Team LinnemannDorothee Linnemann

E-Mail:   d.linnemann@jpberlin.de

 

Curriculum Vitae

  • 2017-2019: Kuratorin für die Sonderausstellung „Damenwahl! 1918/19 – Frauen in die Politik“ am Historischen Museum Frankfurt in Frankfurt am Main (Eröffnung 30.08.2018)
  • 2013-2016: Kuratorin für Teilbereiche der neuen stadtgeschichtlichen Dauerausstellung „Frankfurt Einst?“ im Historischen Museum Frankfurt in Frankfurt am Main
  • 2013/2014: Abgabe und Verteidigung der Dissertation „Inszenierung der Inszenierung. Bildpolitik der europäischen Diplomatie im 17. und 18. Jahrhundert“ (Gesamtnote: magna cum laude)
  • 2011-2013: Wissenschaftliche Volontärin im Historischen Museum Frankfurt in Frankfurt am Main
  • 2009-2011: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 496 "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution", Teilprojekt C1: „Zur symbolischen Konstituierung von Stand und Rang in der Frühen Neuzeit"
  • 2006-2008: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ausstellung „Rituale im Alten Europa“ (Kooperationsprojekt des Sonderforschungsbereichs 496 und des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg (KHM Magdeburg, 21.9.2008-4.1.2009))
  • 2005: Wissenschaftliche Hilfskraft in dem aus Mitteln des DFG-Leibniz-Preises für Barbara Stollberg-Rilinger finanzierten Projekt "Vormoderne Verfahren" an der Universität Münster
  • April 2004: Abschluss des Studiums (M.A.)
    Thema der Magisterarbeit: "Symbolisch-zeremonielle Inszenierung des Reiches. Der Immerwährende Reichstag in Bildpublizistik und Reichsrecht"
  • 2003/2004 Mitarbeit an der Ausstellung "FestGehalten. Feste und ihre Darstellungen in Münster" vom 18. November bis 18. Dezember 2004 in der Universitäts- und Landesbibliothek Münster
  • 1998-2004: Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Kunstgeschichte und Westslavistik (Polonistik) an den Universitäten Münster und Krakau
  • geb. 1979 in Essen (NRW)


Dissertation:


Das europäische Gesandtschaftswesen des 17. und 18.


Jahrhunderts in der Kunst In der Sphäre der europäischen Höfe wurde die Kunst im 17. Jahrhundert zunehmend zu einem differenzierten Instrument, das öffentlichkeitswirksam den jeweiligen Status der Herrscher auf dem politischen Parkett der Frühen Neuzeit auszudrücken vermochte. Dabei beschränkte sich die Kunst jedoch nicht allein auf die Bildnis-Repräsentation des Herrschers, sondern erstreckte sich zunehmend auch auf den sich ausbildenden Herrschaftsapparat am eigenen und an fremden Höfen. Zentrales Element der zwischenhöfischen Kommunikation war die Diplomatie, die sich während des 17. Jahrhunderts zu einem ausdifferenzierten System ständiger Gesandtschaften weiterentwickelte. Insbesondere die Darstellung, Konstituierung und Steigerung von Rang und Prestige der Herrscher erfolgte nun immer mehr durch das Gesandtschaftswesen.

Auf dieser Perspektive der frühneuzeitlichen Herrschafts- und Politikrepräsentation soll der Fokus des Dissertationsprojektes liegen, das in der interdisziplinären Bildwissenschaft verortet ist: Bilder der Frühen Neuzeit haben eine elementare Funktion in der politischen Repräsentationspraxis. Sie erschöpfen sich nicht allein in dem Zweck, abbildende Illustration, prunkvolles Dekor oder ästhetische Verbrämung der Politik zu sein. Die bildende Kunst leistet durch ihren visuellen Formenduktus und ihre spezifische Wirkung, die auf Sichtbarmachung und Öffentlichkeit angelegt ist, einen ganz eigenen Beitrag zur Herrschafts- und Politikrepräsentation des 17. Jahrhunderts. Die das diplomatische Zeremoniell abbildende Kunst soll in dem Dissertationsprojekt als Element der politischen Kommunikation selbst, nicht nur als deren Abbild, erforscht werden. Das Dissertationsprojekt verschränkt dabei Zeugnis- und Medienaspekt der Bildwerke. Als Zeugnisse der Visualisierung von zeremoniellen Begebenheiten sollen die Bilder über die in ihnen ausgedrückten Geltungsansprüche der Gesandten bzw. der von ihnen vertretenen Potentaten und insbesondere über die Qualität gegenseitiger politischer Beziehungen Aufschluss geben. Darüber hinaus stellt sich die Frage, in welcher Form diese Bildwerke selbst als Medien Teil der zeitgenössischen politischen Kommunikation waren. Insbesondere die in Geschichte und Kunstgeschichte bisher dominante Forschung zu Herrscherbildnissen der Frühen Neuzeit soll durch
das Dissertationsprojekt um weitere Aspekte zur Bildrepräsentation ergänzt werden.


