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Austrocknung – nur ein Problem von Wüstengebieten?
Immer häufiger fällt im Zusammenhang mit Umweltproblemen in den
Niederlanden der Begriff "Austrocknung" - ein Begriff, den man
normalerweise eher mit der Sahelzone als Westeuropa in Verbindung
bringen würde. Und dann auch noch in einem so wasserreichen Land wie
den Niederlanden? Wie das zusammenpasst, das zeigen die folgenden
Materialien.
M1: Veränderung der Grundwassersituation in Noord-Brabant
(verändert nach: Niederländisches Institut für Gesundheit und Umwelt - Umweltbericht 2002)
M2: Entwicklung der Durchschnittstemperatur in den Niederlanden (bis 2008)
Die vergangenen Jahre zwischen 2003 und 2008 fielen in den Niederlanden durchschnittlich wärmer aus, als dies, gemessen an dem langjährigen Mittelwert von 9,8 Grad Celsius, der Fall hätte sein dürfen. Drei dieser Jahresdurchschnittstemperaturen der letzten 10 Jahre zählen mit zu den höchsten Jahreswerten, die, seit Beginn der regelmäßigen und verzeichneten Temperaturmessungen in den Niederlanden im Jahr 1706, ermittelt wurden. Die Tabelle zeigt die durchschnittlich wärmsten Jahre seit Beginn der Messung (1900-2008 = Werte der landesweit repräsentativen Messstation in De Bilt; 1706-1900= Werte ermittelt aus Messungen in Zwanenburg und Utrecht):
| Jahr | Temperatur (in Grad Celsius)
| 2007, 2006
| 11,2
| 2000, 1999, 1990
| 10,9 | | 2002 | 10,8 | 2005, 1989, 1779
| 10,7 | | 1994 | 10,6 | 2001, 1998, 1995
| 10,4 |
Quelle: Königlich Niederländisches Meteorologisches Institut
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M3: Ökologische Definition von Austrocknung
Ein Gebiet wird als „von Austrocknungserscheinungen betroffen“
bezeichnet, wenn es dem Natur- und Landschaftsschutz dient und weder
der Grundwasserstand noch der Quellwasserstrom (= Wasser, das von unten
nachfließt) ausreichen, um die charakteristischen grundwasserabhängigen
Ökosysteme in diesem Gebiet zu erhalten. Ein dem Natur- und
Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenes Gebiet wird auch dann als „von
Austrocknungserscheinungen betroffen“ bezeichnet, wenn zum Ausgleich
eines zu niedrigen Grundwasserstandes Wasser von ungenügender Qualität
(z.B. stark mit Pflanzennährstoffen angereichertes Wasser) von außen
herangeführt werden muss. (übersetzt nach: Waterland)
M4: Ursachen der Austrocknung
Verschiedene menschliche Aktivitäten tragen dazu bei, dass es zu
Austrocknungserscheinungen kommt. Offensichtliche Ursachen sind:
Grundwasserentzug zur Trinkwassergewinnung, Wasserverbrauch durch die
Industrie (Kühlwasser) und durch die Bewässerung von Ackerflächen.
Jedoch tragen diese Faktoren nur zu etwa 30% zu den
Austrocknungserscheinungen bei.
Die Landwirtschaft hingegen ist durch Entwässerung von Agrarflächen
(Drainage) für rund 60% der Austrocknungserscheinungen verantwortlich.
Für den Ackerbau ist es nämlich vorteilhaft, einen stabilen, trockenen
Boden zu haben. Dieser lässt sich besser pflügen. Zudem besteht eine
weniger große Gefahr, dass die Feldfrüchte im Boden verrotten, was in
schweren, feuchten Böden schnell der Fall sein kann. Weiterhin sorgt
die Intensivierung der Landwirtschaft für eine erhöhte Zahl von
Pflanzen je Flächeneinheit und damit für eine erhöhte Verdunstung. Das
Gleiche gilt für die Anlegung von Laubwald- und Nadelwäldern auf
Sandböden.
Schließlich hat auch die Raumnutzung einen Einfluss auf
Austrocknungserscheinungen. Durch eine Zunahme von Asphalt und Beton
kann Regenwasser in städtischen Gebieten weniger gut in den Boden
eindringen. Zwar wird das Regenwasser aufgefangen, doch zumeist sofort
durch Flüsse oder Kanäle abgeführt. Der Wasserertrag durch Regen
verringert sich, folglich sinkt der Grundwasserspiegel. Eine weitere
Ursache für sinkende Grundwasserstände ist die Anlegung von Poldern und
Kanälen.
(übersetzt nach: Milieuloket)
M5: Bodenaustrocknungserscheinungen in verschiedenen Regionen der Niederlande (2007)
Quelle: BosAtlas.
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