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Akkomodation
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Die Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzern, um (angebliche) Chancen und Möglichkeiten zu nutzen, die sich durch die veränderte politische Situation boten. Bei der Akkomodation ging es also nicht allein darum, Wünsche der Besatzer umzusetzen, sondern man versuchte, eigene Ziele zu verwirklichen.
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April-Mai-Streik
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Als Zeichen des guten Willens waren die niederländischen Soldaten bereits einen Monat nach der Kapitulation im Mai 1940 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden. Als 1943 der deutschen Wirtschaft in großem Umfang Arbeitskräfte fehlten und sich die militärische Lage aus deutscher Sicht zudem langsam zuspitzte, wurden diese Soldaten in Gefangenschaft zurückgerufen. Nachdem die Nachricht am 29.04.1943 bekannt geworden war, brachen vor allem im Osten und Norden der Niederlande Streiks aus. Die Deutschen reagierten mit der Verhängung des Standrechts und schlugen den Streik bis zum 05.05. brutal nieder.
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Arnheim, Schlacht von
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Alliierte Luftlandungsoperation, die am 17. September 1944 unter dem Decknamen 'Market Garden' begann. Ziel war es, Brücken über die drei großen Flüsse Maas, Waal und Rhein zu erobern, um so einen schnellen Vorstoß nach Norden und Osten zu ermöglichen.
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Colijn, Hendrik (1869-1944)
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Niederländischer Staatsmann, in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg lange Ministerpräsident. Kurz nach dem Beginn der Besatzungszeit sprach Colijn negativ über die Flucht von Königin und Regierung nach London. Im Juni 1940 publizierte er die Broschüre „Op de grens van twee werelden“, in der er die Demokratie für „todkrank“ erklärte und von einem deutschen Sieg im Krieg ausging. Später widerrief Colijn seine Stellungnahmen. Er wurde in Deutschland interniert und starb in deutscher Gefangenschaft.
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Deportation
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Der erzwungene Abtransport (einer Gruppe) von Menschen an einen anderen Ort, zumeist ein Lager, eine Strafkolonie oder ähnliches. Während der deutschen Besatzung der Niederlande wurden Juden zunächst ins Durchgangslager Westerbork deportiert, bevor sie auf weitere Konzentrationslager, zumeist im Osten Europas, verteilt wurden.
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Eisenbahnerstreik
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Nachdem der Zugverkehr bis dahin soweit möglich aufrecht erhalten worden war, begann am 17. September 1944 der Streik der niederländischen Eisenbahner. Ursprünglich hatte er zum Ziel, die alliierten Truppen in der Befreiung der Niederlande zu unterstützen. Durch den Streik sollten die deutschen Militärtransporte in den Westen des Landes erschwert werden. Gleichzeitig wurde der Lebensmitteltransport in den Westen jedoch erheblich erschwert, was den späteren "Hungerwinter" 1944 / 1945 mit bedingte.
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Exilregierung
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Nach dem deutschen Überfall flüchteten Minister und Königin nach London. Sie blieben damit in ihren Ämtern, der Krieg gegen die Deutschen ging weiter. Lediglich Ministerpräsident De Geer war nicht willens, den Kampf gegen die Besatzer fortzuführen und wurde durch Sjoerd Gerbrandy ersetzt. Besonders Königin Wilhelmina war bemüht, die Widerstandsbewegungen mithilfe des Radiofunks zu beeinflussen, aber auch die anderen Regierungsmitglieder bemühten sich weiterhin, Einfluss auf das Schicksal ihres Landes auszuüben.
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Februarstreik
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Proteststreik am 25./26.02.1941 in Amsterdam und Umgebung gegen die deutschen Besatzer. Nach der ersten groß angelegten Razzia am 22./23.02.1941, bei der ca. 400 jüdische Männer verschleppt wurden, rief die Kommunistische Partei zum Streik auf. Da sich nahezu alle Bevölkerungsschichten daran beteiligten, kam der gesamte Nahverkehr ebenso wie die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur zum erliegen. Der Protest wurde von den deutschen Besatzern blutig niedergeschlagen.
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Frank, Anne (1929-1945)
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Jüdisches Mädchen, das durch ihr Tagebuch berühmt wurde. Ihre Familie tauchte wegen der drohenden Deportation in einem Anbau ihres eigenen Hauses in Amsterdam unter. Nachdem das Versteck 1944 verrraten wurde, wurde die Familie Frank verhaftet und deportiert. Anne starb im März 1945 kurz vor der Befreiung durch die Alliierten im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus.
