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Die deutsche Besatzungszeit

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Aufgaben

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„Der Ball rollt wieder“ – Sport während der Besatzungszeit


M1: Meldung aus der Zeitung „De Maasbode“ vom 22. Mai 1940


Der Fußball rollt bald wieder!

Eine gesunde und notwendige Ablenkung für Spieler und Publikum

Der Vorstand des Königlich Niederländischen Fußballverbandes hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass es wünschenswert ist, an einer schnellstmöglichen Rückkehr zum normalen Leben mitzuwirken.
Nach Beratungen mit den niederländischen wie deutschen Behörden kann mitgeteilt werden, dass das Bestreben des Verbandsvorstandes wieder Fußball spielen zu lassen, wodurch zahllosen Bürgern Ablenkung verschafft wird, auf große Wertschätzung trifft.[...]

Es ergeht ein dringender Aufruf an die Vorstände der Vereine, so gut wie möglich an der gesunden und so dringend nötigen Ablenkung für Spieler und Publikum mitzuarbeiten.

(Quelle: DNLTWO, S. 636)



Feijenoord Rotterdam – niederländischer Meister 1940


M2: Aus einer Ausstellungsankündigung

In der Ankündigung der Ausstellung „Der Ball rollte weiter...“, die von Juli 2002 bis zum Herbst 2003 im Nationaal Bevrijdingsmuseum in Groesbeek (in der Nähe von Nimwegen) stattfand, hieß es:

„Fußball war in den Kriegsjahren populärer denn je. Zwischen 1940 und 1945 verdoppelte sich die Zahl der Besucher von Fußballspielen in den Niederlanden. Zwar gab es in den Kriegsjahren keine Länderspiele der niederländischen Nationalmannschaft, aber die Liga-Spiele fanden bis 1944 normal statt. Dies stand in engstem Zusammenhang mit der Haltung der Besatzer gegenüber dem Sport. ‚Wer Sport treibt, sündigt nicht’, sagte Seyß-Inquart.“

(Quelle: Bevrijdingsmuseum , 28.02.2003)

M3: Ein großer Tag für die „Volewijckers“

Der 29. Mai 1944, ein Pfingstmontag, ist der Höhepunkt in der Geschichte des Fußballclubs „De Volewijckers“ aus dem Norden Amsterdams. Nachdem der Verein Meister in einer der Regionalligen geworden war, spielte man gegen die vier anderen Erstplatzierten um den niederländischen Titel. An diesem Tag stand das Spiel gegen „Heerenveen“ auf dem Programm, und die Volewijckers mussten nur ein Unentschieden erzielen, um sich die Meisterschaft zu sichern.

Das Interesse an diesem Wettkampf war trotz der mit dem Krieg verbundenen Probleme enorm, und beim Kampf um die 30.000 Karten spielten sich hektische Szenen ab. P. Corstens, damals Mitglied des Vorstandes der Volewijckers, sah den Menschenauflauf voller Erstaunen an: „Einige Lebensmittel sind kaum zu bekommen. Die Menschen fahren aber nicht in den Beemster [ein ländliches Gebiet nördlich von Amsterdam, d. Red.], um Lebensmittel für sich selbst zu organisieren, sondern um die dort erworbenen Kartoffeln und das Gemüse gegen Karten zu tauschen.“ Vor dem Anstoß bildeten sich bei den Schwarzhändlern vor dem Stadion Trauben von Menschen, die versuchten, noch eine Karte zu erhalten. Wucherpreise wurden bezahlt, aber die Polizei griff unerbittlich ein und verhaftete 150 Händler. Die Polizisten teilten die beschlagnahmten Karten gratis an Umstehende aus.

Unter den Zuschauern befanden sich auch viele Männer, die untergetaucht waren, um der Deportation oder der Zwangsarbeit zu entgehen. Einer von ihnen war Tip de Bruin, der noch immer weiß, wie er das Stadion betrat. „Beim Eingang des Stadions standen NSBer und die „Grüne Polizei“ [deutsche Ordnungspolizei, d. Red.], und an ihnen mussten wir vorbei. Ich hielt mich in der Mitte der Menschenmasse, um unbemerkt hineinzugelangen. Was sollte ich machen? Ich war froh, wenn ich wenigstens alle zwei Wochen ein Mal kurz unter Menschen kam.“ Ein ausgelassenes Publikum war an diesem Nachmittag Zeuge eines 4:1-Sieges der Amsterdamer, so dass man anschließend allen Grund zum Feiern hatte.“


(Quelle: http://www.xs4all.nl/~jurryt/oor.htm , 18.10.2002)