Tragaltar1

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ALTAR


Tragaltar










Tragaltar
Hildesheim, um 1000
Hildesheim, Dom- u. Diözesanmuseum



Tragaltar
Bamberg / Fulda?, vor 1024 / 1025
Paris, Musée National du Moyen Âge



Tragaltar
Hildesheim?, 11. Jh.
Bad Gandersheim, Stiftskirche, Schatzkammer


 

















Tragaltar
Roger von Helmarshausen, nach 1107 / vor 1127
Paderborn, Dom St. Maria, Liborius u. Kilian, Erzbischöfliches Diözesanmuseum u. Domschatzkammer



Willibrordus-Tragaltar
Trier, 8., 11., 12., 14. Jh.
Trier, Domschatz














Tragaltar

Tragaltäre gab es bereits im frühen Christentum, doch liegen vor 1000 nur wenige Nachrichten darüber vor. In der vorkonstantinischen Zeit war der altare portatile oftmals aus Holz, Stein wird erstmals im Ordo des Sakramentar von Gellone (8. Jh.) verlangt. Als Vorschrift wird dies 857 in den Kapiteln Hinkmars von Reims festgehalten. Dennoch finden sich weiterhin auch Tragaltäre aus Holz. In der zweiten Hälfte des Mittelalters ist die Oberseite i.d.R. aus Stein, der in einen Holzrahmen oder eine Holztafel eingefügt wurde. Die hölzerne Einfassung übernimmt die Funktion der Stipes.
Die "Summa summorum" des Silvester de Prierio (1516) benennt vier Arten des altare portatile:
1. ein Sepulchrum in der Holzunterlage, der darüber gelegte Stein bildet das Sigillium,
2. ein Sepulchrum im Stein, ohne eine Holzeinfassung,
3. ein Sepulchrum im konsekrierten Stein, mit Holzeinfassung,
4. ein konsekrierter Stein ohne Sepulchrum - ob diese Art jedoch zulässig ist, bezweifelt Prierio.
Über die Einschließung von Reliquien liegen keine verpflichtenden Erlässe vor, so dass bis ins späte Mittelalter Tragaltäre nicht immer Reliquien bergen.

Material

Der Stein ist meist ein gewöhnlicher Stein (etwa Granit oder Basalt), er kann jedoch auch aus Marmor, Porphyr oder sogar Bergkristall sein.
Die Holzeinfassung oder der Kasten können mit allen üblichen Zierformen geschmückt sein - vom Elfenbeinrelief über Emailarbeiten bis hin zu zisselierten Goldarbeiten.

Größe

Die Größe des Altars und des Steins variieren sehr. Zum Welfenschatz gehört ein Tragaltar von nur 19,3 x 11,9 cm, durchschnittlich waren sie jedoch 20/35 x 15/25 cm groß. Für die kleineren Exemplare wurden spezielle Kelche und Patenen in Miniaturform angefertigt. Die Trierer Synode von 1310 hält fest, dass der Stein so groß sein müsse, dass Kelch und Hostie in einer geziemenden Entfernung darauf angeordnet werden könnten. Im Dominikanermissale des 13 Jh. heißt es, Kelch und Hostie müssten ganz auf dem konsekrierten Stein liegen. Borromäus schließlich schlägt ein Richtmaß von 36 x 29 cm vor.

Form

Braun unterscheidet drei Formen des Tragaltars:
1. tafelförmig - Diese alte Form besteht aus einem beweglichen Stein, der einer Mensa ohne Stipes gleicht und auf einen festen Altar aufgestellt bzw. in dessen vertiefte Mensa eingepasst wird.
2. altarförmig - Der Tragaltar hat die Form eines altare fixum en miniature.
3. kastenförmig - Der Stein ist in die Oberseite oder den Deckel eines Kästchens eingelassen. Der Kasten bietet die Möglichkeiten dort mehrere Reliquien zu hinterlegen. Das Kästchen steht meist auf Füßen und die vier Seiten sind oftmals reich verziert.



Literatur: Braun 1924b, Bd. 1, 419-491.




 
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