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„Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Die US-amerikanische Familie im 20. Jahrhundert“. Nachwuchsgruppe im Emmy Noether-Programm der DFG.

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Was ist Familie, was soll sie idealerweise sein? Die moderne Kleinfamilie mit Vater, Mutter, Kind oder eine mehrere Generationen vereinende Großfamilie? Entsprechen die alleinerziehende Mutter und ihre Kinder noch diesem Ideal, der geschiedene Partner und seine neue Ehefrau, die Patchwork-Familie, die gleichgeschlechtliche Partnerschaft? Im Zentrum dieser Frage, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts je nach Standpunkt des Betrachters durchaus unterschiedlich beantwortet werden konnte, steht das amerikanische Familienideal („family values, family ideal“). Grob gesagt existierte in der US-amerikanischen Gesellschaft im Untersuchungszeitraum ein dominantes Familienleitbild, dasjenige der „white middle class nuclear family“. Es zeigt sich jedoch, dass in Reaktion auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umbrüche (z.B. Bedeutungsverlust der Familie als ökonomischer Einheit und später des Mannes als Alleinernährer, Frauenemazipation und weibliche Berufstätigkeit, Abbau der Rassendiskriminierung bei gleichzeitiger Sozialpathologisierung der afro-amerikanischen Familien, Ausbreitung des religiösen Fundamentalismus und der radikalen Rechten, Erfolge der Lesben- und Schwulen­bewegung) immer wieder Modifikationen und Anpassungen der Norm ausgehandelt wurden. Dies geschah unter anderem in öffentlichen Debatten über Ehescheidung, Abtreibung, Frauenarbeit und die Struktur der afroamerikanischen Familie.
Die Grundannahme der Untersuchung ist, dass Kontinuität und Wandel der Familien­vorstellungen Rückschlüsse auf tiefergehende Wandlungsprozesse innerhalb der modernen Gesellschaft erlauben. Erstens ist die Familie noch immer als wichtigste Mikroeinheit der Gesellschaft nach dem Individuum akzeptiert. Zweitens entfaltete das Familienideal der weißen Middle Class im 20. Jahrhundert eine prägende Wirkung für alle US-Amerikaner und diente als Projektionsfläche von Integrations- und Aufstiegs­hoffnungen, inspirierte aber auch Diversifizierungs- und Abgrenzungsstrategien. Diese Ambivalenz und die Tatsache, dass jedermann sich zum vorherrschenden Familienideal verhalten muss, prädestinieren die diachrone Analyse von Familienvorstellungen als geeigneten Weg einer Sondierung gesellschaftlichen Wandels in einer modernen Gesellschaft. Zentrale Untersuchungsachsen bilden hierbei die Begriffe Gender, Race/Ethnie, Religion und Wertewandel. Eingebettet wird die Untersuchung in sozial-, kultur- und diskursgeschichtliche Einzelanalysen.

Teilprojekte:


Isabel Heinemann (Habilitation): Familienwerte im gesellschaftlichen Wandel: Öffentliche Debatten über Ehescheidung, Frauenarbeit und Reproduktion in den USA des 20. Jahrhunderts ... weitere Infos

Anne Overbeck (Dissertation): Eugenics and the Discourse on the Reproductive Rights of African American Women in the 20th Century ... weitere Infos

Claudia Roesch (Dissertation): Familia, Machismo, Compadrazgo? Diskurse über mexikanische Einwandererfamilien in den USA im 20. Jahrhundert ... weitere Infos

Andre Dechert (Dissertation): Vaterschaftskonzepte zwischen Tradition und Wandel: US-Amerikanische TV-Serien in den 1980er Jahren. ... weitere Infos

Jana Hoffmann (Dissertation): Familienwerte und Mainstream Protestantismus in den USA des 20. Jahrhunderts ... weitere Infos folgen demnächst


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