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Die deutsche Besatzungszeit

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Die Niederlande in den 30er Jahren

Notschrei eines Arbeitslosen: „Wo finde ich einen Menschen, dir mir zu Arbeit verhilft?“

Foto: Notschrei eines Arbeitslosen: „Wo finde ich einen Menschen, der mir zu Arbeit verhilft?“

Als die Börsenkurse an der Wall Street in New York im Herbst 1929 einbrachen, führte dies zum Ausbruch einer Weltwirtschaftskrise, von der auch ganz Europa hart getroffen wurde. In den Niederlanden hielt die Krise bis tief in die dreißiger Jahre an. 1936 war rund ein Viertel der Berufsbevölkerung arbeitslos. Die Regierung beantwortete die Probleme zunächst mit einem harten Sparkurs. Die ohnehin geringe Unterstützung für Arbeitslose wurde mehrfach gekürzt. Später führte man Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein. Auch sie brachten aber keine wesentliche Besserung.
Viele Niederländer meinten, die tiefe Spaltung des Volkes in Untergruppen trage Schuld an der Misere. Sie wollten die Macht des Parlaments mit seinen Vielzahl von Parteien beschneiden. Stattdessen sollte die Regierung deutlich mehr Möglichkeiten erhalten, Dinge ohne vorherige Zustimmung der Volksvertretung zu entscheiden. Immerhin: Die Sehnsucht nach einem „starken Mann“ wurde durch den lange Zeit regierenden Ministerpräsidenten Hendrik Colijn befriedigt. Parteien, die die parlamentarische Demokratie ganz ablehnten – Nationalsozialisten und Kommunisten – fanden nur recht wenig Anhang.

Zu den innenpolitischen Problemen kam die außenpolitische Lage. Das nationalsozialistische Deutschland wurde immer stärker, und in der zweiten Hälfte der 30er Jahre wuchs die Kriegsgefahr. Die Niederlande waren zu schwach, ihre Armee zu schlecht ausgerüstet, um einem Angriff dauerhaft standzuhalten. Als bester Schutz erschien die Neutralität. Man hoffte, sich in einem möglichen Krieg abseits halten zu können, wenn man weder mit den Engländern und Franzosen noch mit den Deutschen ein Bündnis einging. Ein Pakt mit dem Dritten Reich war natürlich auch politisch nicht vorstellbar. Seit mehr als einem Jahrhundert, also auch während des Ersten Weltkrieges 1914-1918, hatte man durch die Neutralitätspolitik vermeiden können, in einen Krieg hineingezogen zu werden.
Inzwischen erschien den Niederländern die Neutralität auch als beste Möglichkeit, um im internationalen Rahmen für die Wahrung moralischer Maßstäbe einzutreten. Schließlich konnte man sich auf diese Weise für die „wirklich beste“ Möglichkeit zur Lösung eines Problems einsetzen und musste nicht als Vertreter der Belange einer großen Macht auftreten.