Claudia Kollbach

E-Mail: kollbach@daad-alumni.de

Lebenslauf

  • geb. 1973 in Bonn
  • 1992: Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn
  • 1994-2000: Studium der Geschichte, Germanistik und Sozialwissenschaften; Abschluss: Erstes Staatsexamen
  • Aktuell: Studienrätin an einem Gymnasium in Königswinter

Staatsexamensarbeit

Fürstliche Erziehung im 18. Jahrhundert: Der Briefwechsel der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt

Auf der Grundlage des Briefwechsels der Landgräfin Caroline von Hessen-Darmstadt geht die Arbeit der Fragestellung nach, wie sich die Erziehung der fürstlichen Kinder am hessisch-darmstädtischen Hofe im 18. Jahrhundert gestaltete. Dabei wird die fürstliche Erziehung als Paradigma für die Differenzierungsbestrebungen des Adels als sozialer Elite verstanden. Neben der Betrachtung der traditionellen, ursprünglich auf das Kavaliersideal Castigliones zurückgehenden Elemente der Erziehung werden die Erziehungsmethoden auch auf mögliche "moderne" Aspekte hin untersucht, wie sie im 18. Jahrhundert mit der Aufklärungsbewegung aufkamen. Darüber hinaus berücksichtigt die Arbeit die innerhalb der Familie bestehenden Beziehungen. Insbesondere die geschlechterspezifische Dimension der Erziehung sowie Rolle und Selbstverständnis der fürstlichen Mutter werden in diesem Zusammenhang näher beleuchtet.

 

Dissertation

Aufwachsen bei Hof. Aufklärung und fürstliche Erziehung in Hessen und Baden.

Die Dissertation untersucht, inwiefern die Aufklärungsbewegung als politisches, philosophisches und pädagogisches Projekt auch die Erziehung bei Hof in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beeinflusste. Anhand zweier Fallbeispiele, der Höfe von Hessen-Darmstadt und Baden-Durlach, zeigt sie auf, wie sich die Erziehungspraxis an den Höfen der deutschen Kleinstaaten trotz der Ansprüche der fürstlichen Familienordnung und der höfischen Repräsentation einschneidend veränderte: Angefangen bei den familiären Beziehungen bis hin zur Auswahl der vermittelten Fachinhalte machten sich bei Hof zunehmend Einflüsse bemerkbar, die den Ideen der Aufklärungsbewegung geschuldet waren. Die Studie macht deutlich, dass insbesondere der Hof eine Institution war, die für die scheinbar neuen Erziehungskonzepte Raum und Anknüpfungspunkte bot. Dies allerdings steht im Widerspruch zu der bisher gängigen Polarisierung von Bürgertum und Hof.

Die Dissertation ist erschienen beim Campus Verlag.