Die deutsche Besatzungszeit, Zeitleiste

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Die deutsche Besatzungszeit

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  14.12.1931 Gründung der Nationaal-Socialistische Beweging Nederland (NSB) unter Anton Mussert; bei den Provinzialwahlen 1935 erreicht sie knapp 8% der Stimmen, fällt bei den Parlamentswahlen zwei Jahre später aber auf 4,2% zurück.
  01.09.1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem deutschen Überfall auf Polen.
  10.05.1940 Deutsche Truppen überfallen die neutralen Niederlande - dies im Rahmen des „Westfeldzugs“, der sich auch gegen Belgien und Frankreich richtet.
  13.05.1940 Das Königshaus und die Regierung flüchten nach London und setzen von dort aus den Krieg gegen die Deutschen fort; die Generalsekretäre (oberste Beamte) werden mit der Führung der Ministerien beauftragt.
  14.05.1940 Deutsches Bombardement von Rotterdam.
  15.05.1940 Die niederländischen Truppen kapitulieren.
  18.05.1940 Hitler ernennt Arthur Seyß-Inquart zum Reichskommissar in den Niederlanden; er ist damit Chef der (zivilen) deutschen Besatzungsverwaltung und tritt sein Amt am 29.05. offiziell an.
  30.05.1940 Den niederländischen Kriegsgefangenen wird die Freiheit zurückgegeben.
  01.06.1940 Die ersten Produkte werden rationiert: Kaffee und Tee; weitere Rationierungen von Lebensmitteln, aber auch von Benzin, Gas und Licht folgen.
  29.06.1940 „Nelkentag“: Niederländer demonstrieren ihre Treue zum Königshaus.
  01.07.1940 Erste anti-jüdische Maßnahme: Juden werden aus dem Luftschutzdienst ausgeschlossen.
  24.07.1940 Erscheinen des Manifestes der Nederlandsche Unie; auf dem Höhepunkt sind 800.000 Niederländer Mitglied dieser konservativen Sammlungsbewegung.
  05.10.1940 Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst müssen die „Ariererklärung“ unterzeichnen; darin müssen sie erklären, dass sie keine jüdischen Großeltern haben.
  21.11.1940 Juden werden aus dem Staats- bzw. öffentlichen Dienst entlassen.
  10.01.1941 Juden müssen sich registrieren lassen.
  14.01.1941 Mussert ruft die Niederländer zum Eintritt in die Waffen-SS auf.
  Februar 1941 Zusammenstöße im Amsterdamer Judenviertel; am 11.2. stirbt ein WA-Mann bei den Auseinandersetzungen.
  13.02.1941 Einrichtung eines Judenrates; er ist für die Weitergabe und Umsetzung aller Maßnahmen verantwortlich, die die Juden betreffen.
  19.02.1941 Als deutsche Polizisten in einen von Juden betriebenen Eissalon südlich der Innenstadt eindringen, schlägt ihnen Ammoniakgas entgegen.
  22./23.02.1941 Als Vergeltung werden rund 400 jüdische Männer bei einer Razzia verhaftet; sie werden über Zwischenstationen in das KZ Mauthausen transportiert; nur einer von ihnen überlebt den Krieg.
  25./26.02.1941 „Februar-Streik“ als Protest gegen die Verhaftung der Juden; der Streik wird blutig niedergeschlagen.
  Anfang April 1941 Beginn der Ausgabe von Personalausweisen.
  22.06.1941 Deutscher Überfall auf die Sowjetunion.
  03.07.1941 Die Führung der Nederlandsche Unie lehnt in einem Artikel in der eigenen Wochenzeitung eine Unterstützung des deutschen Feldzuges ab.
  05.07.1941 Die nicht-nazistischen Parteien, die bereits in der Vorkriegszeit existierten, werden aufgelöst.
  10.07.1941 Errichtung der Vrijwilligerslegioen Nederland, einer aus Niederländern bestehenden Einheit der Waffen-SS (wobei die Offiziere aber zumeist Deutsche sind).
  Sommer/Herbst 1941 Die Bewegungsfreiheit der Juden wird durch verschiedene Verordnungen eingeschränkt, ihre Isolation verstärkt; jüdisches Vermögen wird, wie zuvor schon jüdische Betriebe, unter deutsche Verwaltung gestellt; diese Politik wird in der ersten Hälfte des Jahres 1942 fortgesetzt (z.B. wird in jüdische Personalausweise ein „J“ gestempelt).
  28.10.1941 Die Generalsekretäre Schrieke (NSB), Frederiks und Hirschfeld wenden sich in einem Aufruf gegen Widerstandsaktionen und rufen zum Gehorsam gegenüber den Besatzern auf.
  12.12.1941 Mussert leistet Hitler gegenüber einen Treueschwur.
  13.12.1941 Alle noch bestehenden Parteien außer der NSB werden aufgelöst.
  17.01.1942 Beginn der erzwungenen Konzentration der Juden in Amsterdam: Juden aus Zaandam müssen nach Amsterdam umziehen.
  23.02.1942 Der Arbeitseinsatz in Deutschland wird für Arbeitslose zur Pflicht.
  20.04.1942 Der Strand an der Nordsee darf von niemandem mehr betreten werden.
  03.05.1942 Der Judenstern wird eingeführt.
  04.07.1942 Erste Aufrufe zum „Arbeitseinsatz in Deutschland“ ergehen an Juden.
  11.07.1942 Die Kirchen protestieren gegen die angekündigte Deportation der Juden; die katholische und die alt-reformierte Kirche lassen diesen Protest während der Sonntagsgottesdienste auch öffentlich verkünden, die reformierte Kirche verzichtet hierauf; zur Vergeltung werden auch katholisch getaufte Juden deportiert, während protestantisch getauften Juden dieses Schicksal erspart bleibt.
