Katharina Obuch

Katharina Obuch
Katharina Obuch
Graduate School of Politics
Raum 222
Scharnhorststraße 100
48151 Münster
Tel: +49 251 83-29332
k.obuch@uni-muenster.de
  • Projekt

    „Zivilgesellschaftliche Organisationen in hybriden Regimen – Motor der Demokratisierung oder Garant des Status Quo? Fallstudie Nicaragua“


    Zivilgesellschaft – Inbegriff von Partizipation und gesellschaftlicher Gerechtigkeit, Legitimationsquelle und Antwort auf die Herausforderungen moderner Demokratien. Von der Literatur gelobt als Hoffnungsträger und demokratisches Allheilmittel, sind insbesondere zivilgesellschaftlichen Organisationen – Vereine, Stiftungen, NGOs – als Träger des Konzepts unweigerlich verknüpft mit der Idee „liberaler“ Demokratie (vgl. Zinecker 2005).
    Doch wie steht es um die Situation und Funktionen von zivilgesellschaftlichen Organisationen in anderen politischen Kontexten? Seit der sogenannten „dritten Demokratisierungswelle“ gilt Zivilgesellschaft auch als Hoffnungsträger in Demokratisierungsprozessen. Zugleich hat die Empirie gezeigt, dass Zivilgesellschaft kein exklusives Phänomen liberaler Demokratien, allerdings ebenso wenig von Grund auf demokratisch, zivil und gemeinwohlfördernd ist. Kritische Stimmen stellen die simple Losung „mehr Zivilgesellschaft = mehr Demokratie“ in Frage und legen eine differenziertere Beurteilung von Zivilgesellschaft sowie eine Ausweitung des Konzepts auch auf andere politische Kontexte nahe.
    Das Erkenntnisinteresse der geplanten Dissertation setzt an dieser Forderung an und nimmt an der Schnittstelle von Zivilgesellschafts- und Transformationsforschung zivilgesellschaftliche Organisationen im Kontext sogenannter „hybrider“ Regime in den Blick. Diese erfüllen zumeist die Minimalkriterien einer Demokratie im Sinne des Herrschaftszugangs durch freie und faire Wahlen (Merkel 2003), weisen zugleich aber Lücken in der Verwirklichung der Prinzipien von „bürgerlicher Freiheit, politischer Gleichheit und rechtsstaatlicher Kontrolle politischen Handelns“ (Croissant 2002) auf – eine Herausforderung für die organisierte Zivilgesellschaft?
    Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht die These, dass zivilgesellschaftliche Organisationen trotz ihres Rufes als demokratisches Allheilmittel gerade in hybriden Regimen auch zum Erhalt des Status Quo und damit antidemokratischer Strukturen beitragen können.
    Die Untersuchung erfolgt anhand einer qualitativen Fallstudie zu Regimehybridität und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Nicaragua.

  • Forschungsgruppe

    Frau  Obuch wird von Prof.'in Dr. Annette Zimmer betreut und ist Mitglied der Forschungsgruppe Zivilgesellschaft.

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