„Osteuropäische Geschichte“ ist ein regional definiertes Teilgebiet der Geschichtswissenschaft, das in seiner geographisch umfassendsten Auslegung die gesamte östliche Hälfte des europäischen Kontinents in den Blick nimmt und chronologisch einen über tausendjährigen Geschichtsprozess vom Frühmittelalter bis ins ausgehende 20. Jahrhundert zu erfassen versucht. In Münster konzentrieren wir uns – von den heutigen Staaten her betrachtet – vor allem auf die Geschichte Polens, Tschechiens, der Slowakei, des Baltikums und der Ukraine sowie auf das Russländische Reich. Chronologisch liegen die Schwerpunkte – ohne dass andere Epochen völlig vernachlässigt würden – auf der Frühen Neuzeit sowie dem 18. und 19. Jahrhundert.
In den Lehrveranstaltungen werden nicht nur Kenntnisse zur Geschichte Osteuropas vermittelt, sondern ebenso ein Bewusstsein für die traditionelle Problematik eines Faches. Der Gegenstand der Osteuropäischen Geschichte gilt längst als „erfunden“ und „konstruiert“ und verändert sich mit wissenschaftlichen Trends und politischen Wechseln ständig. Gerade diese Problematik macht die sozial- und vor allem kulturhistorische Forschung zu Osteuropa zu einer besonderen Herausforderung..


