Rachel RenaultRENAULT Rachel

Lebenslauf

Akademische Laufbahn

  • 2010-2011 : Doktorandin an der Université Paris I-Panthéon-Sorbonne (Mit Lehramt). Thema : "Ausserordentlich" stabil : die Reichssteuern in den Kleinterritorien Sachsens und Thüringens: 1648-1806
    Thèse cotutelle unter Leitung von Prof. Dr. Christine LEBEAU, Paris, und Barbara Stollberg-Rilinger, Münster
  • 2009-2010 :
    - Koordinierung des deutsch-französischen Doktorandenkollegs (Universität Paris I -Panthéon-Sorbonne und Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a/M.).
    - Mitarbeit bei der Retrokonversion des Bibliotheksfonds der Ecole Normale Supérieure de la Rue d’Ulm (Paris).
  • Sommersemester 2009 : Lehrbeauftragte im Frankreichzentrum Leipzig: « La société française au XVIIe siècle à travers les textes et les arts ».
  • 2008-2009: Master in Geschichte. Université Paris I, Panthéon-Sorbonne (sehr gut)
  • 2006-2008: Höheres Staatsexamen fürs Lehramt (Agrégation d’Histoire, bestanden, Rang : 25).
  • 2005-2006: Magister in Geschichte (sehr gut).
  • 2004-2005 : Diplom in Geschichte Universität Paris I, Panthéon-Sorbonne (gut).
  • 2001-2005 : Studium der Germanistik an der Universität Paris 3-Sorbonne-Nouvelle (bis zum Magisterniveau)
  • 2004 Aufnahmeprüfung zur Ecole Normale Supérieure de la rue d’Ulm (franz. "Elitehochschule") (bestanden, Rang: 36)
  • 2001-2004: Vorbereitungsklassen auf die Aufnahmeprüfung der Ecole Normale supérieure im Gymnasium Henri IV. (Paris)
  • 2000-2001: Abitur im geisteswissenschaftlichen Zweig am Gymnasium Condorcet Paris (sehr gut).

Sprachen

Französisch: Muttersprache
Deutsch: gespr., geles, geschr.: sehr gut
Englisch: gespr., geles, geschr.: sehr gut
Tschechisch: Anfangskenntnisse

Tagungen

  • 18. 3. 2011, « L'autorité seigneuriale en question: pratiques de la contestation et concurrence des systèmes normatifs. L’exemple des Schönburg, 1648-1806 ». Deutsch-französischer Doktorandenkolleg, Paris: « Autorités et Normes ».
  • 24. 11. 2011: « Du conflit international au conflit local : refus de l’impôt d’Empire et ingérence politique. Les sujets du micro-territoire Schönburg face à la fiscalité extraordinaire 1648-1806 », Symposium Université Rennes II., Leitung: Pr Dr Laurent Bourquin, Pr Dr Philippe Hamon: « Conflits extérieurs et politisation ».
  • 2. 6. 2010: « Anatomie de la construction d’une question, de l’archive brute au récit linéaire : le retour aux sources ». Masterkurs Methodologie bei Victor Demiaux (EHESS, Paris).
  • 16. 4. 2010 : « De l’instrument de gouvernement à l’instrumentalisation par les gouvernés : produire le chiffre fiscal », Doktorandentagung, Leitung : Frau Pr Dr Christine Lebeau und Pr Dr Laurent Feller: « Chiffres et écritures d’Etat ». - 17. 11. 2008: « Les “territoires privés“ en Saxe : le cas Schönburg au XVIIIe siècle », Kolloquium, Strassburg, Leitung: Frau Pr Dr Christine Lebeau: « A-t-on besoin du territoire ? L’inter-territorialité dans le Saint Empire du Moyen Age à l’époque moderne ».

Dissertation

"Ausserordentlich" stabil: Die Reichssteuern in den Kleinterritorien Sachsens und Thüringens, 1648-1806

Mein Forschungsprojekt befasst sich mit den politischen Auswirkungen der Reichssteuern auf der lokalen Ebene in den Kleinterritorien Sachsens und Thüringens. Trotz der kontroversen deutschen Historiographie über die (Nicht-)Staatlichkeit des Reichs wurden die Reichssteuern bisher wenig untersucht.
Ziel der Forschung sind weniger die Steuern an sich als die Rekonstruktion der möglichen politischen Spielräume, die die Verweigerung der Reichssteuern den Untertanen zugänglich machte. Soziale bzw. wirtschaftliche Auswirkungen der Reichssteuern werden nur am Rande untersucht. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Frage, inwiefern das politische « deutsche Monstrum » des Alten Reichs sich auf der lokalen Ebene der Kleinterritorien widerspiegelt : Hatten Reichssteuern in den kleinen Territorien – wie in der Forschung für die großen und größeren nachgewiesen worden – einen Staatlichkeitszuwachs zur Folge ? Anscheinend nicht. Diese Territorien wiesen tatsächlich eine Teilstaatlichkeit auf, die aber für die politische Praxis der Untertanen ganz bedeutsame Auswirkungen hatte: Sie handelten deswegen auf einer Vielzahl von politischen Ebenen und waren dazu fähig, die vielfältigen Konflikte zwischen ihren Landesherren, anderen mächtigeren Herren (hier vor allem dem Kurfürsten von Sachsen) und dem Reich zu ihren eigenen Gunsten zu instrumentalisieren.
Als französische Historikerin erscheint mir vor dem Hintergrund der reichhaltigen Historiographie zu Absolutismus und Widerstand in der französischen Monarchie auffällig, dass die Verweigerung der Steuern ein Thema im Rahmen der Widerstandsforschung ist, das jedoch in der deutschen Forschung selten als solches betrachtet wurde. Doch waren die Umstände und der globale Rahmen dieser Resistenz völlig anders als in Frankreich. Indem man beide nationalen Historiographien miteinander vergleicht, gewinnt man eine ganz neue Perspektive auf diese Frage.