Albe

Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum

Suche Site Map
Startseite Universität Münster

1: Illustrationen zum Messablauf
2: Traktate/Zyklen
3: Realien

Startseite

Kontakt

Impressum

PARAMENTE: LITURGISCHE KLEIDUNG


Albe




Girenalben
Castel Sant' Elia





Girenalbe mit Paruren
München, Bayerisches
Nationalmuseum

Albe mit Parura
Schweiz, Anf. 14. Jh.
Köln, Schnütgen Museum






Albenparura mit Figurenstickerei
Comminges, St. Bertrand




Albenparura
Prag, Domschatz


Albenparura
Prag, Domschatz


Albe

Während über die Albenform im 1. Jahrtausend nur wenige verlässliche Informationen vorliegen (es handelt sich um eine engärmelige, bis zu den Füßen reichende Tunika), ist der am weiten verbreiteste Typ ab dem 11. Jh. die so genannte Girenalbe, die sich durch gefältete, keilförmige und häufig mehrteilige Stoffansätze unter den Ärmeln (Giren) auszeichnet.
Während die Alben in vorkarolingischer Zeit schmucklos blieben und die Erinnerung an die schlichte antike Untertunika des Alltagslebens bewahrten, begann man im 10. und 11. Jh., vor allem Festalben und bischöfliche Alben zu verzieren. Bis ins 12. Jh. bestand dieser Schmuck aus einem den ganzen Saum sowie den Ärmelabschluss umziehenden Besatz aus Goldborten.
In gotischer Zeit bildete sich offenbar von Frankreich ausgehend ein eigener Teilbesatz an Saum und Ärmeln oder auch am Brustbereich der Albe mit rechteckigen, später auch quadratischen Zierstücken (parurae, plagulae, grammata, fumbriae, fasciae, plicae, aurifrisia) aus. Wie der Zierbesatz des Amikts weisen auch sie häufig aufwändige Stickereien mit Perlen oder vergoldeten Plättchen auf. Die Paruren folgen im Spätmittelalter den liturgischen Farben.

Symbolik in liturgischen Traktaten

Für die meisten mittelalterlichen Liturgiker versinnbildlicht die Albe die kultische Reinheit - im Sinne der Reinheit von der Sünde wie auch von sexueller Befleckung. Im Rationale hat Durandus die meisten moralischen Deutungstraditionen zusammengetragen. Bezogen auf das durch Schläge geweißte Leinen ist die Reinheit hier die Frucht großer Mühen, Guter Werke und harter Askese. Die Einfassung der Kopfdurchlassung bedeutet die Verpflichtung zur Keuschheit. Betont wird weiter die Freiheit der Gotteskinder. Die kostbare Ausstattung verweist auf die königliche Brautschaft des Priesters. Die Gürtung mahnt ihn, alle fleischlichen Gelüste zu bezähmen; die sie sich bis zu den Füßen erstreckende Länge erinnert daran, beharrlich zu bleiben.
Christologisch ist aufgrund der weißen Farbe die Rede von der Sündlosigkeit Christi, seiner Verklärung und auch - und hier handelt es sich um eine originäre Deutung des Durandus - der Verspottung durch Herodes.

Symbolik in liturgischen Gebeten

In den mittelalterlichen Ankleidegebeten erscheint die Albe einmal als Gewand des Heils und als Panzer der Stärke, also als Sinnbild der helfenden Gnade Gottes. Weitere Symbolisierungen sind die heilige Freude und die übernatürliche Gerechtigkeit. Die Albenparuren werden als Wundmale gedeutet oder als Fesseln, mit denen die Hände und Füße Christi gebunden waren.

Sign Link Gebete zum Anlegen der Albe


Literatur: Braun 1924a, 74-81.


 
Erweiterte Suche

Zurückblättern

 Diese Seite:  :: Seite drucken    ::	Seite empfehlen   :: Seite kommentieren, Link öffnet neues Fenster

© 2007 VW-Forschungsgruppe Uni Münster

:: Seitenanfang

Seitenanfang

© 2007 Universität Münster
Forschungsgruppe Kulturgeschichte und Theologie des Bildes im Christentum
Schlossplatz 2 · D-48149 Münster
Tel.: +49 (0)251 - 83 31973 · Fax: +49 (0)251 - 83 30038
E-Mail: kultbild@uni-muenster.de