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Die VOC
Vorgeschichte
Im 16. Jahrhundert besaßen die Portugiesen das Alleinrecht für den Gewürzhandel mit Asien. Für den König stellte dieses Recht eine wichtige Einnahmequelle dar. Europäische (und damit auch niederländische) Kaufleute konnten immerhin insofern am Handel teilnehmen, als sie den innereuropäischen Vertrieb in Händen hatten. Doch 1591 fiel dieser einem internationalen Syndikat zu. Damit ergab sich für die niederländischen Kaufleute die Notwendigkeit, einen eigenen Handel mit Ostindien zu organisieren. Den Zugang zu den notwendigen Kenntnissen, insbesondere über Seewege, erhielten sie über die Veröffentlichungen von Seekarten durch Niederländer, die im Dienst der Portugiesen gestanden hatten.
Die Gründung der VOC
Auf die am 2. April 1595 in Amsterdam startende Eerste Schipvaart folgten weitere Expeditionen, für die Middelburg, Vlissingen, Veere, Rotterdam, Delft, Hoorn, Enkhuizen und Amsterdam die Ausgangshäfen darstellten. Innerhalb von fünf Jahren legten 15 Flotten nach Ostindien ab. Um der mörderischen Konkurrenz ein Ende zu machen, zwangen die Generalstaaten diese „Vorkompanien“, ihre Kräfte in der Verenigde Oostindische Compagnie zu bündeln, deren Statuten am 20. März 1602 niedergelegt wurden (siehe M2 im Abschnitt „Die Vereinigte Ostindische Kompanie (VOC): Ein ganz normales Handelsunternehmen?“). Die Statuten sicherten der VOC ein Monopol im Handel mit Ostindien, verhinderten über die Postenverteilung im „Vorstand“, den Heren XVII, eine Übermacht der Kammer in Amsterdam und erkannten der Kompanie eine halbstaatliche Stellung zu. Das Kapital wurde über den Verkauf von Anteilen eingesammelt, was die VOC zu einer Art Aktiengesellschaft werden ließ.
Die Organisation des Handels
Als in Europa vorhandenes Tauschobjekt für die begehrten Gewürze konnte die VOC den Asiaten lediglich Gold und Silber bieten. Um mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel Erlös zu erreichen, organisierte die VOC einen innerasiatischen Handel, der über die bei jedem Verkauf entstehenden Gewinne eine Kapitalmehrung vor dem Einkauf der Gewürze ermöglichte. Dieses System erforderte den Aufbau einer kompletten, auf Handelsposten basierenden Infrastruktur. Als Sammelpunkt für die nach Asien kommenden bzw. von dort nach Europa ablegenden Schiffe wurde 1619 eine Stadt im Norden Javas gegründet: das auf den Ruinen des eroberten Jakartas aufgebaute Batavia. Hier ließ sich auch die zentrale Verwaltung der VOC in Ostasien nieder, an deren Spitze der Generalgouverneur stand.
Die Bedeutung der Gewürze
Der Gewürzhandel war für die VOC von herausragender Bedeutung. Um ihn lukrativ zu gestalten, war es wichtig, das auf den Absatzmärkten verfügbare Angebot an Gewürzen zu begrenzen. Schließlich unterliegt die Nachfrage nach diesen Produkten natürlichen Grenzen: Menschen verbrauchen nicht mehr Gewürze, wenn das Angebot zunimmt. Um also den Import dieser Güter innerhalb enger Grenzen zu halten, eroberte die VOC die wichtigsten Produktionsgebiete und versuchte sie, den Schmuggelhandel zu unterbinden. Diese Unternehmungen - die den Kampf gegen Portugiesen, andere europäische Konkurrenten und die einheimische Bevölkerung bedeuteten - führten aus Sicht der VOC zum Erfolg: Um 1660 besaß sie das Monopol auf Nelken-, Muskatnuss-, Muskatblüten- und Zimtkulturen. Der Anbau von Pfeffer ließ sich wegen des großen Umfangs der Produktionsgebiete nicht monopolisieren.
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