honorius erkennt im Amikt eine Art Krone und deutet dies als Hoffnung auf den Himmel. Schließlich spricht das "Speculum de mysteriie ecclesiae" aus ähnlichen Gründen vom Gewand der Weisheit. Ein deutsches Missale erklärt den Amikt als Schatten des Heiligen Geistes bzw. als Sinnbild des göttlichen Gnadenschutzes. Im späten Mittelalter zielt die Ausdeutung sehr detailliert auf die Passion Christi.
So wird der Amikt zu den Binden, mit denen die Schergen des
Hohenpriesters Christus die Augen verbanden, die Parure steht für die
Wunden des Hauptes; bei einer Gesamtzahl von fünf Paruren (zusammen mit
denen der Albe: 2 x Saum, 2 x Ärmel) steht eine für die Seitenwunde.
Symbolik in liturgischen GebetenBei den Ankleidegebeten herrscht
eine vergleichbare Vielfalt vor: Symbolik für das reine Herz, Sinbild
des göttlichen Gnadenschutzes, Joch Christi, das vor allen anderen der
Priester auf sich nehmen muss, Kleid der Gnade und Schild des Glaubens
gegen die Pfeile der höllischen Bosheit.
Gebete zum Anlegen des Amikt
Literatur: Braun 1924a, 67-73.
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