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PARAMENTE: LITURGISCHE KLEIDUNG
Albe
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| Girenalben Castel Sant' Elia |
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| Girenalbe mit Paruren München, Bayerisches Nationalmuseum | Albe mit Parura Schweiz, Anf. 14. Jh. Köln, Schnütgen Museum
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| Albenparura mit Figurenstickerei Comminges, St. Bertrand
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 |  | Albenparura Prag, Domschatz
| Albenparura Prag, Domschatz
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AlbeWährend über die Albenform im 1. Jahrtausend nur wenige
verlässliche Informationen vorliegen (es handelt sich um eine
engärmelige, bis zu den Füßen reichende Tunika), ist der am weiten verbreiteste
Typ ab dem 11. Jh. die so genannte Girenalbe, die sich durch gefältete, keilförmige und häufig mehrteilige Stoffansätze unter den Ärmeln (Giren) auszeichnet. Während
die Alben in vorkarolingischer Zeit schmucklos blieben und die
Erinnerung an die schlichte antike Untertunika des Alltagslebens
bewahrten, begann man im 10. und 11. Jh., vor allem Festalben und
bischöfliche Alben zu verzieren. Bis ins 12. Jh. bestand dieser Schmuck aus einem den ganzen Saum sowie den Ärmelabschluss umziehenden
Besatz aus Goldborten. In gotischer Zeit bildete sich offenbar von
Frankreich ausgehend ein eigener Teilbesatz an Saum und Ärmeln oder
auch am Brustbereich der Albe mit rechteckigen, später auch quadratischen
Zierstücken (parurae, plagulae, grammata, fumbriae, fasciae, plicae, aurifrisia)
aus. Wie der Zierbesatz des Amikts weisen auch sie häufig aufwändige
Stickereien mit Perlen oder vergoldeten Plättchen auf. Die
Paruren folgen im Spätmittelalter den liturgischen Farben.
Symbolik in liturgischen TraktatenFür die meisten mittelalterlichen Liturgiker versinnbildlicht die Albe die kultische Reinheit
- im Sinne der Reinheit von der Sünde wie auch von sexueller Befleckung. Im Rationale hat Durandus die meisten moralischen
Deutungstraditionen zusammengetragen. Bezogen auf das durch Schläge
geweißte Leinen ist die Reinheit hier die Frucht großer Mühen, Guter Werke und harter Askese. Die Einfassung der Kopfdurchlassung bedeutet die Verpflichtung zur Keuschheit. Betont wird weiter die Freiheit der Gotteskinder. Die kostbare Ausstattung verweist auf die königliche Brautschaft des
Priesters. Die Gürtung mahnt ihn, alle fleischlichen Gelüste zu
bezähmen; die sie sich bis zu den Füßen erstreckende Länge erinnert daran, beharrlich zu bleiben. Christologisch ist aufgrund der weißen Farbe die Rede von der Sündlosigkeit Christi, seiner Verklärung und auch - und hier handelt es sich um eine originäre Deutung des Durandus - der Verspottung durch Herodes.
Symbolik in liturgischen GebetenIn den mittelalterlichen Ankleidegebeten erscheint die Albe einmal als Gewand des Heils und als Panzer der Stärke, also als Sinnbild der helfenden Gnade Gottes. Weitere Symbolisierungen sind die heilige Freude und die übernatürliche Gerechtigkeit. Die Albenparuren werden als Wundmale gedeutet oder als Fesseln, mit denen die Hände und Füße Christi gebunden waren.
Gebete zum Anlegen der Albe
Literatur: Braun 1924a, 74-81.
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