Profil
© Julia Ziegler

Das Historische Seminar stellt sich vor

Gegründet im Jahr 1877 durch Theodor Lindner, ist das Historische Seminar das drittälteste Seminar an der WWU Münster. Doch reicht die Tradition der Geschichtswissenschaften in Münster noch deutlich weiter zurück. Schon im 18. Jahrhundert trieb Franz von Fürstenberg mit seinem Reformwerk die Entwicklung der Münsteraner Geschichtswissenschaft entscheidend voran, indem er 1780 drei historische Lehrstühle für Universal-, Kirchen- und Reichsgeschichte plante, die jeweils auf die philosophische, theologische und juristische Fakultät verteilt werden sollten. Nicht umsonst ist das Gebäude, in dem sich das Historische Seminar heute befindet, nach ihm benannt.

Heute zählt das Historische Seminar mit seinen breit gefächerten Abteilungen und Professuren zu den größten und innovativsten Standorten seiner Disziplin in Deutschland. Insgesamt 16 ordentliche Professor*innen lehren hier, ergänzt durch weitere drittmittelfinanzierte Professuren.

Epochal erstrecken sich Forschung und Lehre am Historischen Seminar vom Frühen Mittelalter bis in die aktuelle Zeitgeschichte. Die thematischen Schwerpunkte reichen von der Kulturgeschichte über die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die Stadtgeschichte, die Geschlechtergeschichte und die Verflechtungsgeschichte bis hin zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte. Ergänzt wird das Profil des Standortes durch drei Professuren mit einem Schwerpunkt in den Historischen Hilfswissenschaften.

Das Historische Seminar deckt zugleich einen weiten geographischen Raum ab. So wird hier ebenso zur Landesgeschichte Westfalens und zur deutschen Geschichte geforscht wie zur Geschichte Frankreichs, Englands, der iberischen Halbinsel und Osteuropas, von Byzanz über Afrika und Ozeanien bis nach Nord- und Südamerika. Auch übergreifende Fragen der globalen und transnationalen Geschichte werden bearbeitet.

Studierende am Historischen Seminar kommen auf diese Weise in den Genuss eines sehr breiten Lehrangebots, das durch die vielfältigen Forschungsprojekte und -einrichtungen des Seminars sowie durch Kooperationen mit Partnern am LWL und dem Landesarchiv um weitere Facetten ergänzt wird.

Durchschnittlich können sie zwischen etwa 30 Proseminaren, 40 Übungen, 30 Hauptseminaren, 10 Masterseminaren und 15 Vorlesungen wählen. Hinzu kommen 7 öffentliche Kolloquia. Das große Angebot ermöglicht Studierenden in den verschiedenen Studiengängen, das Fach in seiner ganzen Breite kennenzulernen und zugleich ganz individuelle Schwerpunkte zu entwickeln.

Das Historische Seminar ist seit langem Standort exzellenter Forschung und großer Forschungsverbünde. Bereits der erste geisteswissenschaftliche Sonderforschungsbereich (SFB 7 "Mittelalterforschung") war in Münster angesiedelt, dem sich in fast ununterbrochener Folge weitere Sonderforschungsbereiche anschlossen. Der aktuelle SFB 1150 ist den "Kulturen des Entscheidens" gewidmet. Zudem ist das Historische Seminar mit diversen Projekten ein wichtiger Träger des Exzellenzclusters “Religion und Politik”.

Darüber hinaus verfügt das Historische Seminar mit dem Institut für Frühmittelalterforschung, dem Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung, dem Institut für vergleichende Städtegeschichte und dem Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte über mehrere eigene sehr profilierte Forschungseinrichtungen.

Das Historische Seminar ist international ausgerichtet und pflegt eine Vielzahl intensiver Kontakte. Dazu zählen ebenso Partnerschaften und Kooperationen mit internationalen Forschungseinrichtungen und Instituten wie den Deutschen Historischen Instituten in Paris und Warschau, der Universität Lusíada (Portugal) oder dem Colegio de San Luis Potosí (Mexiko). Die Internationalität des Instituts zeigt sich aber auch ganz konkret am Seminar selbst in der Anwesenheit internationaler Gastwissenschaftler oder in den regelmäßigen Vorträgen junger französischer Kollegen im Rahmen des Kolloquiums „La jeune génération des médiévistes français invitée à Münster“.

Das Historische Seminar ist ein Ort lebendiger Forschung. Neben zahlreichen Tagungen und Konferenzen organisiert das Historische Seminar eine ganze Reihe regelmäßig stattfindender Vortragsreihen und Forschungskolloquien mit Beiträgen aus der nationalen und internationalen Spitzenforschung, zu denen auch Studierende und Interessierte jederzeit herzlich eingeladen sind.

Wir freuen uns über Ihr Interesse am Historischen Seminar!