LITURGISCHE GERÄTE
Pyxis / Ziborium
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| Pyxis Limoges,
nach 1250 Frankfurt a.M., Museum für Angewandte
Kunst
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| Pyxis Limoges, E. 12. / A. 13. Jh. Bad Säckingen, Kathol. Münsterpfarramt St. Fridolin
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| Pyxis um 1330 / 1340 Göttingen, ev. St. Johannis
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| Eucharistische Taube 13. Jh. Washington, National Gallery of Art
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| Eucharistische Taube Amsterdam, Rijksmuseum
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| Ziborium Niederrhein / Niederlande od. Köln, 1370 / 1380 Xanten, Sachatzkammer des St.-Viktorsdoms |
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Pyxis / Ziborium
Das Ziborium dient zur Aufbewahrung der konsekrierten
Hostien, seien es die zum Verzehr bei der Messe bestimmten Hostien, seien es
die, welche zur Krankenkommunion (viaticum)
mitgenommen wurden. Im Mittelalter begegnen viele unterschiedliche
Bezeichnungen: pixis, pixida, pissis –
griech. púxos = Behälter aus Buxbaum; diese Bezeichnung begegnet ab dem 9. Jh.
häufig, wurde jedoch für Aufbewahrungsbehälter jeder Art gebraucht etwa auch
für Reliquien- oder Weihrauchbehälter. ciborium – Diese
ursprüngliche Bezeichnung für den Altarüberbau wurde bald auch für den Überbau
des Reliquienschreins, den Baldachin der Heiligenfigur, das Gewölbe der Kirche
u.a. gebraucht sowie um das über dem Altar hängende Gehäuse oder das
spätmittelalterliche Wandtabernakel zu bennenen. Erst ab dem 14. Jh. wird der
Begriff auch für das Behältnis selbst verwendet. buxis buxida, bustia
– abgeleitet von Pyxis chrismale – kann
das Gefäß mit dem Chrisma, das Korporale, die Decke, die zum Schutz über das
Reliquiar gebreitet wurde, das Taufkleid oder auch den Hostienbehälter
benennen. capsa – lat.
Kapsel, Behälter columba – verweist
auf die Taubenform des Behälters. custodia – lat.
Schutz, Aufbewahrung vas, vasculum –
allgemeine Bezeichnung für ein Behältnis archa – seltene
Bezeichnung für den Hostienbehälter repositorium –
seltene Bezeichnung für den Hostienbehälter theca – seltene
Bezeichnung für den Hostienbehälter tabernaculum –
Bezeichnung des Mittelalters für das gesamte, über dem Altar hängende Gehäuse,
in dem die Pyxis aufbewahrt wird. Seltener benennt es auch die Pyxsis selbst. viaticum – diese
Bezeichnung begegnet, wenn in der Pyxis die Hostie für die Krankenkommunion
aufbewahrt wird.
Material
Eine allgemeinverbindliche Bestimmung für das Material wurde
nie erlassen, so dass verschiedene Materialien begegnen. Selbst das 4.
Laterankonzil (1215) forderte nur, dass das Sakrament sorgfältig verschlossen
werden solle. Die älteste Verordnung stammt von Odo von Paris (1196-1298),
nach der eine Elfenbeinpyxis verwendet
werden soll. Aus dem Mittelalter haben sich jedoch derartige Behälter nur in
geringer Zahl erhalten. Sie sind zwar schon seit der Spätantike in Gebrauch,
doch ist ihre Verwendung als Hostienbehälter oftmals nicht eindeutig
nachzuweisen. Im Jahr 1006 ist sogar eine Aufbewahrung in gefaltetem Pergament bezeugt. Häufig wurden Pyxiden aus Holz gebraucht, die noch am Ende des Mittelalters greifbar sind.
Besonders für ärmere Gemeinden sind hölzerne Behälter anzunehmen. Noch 1509
beklagte in England Heinrich VIII., dass man an vielen Orten unwürdige
Holzpyxiden verwende. 1229 bestimmt Wilhelm von Blois, Bischof von Worcester, dass
die Kirchen zwei Pyxiden besitzen sollten. Eine schlichte für nicht
konsekrierte Hostien und eine würdige für das konsekrierte Sakrament bestehend
aus Silber, Elfenbein, vergoldetem und emailliertem Kupfer o.ä. Seltener begegnen Gold,
Glas oder Kristall, weit häufig dagegen Silber,
Kupfer oder am Ende des Mittelalters auch Messingguss.