  14.07.1942 Erste große Razzia gegen Juden in Amsterdam, die im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“ stattfindet.
  16.07.1942 Die ersten niederländischen Juden werden in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert.
  Dezember 1942 Teile der Bevölkerung müssen Den Haag verlassen; ihre Wohnviertel werden abgebrochen, um den „Atlantikwall“ (Verteidigungsanlage an der Nordsee) anlegen zu können.
  13.12.1942 Mussert wird zum „Führer des niederländischen Volkes“ erklärt.
  10.04.1943 Die Unterzeichnung einer von den Deutschen verlangten „Loyalitätserklärung“ wird von 85% aller Studenten abgelehnt; sie werden zum Arbeitseinsatz nach Deutschland deportiert, wenn sie sich dem nicht durch Untertauchen entziehen.
  23.04.1943 Die niederländischen Provinzen außerhalb der Großstädte Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht werden „judenrein“ erklärt.
  29.04.1943 Die niederländischen Soldaten werden in Kriegsgefangenschaft zurückgerufen; daraufhin bricht ein Streik aus, der vor allem im Osten und Norden des Landes befolgt wird; die Deutschen rufen das Standrecht aus und schlagen den Streik brutal nieder.
  13.05.1943 Radios müssen abgegeben werden; rund 300.000 Niederländer entziehen sich dieser Maßnahme.
  04.06.1943 Erster Überfall einer Widerstandsgruppe, der das Ziel hat, Lebensmittelmarken, Ausweisvordrucke oder ähnliche Dinge zu erbeuten.
  August 1943 Gemüse und Obst werden rationiert.
  29.09.1943 Letzte große Judenrazzia in Amsterdam; rund 10.000 Menschen werden verhaftet, unter ihnen die Vorsitzenden des Judenrates.
  12.11.1943 Errichtung der Nederlandsche Landwacht; sie dient zunächst als Selbstschutztruppe der NSB, dann als Hilfspolizei, die verstärkt den Deutschen zuarbeitet.
  16.05.1944 Razzia gegen Sinti und Roma und „Asoziale“.
  06.06.1944 Alliierte Landung in der Normandie (Nordwestfrankreich).
  04.09.1944 Der letzte Deportationszug verlässt Westerbork; er fährt nach Theresienstadt.
  04.09.1944 Der alliierte Vormarsch erreicht die Südgrenze der Niederlande; die Deutschen reagieren hierauf mit der Verkündung des Ausnahmezustandes (Ausgangssperre ab 20 Uhr; Ankündigung, dass auf Versammlungen von mehr als fünf Leuten geschossen wird).
  05.09.1944 „Verrückter Dienstag“: Nach der von der BBC am Vortag verbreiteten Falschmeldung, dass die Stadt Breda im Süden der Niederlande befreit sei, kommt es zu einer Massenflucht von NSBern; der Rest der Bevölkerung verhält sich so, als ob das Ende der Besatzung unmittelbar bevorstünde.
  17.09.-25.09.1944 Schlacht von Arnheim; die Hoffnung auf eine schnelle Befreiung der Niederlande zerschlägt sich durch die Niederlage der Alliierten; lediglich der südlich der großen Flüsse gelegene Teil des Landes wird von ihnen bis zum November erobert.
  17.09.1944 Aufruf der niederländischen Exilregierung zum Streik der Eisenbahner; er dauert bis zum Ende des Krieges an; zur Vergeltung lassen die Deutschen keine Lebensmitteltransporte per Eisenbahn in den dicht bevölkerten Westen des Landes zu (zwischenzeitlich gilt diese Maßnahme auch für Schiffe).
  01.10.1944 Ein Überfall auf deutsche Soldaten wird mit der Razzia von Putten vergolten; rund 600 Männer aus dem Dorf werden verhaftet; rund 500 von ihnen sterben im deutschen KZ Neuengamme (bei Hamburg) bzw. in dessen Außenlagern.
  Herbst 1944 Alle niederländischen Männer zwischen 16 und 40 Jahren müssen sich zum Arbeitseinsatz in Deutschland melden; während Razzien werden 120.000 von diesen Männern verhaftet.
  Ab November 1944 „Hungerwinter“, vor allem im Westen des Landes; rund 20.000 Niederländer sterben an den Folgen der Unterernährung.
  28.01.1945 Die ersten Schiffe mit Lebensmittellieferungen aus Schweden treffen im Hafen von Delfzijl (Nordosten der Niederlande) ein; diese Lebensmittel werden ab dem 27.02. in den westlichen Provinzen verteilt.
  07.03.1945 Der Generalkommissar für Sicherheit, Rauter, wird mehr oder weniger zufällig Opfer eines Anschlags; er wird schwer verletzt; zur Vergeltung werden 263 „Todeskandidaten“ erschossen.
  30.03.-18.04.1945 Befreiung des Ostens und Nordens der Niederlande mit Ausnahme der Watteninseln und des Gebiets um Delfzijl.
  30.04.1945 Hitler begeht Selbstmord.
  05.05.1945 Die deutschen Truppen in den Niederlanden kapitulieren; damit ist die Besatzungszeit in den Niederlanden offiziell vorüber; allerdings kommt es noch am 07.05. in Amsterdam zwischen deutschen Soldaten und Widerstandsangehörigen zu einer Schießerei, bei der es auch Tote gibt.
  08.05.1945 Kanadische Truppen ziehen in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag ein.