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Prof. Dr. Johannes Wessels behält den Durchblick...
© Hochschulsport Münster
  • ...als Kernphysiker und als Vorsitzender des Lenkungsausschusses für den Hochschulsport.
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Face2Face: Der Mann mit Durchblick


20.000 Teilnehmende, 500 Übungsleitende und über 140 Sportarten - das ist euer Hochschulsport. Doch wer gehört eigentlich alles dazu? In unserer neuen Serie Face2Face stellen wir euch Personen vor, die hinter und vor den Kulissen für euch und uns wirbeln.

Heute haben wir mit Prof. Dr. Johannes Wessels gesprochen, der seit April 2009 Vorsitzender des Lenkungsausschusses für den Hochschulsport ist.

Hochschulsport: Hallo Herr Wessels, schön, dass Sie Zeit gefunden haben. Wollen Sie sich kurz vorstellen?

Prof. Dr. Johannes Wessels: Gerne. Ganz ursprünglich komme ich aus Bremen, bin dann aber relativ früh von zuhause weg und habe in England, in Wales, mein Abitur gemacht. Danach habe ich in Heidelberg Physik studiert und mir im achten Semester überlegt, entweder aufzuhören oder es richtig zu machen. Ich habe es dann wohl irgendwie richtig gemacht und schließlich eine experimentelle Arbeit in einem Forschungslabor in Darmstadt angefangen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin und nach dem ersten Post-Doc für drei Jahre nach Amerika gegangen bin. Dann bin ich eigentlich eher zufällig wieder zurückgegangen nach Heidelberg, um dort zu habilitieren. Im Jahr 2000 habe ich mich dann habilitiert und 2002 meine erste permanente Stelle in Darmstadt bekommen, als Wissenschaftler an einem Forschungsinstitut. 2003 habe ich dann den Ruf nach Münster gekriegt. Ich bin jetzt also 13 Jahre hier.

Da haben Sie ja schon viel von der Welt gesehen. Wie gefällt es Ihnen in Münster?

Ich würde sagen, ich bin angekommen. Seit zwei Jahren bin ich dann auch echter Münsteraner. Mir sind nämlich alle Fahrräder geklaut worden. (*lacht*)

Wann hatten Sie dann die ersten Berührungspunkte mit dem Hochschulsport?

Das war eher zufällig. Ich habe immer schon Sport gemacht, allerdings nie im Hochschulsport selber. Ich spiele Volleyball und tanze. Und als ich dann Dekan war, bin ich von dem ehemaligen Vorsitzenden des Lenkungsausschusses angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, den Lenkungsausschuss zu leiten. Und da habe ich gesagt: Warum eigentlich nicht.

Was macht der Lenkungsausschuss genau?

Im Prinzip ist der Lenkungsausschuss nur dazu da, den Hochschulsport zu beraten. Wir geben Hinweise, wie bestimmte Ziele gut umzusetzen sind und wirken ausgleichend, wenn mal wirkliche Konflikte anstehen. Wir hinterfragen zum Beispiel immer mal wieder, ob die Gebührenordnung noch angemessen ist, ob sie fair ist. Typischerweise trifft sich der Lenkungsausschuss dazu immer gegen Ende des Semesters, weil das der Zeitraum ist, in dem das neue Kursangebot und die Gebühren dafür festgelegt werden. Dann kann man alles noch einmal besprechen. Eine der größeren Sachen war außerdem damals, als der Lenkungsausschuss stark beteiligt war an der Auswahl der jetzigen Leitung des Hochschulsports. In die konkreten Inhalte mischt sich der Lenkungsausschuss aber nicht ein.

Wieso haben Sie sich für diese Aufgabe interessiert?

Weil ich den Hochschulsport in Münster wichtig finde, auch diese Vielfalt unheimlich toll finde – und  dann stand eine konkrete Aufgabe an. Es gab Pläne, die Sportanlagen etwas stärker zu entwickeln. Dabei war aber unklar, wie man das finanzieren kann und wie man die einzelnen Wünsche wirklich optimal verbinden kann. Da ist dann dieser Plan gereift, das Gesundheits- und Leistungssportzentrum zu bauen, als Gemeinschaftsprojekt mit der Universität, was einige Überzeugungsarbeit gekostet hat. Umso schöner, dass jetzt mächtig gebaut wird.

Gibt es etwas, das Sie an dem Hochschulsport in Münster besonders gut finden?

Was mich persönlich betrifft, ich bin sehr begeistert vom Tandem-Programm, das gestartet wurde, um Flüchtlinge, die altersmäßig in einem ähnlichen Segment sind, wie unsere Studierenden, in solchen Tandems zusammenzuführen. Das ist wirklich etwas, wie Integration funktionieren kann. Über persönliche Kontakte und gemeinsame Aktivitäten.

Wenn Sie den Hochschulsport gut finden, spielt dann auch Sport allgemein in Ihrem Leben eine große Rolle?

Ich brauche den Sport! Volleyball ist einfach eine nette Sache, um in der Gruppe Sport zu machen und Tanzen mache ich, weil es mir einfach nur Spaß macht. Außerdem fahre ich jeden Tag Fahrrad, weil es mir gut tut.

Warum ist der Sport gerade an Universitäten wichtig?

Es ist wichtig, weil Sport zum Leben dazu gehört. Er ist Teil eines gesunden Lebens. Er verbindet unheimlich. Wenn man sich auch die Größe der Sportgruppen anschaut und wie viele Angebote es gibt- da ist der Sport wirklich ein verbindendes Element. Und es gehört zum universitären Leben neben dem kulturellen Leben und der Wissenschaft dazu. Und es gibt ja durchaus Mannschaften, die wirklich gut dastehen und das ist natürlich auch ein gewisser Identifikationswert für die Uni.

Danke für Ihre Zeit, Herr Wessels. Alles Gute für Ihre kommenden Aufgaben!