Melanie Foik
© Dorothee Rietz

Melanie Foik, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Domplatz 20-22
Fürstenberghaus, Raum 10
48143 Münster
Telefon: +49 251 83-24124

E-Mail: melanie.foik@uni-muenster.de

Sprechstunde: nach Vereinbarung

  • Zur Person

    seit 10/2016
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Münster, Abteilung für Osteuropäische Geschichte
    seit 04/2016 Promotionsstudium im Fach Osteuropäische Geschichte
    2014–2017 Studium der Pflegewissenschaft in Bielefeld und Vallendar; studienbegleitende Mitarbeit in Forschungsprojekten am Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV)
    2012–2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Slavisch-Baltischen Seminar der Universität Münster
    12/2012 Wissenschaftlicher Förderpreis des Botschafters der Republik Polen für die beste Masterarbeit im Jahr 2012
    2011–2012 Wissenschaftliche Hilfskraft und Lehrbeauftragte am Slavisch-Baltischen Seminar
    2010–2011 DAAD-Sprachassistentin an der Universität Czernowitz
    2006–2012 Studium der Osteuropäischen Geschichte, Slavistik und Germanistik in Münster sowie Sprach- und Studienaufenthalte in Krakau, Prag, Lemberg und Moskau
    2003–2006 Krankenpflegeausbildung in der Raphaelsklinik Münster; anschließend studienbegleitende Tätigkeit als Krankenschwester

  • Promotionsprojekt

    Der Gesundheitsdienst im sozialistischen Polen in den 1960er und 70er Jahren

    Das Promotionsprojekt untersucht die politisch-ideologischen Einflüsse des kommunistischen Regimes auf den Gesundheitsdienst in der Volksrepublik Polen in den 1960er und 70er Jahren. Anhand von Archivdokumenten, Zeitschriften, Selbstzeugnissen und Interviews nimmt die Studie Arbeitsalltag, Lebensweise und Eigen-Sinn von Krankenschwestern und Ärzten – den beiden größten Berufsgruppen im Gesundheitswesen – in den Blick. Dabei fragt sie nach Maßnahmen zur Einflussnahme und Indoktrination durch das Regime wie auch nach Erfahrungen, Reaktionen und Sinnzuschreibungen der Akteure angesichts der sie umgebenden ideologisch überformten Wirklichkeit.

    Da es sich beim Gesundheitsdienst in der Volksrepublik Polen um einen Bereich handelte, in dem überwiegend Frauen tätig waren – der Krankenpflegeberuf wurde fast ausschließlich von Frauen ausgeübt und auch der Arztberuf galt als ein ‚typisch weiblicher Beruf‘ –, erweist sich das Thema als besonders geeignet, um Erkenntnisse über die Geschlechterverhältnisse im sozialistischen Polen zu gewinnen. Denn obwohl in der offiziellen Rhetorik betont wurde, dass Männer und Frauen auch hinsichtlich des Berufs gleichberechtigt sind, blieb die Unterscheidung zwischen sog. Männer- und Frauenberufen bestehen. Im Gesundheitswesen als ‚feminisiertem Sektor‘ trat die berufliche Diskriminierung von Frauen besonders deutlich zutage. Die Arbeit geht den Gründen für den außerordentlich hohen Frauenanteil in diesem Berufsfeld sowie den damit einhergehenden Problemen nach. Sie fragt nach weiblichen Emanzipationsstrategien und (politischen) Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils.

    Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Aspekt der Säkularisierung. Nach einer Phase der Zwangsverstaatlichung aller Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen Ende der 1940er Jahre wurden in einer zweiten großen Säkularisierungswelle zu Beginn der 1960er Jahre die noch tätigen Ordensschwestern kollektiv aus dem Gesundheitsdienst entlassen. Die Arbeit leuchtet aus, welche Bedeutung und Folgen die erzwungene Abwesenheit der Ordensschwestern hatte und wie die weltlichen Kolleginnen und Kollegen damit umgingen. Zudem befasst sich die Studie mit der Frage, inwiefern mittels Verbot und Diskreditierung christlicher Praktiken und Symbole in diesem Bereich eine säkulare Kultur etabliert werden konnte.

  • Veröffentlichungen

    Beiträge und Aufsätze

    Tabubrüche in den Dramen von Tadeusz Różewicz. In: Miscellanea Slavica Monasteriensia. Gedenkschrift für Gerhard Birkfellner, gewidmet von Freunden, Kollegen und Schülern. Hrsg. von Bernhard Symanzik. Berlin 2013. S. 171-187.

    Неокласицизм у східно- та центральноєвропейській літературі як складова європейського пізнього модернізму [Ost(mittel)europäischer Neoklassizismus als Teil der europäischen Spätmoderne]. In: Питання літературознавства 87 (2013). S. 118-128.

    /zus. mit Inna Strilets/ Українсько-німецькі паралелі при вивченні мовленнєго етикету [Ukrainisch-deutsche Parallelen beim Erlernen der Sprachetikette]. In: Теорія і практика викладання української мови як іноземної 6 (2011). S. 217-225.

    Rezensionen

    /Rez./ Wolfgang Kirchhoff und Caris-Petra Heidel: "... total fertig mit dem Nationalsozialismus"? Die unendliche Geschichte der Zahnmedizin im Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 2016. In: Geschichte der Pflege 5 (2017) H. 2. [im Druck]

    /Rez./ Jenny Linek: Gesundheitsvorsorge in der DDR zwischen Propaganda und Praxis. Stuttgart 2016. In: Geschichte der Pflege 5 (2017) H. 1.

    /Rez./ Sinikka Gusset-Bährer: Demenz bei geistiger Behinderung. München 2013. In: Pflegewissenschaft 16 (2014) H. 7/8. S. 404-406.

    /Rez./ Paula Giersch, Florian Krobb und Franziska Schößler (Hrsg.): Galizien im Diskurs. Inklusion, Exklusion, Repräsentation. Frankfurt am Main u.a. 2012. In: Zeitschrift für Slawistik 58 (2013) H. 3. S. 731-733.

  • Lehrveranstaltungen

    Am Historischen Seminar:

    Am Slavisch-Baltischen Seminar:

    WiSe 2013/14 Seminar: Polnische Dramatik im 20. und 21. Jahrhundert
    SoSe 2013 Übung: Literatur und Gedächtnis in Ostmitteleuropa; Übung: Galizische Literaturgeschichte
    WiSe 2012/13 Seminar: Die polnische Literatur der Zwischenkriegszeit 1918–1939
    SoSe 2012 Übung: Filmgeschichte als Beziehungsgeschichte – Deutsche und Polen vor und hinter der Kamera
    WiSe 2011/12 Übung: Deutsche und Polen – Themen und Problemfelder gemeinsamer Literaturgeschichte (mit Prof. A. Sproede)