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Arbeitseinsatz
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In Deutschland fehlten durch die Einberufung der Männer in die Armee Arbeitskräfte in der Wirtschaft. Um diesen Mangel auszugleichen, wurden so genannte Fremdarbeiter aus dem Ausland zur Arbeit in Deutschland angeworben bzw. gezwungen. In den Niederlanden traf dies anfangs ausschließlich Arbeitslose, ab 1942/43 aber auch breitere Kreise (beispielsweise ganze Jahrgänge, zahlreiche Studenten und sogar Werktätige). Im letzten Kriegsjahr griff man zum Mittel der Verhaftung und Deportation der benötigten Arbeitskräfte. So fanden im Herbst und Winter 1944/45 zu diesem Zweck in allen größeren Städten der Niederlande Razzien statt. Da die Niederländer innerhalb der nationalsozialistischen Rassenideologie als 'Germanen' einen höheren Stellenwert einnahmen als beispielsweise Arbeitskräfte aus Polen, der Sowjetunion und Frankreich, wurden sie zumeist verhältnismäßig gut verpflegt, erhielten höhere Löhne, Urlaub und konnten sich in ihrer arbeitsfreien Zeit realtiv frei bewegen. Gegen Kriegsende wurden aber auch niederländische Zwangsarbeiter in zunehmendem Maße von Hunger, Gewaltanwendung und Luftangriffen betroffen, so dass einige Niederländer ihrern Arbeitseinsatz in Deutschland nicht überlebten.
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Generalkommissar
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Die Generalkommissare standen auf der Rangleiter der deutschen Besatzungsbehörden in den Niederlanden an zweiter Stelle. Über ihnen stand der Generalsekretär.
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Generalsekretär (eines niederländischen Ministeriums)
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An der Spitze eines Ministeriums stand (und steht) jeweils ein Minister, also ein Politiker. Der ranghöchste Beamte innerhalb des Ministeriums war der Generalsekretär. Als deutlich wurde, dass die Niederlande den deutschen Überfall vom 10.05.1940 nicht abwehren konnten, flüchteten die königliche Familie und die Minister nach London. Als höchste Vertreter der Ministerien blieben nunmehr die Generalsekretäre in Den Haag. Ihnen wurde (wie den anderen Beamten auch) der Auftrag gegeben, auf ihrem Posten zu bleiben und die Anweisungen der Besatzer auszuführen, sofern dies niederländischen Interessen nicht widersprach. So sollte ein funktionierendes öffentliches Leben erhalten bleiben.
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Hungerwinter
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Der Winter 1944/45 wurde durch großen Mangel geprägt, vor allem im dicht bevölkerten westlichen Teil der Niederlande. Da sich die Deutschen, als Vergeltung für den sog. Eiosenbahnerstreik (s.o.), dazu entschlossen hatten, die Lebensmittelzufuhr in die westlichen Niederlande zu unterbinden, entstand eine gefährliche Mangelsituation in den dichtbesiedelten Gebieten, so dass zahlreiche menschen gezwungen wurden, sich auf dem Schwarzmarkt oder in den ländlichen Gebieten mit dem Nötigsten zu versorgen. Wer dazu nicht in der Lage war, geriet in eine existenziell bedrohliche Situation (ca. ein Drittel der Bevölkerung). Zahlreiche Niederländer (ungefähr 20.000) starben an den Folgen des 'Hungerwinters', der zudem bis heute tief im kollektiven Gedächtnis der Niederländer verankert ist.
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Judenrat
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In verschiedenen Ländern, unter anderem in den Niederlanden, wurden während des Zweiten Weltkrieges durch die deutschen Besatzer so genannte Judenräte eingerichtet. Der niederländische Rat wurde im Februar 1941 eingesetzt. Die Judenräte sollten eine Art Selbstverwaltung der jeweiligen jüdischen Gemeinschaft darstellen und die innerhalb dieser isolierten Gruppe entstehenden Probleme regeln. Die Räte wurden gezwungen, deutsche Befehle auszuführen, auch wenn diese Befehle z.B. die Auswahl von Juden für Deportationen in die Konentrationslager betrafen. Die Mitglieder solcher Judenräte arbeiteten in der Regel deshalb (eine Zeit lang) mit den Besatzern zusammen, um zu versuchen, die schlechte Behandlung ihrer Glaubensgenossen so gut wie möglich abzumildern, 'Schlimmeres' zu verhindern oder in der Hoffnung, so wenigstens sich selbst und die eigenen Angehörigen vor den Maßnahmen der Deutschen retten zu können.
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Kollaboration
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(Uneingeschränkte) Zusammenarbeit von Bürgern eines besetzten Landes mit den Besatzern, ohne dass dabei die Interessen des eigenen Landes eine Rolle spielen. In den Niederlanden betätigten sich vor allem Mitglieder der NSB (s.u.)als Kollaborateure. Aber auch 'ganz normale Bürger' kollaborierten mitunter, zumeist um sich irgendwie einen materiellen Vorteil oder eine höhere soziale Stellung zu verschaffen.
