Graduate School of Politics
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Kai Pfundheller

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Projekt

"Städtepartnerschaften in der Praxis - Eine empirische Studie der Städtepartnerschaften in NRW"



Städtepartnerschaften sind ein etabliertes Instrument, den Gedanken der Völkerverständigung und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit praxis- und bürgernah zu fördern und ihn damit jenseits aller spektakulären Versuche auf den politischen Hochebenen als gelebte kommunale Wirklichkeit auch bei den Bürgerinnen und Bürgern zu verankern. Jedoch existiert hier eine paradoxe Situation, so existiert das Instrument Städtepartnerschaft seit langer Zeit, die erste Städtepartnerschaft entstand zwischen Keighley und Poix-du-Nord schon im Jahre 1920. Die erste Städtepartnerschaft mit Beteiligung einer deutschen Stadt entstand dann 1925 zwischen Kiel und Sonderburg, Dänemark. Mittlerweile zählt die  Datenbank des Rates der Gemeinden und Regionen Europas 5186 Städtepartnerschaften. Trotz dieser enorm hohen Anzahl von Städte- und Kreispartnerschaften und der damit einhergehenden täglichen Arbeit und Kontakten ist die wissenschaftliche Untersuchung darüber sehr überschaubar.   


Schaut man sich die zeitliche Entwicklung der Städtepartnerschaften an, so wird deutlich, dass die meisten Partnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Die Schreckenszeit dieses Krieges veranlasste viele Kommunen in Deutschland – aufbauend auf außenpolitischen Ereignissen wie u.a. dem Europäischen Integrationsprozess sowie dem deutsch- französischen Freundschaftsvertrag von 1963 - Städtepartnerschaften aufzubauen, Frieden durch Begegnung war das Motto der damaligen Zeit. Städtepartnerschaften haben seitdem einen erheblichen Wandel durchlebt. Von der reinen Begegnung der Bürger hinzu Netzwerken, in denen Städte und Kommunen gemeinsame Projekte initiieren, gemeinsame Resolutionen abschließen und durch Netzwerkbildung voneinander lernen. Wie hat sich das Instrument Städtepartnerschaft entwickelt seit Ende des Zweiten Weltkrieges? Warum wurden Städtepartnerschaften initiiert und haben sich die Begründungen für Städtepartnerschaften seit dem verändert? Wo sind Städtepartnerschafte institutionell in den Verwaltungen verankert, wie werden sie betreut und wer engagiert sich in den Partnerschaften? Wie werden Städtepartnerschaften insgesamt gelebt? Ist die Hoch-Zeit des Instrumentes Städtepartnerschaften vorbei oder werden heute Städtepartnerschaften aus anderen Gründen geschlossen als früher? Wie haben sich insbesondere die Motivation und die Begründung des Instrumentes seitdem verändert beziehungsweise werden heute oder in der Zukunft überhaupt noch Städtepartnerschaften abgeschlossen vor dem Hintergrund der positiven Erledigung der Aufgabe Frieden mit den Nachbarstaaten zu schaffen. Ist das Instrument der Städtepartnerschaft vor dem Hintergrund von Globalisierung und dem Europäischen Integrationsprozess obsolet oder überflüssig geworden? Wozu noch Städtepartnerschaften mit einigen ausgewählten Kommunen eingehen, wo der nächste Flughafen für die Bürger in unmittelbarer Reichweite ist und damit alle Kommunen der Welt zu bereisen sind? Ist die Gesellschaft nicht viel internationaler ausgerichtet als auf einzelne Städtepartnerschaften ausgerichtet zu sein? Anhand von Fragebögen, die an alle Städte, Gemeinde und Kreise NRWs geschickt wurden und anschließenden Experteninterviews in acht ausgewählten Städten und Gemeinden soll diesen Fragen in dem Disserationsprojekt nachgegangen werden.



Forschungsgruppe

Herr Pfundheller wird von Prof. Dr. Dr. h.c. Wichard Woyke und Prof. Dr. Klaus Schubert betreut.

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