Form
Die älteren Behälter hatten unterschiedliche Formen, sie
konnten oval, rund, polygonal oder viereckig sein. Ihr Deckel hat die Form
eines Satteldaches, eines Kegels, einer Pyramide oder eines Turmes. Jeweils ist
dieser mit einem Scharnier mit der Pyxis verbunden. Im 12. Jh. bildet sich ein
Ständer aus, doch noch im 13. Jh. ist eher eine ständerlose Pyxis üblich. Noch
im 15. Jh. haben Pyxiden, die auf Versehgänge mitgenommen werden, keinen Ständer. Die Ständer entsprechen denen des Kelchs, d.h. sie haben Fuß und Nodus. In den folgenden Jahrhunderten ändert sich das Behältnis
am stärksten, indem es sich immer mehr der Kelchform annähert. Es begegnen
Pyxiden mit einer zylinderförmigen oder plygonalen Kuppa, die mit einem
pyramidenförmigen oder kegelförmigen Deckel verschlossen werden. Pyxiden mit einer
schalenartigen oder beckenförmigen Kuppa tragen einen Deckel, der die Form der
Kuppa hat und umgekehrt über diese aufgesetzt wird.
Literatur: Braun
1932, 280-319; Eucharistic Vessels 1997, 65-71; Nussbaum 1979, 329-364.
Hängetabernakel /
Eucharistische Taube
Die Admonito synodalis (9. Jh.) hält fest, dass die Pyxis
mit den darin aufbewahrten Hostien auf dem Altar stehen dürfen. Schon seit dem
4. Jh. sind über dem Altar hängende Tauben bekannt, deren Funktion jedoch nicht
eindeutig ist. Mit großer Sicherheit dienten sie nicht als Tabernakel, denn
dazu wurden sie wohl erst zur karolingischen Zeit genutzt. Ab 1000 sind
Hängetabernakel häufiger bezeugt und im 12./13. Jh. hatten sie ihre Blütezeit. Das Tabernakel konnte entweder am Gewölbe mit einer langen
Kette befestigt werden oder an einem Krummstab, der hinter dem Altar stand. Häufig waren derartige Stäbe mit einer Marienfigur versehen, diese
konnte sogar das Gefäß mit der Hostie in Händen halten.
GestaltDie älteste erhaltene eucharistische Taube stammt aus dem
11. Jh. Eine besonders große Zahl entstand in den Werkstätten von Limoges. Die
Vögel sind meist aus vergoldetem Kupfer, sie sind verziert mit Gravierungen,
farbigem Grubenschmelz und evtl. mit (Halb-)Edelsteinen. Häufig stehen sie auf
einer runden Platte, in die z.T. die Löcher zur Aufhängung gebohrt sind. Die
Ketten werden zu einer corona geführt, an der das Conopaeum befestigt sein kann. Die Flügel der Taube ruhen fest an dem Körper oder sind
beweglich. Die frühen erhaltenen Tauben haben keinen Deckel, und auch
die schriftlich bezeugten aus dem 4. Jh. dienten wohl nicht zur Aufbewahrung
des Sakraments. Sie versinnbildlichten wohl die Herabkunft des Heiligen
Geistes, um die der Priester besonders mit dem Epiklesegebet nach den
Wandlungsworten bittet. Bereits Justinian sagte, die Hostie liege nach der Wandlung
vom Heiligen Geist umhüllt auf der Patene. Seit dem 9. Jh. begegnen Berichte,
nach welchen bei der Wandlung eine Taube herabgekommen sei und über dem Haupt
des Priesters geschwebt sei oder sich auf dessen Schulter niedergelassen habe.
Die Tauben bringen den Gedanken der Anwesenheit des Heiligen Geistes
sinnfällig zum Ausdruck. Tauben, die eine Hostie aufnehmen können, sind erstmals im
Martyrologium von Auxerre, das vom 8.-10. Jh. geführt wurde, schriftlich bezeugt.
Literatur:
Nussbaum 1979, 356-361; Elbern 2004.
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