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Landelijke Organisatie voor Hulp aan Onderduikers (LO)
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Die 1942 entstandene Organisation besorgte für Juden und Männer, die wegen der Verweigerung ihrer Arbeitseinsatz-Pflicht oder andernen 'Vergehen' gegen das Besatzungsregime, hatten untertauchen müssen, Lebensmittel, Lebensmittelmarken oder auch (zumeist gefälschte) Papiere, um ihnen das Überleben im Untergrund erst zu ermöglichen. Sie leisteten somit einen Anteil am organiserten Widerstand gegen das NS-Regime im eigenen Land.
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Mussert, Anton A. (1894-1946)
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Niederländischer Politiker, der 1931 einer der Gründer der NSB war und der spätere Anführer der Partei. Kurz nach Ende des Krieges und der Besatzungszeit wurde Mussert verhaftet, angeklagt und schließlich wegen Landesverrat zum Tod durch Erschießen verurteilt. Das Urteil wurde am 7. Mai 1946 vollstreckt.
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Nationaal-Socialistische Beweging (NSB)
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Diese wichtigste nationalsozialistische Partei der Niederlande wurde 1931 gegründet und stand unter Führung des oben genannten Anton Adriaan Mussert. Aufgrund der breiten gesellschaftlichen Ablehnung des Nationalsozialismus in den Niederlanden war sie jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft als verpönt und landesverräterisch und besaß lediglich eine überaus kleine Gefolgschaft.
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Nederlandsche Unie
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Politische Gruppierung, die am 24.07.1940 offiziell gegründet wurde. Die Unie wollte die deutsche Besatzung nutzen, um die innere Spaltung des niederländischen Volkes in viele verschiedene weltanschauliche Gruppen zu überwinden und eine neue Gesellschaftsordnung auf der Grundlage des Korporatismus aufzubauen (Gliederung der Gesellschaft in verschiedene (Berufs-) Stände). Die dreiköpfige Führung war zwar nicht bereit, sich vom Königshaus zu distanzieren, und betonte ihre niederländischen Ausgangspunkte. Zugleich arbeitete sie aber mit den Deutschen zusammen, deren Vorherrschaft als Tatsache akzeptiert wurde. Als sich die innenpolitisch-ideologischen Ziele der Besatzungsverwaltung im Laufe des Jahres 1941 von der Überzeugungsarbeit zur Machtausgestaltung verschoben, entledigte der NS-Apparat sich des vormaligen 'Werkzeugs' Nederlandsche Unie und löste die Vereinigung kurzerhand auf.
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Neutralität
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Ein Land, das eine Neutralitätspolitik betreibt, stellt sich in Zeiten eines Krieges nicht auf die Seite einer der kämpfenden Parteien und unterstützt auch keine der Parteien. Zu den Ländern, die sich neutral verhielten, zählten zwischen dem Ende der napoleonischen und dem Beginn der deutschen Besatzung (also von 1815 bis 1940) auch die Niederlande.
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Radio Oranje
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Niederländischer Radiosender in London; ging am 28.07.1940 auf Sendung. Er brach das Informationsmonopol des von den Deutschen zensierten Rundfunks in Hilversum. Die Programme hatten eine wichtige Funktion darin, die Hoffnung der Niederländer auf einen Sieg der Alliierten zu stärken und sie zur Gegenwehr gegen die Besatzer zu ermuntern. Zudem wurden verschlüsselt Botschaften an den
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Rationierung
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Die offizielle Beschränkung der Möglichkeit zum Erwerb bestimmter Waren wie Lebensmittel und Brennstoffe. Um sie zu erhalten, muss man beim Kauf nicht nur Geld zahlen, sondern auch Berechtigungsmarken abgeben. In den Niederlanden wurden wichtige Waren bereits 1940 rationiert, spätestens seit 1942 betraf sie praktisch alle wichtigen Produkte.
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Razzia
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Unerwartete Aktion der Polizei, um Aufruhr zu unterdrücken oder Verbrecher bzw. „für den Staat gefährliche Elemente“ zu verhaften. Razzien sind häufig mit dem Einsatz von Gewalt verbunden. Während der Besatzungszeit waren vor allem die deutschen Razzien gegen Juden und politische Gegner berüchtigt. 1944 wurde das Mittel der Razzia auch im Rahmen der Aufbringung niederländischer Zwangsarbeiter benutzt. So konnten die Besatzer im Herbst und Winter 1944/45 bei diversen Razzien in niederländischen Städten über 70.000 Menschen verhaften und zur Arbeit nach Deutschalnd deportieren.
