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Carry Slee


Carry Slee gehört zu den derzeit erfolgreichsten niederländischen Jugendbuchautorinnen. Ihre realistischen Jugendromane stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und dies nicht nur im Bereich der Jugendliteratur. Im Jahr 2003 hatte sie drei Werke unter den Top-100 der bestverkauften Bücher in den Niederlanden. In Deutschland wurden auch einige Romane von ihr veröffentlicht, darunter „Tanz im Rausch“ und „Starr vor Angst".

M1: Über die Autorin

carrysleeCarry Slee wurde 1949 in Amsterdam geboren. Sie beschäftigte sich schon in früher Kindheit mit Geschichten und Büchern. Als sie noch nicht schreiben konnte, dachte sie sich Geschichten für ihre Kuscheltiere aus. Sie setzte ihre Tiere in einen Kreis und las ihnen dann aus ihren eigenen Werken vor. In der Grundschule hatte sie ein Heft, in das sie kleine Geschichten und Gedichte schrieb.
Später arbeitete sie als Dramadozentin. Zusammen mit ihren Schülern erfand sie Geschichten, die sie anschließend zu Theaterstücken umarbeitete. Diese wurden oft mit großem Erfolg von den Schülern aufgeführt.
Carry Slee hat zwei Töchter, Nadja (1980) und Masja (1983), die ihre größte Inspirationsquelle sind. Als ihre Töchter noch klein waren, dachte sich Carry Geschichten für sie aus, in denen „Keetje Karnemelk“ die Hauptrolle spielte. Nadja und Masja fanden die Geschichten so toll, dass Carry sich entschloss, die Geschichten einer Zeitschrift zu schicken, wo sie auch publiziert wurden.
Angespornt von diesem Erfolg, machte sich Carry Slee daran, ein Buch über die Erlebnisse der Zwillinge Rik und Roosje zu schreiben. Sie bot es einem Verlag an, der es 1989 tatsächlich auch veröffentlichte. Danach fing ihre Karriere richtig an. Inzwischen arbeitet Carry Slee hauptberuflich als Schriftstellerin und hat schon fünfzig Bücher geschrieben.
Carry Slee schreibt für alle Altersstufen. Manchmal basieren ihre Bücher auf Dingen, die wirklich geschehen sind, in anderen Fällen handelt es sich um erdachte Geschichten. Carry Slee schreibt in einer deutlichen Sprache, die Kinder und Jugendliche anspricht. Die Situationen, die sie beschreibt sind gut nachvollziehbar, und ihre Figuren sind so gestaltet, dass die Leser sich leicht mit ihnen identifizieren können. In ihren Büchern setzt sich Carry Slee auch mit schwierigen Themen wie Homosexualität, Gewalt und Scheidung auseinander. Durch ihren humorvollen und lebendigen Stil werden die Bücher allerdings nie zu ernst. Sie schreibt ehrlich über die Tatsache, dass auch Eltern unsicher sind und nicht immer auf jede Frage eine Antwort wissen. Damit versucht sie ihre Leser dazu zu bewegen, Probleme auf eine kreative und phantasievolle Art und Weise zu bewältigen.



M2: Die Autorin und ihr Verlag

Carry Slees Bücher werden vom Verlag Prometheus in Amsterdam herausgegeben. Carrys Lektorin dort heißt Maria. Sie liest ein Manuskript von Carry als erste. Für Carry ist Marias Meinung besonders wichtig, denn Maria weiß genau, wie eine gute Geschichte aufgebaut sein muss. Meistens gibt sie Carry gute Tipps, damit die Geschichte noch besser wird.
Wenn die Geschichte fertig ist, wählt Carry zusammen mit Maria den Illustrator aus. Der fertigt dann eine Zeichnung für den Umschlag an und manchmal auch noch Zeichnungen, die im Buch abgedruckt werden. Ein Zeichner muss die Geschichte sehr gut kennen, damit die Zeichnung zum Buch passt. Sonst sagen die Leser: „Im Buch hat die Hauptperson langes Haar und auf dem Umschlag ist ein Mädchen mit kurzem Haar abgebildet, wieso das denn?"

