Weihrauchfass1

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LITURGISCHE GERÄTE


Weihrauchfass







Weihrauchfass
Lothringen, um 800
Köln, Schnütgen-Museum





Weihrauchfass
Südenglisch, Mi. / E. 10. Jh.
London, The British Museum




Weihrauchfass
Süddeutsch, 1. H. 13. Jh.
Rottenburg/Laaber, Filialkirche Münster



Weihrauchfass
Süddeutsch, um 1500
Hainsbach-Haindling, Wallfahrtskirche



Weihrauchfass
Martin Schongauer
Kupferstich, um 1490




Weihrauchfass

Die Verwendung eines Handrauchfasses ist seit dem 4. Jh. belegt. Zuvor gab es jedoch Stand- und Hängerauchfässer, die z.B. für die Lateranbasilika bezeugt sind. Diese hatten offenbar keine liturgische Funktion, sondern dienten allein – wie auch die Lampen und Leuchter – zur Hebung der Feierlichkeit. Eine liturgische Verwendung ist erstmals Ende des 7. Jh. bezeugt (Capitulare ecclesiastici ordinis; römische Ordines des 8./9. Jh.). Zu jener Zeit wurde der zur Messe kommende Papst beräuchert, der Einzug zum Altar, das Evangeliar beim Singen des Evangeliums sowie der Auszug am Ende der Messe.
Im 10. Jh. wird zum ersten Mal von der Inzensation des Altars nach dem Stufengebet berichtet (6. Ordo Mabillons). Eine Inzensation des Sakraments bei der Wandlung ist 1256 im Messordo des Dominikanergenerals Humbert Romanis greifbar. Doch gab es niemals verbindliche Richtlinien und Anlass und Tag sowie der Gegenstand der Beweihräucherung unterscheiden sich je nach Region.

Material

Als Materialien werden nur Metalle verwendet. Sehr häufig begegnet Gold und oftmals Silber; Kupfer, Bronze und Eisen sind ebenfalls üblich. Goldenen und silbernen Rauchfässer haben eine Feuerschale als Einsatz, die aus einem feuerfesten Material besteht (Bronze oder Kupfer), so dass darauf die glühenden Kohlen gelegt werden können.

Form und Dekor

Das älteste erhaltene Rauchfass wurde in der 624 zerstörten Basilika zu Clapavice bei Salona gefunden. Es ist sechseckig, mit Füßchen versehen, hat einen pyramidenförmigen Deckel, der unten von rundbogigen Arkaden durchbrochen ist. Das Gefäß kann an drei kurzen Ketten gehalten werden.
Ab 1000 begegnet häufig ein Untersatz (Ring, Wulst, Kegelstumpf, Füßchen), der es erlaubt, das Gerät abzustellen. Hinzu kommen drei oder vier Trageketten und evtl. eine Zugkette, mittels der der Deckel hochgezogen werden kann.
In der Gotik nehmen architektonische Formen, wie Streben oder Fialen, zu. Das Rauchfass bleibt aber ohne figürliche oder ornamentale Schmuckformen.

 

Literatur: Braun 1932, 598-632.



 
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