Fachbeschreibung Koptologie

Gegenstand der Koptologie ist die christliche Kultur Ägyptens und der christlichen Ägypter - der ‚Kopten’, nach der arabischen Bezeichnung für die nichtmuslimische Bevölkerung Ägyptens, die von dem griechischen Wort aigýptios abgeleitet ist - vom ausgehenden römischen Reich bis in die Neuzeit. Das Kerngebiet der koptologischen Forschung ist jedoch die spätantike Kultur Ägyptens vom 3. Jh. n. Chr. bis etwa zum 12.-14. Jh. n. Chr., als die spätägyptische, oder ‚koptische’ Sprache als lebendige Alltagsprache allmählich durch das Arabische verdrängt wurde.

Da Ägypten im genannten Zeitraum stark von der griechisch-hellenistischen und später der arabisch-muslimischen Kultur geprägt wurde, steht die Koptologie in enger Verbindung zu den klassischen Altertumswissenschaften, zur Byzantinistik und christlichen Archäologie, sowie zur Arabistik und Islamwissenschaft. Die Koptologie könnte man aber auch als „jüngsten Zweig“ der Ägyptologie bezeichnen, denn sie hatte sich ursprünglich aus der Ägyptologie als eigenes Fach etabliert und setzt so die Erforschung von Kultur und Sprache Ägyptens bis in die Neuzeit fort.