Das mediatisierte Zuhause (I): Wandel häuslicher Kommunikationskulturen


Zeitraum November 2010 bis Juni 2013
Leitung Prof. Dr. Jutta Röser
Wiss. Mitarbeit
Dr. Corinna Peil
Dr. Kathrin F. Müller
Institution Institut für Kommunikationswissenschaft
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Bispinghof 9 – 14
48143 Münster
Finanzierung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Vorträge Vortragsliste


Das Projekt zur Analyse der häuslichen Mediennutzung in digitalen Medienumgebungen setzt am Mediatisierungs- und am Domestizierungsansatz der Cultural Studies an. Übergreifende Thesen des Projekts zielen auf den Wandel von häuslicher Fragmentierung und Gemeinschaft, auf eine neuartige Interdependenz zwischen häuslichen Mediennutzungsmustern und Geschlechterkonstellationen sowie auf bildungsspezifische Differenzen mediatisierter Kommunikationspraktiken.

Methode


Methodisch wurde ein bestehendes Sample von 25 Paar-Haushalten in ein Panel überführt und in Form qualitativer, ethnografisch orientierter Haushaltsstudien untersucht, um die Prozesse des Wandels häuslicher Kommunikationskulturen zu durchdringen. Das Sample war nach soziodemografischen Kriterien quotiert. Es wurde im Rahmen eines früheren Projekts gebildet und erstmals 2008 intensiv untersucht. So konnte das Projekt durch einen Vergleich der Befunde der ersten und zweiten Erhebungswelle einen mehr als dreijährigen Prozess analysieren.

Befunde


Die Befunde zeigen, dass sich die Haushalte in einer Phase der Koexistenz alter und neuer Medien befinden. Die Mobilisierung der Mediennutzung über mobile Endgeräte führt zu Veränderungen der räumlichen Anordnung der Medien(nutzung) und der räumlich-kommunikativen Arrangements. Jedoch ändern sich durch Faktoren wie die Einführung neuer Technologien und Anwendungen die Medienmenüs eher allmählich. Technikdeterministische Vorstellungen bestätigen sich also nicht, vielmehr wird die Bedeutung alltäglicher Kontexte für das häusliche Medienhandeln untermauert.