ALTAR
Stipes
Die Stipes konnten nicht nur Reliquien bergen, sondern dienten in Ausnahmefällen auch zur Aufbewahrung
des Sakraments. Aus dem Jahr 532 ist solch eine Verwahrung aus einer
Kapelle des Doms von Parenzo beakannt. In die 44 cm breite und 36 cm tiefe
Stipes ist eine Vertiefung eingefügt, die eine Türöffnung von 31 x 24 cm
aufweist. Eine Verzierung mit zwei Tauben lässt darauf schließen, dass es sich
hierbei um ein frühes Beispiel für eine Sakramentsaufbewahrung im Altar
handelt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass an diesem Ort Reliquien
verwahrt wurden. Auch wenn im 13. Jh. Synoden eine Aufbewahrung der Hostie sub altari
fordern, muss das nicht unbedingt unter dem Altar, also in den Stipes meinen,
sondern kann auch als super altari verstanden werden. Erst ein Protokoll
von 1699 erwähnt ausdrücklich für den Hochaltar in Notre-Dame zu Paris ein
Tabernakel mit dem Sakrament, das unter dem Altar seinen Platz hat. 1860 stieß
man in St. Léonard zu Léau auf eine Pyxis aus dem 13. Jh., die unter dem Altar
unter dem Reliquiengrab verborgen war. Eine Verwahrung des Sakraments in den Stipes war wohl
möglich, jedoch eher die Ausnahme. Die Stipes können reicht verziert sein - ornamental, floral, figürlich, szenisch.
Literatur: Braun 1924b, Bd. 1, 316-367; Nußbaum 1979, 326-328.
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