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Die niederländische Kolonialzeit

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Aufgaben

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Woher bekam die VOC ihre Seeleute?


M1a (links): Herkunft der Seeleute und Handwerker, die durch die VOC angeworben wurden (in %) / M1b (rechts): Herkunft der in M1a genannten ausländischen Seeleute und Handwerker(in %)

 

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Skandinavien

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21

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Deutsche von Nord- und Ostseeküste

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32

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Restliches Deutschland

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Andere Länder

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(nach J.R. Bruijn: Zeevarenden, in: F.J.A. Broeze, J.R. Bruijn, F.S. Gaastra (Red.): Maritieme Geschiedenis der Nederlanden, Bd. 3, Achttiende eeuw en eerste helft negentiende eeuw van ca. 1680 tot 1850-1870. Bussum 1977, S. 151)

M2: Die „Seelenverkäufer“

Anheuerung von Seeleuten, wahrscheinlich in Vlissingen um 1800, Zeichnung von J.H. Koekkoek (1778-1851).

Wir müssen bey Gelegenheit des Handels ein Paar Worte von den sogenannten, und durchgängig so verhaßten Seelenverkäufern (Zeelverkopers) sagen. Die ostindische Kompagnie braucht immer Leute, und diese Seelenverkäufer lassen es ihr Geschäft sein, solche zu verschaffen, es sey auf welche Art es wolle.

Es ist nicht zu leugnen, daß mancher Taugenichts, mancher Armer, der kein Brod hat, auf diese Weise fortgeschafft wird: die Gesetze verbieten auch aufs schärfste, niemand zu zwingen, oder durch List gute Menschen zu verleiten; allein täglich wird dawider gehandelt, die Obrigkeit sieht durch die Finger, und die Gesetze bleiben ohne Vollziehung. Sie wissen junge Leute auf tausenderley Art in ihr Netze zu ziehen, haben sie solche einmal, so werden sie oft Monate lang eingeschlossen, elend gehalten, nichts wird von den Versprechungen, die man ihnen gethan, erfüllet: und sie kommen nicht eher aus ihrer Gefangenschaft, als bis man sie bey Nacht und Nebel an Bord bringt. Auf diese Weise weis man oft nicht, wo mancher Mensch hinkommt: gemeiniglich ist er aber von den Seelenverkäufern weggeschnappt. Diejenigen, welche dieß unselige Handwerk treiben, sind aber nicht bloß in Amsterdam, sondern auch in andern Städten der vereinigten Provinzen; sie reisen auch außerhalb an den Gränzen, am Rhein und in andern Gegenden herum, ob sie gleich nirgends geduldet werden, wenn ihr Aufenthalt bekannt wird.

Die Leute kommen schon elend und ausgemergelt an Bord, da stecken sie in einem engen Raume beysammen. Wer keine recht starke Natur hat, stirbt unterwegs, oder bleibt, wenn er die Reise übersteht, lebenslang elend. Die mehresten dieser Unglücklichen sind Deutsche. Weil die Kompagnie endlich ihren Schaden von dieser Art Werbung eingesehen, so hat sie seit kurzem angefangen, die nöthige Mannschaft auf eine vernünftigere und weniger schädliche Art anzuwerben. Die holländischen Wundärzte auf den Schiffen und in Ostindien sind auch zu unwissend, und tragen mit dazu bey, das Unheil der armen Kranken zu verlängern, und oft zu verschlimmern.

(Aus: Johann Jacob Volkmann: Neueste Reisen durch die Vereinigten Niederlande. Vorzüglich in Absicht auf die Kunstsammlungen, Naturgeschichte, Ökonomie und Manufacturen, aus den besten Nachrichten und Schriften zusammengetragen. Leipzig ..., S. 250-251)

M3: Transportbrief eines deutschen Seemannes

Transportbrief von Niels Ipsen Salton aus Oldenburg. Mit seiner Unterschrift bestätigt er am 09.06.1779, kurz vor seiner Abfahrt mit dem VOC-Schiff Hoogcarspel, dass er dem Inhaber dieses Briefes 150 Gulden schulde. Dieses Geld wurde direkt von den ersten Löhnen abgezogen, die ihm für seine Arbeit für die VOC zustanden.

Der Brief gehörte zunächst dem Seelenverkäufer; die Schuldsumme war jeweils viel höher angesetzt als die Unkosten, die dem Seelenverkäufer durch seinen „Schützling“ tatsächlich entstanden waren. Weil der Seelenverkäufer selbst normalerweise nicht bis zur Auszahlung des Geldes (erst nach der Rückkehr des Angeheuerten aus Asien) warten konnte, verkaufte er den Transportbrief etwa zum halben Preis an einen kapitalkräftigen Aufkäufer weiter. Starb ein Seemann oder Soldat auf der Reise, so erhielt der Besitzer des Transportbriefes nur den bis zum Sterbetag fälligen Lohn. Ein einfacher Seemann hatte übrigens einen Monatslohn von kaum mehr als zehn Gulden.