Der Internationale Frauentag – auch genannt Weltfrauentag – stammt aus den USA und wurde von den Frauen der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) 1908 gegründet. Der erste Weltfrauentag fand 1909 statt und war ein großer Erfolg, nicht zuletzt, weil sich bürgerliche Frauenrechtlerinnen den Forderungen der Sozialisten nach einem Wahlrecht für Frauen anschlossen. Der zweite Weltfrauentag war dann auch prompt im Februar 1910, um den Forderungen der nordamerikanischen Frauendemonstrationen nach einem Wahlrecht mehr Nachdruck zu verleihen. Weitergetragen nach Kopenhagen wurde die Idee des Frauentags von der US-Amerikanerin May Wood-Simons, und es waren die deutschen Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die sich u.a. dafür einsetzten, dass der Weltfrauentag u.a. auch in Deutschland Einzug fand.

Der erste Frauentag war der 19. März 1911 und er fand in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. Das alles beherrschende Thema war die Forderung nach dem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht. Es wurde ein hervorragender Erfolg verbucht, deren Lorbeeren sich vor allem die SPD einheimste. Die weibliche Mitgliederzahl wuchs immens von 82.642 im Jahr 1910 auf 107.693 im Jahr 1911 und so gab es auch 1912 einen Weltfrauentag. Jeweils im März fand der Weltfrauentag statt und es bedurfte nur fünf Jahre, um diesen Tag zu einem festen Bestandteil zu machen. Erste Veränderungen waren bedingt durch den ersten Weltkrieg. Nun stand nicht mehr die Wahlfreiheit der Frauen vorrangig auf dem Plan, sondern er wurde ersetzt durch einen Aktionstag gegen den Krieg! Große Schwierigkeiten ergaben sich zudem daraus, dass kritische Veranstaltungen nicht mehr erwünscht waren und somit musste der Internationale Frauentag in die Illegalität gehen.

Dies änderte sich erst 1917. Aufgrund massiver Proteste aus den eigenen Reihen wurde die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands von enttäuschten Sozialisten gegründet. Unter ihnen wurde die Fortführung des Frauentages beschlossen und man organisierte eine „Rote Woche“. Am 12. November 1918 dann der erste Erfolg! Die provisorische Reichsregierung verkündete das freie, geheime aktive und passive Wahlrecht für Frauen und Männer über 20 Jahre. Der erste Sieg war errungen und es gilt als wahrscheinlich, dass es Lenin war, der im Jahre 1921 den 8. März zum „Internationalen Frauentag“ erklärte. Vorausgegangen war ein Streik am 8. März 1917, bei dem die Arbeiter- und Soldatenfrauen und erstmals auch Bauernfrauen aus den armen Stadtvierteln die Februarrevolution in Russland auslösten. Zu Ehren dieser Frauen wurde auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau auf Vorschlag der bulgarischen Delegation der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.
Im Zuge des Kalten Krieges wurde der 8. März ziemlich unpopulär und nach dem Ersten Weltkrieg musste sich der Internationale Frauentag – vor allem aufgrund der Einführung des Frauenwahlrechts – neu formieren. Es gab eine Spaltung innerhalb der Sozialistinnen der KPD und SPD und die KPD hatte, an ihrer Spitze mit Clara Zetkin, den Frauentag ‚mitgenommen‘. Die SPD stellte 1919 einen Antrag auf (Wieder)Einführung des Frauentages – welcher jedoch abgelehnt wurde, wie der nächste Antrag auch. Erst 1923 wurde der Antrag angenommen und seine Umsetzung dauerte noch bis 1926. Ab diesem Tage gab es zwei Weltfrauentage: am 8 März den kommunistischen und einen sozialdemokratischen Tag ohne festes Datum.

1933-1945 wurde der Tag komplett ausgesetzt, was aber nicht hieß, dass er vergessen wurde. Es gab leise Proteste, z.T. im Untergrund und z.T. leicht öffentlich wie das Aushängen von roten Gegenständen auf Wäscheleinen oder das Auslegen von illegalen Flugblättern.
1946 führte die kommunistische Besatzungszone den 8. März wieder ein. In der DDR eine feste Größe, veränderte sich der 8. März im Westen zusehends. Es ging nicht mehr nur um das Wahlrecht, sondern um Frieden, Kampf gegen die Wiederbewaffnung und ähnliche Themen. Aber es waren vor allem die parteilosen Christinnen und Pazifistinnen, die die Themen Frieden und Abrüstung in den Internationalen Frauentag verankerten. Es dauerte noch bis 1960, bis die Frauenbewegung sich vehement engagierte, bis das Bewusstsein wieder geschärft wurde. Allerdings hatte es die Frauenbewegung in der BRD schwer, Frauen dazu motivieren, mitzugestalten und zu formen. Man wollte nicht, dass der Frauentag zu einem sog. ‚Muttertag‘ verkommt, wie es leider in der DDR der Fall war. Es dauerte noch bis 1975, bis die Vereinten Nationen das internationale Jahr der Frau ausrichteten und die Generalversammlung beschloss, dieses Datum der Veranstaltung – den 8. März 1975 - , als Internationalen Frauentag anzuerkennen.
Bis heute ist sich der Internationale Frauentag treu geblieben. Es gibt viele Rückschläge, aber auch viele Erfolge zu verbuchen.

Ich finde ein Zitat jedoch bezeichnend: Die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding stellte im März 2008 fest: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben.“ Zu diesem Thema kommen noch viele andere Feministinnen zu Wort. Diese alle zu nennen wäre endlos. Eine von ihnen, Alice Schwarzer, ist der Meinung, dass dieser Frauentag abgeschafft werden sollte, dass jeder Tag ein Tag für Frauen und Männer werden soll – ohne Unterschied. Dem kann man eigentlich nur zustimmen.

Übrigens: Es gibt auch einen Weltmännertag! Es gibt ihn seit dem Jahr 2000 und findet am 3. November statt. Dieser ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Männertag am 19. November. (komisch: wir Frauen haben alles an einem Tag – Zufall? [Anm.d.Red.]
Quelle: Wikipedia


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