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Die deutsche Besatzungszeit

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Der Arbeitseinsatz 1940-1943

R.A. Verwey

R.A. Verwey.

Im Sommer 1940 zogen die ersten Gruppen niederländischer Arbeiter in Richtung Deutschland, um dort in der Landwirtschaft oder der (Rüstungs-)Industrie zu arbeiten. Teilweise handelte es sich um Freiwillige, die sich eine besser bezahlte Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen als in den Niederlanden versprachen, teilweise um Arbeitslose. Letztere waren bereits vor Beginn der Besatzungszeit vom niederländische Arbeitsamt unter Druck gesetzt worden, nach Deutschland zu gehen. Im Fall der Weigerung drohte eine massive Kürzung der Unterstützung. Hauptverantwortlich für diese Maßnahme war der damalige Direktor der niederländischen Arbeitslosenversicherung und -vermittlung, R.A. Verwey. Er verwies voller Bewunderung auf die Erfolge Hitlers bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland – in seinen Augen ein „welthistorisches Ereignis“.
Nach dem deutschen Einmarsch gab es in den Niederlanden immer noch 325.000 offiziell gemeldete Arbeitslose. Zusammen mit den demobilisierten Truppen und nicht gemeldeten Arbeitslosen ergab diese eine Gesamtarbeitslosenzahl von ca. 400.000 – 500.000. Die bisherige niederländische Sozial- und Arbeitsmarktpolitik passte so gut zu den Zielen der Besatzungsmacht, dass sie übernommen und verschärft wurde. Rund ein Drittel der „freiwillig“ in Deutschland eingesetzten Arbeitskräfte kehrten entgegen ihrer Verträge in die Niederlande zurück – doch die Besatzer verzichteten bis Mitte 1941 darauf, diese Vertragsbrüchigen zu bestrafen oder zurückzuschicken.



M1a: Zeitungsartikel aus dem „Telegraaf“, Juni 1940

Zeitungsartikel  aus dem „Telegraaf“, Juni 1940

Nicht alle Arbeitslosen finden Arbeit; Emigration ist notwendig
Rege Zustimmung zu den deutschen Plänen

Für wen es Arbeit gibt.

Mit Interesse hat man die deutschen Pläne zur Förderung einer schnellen und endgültigen Lösung der Arbeitslosenfrage zur Kenntnis genommen. Man fragte sich, wie die Beschäftigung derjenigen, die in den Niederlanden keine Arbeit finden konnten, geregelt werden könne.
Es gehe nicht darum, alle niederländischen Arbeitslosen in Deutschland einzusetzen, erklärte R.A. Verwey, Direktor der Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung auf unsere Nachfrage. [...]



M1b: Weiterer Zeitungsartikel aus dem „Telegraaf“, ebenfalls Juni 1940

Weiterer Zeitungsartikel  aus dem

Keine Unterstützung bei Weigerung, Arbeit in Deutschland anzunehmen.
Auch keine Berücksichtigung bei Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.


Den Haag, 28. Juni – Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wurde, wird die Weigerung, eine über das Arbeitsamt vermittelte Stelle in Deutschland anzutreten, zukünftig zur Folge haben, dass dem betroffenen Arbeiter die Arbeitslosenunterstützung gestrichen wird.
Laut einem Rundschreiben, das von der Sozialbehörde an die Gemeindeverwaltungen verschickt wurde, wird davon ausgegangen, dass die Arbeit, die über die deutsche „Arbeitseinsatzbehörde“ und den niederländischen Arbeitsämtern dem Arbeitssuchenden angeboten wird, eine passende ist.

(Quelle für beide Zeitungsartikel: DNLTWO, S. 1018)



M2: Propagandaplakat für den Arbeitseinsatz in Deutschland

Wohlstand in Ihrer Familie durch Arbeit in Deutschland! Melden Sie sich bei den regionalen Arbeitsvermittlungen!