Veröffentlichungen

 
Aufsätze

  • Visualising ‘State-Building’ in European- Ottoman Diplomatic Relations: Visual Ceremonial Descriptions and Conflicting Concepts of Early Modern Governance in the Late Seventeenth and Early Eighteenth Centuries , in: Antje Flüchter/Susan Richter (Hg.), Structures on the
    Move: Technologies of governance in transcultural encounter, Heidelberg 2012, 20 S. [im Druck].
  • Die Bildlichkeit von Friedenskongressen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts im Kontext zeitgenössischer Zeremonialdarstellung und diplomatischer Praxis, in: Jan-Paul Niederkorn/Ralf Kauz/Giorio Rota (Hg.), Diplomatisches Zeremoniell in Europa und im Mittleren Osten in der frühen Neuzeit, Wien 2009, 155-186.
  • Rituale präsentieren, inszenieren, ausstellen. Die Ausstellung Spektakel der Macht. Rituale im Alten Europa 800-1800 (Kulturhistorisches Museum Magdeburg, 21.9.2008-4.1.2009), in: GWU 9 (2008), 510-517.
  • Rituale der Einsetzung. ‚Äußere Formen’, Funktionen und Bedeutung, in: Gerd Althoff u.a. (Hg.): Spektakel der Macht. Rituale im Alten Europa 800-1800 (Katalog zur Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg, 21.9.2008-4.1.2009), Darmstadt 2008, 68-72.
  • ‚Repraesentatio Majestatis'? Zeichenstrategische Personkonzepte von Gesandten im Zeremonialbild des späten 16. und 17. Jahrhunderts, in: Andreas Bähr/Peter Burschel/Gabriele Jancke (Hg.), Räume des Selbst. Selbstzeugnisforschung transkulturell (Selbstzeugnisse der Neuzeit), Köln/Weimar/Wien 2007, 57-76.
  • Isabellas Ruder oder: Die Imprese der Infantin. Bedeutungsebenen eines Emblems im "Triumph der Eucharistie", in: Eveliina Juntunen (Hg.), Peter Paul Rubens. Neue Forschungen zu seinem Werk, Stuttgart / Hannover 2007, 49-68. [gemeinsam mit Birgit Ulrike Münch]
  • Der münsterische Karneval im Überlieferungskonflikt zwischen Sinnstiftung und Reglement (16.-19. Jahrhundert), in: Nikolaus Gussone (Hg.): FestGehalten. Feste und ihre Darstellungen in Münster, Münster 2004, 191-222.

Artikel, Rezensionen und Berichte

  • Rezension zu: Susanne Friedrich, Drehscheibe Regensburg. Das Informations- und Kommunikationssystem des Immerwährenden Reichstags um 1700, Berlin 2007, in: Zeitschrift für Historische Forschung [im Erscheinen].
  • 11 Katalognummern in: Gerd Althoff u.a. (Hg.): Spektakel der Macht. Rituale im Alten Europa 800-1800 (Katalog zur Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg, 21.9.2008-4.1.2009), Darmstadt 2008.
  • Bericht zur Tagung "Rechtsformen Internationaler Politik. Theorie, Norm und Praxis vom 12. bis 18. Jahrhundert" (11.09.2006-13.09.2006, Münster) ausgerichtet v. Dr. M. Jucker, Prof. Dr. M. Kinzinger, Prof. Dr. R. C. Schwinges, Prof. Dr. B. Stollberg-Rilinger.
  • Bericht zur Tagung „Die 1960er Jahre als Wendezeit der Bundesrepublik und gesellschaftlicher Aufbruch. Tagung des Westfälischen Instituts für Regionalgeschichte", in: AHF-Information Nr. 19 (2000), 1-10. [gemeinsam mit Christiane Streubel]