Nachdem das Manuskript von Carry und Maria für gut befunden wurde, wandert es in die Redaktionsabteilung: Die Redakteure kümmern sich um die Rechtschreibfehler. Außerdem achten sie darauf, ob die Geschichte in sich schlüssig ist: Wenn die Hauptfigur zu Beginn blond und blauäugig ist, ist es schon etwas seltsam, wenn sie am Ende der Geschichte plötzlich braunes Haar und braune Augen hat.
Die Produktionsabteilung kümmert sich darum, dass Carrys Geschichte rechtzeitig in die Druckerei kommt. Wenn das Buch fertig gedruckt ist, sorgt die Verkaufsabteilung dafür, dass das Werk in alle niederländischen Buchläden und Bibliotheken kommt. Ingeborg aus der Werbeabteilung ist verantwortlich für Poster und Lesezeichen sowie für Interviews mit Carry in Zeitungen, Zeitschriften, im Radio und im Fernsehen. Sie geht auch oft mit Carry auf Lesereisen und organisiert Signierstunden in Buchläden.
(Quelle M1 und M2: übersetzt und gekürzt nach „spreekbeurtkit“ auf der Internetseite www.carryslee.nl )


M3: Klappentext zu „Tanz im Rausch“

Als Melissa das Angebot bekommt, in einem Musikclip mitzuspielen, ist sie begeistert. Es stört sie nicht, dass einige Mittänzer bei den Proben Ecstasy-Pillen schlucken, und die Warnungen ihres Freundes Jan tut sie als spießige Eifersucht ab. Doch bald merken ihre Freunde, dass sie sich verändert – offensichtlich unter dem Einfluss der „Muntermacher". Und eines Tages ist sie verschwunden, einfach untergetaucht. Jan macht sich auf die Suche.



M4: Leseprobe aus „Tanz im Rausch“

„Schaut euch das an!“ Fleur klatscht laut Beifall. Kevin führt ein neues Kunststück auf seinem BMX vor. Mit einem Bein auf der Fußstütze am Vorderrad fährt er auf den Schulhof.
„Angeber!“, ruft Jan.
„Na, was glaubt ihr?", ruft Kevin zurück. „Kann ich so in den Clip?"
Sie können sich vor Lachen kaum halten. Ein Auftritt in einem Videoclip? Das passt überhaupt nicht zu Kevin. Aber ansonsten wäre es sicher sehr gemütlich im Studio geworden, denn Kevin würde vermutlich seine gesamte Verwandtschaft zu den Aufnahmen mitschleifen. Als sie Anfang des Schuljahrs nach London gefahren sind, sind schließlich auch alle erschienen, um ihn zu verabschieden: Onkel und Tanten und Nichten und Neffen – einfach alle waren dabei. Kevin sagt, das sei typisch surinamisch.
„Wen haben wir in der ersten Stunde?", fragt Kevin.
„Sauerkraut . Mit einem Hörtest ." Melissa zieht demonstrativ ihren Kalender heraus. „Ich trage schon mal eine Fünf ein."
„Ich kann die Deutschen einfach nicht verstehen", sagt Jan. „Die quatschen so schnell, das geht bei mir zum einen Ohr rein und zum anderen gleich wieder raus." [...]
Alle finden, dass Jan Frau Zuurbier ablenken müsse. „Du bist der Einzige, den sie leiden kann."
„Leiden kann?", ruft Kevin empört. „Der Sabber läuft ihr aus dem Mund, wenn sie seinen Namen ausspricht."
„Genau, Jan", stichelt Fleur weiter. „Ich frag mich, wie du das geschafft hast. Was hast du eigentlich mit Sauerkraut am Laufen?"
„Shit!" Jan schlägt sich mit der flachen Hand vor die Stirn. „Jetzt seid ihr doch noch dahinter gekommen. Und ich sag ihr noch: Mach die Tür zu. Aber nein! Diese Perverse." [...]
„Sie gibt erst seit zwei Jahren Deutschunterricht. Wusstet ihr das?" Debby tritt ihre Zigarette aus. „Was sie wohl vorher gemacht hat?"
„Ich glaube, sie ist bei der Geisterbahn gefeuert worden", sagt Kevin. „Es gab zu viele Tote."
(Quelle für M3 und M4: Slee, Carry: Tanz im Rausch, Arena Taschenbuch, 2004; M4: S. 17 f.)



M5: Klappentext zu „Starr vor Angst“

Sander weiß keinen Ausweg. Eigentlich sind Chris und Maarten schon seit Ewigkeiten seine besten Freunde. Doch eines Tages kann er nicht mehr länger ignorieren, dass die beiden immer gewalttätiger werden. Sander beschließt zu handeln und begibt sich dabei selbst in Gefahr. Und dann will auch Indra – seine große Liebe – plötzlich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Dabei braucht er gerade jetzt ihre Hilfe.


(Quelle: Slee, Carry: Starr vor Angst, Erika Klopp Verlag, Hamburg 2003)