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Reichskommissar
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Im Gegensatz zu den meisten anderen besetzten Ländern wurde die deutsche Besatzungsverwaltung nicht von Militärs, sondern von Zivilisten gebildet. An der Spitze dieser Verwaltung stand der Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, Arthur Seyss-Inquart.
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Resistenz
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Unempfänglichkeit für die „Lockungen“ des Nationalsozialismus und der deutschen Besatzer. Dies konnte sich nach außen auch dadurch zeigen, dass man seine „niederländische Gesinnung“ demonstrierte. Solche Taten hatten allerdings einen kleineren Umfang und waren weniger schwer wiegend als der organisierte oder unorganisierte Widerstand mit einem breiten Spektrum an gewaltsamen oder gewaltlosen Aktivitäten, die sich offen oder verdeckt gegen das verhasste Besatzungsregime richteten.
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Seyß-Inquart, Arthur (1892-1946)
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Nationalsozialistischer Politiker. Wurde im Februar 1938 österreichischer Innen- und Sicherheitsminister. Seyß-Inquart spielte eine zentrale Rolle beim „Anschluss“ des Landes an das Deutsche Reich und wurde anschließend „Reichsstatthalter der Ostmark“. Im Zweiten Weltkrieg wurde er zunächst in dem Teil Polens eingesetzt, der dem Deutschen Reich nicht angegliedert wurde. Am 29.05.1940 ernannte ihn Hitler zum Reichskommissar der Niederlande. Damit war er verantwortlich für Politik der Besatzungsverwaltung (somit auch: Judendeportationen, Zwangsarbeitereinsatz, Niederschlagung von Streiks und Erschießung von Widerstandsaktivisten). Nach dem Krieg war er einer der Hauptangeklagten im Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozess vor dem Internationalen Militärtribunal und wurde am 01.10.1946 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 16.10.1946 vollstreckt.
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Untertauchen
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Sich verstecken, um sich einer drohenden Verhaftung oder Deportation (in die Konzentrationslager oder zum Arbeitseinsatz ins Deutsche Reich) zu entziehen.
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Verrückter Dienstag („Dolle Dinsdag“)
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Von einem SS-Journalisten erfundene und allgemein übernommene Benennung für die am Dienstag, den 05.09.1944 herrschende Euphorie in den Niederlanden. Man meinte, dass die alliierten Truppen bereits weit auf niederländisches Gebiet vorgedrungen seien und die Befreiung bald komplett erfolgt sein würde. Auslöser dieses Gerüchts war eine Meldung eines britischen Radiosenders, der irrtümlich die Befreiung einiger südniederländischer Gebiete und ein weiteres Vorrücken der Alliierten auf Den Haag und Amsterdam ankündigte. Daraufhin verließen zahlreiche Niederländer ihre Arbeitsstelle und sammelten sich auf den Straßen der Städte in freudiger Erwartung der vermeintlich bald anrückenden alliierten Truppen. Die Besatzungsverwaltung und vor allem die Anhänger der NSB waren hiervon derart überrascht und schockiert, das nicht wenige von ihnen fluchtartig das Land Richtung Deutschland verließen.
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WA
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Wehrabteilung der NSB.
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Westerbork
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Ursprünglich zur Aufnahme deutscher jüdischer Flüchtlinge eingerichtetes Lager im Nordwesten der Niederlande. Westerbork wurde im Laufe der Besatzung zum „Durchgangslager“ für Juden umfunktioniert. Sie wurden zunächst in dem Lager versammelt, um von hier aus in die Konzentrations- bzw. Vernichtungslager abtransportiert zu werden.
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Widerstand
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Im Unterschied zur Resistenz gegen die Werbungsversuche und Angebote der NS-Ideologie durch das Besatzungsregime, leisteten die Anhänger der organiserten Widerstandsgruppen oder einzelne, unorganiserte Widerstandswillige zumeist aktiv Widerstand gegen das besatzungsregime: Derartige Widerstandaktionen bestanden zumeist in Sabotageaktivitäten, Anschläge auf Gebäude, Verkehrswege, Personen und Melderegister, Hilfe für andere Regimefeinde (Juden, Zwangsarbeiter, andere Widerstandkämpfer und alliierte Soldaten), militärische Aufklärungsarbeit und ähnliches.
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Wilhelmina (1880-1962)
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Niederländische Königin von 1898 bis 1948. Wilhelmina flüchtete nach dem deutschen Überfall zusammen mit ihrer Familie und den Ministern nach London. Von dort aus setzte sie den Kampf gegen die Besatzer fort, indem sie ihren Landsleuten über Radiofunk beständig Mut zusprach und sie zu Aktionen gegen die Besatzer ermunterte. Nach Abschluss der Kampfhandlungen kehrte sie mit dem Flugzeug in die Niederlande zurück und nahm die Regierungsgeschäfte wieder auf.