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Die niederländischen Reaktionen auf die deutschen Forderungen
Das deutsche Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt stellte die niederländischen Metallbetriebe vor die Wahl, entweder die Aufträge der Wehrmacht auszuführen oder aber mit „einschneidenden“ Maßnahmen konfrontiert zu werden. Die niederländischen Unternehmer befanden sich in einem Dilemma: Einerseits war der für die Niederlande so wichtige Außenhandel mit Europa und Übersee durch den Krieg stark zurückgegangen und die Arbeitskräfte unterbeschäftigt oder arbeitslos, andererseits wollte man den Deutschen und dem Krieg nicht zuarbeiten.
Am 4. Juni 1940 willigten die Metallbetriebe ein, um ihre eigene Existenz sowie das wirtschaftliche Wohlergehen ihres Landes nicht aufs Spiel zu setzen. Insgesamt 20.000 Betriebe verhielten sich ähnlich kooperativ, viele von ihnen empfanden die deutschen Aufträge als langersehnte Rettung aus der Not. Die Nachfrage nach Aufträgen aus Deutschland war so groß, dass die Besatzer schon bald zusätzlich Koordinierungsstellen zur zentralen Regelung des Auftragswesens aufbauen mussten.
M1: Produktionssoll und -ist der niederländischen Betriebe
(Quelle: DNLTWO, 881)
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M2: Zeitungsartikel aus „Ons Volk“ vom 17. März 1944
Schändliche Haltung vieler Bauunternehmer
Immer wieder wird deutlich, dass wir einen großen Teil des Leides, das uns befallen hat, den sog. Niederländern verdanken, die aus Gewinnsucht heraus unsere Feinde bei ihren niederträchtigen Machenschaften unterstützen. In letzter Zeit kam es häufig vor, dass normale Bürger zur Herstellung von Kabeln, Verteidigungsanlagen, etc. heranzogen wurden. Wie kommt das?
Wenn die Deutschen einen Auftrag ausführen lassen wollen, gehen sie zu einem Unternehmer. Sie fragen ihn z.B.: Können Sie innerhalb eines Monats eine bestimmte Tätigkeit ausführen? Im Normalfalle wird der Unternehmer antworten: „Ja“ – auch wenn er sicher weiß, dass er es nicht schaffen kann. Er fürchtet, dass die Deutschen sonst zur Konkurrenz gehen und will lieber selbst gutes Geld verdienen. Wenn dann schon nach kurzer Zeit deutlich wird, dass die Arbeit nicht in der vereinbarten Zeit abgeschlossen werden kann, sagt der Bauunternehmer: „Ich habe nicht genug Leute.“ „Keine Sorge“, sagen die Deutschen, „wir werden Ihnen die Leute beschaffen“.
‚Bauunternehmer’ ist eine schöne Bezeichnung. Viele Leute, die kein Problem damit haben, den Feind ein wenig zu unterstützen und die gerne unehrlich verdientes Geld in den Taschen klimpern hören, werden Bauunternehmer. Vor dem Krieg waren sie noch einfacher Zimmermann, Steinmetz oder arbeitslos. Nun mangelt es ihnen an nichts: Sie sind reich. Ein Stuhlträger vom Scheveninger Strand hat nun mehr als 100 Mann Personal unter sich.
Doch je mehr Aufträge diese ‚Bauunternehmer’ nun bekommen, desto mehr wird ihnen nach Abzug ihrer Beschützer wieder abgenommen werden. Dessen sollten sie sich bewusst sein. Ihr Dasein als Wohlhabende wird nicht lange Bestand haben.
(Quelle: DNLTWO, S. 882)
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